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1. Juni 1986Ansprache von Oberkirchenrat Friedrich Ristow
Liebes Ehepaar von der Dovenmühle, liebes Ehepaar Tiedemann, ich darf Sie im Namen des Oberkirchenrates recht herzlich begrüßen. Wir freuen uns, daß Sie so zahlreich zu uns gekommen sind, zeigt es doch Ihre Verbundenheit mit dem Blockhaus Ahlhorn. Wenn man zwei Ehepaare bei solch einem Wechsel zugleich begrüßt, so ist es etwas Besonderes und, liebes Ehepaar Tiedemann, verzeihen Sie mir, wenn ich mich besonders dem Ehepaar von der Dovenmühle und, liebe Frau von der Dovenmühle, verzeihen Sie mir, wenn ich mich in Sonderheit Ihrem Mann zuwenden werde. Das Blockhaus Ahlhorn ist ohne Ihr Wirken, Herr von der Dovenmühle, im jetzigen Zustand nicht vorstellbar. Zwar sind Sie nicht der Vater des Gedankens des Blockhauses Ahlhorn gewesen, das ist ein anderer, dessen werden wir am 28. Juli gedenken müssen, denn dann jährt sich das 40jährige Jubiläum, als die Militärregierung der Ev-luth. Kirche in Oldenburg das Blockhaus Ahlhorn 1946 zur Jugendarbeit übergab. Aber dennoch, Herr von der Dovenmühle, haben Sie dem Blockhaus den einzigartigen Stempel der heutigen Form gegeben, und Sie haben ihm auch einen guten Ruf verschafft, den das Blockhaus nicht nur in unserer Kirche, sondern darüber hinaus genießt. Wenn ich es mit einem Bild vergleichen darf: das Blockhaus Ahlhorn ist ein ganz wesentlicher Stein in der Mauer der gesamten Arbeit unserer Kirche. Würde dieser Stein fehlen, würde die Mauer nicht zusammenbrechen, aber sie würde wesentliche Bestandteile vermissen lassen. In einem Jahr ist es bald 40 Jahre her, daß Sie vom Oberkirchenrat hier angestellt wurden, und zwar für 280,- RM. Der Vertrag wurde damals von Herrn Ehlers unterschrieben. Herr von der Dovenmühle, Sie sind in Varel geboren, ich erwähne das deshalb, weil aus Varel ganz besondere Leute kommen, die in unserer Kirche Dienst tun. Es sind Leute, die sich stark engagieren, ehrenamtlich sowie hauptamtlich; wenn Sie in die Kirchenleitung hineingucken und nach einem gebürtigen Oldenburger suchen, dann werden Sie vergebens schauen, aber hinter den Kulissen schieben die Vareler das Kirchenschiff oder bestimmen zumindest den Kurs. Zu diesem Kreis, Herr von der Dovenmühle, möchte ich Sie auch gerne zählen. Ihr weiterer Lebenslauf begann nach der Schulzeit mit der Ausbildung zum Schiffsoffizier der Handelsmarine, und zwar waren Sie Schiffsjunge auf dem Segelschulschiff "Deutschland". Es liegt an der Stefaniebrücke in Bremen und jeder, der mit dem Zug nach Bremen reinfährt, wird, wenn er zur See gefahren ist, an die weite See erinnert, wenn es in sein Blickfeld kommt. Ich glaube auch, daß Ihr Herz höher schlagen wird, wenn Sie es sehen oder ist es nicht so? - Jawohl!! - Ja! - Des weiteren haben Sie in Elsfleth die Seefahrts-Schule besucht, haben dort ihr A 5-Patent gemacht und sind anschließend bei der renommierten Reederei Hansa-Linie Schiffsoffizier auf großer Fahrt gewesen, bis Sie 1939 bis 1945 den Krieg bei der Kriegsmarine miterleben mußten und auch überlebt haben. Sie haben später in Ihrem Leben eine ganz besondere Beziehung zur Hansa-Linie aufgebaut. Abgesehen von den Bänken, die da in der Kirche stehen, sind es eben auch andere persönlicher Art gewesen. Beim Durchblättern Ihrer Personalakte habe ich einen Urlaubsantrag gesehen, der als Reiseziel Madagaskar angab. Da wurde ich neidisch, denn es war schon immer mein Wunsch, dort mal hinzukommen. Während dieser ganzen Zeit, Herr von der Dovenmühle, fühlten Sie sich der Kirche, unserer Kirche, sehr verbunden. Sie arbeiteten aktiv mit in der Bekennenden Kirche. Es gibt viele Geschichten darüber zu erzählen, ich kenne sie nicht im einzelnen, aber sie wurden mir berichtet. Aus Ihrem Wirken sind im Grunde genommen drei Bereiche herauszuheben, das eine ist die Herausgabe des Blockhausbriefes, dessen Jubiläum der 30. Herausgabe demnächst gefeiert werden kann, das zweite ist die Anregung der Gründung des Freundeskreises Blockhaus Ahlhorn. Ich möchte an dieser Stelle diesem Freundeskreis den ausdrücklichen Dank des Oberkirchenrates übermitteln, denn ich glaube, daß er wesentliche Arbeit für das Blockhaus Ahlhorn geleistet hat. Ich will an dieser Stelle nicht verhehlen, daß es dem Oberkirchenrat, in Sonderheit Herrn Hobbie und denjenigen, die mit dem Blockhaus Ahlhorn finanziell zu tun haben, manchmal etwas beschwerlich erschien, wenn auf einmal eine schwarze Kasse auftauchte und da einiges Geld angespart war für bauliche Maßnahmen, sodaß zwangsläufig der Oberkirchenrat nachziehen mußte. Das war eine armselige Partie. Zum dritten maßgeblichen Wirkungskreis gehören nämlich die baulichen Veränderungen, die hier vorgenommen worden sind. Ich möchte sie hier nicht in allen Einzelheiten aufzählen, aber außer dem Gebäude, in dem wir hier sitzen, sind alle anderen Gebäude, soweit ich das weiß, nach 1945 neu erstellt worden, und das ist nicht zuletzt auch Ihr Verdienst. An dieser Stelle möchte ich aber auch einen Dank sagen an die Institutionen, die dort mitgewirkt und den baulichen Maßnahmen zugestimmt haben. An dieser Stelle natürlich an die Bezirksregierung und die Kommunen, an den Landkreis und die Gemeinde Großenkneten. Den Vertretern dieser Institutionen, dem leitenden Forstdirektor Herrn Brinkhoff, Herrn Oberkreisdirektor Haubold, Herrn Bürgermeister Hoppe und Herrn Gemeindedirektor Wolff einen ganz herzlichen Dank von Seiten des Oberkirchenrates für Ihr Entgegenkommen. Ein Bauvorhaben, Herr von der Dovenmühle, trägt den besonderen Stempel Ihres Einsatzes, nämlich die Kapelle, in der wir gerade waren. Ich will jetzt nicht die Auseinandersetzungen mit dem landeskirchlichen Bauausschuß über den Altar und das Fenster aufwärmen, aber eines muß man sagen, Sie haben dafür gesorgt, Herr von der Dovenmühle, daß sie an dieser Stelle errichtet wurde und daß damit das Blockhaus Ahlhorn auch ein Baudenkmal bekommen hat, denn diese Kirche hat eine ganz besondere Geschichte. Ich weiß nicht, ob sie allen Anwesenden geläufig ist. Sie ist geplant worden von Otto Barthning, einem der berühmtesten Kirchenarchitekten unserer Zeit, und ich glaube, es wird der Bezirksregierung oder dem Land Niedersachsen - wenn es dann im Jahre 2050 noch existieren sollte -denn so lange dauert unser Pachtvertrag hier - schwerfallen uns von diesem Land zu vertreiben, wenn dieses Denkmal noch steht. Herr von der Dovenmühle, ich könnte jetzt etliche Institutionen aufzählen, mit denen Sie Kontakt gehalten haben. Ich muß eine Institution aber nennen, und das ist die Bundeswehr. Die Bundeswehr hat das Blockhaus Ahlhorn in guten und in schlechten Zeiten immer begleitet. Ich denke an schlechte Zeiten wie z.B. Schneekatastrophe oder andere Dinge, sie war eigentlich immer dann zur Stelle, wenn es hier Probleme gab. Ich glaube, daß ich auch im Namen von Ehepaar Tiedemann spreche, wenn ich der Hoffnung Ausdruck gebe, daß dieser Kontakt zur Bundeswehr weiterhin erhalten bleibt. Doch nun zu Ihnen, liebe Frau von der Dovenmühle. Das, was ich eben über Ihren Mann gesagt habe, gilt in vielen Dingen auch für Sie. - Sie haben 1982 die Heimleitung übernommen und das Werk Ihres Mannes in der gleichen Kontinuität fortgeführt, waren der gute Geist, aber Sie haben auch die Hauswirtschaft mitgeführt und in diesem Zusammenhang muß gewürdigt werden, daß Sie alljährlich sechs bis acht Auszubildende mit unterrichtet bzw. beschäftigt haben. Ein kleiner Beitrag eigentlich unserer Kirche zur Lösung der Jugendarbeitslosigkeit. Der Oberkirchenrat dankt Ihnen für Ihren Einsatz hier im Blockhaus. Als Zeichen des Dankes möchte ich Ihnen beiden jetzt einen kleinen Scheck überreichen. Der Scheck ist bestimmt für die Anschaffung eines Rasenmähers, den Sie sich gewünscht haben. Ich wünsche Ihnen für Ihren Ruhestand alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen.
Die Mitarbeiter verabschieden sich von uns |
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