Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1984: Blockhausbrief Nr. 28

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Gedanken zur Zeit - Gedanken eines Blockhausgastes
Predigt am 19.8.1984
Erinnerungen - Wiederannäherung an das Blockhaus
Predigt zu Lukas 19, 1-10
Psalm einer Pusteblume
Ein (letztes?) Wiedersehen mit Blockhaus Ahlhorn
Texte von "Kippenbergern"
Brief von H. Kiausch
Jahresablauf in der Teichwirtschaft
Ein Blick hinter die Kulissen
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 5.1.1983 bis 18.12.1983
Werdegang eines Chorsängers
 

Zum Geleit

Oberstudiendirektor H. Helms war 1950 mit Abiturienten im Blockhaus. Er bot für das Abitur unter anderem das Thema "Prospekt für das Blockhaus" an. Ein Schüler namens August Ohage aus Oldenburg schrieb in seinem Aufsatz:

"Fern von der Heerstraße, jedoch so, daß Du erst einmal alleine wandern mußt, liegt dort, wo Baumweg und das Tal der Lethe sich berühren, am Wasser zwischen Wald und Heide, das Blockhaus.

Ein schmaler Damm zwischen zwei Teichen wird breiter und gibt Raum für drei aus abgeschälten Kiefernstämmen fest gefügte Häuser, von niedrigem Gebüsch und hochragenden Kiefern rings umstanden. Hier wirst Du ganz unmerklich Dich zu Hause fühlen, von hier aus wirst Du bald durch Wald und Heide streifen, von hier wird Dich Dein Boot zu anderen Ufern tragen.

Du kommst aus Deiner Stadt, wo sich das Leben dieser Zeit, Menschen und Mächte ohne Erbarmen auf Dich stürzen, ohne zu fragen, ob es Dir willkommen sei, hier aber wartet alles stumm auf Dich: das milde Licht im Buchenwald, die schlanken weißen Birken an den Wegen, der Dom von hohen Kiefern, die wunderlichen Hainbuchen und Eichen, die der Märchenwald verzaubert, die Lichtung und das Dickicht, und alles dieses schweigt. Du magst es finden und weitergehen, doch kommt es nur zu Dir, wenn Du Dich ihm öffnest.

Im Blockhaus triffst Du dann auf Menschen, die dasselbe suchen wie Du hier. Gibt nicht das allein schon die Gewißheit, daß Dir dieses Haus ein Heim sein wird? Das ganze Jahr hindurch sind seine Tore offen, im Frühling, wenn das Eis der Teiche schmilzt, im Sommer, wo die Glut der Sonne das Licht über der Heide in hellflimmernde Schichten legt, und auch im Herbst, wenn Nebel nach der Landschaft greifen; schließlich im Winter, wo der Kamin die Menschen um sich sammelt; stets wirst Du mit Freuden draußen auf den langen Wegen wandern; viele sind es, ein jeder führt Dich zu Dir selbst."

Warum setze ich diese Ausführungen an den Anfang? Auch in diesem Heft wird oft von der Vergangenheit im Blockhaus die Rede sein. Hier drückt ein junger Mensch in Worten aus, was er damals empfand, als er 1950 im Blockhaus war.

Vor 30 Jahren starb der Oberkirchenrat und Bundestagspräsident Dr. Hermann Ehlers. An manchem Sonntag kam er mit seiner Frau ins Blockhaus. Er unterstützte und förderte alle ersten Versuche des Aufbaus. Wenn wir manchmal dabei über das Ziel hinausgingen, zeigte er Verständnis. Auf langen Spaziergängen durch das Fischteichgebiet sprach er mit mir über die Zukunft unseres neuen Staates und auch über seine Pläne. Einige Tage vor seinem Tod fuhr er noch nach Hannover, um sich als Gegenkandidat gegen Hinrich Kopf als Ministerpräsident aufstellen zu lassen. Er war der Meinung, auf diesem Wege über die Wahl zum Ministerpräsidenten von Niedersachsen mehr Einfluß auf die Politik in Bonn nehmen zu können. Schade, das wäre für uns alle eine Chance gewesen. Seine weitreichenden Pläne kamen durch seinen frühen Tod nicht zur Auswirkung, trotzdem hat er sehr viel erreicht. Wenn wir heute an ihn denken, tun wir das mit einem Gefühl des Dankes in unserem Herzen.

Wir danken allen Freunden und Förderern für die Monatsbeiträge und Spenden.


Nun werden wir sicher bald eine kleine Orgel einbauen. Die Orgel, die der Architekt Otto Bartning, der unsere Kirche gebaut hat, empfahl, kostete 1949 fast 5.000,- DM. So eine Orgel schwebt uns vor.

Seehauskeller
Seehauskeller: Vor dem Kamin
Foto: Hans Raderschatt

Den Seehauskeller haben wir so einrichten können, daß Erwachsene und Jugendliche sich darin gern aufhalten. Auch neue Bilder wird der Besucher vorfinden: Ein Bild eines Großsteingrabes, das Karl Michaelsen der Nachwelt so hergerichtet hat, wie es vor tausenden von Jahren ausgesehen haben mag, und Schäfer Behrens aus Bissel mit seinen Schafen. An den Wänden haben wir Wagenteile eines Kutschwagens und eines Ackerwagens angebracht. Dazu paßt dann wohl auch das Bild vom letzten Großherzog Friedrich August von Oldenburg neben dem Kamin.

Seehauskeller - so nennen wir diesen Raum bisher. Wer weiß einen besseren Namen vorzuschlagen?

Theke im Seehauskeller
An der selbstgebauten Theke
Foto: Hans Raderschatt

Es blieb dann auch noch Geld übrig, um den Hof weiterzupflastern bis zum Wiesenhaus hin.

Und nun zum Inhalt des Blockhausbriefes: Im ersten Beitrag dieses Heftes macht sich Pastor Otto Bunnemann Gedanken über die Zukunft der Erde.

Oberkirchenrat Dr. Michael Trensky hielt hier einen Gottesdienst anläßlich des 70. Geburtstages seines Vaters. Den Bericht "Erinnerungen", ein Vergleich zwischen früher und heute im. Blockhaus, hat er uns mit der Predigt geschickt.

Frau Sonja Latusseck, die schon als Zwölfjährige im Blockhaus eine Sommerfreizeit verlebte, hielt einen Gottesdienst mit der nachfolgenden Predigt.

Dr. Werner Schulte aus Neheim-Hüsten, ehemaliger Lehrer des dortigen Gymnasiums, hat uns nach vielen Jahren wieder besucht. Er war ein Wochenende unser Gast. Lesen Sie selbst, was er uns mitteilt.

Der Kunsterzieher Hans Popp vom Kippenberg-Gymnasium in Bremen begleitete junge Künstler, die bei uns musische Wochen verbrachten. Ein Brief von ihm aus dem Jahre 1967 erinnert an die Aufenthalte der Schüler des Kippenberg Gymnasiums.

Oberkirchenrat iR. Helmut Kiausch schrieb mir einen Brief, den ich gern abdrucke.

Im Laufe der Jahre haben wir schon mehrere Male über die Teichwirtschaft und über die Fischzucht berichtet. Herr Bernd Tabeling von der Staatlichen Teichwirtschaft Ahlhorn erzählt, was es im Laufe des Jahres zu tun gibt.

Wie man manchmal über 200 "Verpflegungsteilnehmer" im Heim zufriedenstellt, darüber ist noch nie in einem der Blockhausbriefe geschrieben worden. Frau Ingrid Ahlers, die Hauswirtschaftsleiterin in der Blockhausküche, berichtet in dem Beitrag "Ein Blick hinter die Kulissen", was alles im Laufe des Tages bedacht werden muß.

Unterhalb der Jungenburg, am Weg zum Blockhaus, steht ein Feldstein. Ein junger Mann, der gerade seine Steinmetzlehre beendet hat, meißelte zwei Namen ein: H. Bulert und J. Keimer. Hans Bulert plante die Teichwirtschaft mit, und Julius Keimer verwirklichte die Pläne. Ihm verdanken wir die zauberhafte Landschaft. Ihre Namen stehen stellvertretend in dankbarer Erinnerung an die vielen ungenannten Helfer. Die Anhöhe, auf der die Jungenburg steht, sollte Bulertsberg heißen. Das war der Wunsch des verstorbenen Landforstmeisters Willms. Hans Bulert fiel 1915 in Frankreich.

Wenn man von Norden her über dem Damm sich dem Blockhaus nähert, geschieht etwas Ungewöhnliches: Man verläßt die alltägliche Welt und taucht in den Zauber einer fast unberührten Landschaft ein. Dasselbe geschieht, wenn einer eine größere Seereise antritt, auch dann läßt er alles hinter sich. Er fühlt sich freier und ungebundener; er meint, was draußen gilt, habe hier keine Bedeutung.

Möge uns und denen, die hier Entspannung suchen, diese Insel des Friedens erhalten bleiben.

Fröhliche Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr
wünschen Ihnen aus Ihrem Blockhaus

Ihre Isolde und Rolf von der Dovenmühle


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