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Frühe Erinnerungen an das Blockhaus AhlhornEilert Krohn Im Herbst 1946 nahm ich an meiner ersten Freizeit nach dem Kriege teil. Es war die Freizeit der Konfirmanden dieses Jahres aus der Kirchengemeinde Vechta mit unserem Konfirmator Herrn Superintendent Hannasky. Es war das erste von weit über 50 Malen für mich, daß ich in das Blockhaus kam. Rückschauend muß ich gestehen, daß mir die äußeren Umstände der damaligen Zeit weit mehr in Erinnerung geblieben sind, als das "Zentrale Anliegen" einer Freizeit mit Konfirmanden, obwohl ich glaube, daß diese erste Freizeit nach dem Kriege in kirchlichem Raum für meinen weiteren Weg in der Jugendarbeit mit entscheidend gewesen sein kann. Es ist heute kaum mehr vorstellbar, wie wir zum Blockhaus anrückten. Selbstverständlich marschierten wir vom Bahnhof Ahlhorn aus zu Fuß und schleppten dabei nicht nur die "Dinge des persönlichen Bedarfs" mit. In Waschtöpfen - Kochtöpfe waren im Blockhaus kaum vorhanden - und Säcken wurde die Verpflegung mitgebracht:Kartoffeln, Kohl, Fleisch. Diese Naturalien waren Spenden von Bauern, bei denen die meisten der Konfirmanden als Flüchtlinge untergebracht waren. - Von Vechta aus wurden die heutigen Gemeinden Bakum, Lutten, Visbek betreut -. Nach meiner Erinnerung waren nur 5 "Einheimische" bei der Freizeit. Neben diesen Dingen für das leibliche Wohl mußten aber auch noch Dinge für das Haus mitgebracht werden: Geschirrtücher, Putzmittel, Glühbirnen, Geschirr. Jeden Morgen meldeten sich 4 Jungen in der Küche bei Frl. Ufken zum Wasserholen. Die Wasserversorgung im Haus lieferte nur braunes Wasser, das für die Küche unbrauchbar war. Der tägliche Bedarf wurde in Milchkannen von Jupp Janzen, dem Fischmeister, auf der anderen Seite des Helenenteiches geholt. Zu diesem Zwecke gab es ein Boot mit improvisiertem Segel. Daher ging es nicht etwa ums "Wasser holen müssen", sondern "Wasser holen dürfen". Nicht selten kam es allerdings vor, daß dann bei ungünstigem Wind das Boot aus der "Badebucht" hinausgeschoben werden mußte. Wir lebten in der Jungenburg unter heute nur schwer vorstellbaren Verhältnissen. Wir schliefen im Kaminraum auf aufgeschüttetem Stroh. Jeden Morgen mußten wir den Raum verlassen, bis sich der Strohstaub nach dem Fegen wieder gelegt hatte. Der Fußboden bestand - übrigens noch mehrere Jahre lang - aus rohen Holzplanken, über die man aus Sicherheitsgründen besser nicht barfuß ging. Neben diesen Äußerlichkeiten erinnere ich mich noch an einen Abendschluß, den wir auf der Terrasse der Jungenburg hielten. Nach einer Zeit des Schweigens sagte uns Herr Superintendent Hannasky Gedanken zu dem Kanon: "Herr, bleibe bei uns". Diesen Kanon sangen wir dann über die stillen Helenenteiche hinweg - übrigens aus dem ersten Nachkriegsliederbuch der Ev. Jugend: "Lagerlieder". Das ist wohl überhaupt die Besonderheit am Blockhaus Ahlhorn, daß man -damals wie heute - Ruhe und Stille finden kann. Zwei weitere Erinnerungen möchte ich anführen, die für mich mit den ersten Freizeiten im Blockhaus Ahlhorn verbunden sind: 1. Das erste Pfingsttreffen der Ev. Jugend Oldenburg fand im Blockhaus statt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir davon das Spiel um die Steinigung des Stephanus, das die Cloppenburger Gemeindejugend auf dem Rasen vor dem Kaminraum aufgeführt hat. In gespannter Aufmerksamkeit lauschten alle dem Spiel, vielleicht, weil es das erste Mal war, daß man ein solches Spiel auf einer "Freilichtbühne" erlebte. 2. Oft ist Herr Forstmeister Hulverscheidt aus Ahlhorn bei Freizeiten zu Gast gewesen. Aber gerade das erste Mal ist mir besonders in Erinnerung geblieben, wie er in seiner begeisterten Art uns jungen Menschen von seinem Wald und den Tieren zu erzählen wußte und dann die Tiere in der Imitation sprechen ließ. |
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