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Blockhaus Ahlhorn - Ein SeemannstraumJürgen Friedrich Die Standardfrage - Wie findest du das hier? - macht eine Reihe Antworten los aus ganz unterschiedlicher Sicht- und Sehweise. Zunächst kommt: Toll, wundervoll usw., das ist die vordergründige Bewertung von der optisch so reizvollen Landschaft, von dem stimmungsvollen Milieu dank einer funktionierenden Betreuungsroutine. Ohne übertrieben spitzfindig zu sein, beantwortet die Frage aber auch eine Wegbeschreibung; denn wirklich, wer nicht gut aufpaßt und sich als Erstbesucher ohne exakte Anleitung aut den Weg macht, der findet das Blockhaus womöglich gar nicht. Egal, ob Insel oder Oase, das Blockhaus ist beides und will gefunden sein. Komme ich als Kamel nun zur Oase oder als Seemann besser zur Insel? Mein persönlicher Zustand erlaubt mir beide Sehweisen, das Blockhaus verführt mich jedoch zur Seeweise. Das will ich begründen. Ich bin bei verschiedenen Handelsschiffsreedereien zur See gefahren, davon die letzten neun Jahre als Steuermann und als Funker. Obwohl diese Ära nun schon etliche Jahre zurückliegt, die liebevolle Gestaltung des Ankerkellers mit einer unerhörten Fülle von originalen "Kleinigkeiten" zauberten hautnah Erinnerungen wach. - Was soll ich sagen, das Wetter außerhalb des Kellers war zu schön, um das Wetterleuchten der Erinnerungen voll auszukosten. Das Schmökern in alten Schiffstagebuchern bringt öligen Maschinendunst und dann wieder frische Brückenbrise in die Nase. Aus herrlichen Karikaturen an den Wänden schwappt tonnenweise englischer Humor. Jede erzählt für sich von endlosen Klönstunden - die man schließlich selbst erlebt hat. Die lebhaften Beiträge des Hausherrn aus seiner eigenen Seefahrtszeit und über seine Kontakte zu Seefahrtskreisen auch heute noch runden das maritime Bild ebenso ab, wie die Ruderboote auf dem See mit richtigen Riemen. Und siehe da, es ging noch wunderbar! Aber der eigentliche Bonus, den ich dem Blockhaus zuschreiben möchte, hat nur noch wenig zu tun mit beruflichen Vergangenheiten. Ich konnte das Wochenende aus vollen Zügen nur genießen, weil es im Rahmen einer Familienfreizeit geplant war, organisiert von Pastor Friedrich aus Osnabrück unter dem Kirchentagsmotto DIE ERDE IST DES HERRN. Die rege Beteiligung in den unterschiedlichen Arbeitskreisen, in denen "ganz normale Leute" engagierte Beiträge aufbauten, ist ohne das Blockhaus nicht vorstellbar. Insofern trifft das Bild nicht nur zu von einer Insel, die angelaufen wird, sondern - viel verheißungsvoller - das Blockhaus ist eine Insel, von der aufgebrochen wird. Die Zukunft ist rosig. Mir kam der ganze Blockhaus-Aufenthalt vor wie eine Vorgriff auf eben diese Zukunft, die sich mir gereimt auch so darstellt: Es ist, wie ich glaube, ein fröhlicher Gott, Und nicht Verzweiflung ist unser Los, Insofern auch Weinen ist gottgewollt. Da mündet die Zeit in die Ewigkeit, er weicht endgültiger Klarheit. Und jeder es jedem anderen sagt: Der Herr ist endgültige Wahrheit! ![]() Blick über den Helenensee vom Badestrand aus |
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