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Kirche, wache doch einmal als Ganzes aufPeter Lehmann 40 Jahre Blockhaus Ahlhorn und Wechsel in der Leitung, das sind die Markanzen in diesem Blockhausbrief. Über die historischen Einzelheiten zum Werden und Sein des Blockhauses ist immer wieder einmal berichtet worden und wieder beleuchtet wurde die Geschichte des Blockhauses in den zahlreichen Reden, die man in Würdigung dieser Einrichtung und der Verdienste des scheidenden Heimleiterpaares von der Dovenmühle und der Übergabe dieser Aufgabe an das neue Leiterpaar Tiedemann hielt. Dies alles zu schildern und alle Reden zu bringen, würde den Rahmen eines schlichten Blockhausbriefes bei weitem sprengen. Da wäre dann schon eine umfangreiche Festschrift von Nöten. - Mich treibt es da eigentlich mehr, meinen Gedanken, die mir während der Verabschiedungs- und Einführungsfeierlichkeiten so kamen, freien Lauf zu lassen. Und da möchte ich dies unter das Motto stellen: Kirche, wache doch einmal als Ganzes auf! - Wie stand es doch damals, als man im Blockhaus begann? - Aufbruchstimmung war in der Jugend und die Männer der Kirche konnten zaubern. - Heute reagiert nur zu oft Unsicherheit und St. Bürokratius. Wer zur Blockhauskirche geht und dort einen Gottesdienst erlebt, der erlebt hier das Wunder fortwährender Erneuerung und, auch wenn es nur Tagesgemeinden sind, immer wieder echtes Gemeindeleben. Das ist der Geist, in dem das Blockhaus entstand, diese Idee der Menschen, die damals nach dem Kriege den neuen Anfang wagten in ungebrochenem Optimismus. Die Generation der Trümmerfrauen und -männer, die Genies waren im Zaubern, Sich-Behelfen und lmprovisieren, die nicht fragten, sondern taten, diese Menschen waren es, die hier am Werke waren. Die tausend erschwerenden Vorschriften unserer heutigen Luxusgesellschaft gab es da nicht. Man freute sich und dankte Gott, daß mit seiner Hilfe alles überstanden war und freute sich des neu geschenkten Lebens. Man lag gerne dafür krumm, dieses befreite Dasein zu gestalten. Man brach auf zu neuem Anfang mit Gott und dem Leben. Im Gottesdienst ist jedenfalls spürbar: Es ist fast immer eine Gemeinde, die dem ursprünglichen christlichen Gemeindewesen am ehesten in ihrer Lebendigkeit nahe kommt. Diese setzten sich unter Christus zusammen aus allen Schichten und Gliedern jeden Alters. Hier nun kommen Gruppen zusammen ganz verschiedenen Gepräges. Da sind Senioren, Familienrüstzeiten, Rüstzeiten für Diakone, Treffen von Kirchenvertretern, Rüstzeiten für Chöre, Kinderchöre und Erwachsene, Posaunenchöre, Soldatenrüstzeiten, Konfirmandengruppen, Kindergärten, Behindertenrüstzeiten, Schulchöre und -gruppen, kurz alles, was gerade im Hause ist. Alle sind nach Können und Vermögen gefordert, am Gestalten und Gelingen der Gottesdienste teilzuhaben. Es werden in Abstimmung quer durch die ganze Palette der jeweiligen Gruppen die Handlungen und Lesungen aufgebaut. So sieht jeder Gottesdienst dort immer wieder anders aus: Jugendliche oder Senioren halten die Lesung. Ein Pastor, Diakon oder Laienprediger hält die Predigt, wieder jemand anderes spricht ein Gebet. Ist ein Chor da, singt der oder es spielt jemand auf einem mitgebrachten Instrument. Ist ein Posaunenchor da, so tritt der in Aktion, oder aber es wird nur einfach schlicht gesungen, wenn keiner da ist, der ein Instrument zu spielen vermag. Hier ist jeder bei der Sache - Kleinkinder, die umherlaufen oder auch einmal etwas sagen, fragen oder auch einmal Kummer haben, das gehört dazu, und niemand stört sich daran. ![]() Kaminrunde nach dem Gottesdienst |
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