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Malpause am Helenensee Foto: R. GramatzkiAus einem Brief von H. PoppBremen, 24. 10. 1967 "Müsset im Naturbetrachten immer eins wie alles achten: Nichts ist drinnen, nichts ist draußen; Denn was innen, das ist außen. So ergreifet ohne Säumnis Heilig öffentlich Geheimnis" (Goethe) Ahlhorn - nicht das Dorf, das im Kreuzpunkt der Landstraßen dem Spektakel des Überlandverkehrs ausgeliefert ist, sondern das Blockhaus ist unser Ahlhorn, die Waldinsel der Stille, wo uns mit Zeichenstift und Malkasten die Zwiesprache mit der Natur echte conditia sine qua non bleibt. - Hier in dieser Baum- und Teichlandschaft werden wir wieder ein Stück Natur im Raume der Natur. Da ist die Luft inspirierend. Mit feinem Strich auf dem Zeichenbogen verwandelt der Schüler die betrachtete Natur in schwarze oder farbige Spuren des geheimnisvoll Wachsens und Gewachsenen, - formuliert er seine Zeichen. - "Wär' nicht das Auge sonnenhaft, wie könnten wir das Licht erblicken?" (Goethe) So arbeitet das achtende Auge im Studium der Natur beim Zeichnen und Malen entlang an den unerschöpflichen Formen und Quellen. "Aber das Zufällige muß verwesentlicht werden." (Klee) Das zunächst Chaotische muß der Schüler klären, und er begreift, daß die bildnerische Form sich nur mit Geduld und Konzentration in atemloser Stille -, vielleicht unter einem Vogelruf oder einem Flöten- und Geigenklang seiner Kameraden vom Blockhaus herüber - aus der realistischen Natur durch mühseliges Beobachten, Denken und Ahnen "herausreißen" (Dürer) läßt. Dieses in der Arbeit entstehende Erlebnis der Naturbegegnung aber geschieht unter einem besonderen Stern: nämlich inmitten menschlicher Geborgenheit und echter Freiheit, die uns die Blockhauseltern gewähren und schenken. H. Popp Dies "unser" Ahlhorn, in dem musikalisches, künstlerisches und literarisches, kreatives Tun junger Menschen bestens gedeihen kann - es existiert heute noch. 1962 war ich als ganz junger Referendar unter dem verehrten Herrn Popp hier zum ersten Mal mit der Musischen Woche des Kippenberg-Gymnasiums aus Bremen. Die damals gewonnenen Erfahrungen und Erlebnisse waren der Ausgangspunkt, daß das Gymnasium an der Hermann-Böse-Str. aus Bremen seine Musischen Wochen seit 1965 in fast ununterbrochener Reihenfolge auf der "Waldinsel der Stille" abgehalten hat. Generationen von Mädchen und Jungen sind dadurch mit geprägt worden und bewahren das Blockhaus in dankbarer Erinnerung, die sich in der ständigen Teilnahme ehemaliger Schüler an den Veranstaltungen dort wiederspiegelt. Rolf Gramatzki |
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