Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1985: Blockhausbrief Nummer 29

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Die Heide blüht wiedter
Vom Charakter der Begriffe
Gottesdienste im Blockhaus Teil 1
Gottesdienste im Blockhaus Teil 2
Gedanken zu Gottesdiensten in der Blockhauskirche
Das Marmorkreuz in der Blockhauskirche und andere Zeichen mahnen zu Frieden und Versöhnung
Edmund Haake, Schicksal eines Freundes
Eltern und Abendmahl
Liebe Chefin!
Ein später Liebesbrief
Blockhaus Ahlhorn - Ein Seemannstraum
Erinnerungen an das Blockhaus Ahlhorn
Blockhausgeschichten
Ahlhorner Teiche
"Betreten für Unbefugte verboten"
Die staatlichen Fischteichanlagen
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 3.1. bis 20.12.1984
 

Das Marmorkreuz in der Blockhauskirche und andere Zeichen mahnen zu Frieden und Versöhnung

Rolf von der Dovenmühle

Mit kleinen Feldsteinen von dem Acker eines Bauern aus der Nachbarschaft ist der Weg zur Kirche gepflastert. Es ist kein glatter Weg, vielleicht sogar ein holperiger Weg für manche Blockhausbesucher, die sonst selten eine Kirche besuchen.

ein holperiger Weg
... ein holperiger Weg
(Foto: Hans Raderschatt)

Auf dem Rasen vor der Kirche blühen den Sommer über in diesem Jahr wilde Margeriten und wilder Klatschmohn, dazwischen kleingebliebene Sonnenblumen und blühender Klee. (Ein freundliches Geschenk der Genossenschaft Bissel). Schmetterlinge, Libellen und Hummeln fliegen die Blüten an. An der linken Seite des Weges haben sich die Fingerhüte so stark vermehrt, daß sie im nächsten Frühjahr einen Blütenteppich bilden. Vor der Kirche haben sich dazu noch Malven vermehrt.

Das sieht der Gottesdienstbesucher auf dem Weg zum Gottesdienst. Wer sich über die Blumen gefreut, den holperigen Weg hingenommen hat und dann die Kirche betritt, ahnt nicht, daß er hier an dramatische Augenblicke der jüngeren Vergangenheit unseres Volkes erinnert wird. Augenblicke, die nicht vergessen werden sollten. Tore, Bänke, Altarleuchten und ein Marmorkreuz halten Erinnerungen wach.

Als die Blockhauskirche noch in Steinfeld, südlich von Vechta stand, hatte die Gemeinde sich auch einen Glockenturm geleistet. Unten war ein Gedenkraum für die Toten und Gefallenen des letzten Krieges, wie für Angehörige und Freunde, die während der Flucht umgekommen waren. Zur Erinnerung daran haben wir die beiden schmiedeeisernen Tore vor diesem Gedenkenraum im linken Eingang zur Kirche aufgestellt.

Torflügel am ursprünglichen Standort
Die beiden Torflügel finden einen neuen Platz an der Blockhauskirche
(Foto: Gemeinde Steinfeld)

Wenn wir nun in die Kirche eintreten, fallen die lederbezogenen Bänke auf. Sie sind ein Geschenk der Deutschen Dampfschiffahrtsgesellschaft "Hansa", die 1980 aufgeben mußte. Dieses geschah ein Jahr vor dem einhundertjährigen Bestehen. Auf diesen Bänken saßen die Kapitäne und warteten darauf, ihren Reisebericht beim Vorstand abzugeben. Die Hansa-Linie war eine der größten Frachtdampfreedereien der Welt. Bis zum Anfang des Krieges fuhr ich auf den Schiffen dieser Reederei. Der Direktor H. C. Helms unterstützte die Arbeit im Blockhaus großzügig.

Pastor Richter berichtet über die Altar-Leuchter:
"Die Altar-Leuchter stammen aus der Aegidius-Kirche in Berne. Dort standen sie von 1948 bis 1979 auf einem Seitenaltar, neben dem sich in einer Nische ein Buch mit den Namen aller im letzten Kriege Umgekommenen aus Berne und aus den Flüchtlingsfamilien befand. An diesem Altar wurden bis etwa 1972 an jedem ersten Sonntag im Monat die Namen derjenigen Toten verlesen, die in dem betreffenden Monat Geburtstag hatten.

Als kaum noch Angehörige zu diesen Namensverlesungen kamen, wurde der Brauch eingestellt. 1979 wurde das Innere der Kirche umgestaltet. Der Seitenaltar wurde aufgegeben, das Gedenkbuch erhielt einen neuen Platz.

Die Kirchengemeinde Berne freut sich darüber, daß ihre Leuchter nun im Blockhaus einen guten Zweck erfüllen und auf ihre Weise an den Frieden erinnern, zu dem Gott uns ständig ruft."

Auf dem Altar steht ein kleines Kreuz aus Marmor, daß mich auch heute noch mit Pastor Edmund Haake verbindet. Frau Haake schenkte es mir zur Erinnerung.

Vor dem Marmorkreuz in der Blockhauskirche gedenken wir der Toten aller Kriege, wir beten für Frieden und Versöhnung in der Welt.

Das Altarbild in der Blockhauskirche
Das Altarbild in der Blockhauskirche
(Foto: Christopher Kuhlmann)
neues Foto (H.Harder)
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