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Singefreizeit im Blockhaus Ahlhorn 24./25. April 1948Ott-Heinrich Stobbe Der Zug sollte um 13.33 Uhr abfahren Als ich um 10 Minuten nach 13 Uhr auf den Bahnsteig kam, war er schon ziemlich voll. Ich kletterte zu Hermann Fuchs auf eine Plattform und nahm den Stehplatz in der frischen Luft lieber als den im muffigen Abteil. Etwa um 15 Uhr kamen wir in Ahlhorn an. Wir begrüßten einander und zogen los: Fritz Köhler, Brigitte Wruck und ich. Wir hatten unser Gepäck auf einen Baum gehängt und trugen es daran. Mit fröhlichem Plaudern zogen wir durch den herrlichen Wald und langten gegen 17 Uhr an. Das Blockhaus liegt sehr schön zwischen den Fischteichen. Wir wurden herzlich aufgenommen. Das Essen am Abend bestand aus Kartoffelsalat und Käseschnitten. Wir sangen von 20 - 22 Uhr und gingen dann an den Teich, hörten die Losung der kommenden Woche und sangen unsere Abendlieder. Nach dem Abendgebet ging es ins Bett. Wir lernten: Dona nobis pacem (Kanon), Lied: Ein Feuer habt ihr entzündet; 3 stimmig: Hinunter ist der Sonnenschein; In dir ist Freude und den Kanon "Danket, danket dem Herrn". Unsere Leitung besteht aus Pastor Stähler, Schwester Erika (Osternburg), Schwester Ellen (Krusenbusch) und Frl. Penner (Kreyenbrück). Am Sonntag standen Fritz und ich um 1/4 nach 6 auf, wuschen uns schnell und zogen uns an. Dann begann ein Morgenwaldlauf um 2 große Teiche, der uns erwärmte. Nach unserer Rückkehr wurde von Pastor Stähler zum Wecken geblasen. Die Stunde bis zum Frühstück fuhren wir mit dem Boot auf den Teichen. Auch nach dem Frühstück vertrieben wir uns damit die Zeit. Um 10 Uhr war für uns alle ein Gottesdienst, den Landesjugendpfarrer Götz Maltusch hielt. Nun wurde ein schöner Spaziergang gemacht, bei dem es ums Schätzen der Breite eines Grabens gegenüber vom Blockhaus ging. Hermann Fuchs sprang, verfehlte knapp das Ufer und lag genau von Ufer zu Ufer quer über dem Graben auf dem Rücken im Wasser. Da Hermann etwa 2 m groß war, hatten wir ziemlich genau die Breite des Grabens "gemessen". Zu Mittag gab es Feldbohnensuppe mit Kartoffeln und Fleisch darin. Um 14 Uhr sollte das Singen wieder beginnen. Mit einigen anderen sprang ich ins Boot und wir fuhren auf die Mitte des Teichs hinaus, zogen die Ruder ein und, in der Sonne liegend, erzählten wir einander. Diese Mittagsstunde auf dem See war mit die schönste dieses Tages. Nachmittags fand noch das Singen und Kaffeetrinken statt. Oberkirchenrat Dr. Ehlers und ein Gast aus Stuttgart sprachen ein paar Worte zu uns. Dann ging es, leider, schon los. Um 20 Uhr in Oldenburg angekommen, brachten wir noch Pastor Wilkens in Osternburg ein Geburtstagsständchen und verabschiedeten uns dann fröhlich. Diese beiden Tage gaben mir viel Kraft. Gott wird mich auch weiterhin leiten. Dank den Kameraden und Führern, es war alles in allem: herrlich! |
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