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Kurzbeiträge von Gästen
zwischen dem 1.1. und 31.12.1982
Konfirmanden, Rastede-Hahn / P. Appelstiel
(57 Teilnehmer, 13.1-17.1.)
Konfirmanden aus Hahn-Lehmden sowie Helfer und unser Pastor Appelstiel - in dieser Zusammensetzung waren wir mal wieder in Ahlhorn.
Sinn der Ahlhornfahrt: Die Konfirmanden sollen u.a. alle einen Beitrag für den Vorstellungsgottesdienst ausarbeiten. Ankunft: Mittwoch nachmittags. Wir kommen gerade richtig zum Kaffee bzw. Tee. Nach der Zimmerverteilung geht's ab zum Geländemarsch, querfeldein, über Stock und Stein und mit Vorliebe über Gräben. Daß jemand ins Wasser fällt, ist meistens (zur Belustigung der Nichtbetroffenen) nicht vermeidbar! Ziemlich müde kommen wir wieder. Kleine Erkundungstouren finden statt: Wer schläft wo?
Nach dem Abendbrot wird der Kiosk gestürmt: Der Herr Pastor ist schon anwesend und klopft Skat. Abends wird ein Film angesehen, anschließend eine Besprechung. Großes Erstaunen an diesem Abend bei Pastor und Helfern: Die Konfirmanden sind tatsächlich zur festgesetzten Zeit ruhig!
Donnerstag, morgens um 7.50 Uhr poltert Pastor Appelstiel durch die Flure: "Guten Morgen! Aufstehen!" Die Horde erwacht zum Leben.
Nach dem Frühstück geht es los mit der Gruppenarbeit: Texte lesen, Collagen anfertigen und Fragen beantworten. In der Mittagspause: Geländespiel. Ein paar Helfer haben sich alle möglichen und unmöglichen Schikanen ausgedacht. Weiter geht's mit der Gruppenarbeit. Abends noch ein Film, Lieder und Spiele. Am nächsten Tag fast der gleiche Ablauf. Am Abend werden die Arbeitsergebnisse der Gruppenarbeit begutachtet.
Anschließend wird es spannend: Unser Pastor erzählt eine Gruselgeschichte vorm Kamin.
Am Samstag das gleiche wie sonst: Gruppenarbeit, Geländespiel und auch viel Spaß zwischendurch.
Dann kommt der bunte Abend. Viel Spiele, Blödsinn und Gesang.
Sonntagmorgen ist Gottesdienst, zum ersten Mal sind wir in der neuen Kirche! Anschließend Zimmer blitzblank aufräumen. Gleich nach dem Mittagessen kommt der Bus. Schade, daß die Zeit schon vorbei ist. Aber einige kommen bestimmt im nächsten Jahr als Helfer wieder!(Regina Makrickas)
Soldatenfamilien, Oldenburg 1 / P. Bunnemann
(73 Teilnehmer, 5.2.- 7.2.)
An diesem Wochenende hatten wir drei Referenten zu Gast, welche sich intensiv mit den Ängsten ihrer Mitmenschen auseinandersetzten Wir hatten das Glück, die Gründer und die Leiter der Oldenburger Telefonseelsorge im Blockhaus Ahlhorn kennenzulernen und mit ihnen zu diskutieren.
Das Ehepaar Dierken arbeitet mit mehreren Mitarbeitern, rund um die Uhr, an diesem verantwortungsvollen Nebenberuf mit. Durch seinen Beruf wird Herr Dierken, er ist Pastor in der Kirchengemeinde Eversten (ein Stadtteil von Oldenburg), oft mit den Ängsten seiner Mitmenschen konfrontiert. Beide befassen sich mit der Tiefenpsychologie.
Als weiteren Referenten hatten wir den Diplom-Ingenieur Raue zu Gast. Herr Raue hatte sich mit den Begriffen Mut, Tapferkeit und Angst auseinandergesetzt und seine Gedanken zu Papier gebracht. Sein Referat stimmte uns sehr nachdenklich. Reden wir alle vom "Gleichen" bei der Benutzung dieser Wörter?
In einem offenen Gespräch mit dem Ehepaar Dierken hielten wir einige für uns Teilnehmer wichtige Alltags- und auch lebensbedrohende Ängste fest und versuchten diese zu deuten. Was verstehen wir eigentliche unter den lebensbedrohenden Ängsten? Das kann für den einen die Angst vor der Zukunft, Familie, Umwelt usw. sein. Die Intensität dieser Ängste ist abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit des Menschen
Eine Musterlösung oder ein Patentrezept für die Bewältigung der Angst gibt es nicht. Ich glaube auch nicht, daß dies erwartet wurde.
Damit die Referate und die sich anschließenden Diskussionen in Ruhe abgehalten werden konnten, wurden unsere Kinder während dieser Zeit von Kindergärtnerinnen betreut. Unerwartet wurden wir am Samstagnachmittag von einem Kinderkarnevalsumzug überrascht. Unter Anleitung der Kindergärtnerinnen hatten die Kinder die Gelegenheit, ihre selbst hergestellten und zum Teil sehr abenteuerlichen Kostüme vorzuführen
Pastor Bunnemann hat das Talent und die Fähigkeit, jeden einzelnen anzusprechen und zu einem fröhlichen Mitmachen zu motivieren.
Anhand einer eindrucksvoll vertonten Dia-Serie konnten wir seine Expedition ins Himalayagebirge nachvollziehen.
Für die musikalische Untermalung des gemeinsamen Kaminabends sorgte ebenfalls Pastor O. Bunnemann. Nicht vergessen werden darf das Organisationsvermögen seines Pfarrhelfers H. Kurowski, er sorgte für den reibungslosen Ablauf an diesem Wochenende. (P. Vondran, Oberfeldwebel)
Familienbildungsurlaub / Herr Brombach
(47 Teilnehmer, 2. 4.- 6. 4.)
Seminar im Blockhaus Ahlhorn
Wir kamen an. Schön, die Einöde gefiel uns, der harmonische Gebäudekomplex, die freundliche Begrüßung durch den Seminarleiter gleich im Innenhof, die freundlichen Betreuerinnen für unsere Kinder, die adretten Zimmer, das schöne Essen, Klasse! Abends im Ankerkeller dann der Start, Gemeinschaft zu schaffen. Wie schnell war wechselseitig Anteilnahme an den "zur Person abgegebenen Informationen" da, wie angerührt waren wir von dieser oder jener Schilderung, und wie schnell war der Wunsch da, dem anderen etwas Helfendes zu sagen. Dieses Grundgefühl zog sich wie ein roter Faden durch alle gemeinsam verlebten Tage.
Das Referat am nächsten Tag, von einem Geistlichen gehalten, gab uns Aufschluß über Zusammenhänge zwischen Bibeltexten, die eheliche Gemeinschaft betreffen, und der Entwicklung der Familie bis zum heutigen Tage. Schnell wurden abweichen vom Thema persönliche Bemerkungen laut. Doch bei Fragen, auf die es kein eindeutige Antwort gibt, erregen sich die Gemüter am meisten. Proteste und offen gebildete Fragen blieben zurück. Trotzdem, Antworten werden vielleicht später gefunden und Auflehnung wird vielleicht verstummen und vielleicht führen die Denkanstöße hin und her in eine positive Richtung.
Wie schön war die Schnitzeljagd am Nachmittag! Abends hörte man Gesprächsfetzen von den Kindern: "Hier fahren wir immer wieder hin". "Schade daß wir schon bald wieder wegmüssen" und von den Erwachsenen: "Tut das einmal gut, von zu Hause abzuschalten." "Wie schön, mal alles vorgesetzt zu bekommen."
Am nächsten Tag wurde uns ein Papier mit der Frage nach unseren Zielen vorgelegt - schon abgefaßt nach bestimmten Gesichtspunkten. Es kam in kleinen Gruppen, die wir gebildet hatten, gleich zu sehr angeregten Gesprächen Wir wurden ganz aufgerüttelt durch die Fülle von Gedanken, die wir uns wechselseitig entgegen brachten. Eine lange, lange Liste von Zielvorstellungen - seelisch/geistige wie materielle Inhalte wurden zusammengetragen. Der Appell des Dozenten an unsere Verantwortlichkeit und unsere eigenen Kräfte war Trost und Aufforderung zugleich. Wie wohl fühlten wir uns am Abend, nachdem wir uns ein wenig in der warmen Sonne entspannt hatten.
Die Gruppe fand sich wieder im Ankerkeller ein. Es war wohl nicht die große Harmonie, die wir alle zusammen erlebten, aber gemütlich war es doch.
Am nächsten Tag sind wir mit unserem Seminarleiter noch einmal auf das Grundthema des Seminars eingegangen. Persönliche Probleme, z.B. wie kann ich Ängste abbauen, bildeten bald wieder den Mittelpunkt. Die Bemühungen unseres Leiters, alle zu erreichen, alle zum Sprechen zu bringen, hatten Erfolg. Viele Gedanken von den Teilnehmern wurden eingebracht und schön war es, daß die Beiträge so persönlich und offen waren. Wie schon an den Tagen vorher war ein Gefühl von Solidarität da und ein starker Eindruck, nicht allein dazustehen.
Der Nachmittag war lustig. Tolle Spielchen nach dem Vorbild "Spiel ohne Grenzen" wurden durchgeführt. Groß und Klein waren zusammen, und das gemeinsame Tun im Spiel war wohl ein besonderes Erlebnis für uns.
Der nächste Tag brachte nicht mehr viel Zeit für uns in der Ahlhorner Heide. Ein abschließender gemeinsamer Spaziergang, nach dessen Ende wir alle auf einem Fleck versammelt blieben und miteinander redeten, als müßten wir etwas festhalten, war vielleicht symbolisch dafür, daß wir eigentlich gar nicht auseinandergehen wollten. Doch dann hieß es Abschied nehmen von ein paar inhaltsreichen Tagen, die in vieler Hinsicht eine Bereicherung waren. (Ingrid Elend)
Spätabends auf dem Helenenteich
Drei lampiongeschmückte Ruderboote mit Schülern der Klasse 5c/Gymnasium Hamburger Straße aus Bremen auf dem Helenenteich spätabends im Juni.
Ein Schüler spielt im Boot eine Sonate von Loeillet de Gant auf der Querflöte.
Ein einmaliges Erlebnis für 36 Schüler.
Lebenshilfe, Burgdorf / Frau von Bodenhausen
(42 Teilnehmer, 13.7-23.7.)
Eine Gruppe erwachsener geistig Behinderter mit einigen Eltern und Betreuern startete nun schon zum 5. Mal zu einer 1 0-tägigen Ferienfreizeit zum Blockhaus Ahlhorn. Diese Ferienmaßnahmen werden von einer Elternarbeitsgemeinschaft und Mitarbeitern der Lebenshilfe Burgdorf ehrenamtlich organisiert und durchgeführt. Sie gehören inzwischen zum festen Programm der Freizeitveranstaltungen, die die Arbeitsgemeinschaft im Jahr durchführt und man kann wohl sagen, daß diese 10 Tage zu den Höhepunkten zahlen Die Teilnehmer arbeiten vorwiegend in einer Werkstatt für Behinderte in Burgdorf. Sie freuen sich schon das ganze Jahr auf diese Ferientage. In der schönen und friedlichen Landschaft mit den vielen Abwechslungen, allem voran das Rudern, aber auch Wandern, Baden, Fußballspielen Oder nur das Klönen auf den Bänken am Bootssteg, fühlen sich die Gäste sofort heimisch. Nach kurzer Zeit werden dann auch schon die ersten Kontakte mit den anderen Gruppen angeknüpft. Es ist für die behinderten Menschen so wichtig zu spüren, hier werde ich angenommen wie ich bin, denn allzuoft müssen sie es erleben, daß sie von den Mitmenschen abgelehnt werden. In der unbeschwerten Atmosphäre des Blockhauses werden die störenden Barrieren schnell überwunden, und sie können und dürfen mit allen fröhlich sein. Der gemeinsame sonntägliche Gottesdienst in der neuen Kirche trägt nicht unwesentlich zur Vertiefung des gegenseitigen Verstehens bei. Für manchen Teilnehmer ist gerade dieser Gottesdienst das beeindruckendste Erlebnis der Ferientage. Die Hilfsbereitschaft untereinander ist dann immer besonders groß, und alle genießen die Tage in der friedlichen Umgegend.
Wenn es Abschiednehmen heißt, fließen nicht selten Tränen und die Bitte, doch im nächsten Jahr wieder dabeisein zu dürfen, ist für die Organisatoren der schönste Dank. Der Leitung und dem Personal des Blockhauses gilt es aber auch für das Verständnis und die hervorragende Fürsorge zu danken. (Brigitte von Bodenhausen)
Zeichnung Dieter Baumgart, Sommer 1982
Ev. Kinderfreizeit, Lennep / Frau Klein, Frau Latusseck
(21 Teilnehmer, 19.7.-1.8.)
"Hier in Ahlhorn ist es lustig,
ja in Ahlhorn ist es schön,
und die Kinder und die Leiter
wollen nicht nach Hause gehn.
lautet eine Strophe, die von den Ahlhorn-Teilnehmern während eines Botschaftenspiels gedichtet wurde.
Bei unserer Ankunft im Blockhaus lachte uns die Sonne schon entgegen, und nicht nur Sonnenwärme war vorhanden. Während der vierzehn Tage war Wärme und Gemeinschaft untereinander zu spüren, manchmal auch eine "heitere bis bewölkte Stimmung", welche meist nicht lange anhielt.
An diesem Punkt möchte ich etwas über das Mitarbeiterteam schreiben Obwohl wir ein "bunter" Kreis waren, spürte ich eine tolle Gemeinschaft, Offenheit und Zusammenarbeit untereinander Es gab auch Konflikte - doch dies gehört auch zu einem Miteinander und ist die einzige Möglichkeit Klarheit zu schaffen. Ich kann von uns sagen, daß wir gemeinsam mit den Teilnehmern eine glückliche Zeit in Ahlhorn verlebt haben.
Die Tage begannen mit dem Wecken. Nach dem Frühstück fanden Programmangebote oder Gruppenangebote statt, welche sich in den verschiedensten Formen über das Abendbrot hinauszogen.
Bei dem Wort "Essen" ist zu erwähnen, daß wir einen erstaunlichen Appetit entwickelten, wenn ich nicht gar behaupten möchte: wir waren verfressen! (Kein Wunder bei der guten Küche in Ahlhorn.) Trotz des Verzehrens von größeren Mengen standen die gemeinsamen Aktivitäten im Vordergrund. Wir gingen spazieren, grillten abends, bemalten Kronkorken, bastelten, töpferten, veranstalteten eine Bootswettfahrt, eine Nachtwanderung ein Tischtennisturnier, Fußballspiele (danach hatten einige, unter anderem auch ich, eine beachtliche Anzahl von blauen Flecken) und vieles mehr. Nicht zu vergessen ist das Baden, die freie Zeit und das Arbeiten am Thema. Das Thema der Freizeit lautete: "Wie der Angst die Luft ausgeht...", was von den 17 Kindern und 4 Mitarbeitern praktiziert wurde. Bevor die Luft ausgehen konnte, mußten wir erst einmal unsere Ängste sammeln. Ein Angstbaum wurde hergestellt, und gemeinsam versuchten wir in Pantomimen, in Rollenspielen, in Gesprächen, auf Collagen und mit Masken, Angst auszudrücken. Am Ende stand ein gemeinsam vorbereiteter Gottesdienst, in dem verdeutlicht wurde, daß wir gemeinsam die Angst verlieren können:
"Ich habe Angst im Dunkeln, vor der Einsamkeit, vor. . ., doch da kommt ein Freund, vielleicht meine Mutter oder mein Bruder - ein Mensch, der mich lieb hat und den ich lieb habe - und sagt: "Ich bin bei dir, du bist nicht alleine!"
Nach diesem Einblick in die Freizeit, möchte ich hier noch persönlich etwas über die Freizeit schreiben:
In Ahlhorn erlebte ich eine Zusammengehörigkeit wie ich sie nicht erwartet hatte. Die jüngeren und älteren Teilnehmer und die Mitarbeiter verbrachten die Zeit in Ahlhorn wie eine große Familie. Ich habe mich im Blockhaus sehr wohl gefühlt! Die Freizeit hat mir sehr viel gebracht, was die Praxis von Freizeiten und mich ganz persönlich betrifft. (Andrea Quaß)
Treffen Anonymer Alkoholiker / Herr Raderschatt
(78 Teilnehmer, 6.8.- 8.8.)
"Leben lernen" - mit Pastor Peter Ramsauer -
so lautete das Thema unseres ersten Wochenend-Seminars im BLOCKHAUS AHLHORN am 6., 7. und 8. August 1982.
Da fragt sich mancher sicherlich: Wieso müssen achtzig - so viele waren wir -ausgewachsene Menschen "leben lernen" - die leben doch schon! Hier ist die Erklärung: unsere Gemeinschaft setzt sich zusammen aus trockenen Alkoholikern, ihren Partnern und ihren Kindern, die alle einer Selbsthilfegruppe (AA = Anonyme Alkoholiker, AL-ANON = Angehörigen-Gruppe der AA, AL-ATEEN = Jugendgruppe/Kinder von Abhängigen) angehören, um auf diese Weise eine Basis für ein zufriedenes trockenes Leben zu finden. Zum Thema Alkoholismus sei hier nur soviel gesagt: die Krankheit Alkoholismus kann lediglich zum Stillstand gebracht werden, in keinem Fall geheilt, und das bedeutet, daß der Alkoholiker - und mit ihm sein Umfeld - mit dieser Tatsache "leben lernen" muß - und damit schließt sich der Kreis.
Austausch von Erfahrungen - aufeinander zugehen lernen - Ängste erkennen und abbauen - Vertrauen entwickeln - Gespräche über den Glauben -das alles umfaßte unser Arbeitsprogramm an diesem Wochenende im idyllischen Blockhaus. Dazwischen Pausen, die - dank des schönen und warmen Wetters - ausgefüllt waren mit Schwimmen - Rudern - Spaziergängen - Fotos "schießen" oder einfach nur die Natur, die Stille, genießen. Morgendlicher Waldlauf, anschließende Andacht in der zauberhaften, von Frieden erfüllten Blockhaus-Kirche - es paßte alles hinein in dieses Wochenende. Unterstützt von der nahrhaften guten Verpflegung - oder hatten wir alle nur so einen Heißhunger, weil wir uns wie glückliche Kinder fühlten, an langen Tischen unkompliziert und fröhlich - wurde dieses Seminar für uns alle zu einer "runden Sache".
Als uns dann noch die Heimleitung - hier noch einmal unseren Dank an Isolde und Rolf von der Dovenmühle - das Gefühl übermittelte, herzlich willkommene Gäste zu sein, fiel der Abschied tränenreich aus, geprägt jedoch von der Vorfreude auf das nächste Jahr, denn den Termin für 1983 haben wir dann selbstverständlich an Ort und Stelle fest vereinbart.
So gab es dann keine Trennung, sondern ein - AUF WIEDERSEHEN. H.P.
Musische Woche, Bremen / Herr Linke
(69 Teilnehmer, 6.9-10.9.)
Erinnerungen an Ahlhorn
Schon kurz hinter Ahlhorn, wenn man die Bundesautobahn überquert hat, ändert sich das Landschaftsbild: aus dem norddeutschen Tiefland geht es direkt in den Wald. die ersten Fischteiche tauchen auf, man wähnt sich plötzlich irgendwo in Skandinavien, mitten in der finnischen Seenplatte. Und in dieser idyllischen Gegend liegt das Blockhaus, in dem wir in den letzten Jahren zu Gast sein durften.
Wir, das ist eine Schüler/Lehrer-Gruppe aus Bremen-Vegesack, die einmal jährlich für eine Woche nach Ahlhorn kommt, um dort zu musizieren und Theater (Laienspiel) zu proben.
Jedesmal kommen wir hektisch an. Schulstreß, Organisation der Fahrt, das Verfrachten der Instrumente, die Angst davor, Textbücher, Noten, Bettzeug oder gar das Taschengeld vergessen zu haben, all das trägt dazu bei. Aber irgendwie färbt die Ruhe und Abgeschiedenheit der Gegend ab: am ersten Tag noch geschäftigem Umherlaufen, nach der Zimmerzuweisung eine kurze Ruderpartie auf den Fischteichen dann schnell zum Essen, anschließend kurzes Erkunden der Gegend, denn die Lehrer beginnen mit ihrem Programm. Erst am zweiten Tag läuft alles viel ruhiger, sieht man die ersten Karpfen springen, und am dritten Tag sieht man die Fischteiche und Sandwege, die grünen Ufer und Wälder anders als noch am Vortage. Konstruktiver Einklang mit der Natur.
Und dennoch verrinnt die Woche jedesmal wie im Fluge. Unsere Schüler musizieren und schauspielern wie sonst nie. Trompete, Saxophon und Posaune tönen aus der Jungenburg, Gitarre und Schlagzeug antworten aus dem Hauptgebäude, werden von Geige, Clarinette und Cello aus den anderen Unterkünften begleitet. Man hört die Stimme einer talentierten Jungsängerin, während der Chor in Abwandlung der Ahlhorner Karpfenmelodie "Die lustige Forelle" probt. Aus dem Aufenthaltsraum im Haupthaus kommen Brecht-Schnipsel der "Dreigroschenoper". Maceath sieht den Mond über Soho, während sich die geldgierigen Lustmädchen für ihren Probeauftritt vorbereiten. Daß 17- bis 20jährige Schüler so intensiv und fruchtbringend proben, üben, ausprobieren, ohne ständig auf die Uhr zu schauen und nach dem Ende zu fragen, so etwas ist eigentlich nur im Blockhaus möglich. Denn hier scheint Zeit, um mit Michael Endes "Momo" zu sprechen, noch nicht geraubt zu sein. Hier braucht man sie nicht einsparen, hier hat man sie.
Natürlich sind wir in diesen Wochen prima betreut worden: das begann bei der Verpflegung, ging über den Wohnkomfort bis hin zum größten Verständnis der "Heimeltern" und des Personals, wenn es auch mal nachts später wurde. Für all das können wir eigentlich nur danken und als Erkenntnis für uns mit zurücknehmen, daß wir nicht nur in der internationalen Politik, sondern auch im täglichen Miteinander viel mehr Solcher Oasen des Friedens schaffen müssen. (E. Fechner/K. Höricht/G Linke/M. Wölfl, SZ Vegesack Sek. II (Gy))
Vier Tage waren wir nun hier
mit Schlagzeug, Saxophon und Klavier.
Wir haben gut gegessen, getanzt und gelacht,
aber vor allem eben laut Musik gemacht.
Und wer zu mitternächtlicher Stunde,
gewiß, wir gestehen es nicht gern,
vom Vorplatz aus lauschte in der Runde:
überall nur Getöse und Lärm.
Die Trompete blies die große Nachtmusik,
ein Stück dort für Laute und auch etwas Beat,
im Dreivierteltakt ein Haydn-Quartett,
nicht ganz so gekonnt, dafür aber laut,
da wackelte des Schläfers Bett
und aufwachend bekam er ne Gänsehaut.
Das alles hat ihre Ahlhorn-Crew
mit stoischer Ruhe ertragen,
und dafür bleibt uns eigentlich nur
Ihnen Verzeihung und Danke zu sagen.
Und kamen wir diesmal mit Katastrophenorchester,
mit Posaunengetöse und Trommelschall,
so kommen, wenn wir dürfen, im nächsten Jahr wieder
die Vegesacker mit Kammermusik und Nachtigall.
Die lauten Bremer Stadtmusikanten
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