Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1982: Blockhausbrief Nr. 26

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Vernünftig und menschlich leben lernen
Die Einweihung der Kirche
Die neue Kirche - Meditation zu einem ungewöhnlichen Fenster
Die Spuren Gottes - Predigt über Jesaja 6, 1-13 am 6. Juni 1982 zur Einweihung der Kirche
Zelt und Fenster - Predigt zur Einweihung am 19. Juni 1982
Das Blockhaus wird kirchlich
Die ersten Jahre im Blockhaus
Hamburger Gäste im Jahre 1948
Das Kinderheim im Blockhaus
"Oase" Blockhaus Ahlhorn
Persönliche Erinnerungen
Notizen zur frühen Zeit im Ahlhorner Blockhaus nach 1945
Zum ersten Mal im Blockhaus Ahlhorn
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1981 bis 31.12.1981
Blockhaus-Symphonie
Wiedersehen mit dem Blockhaus
 

Zum ersten Mal im Blockhaus Ahlhorn

Hermann Müller

Es muß im Jahr 1952 oder 1953, am Anfang meines Theologiestudiums gewesen sein, als ich zum ersten Mal ins Blockhaus Ahlhorn gekommen bin. Der Oberkirchenrat lud uns als Studenten zweimal im Jahr zu einer Freizeit nach Ahlhorn ein. Eine Teilnahme war selbstverständlich, es sei denn, daß man ganz gewichtige Gründe hatte, die einen verhinderten. Natürlich wurde auch erwartet, daß der Dank für die Einladung oder die Entschuldigung für die Nichtteilnahme dem Oberkirchenrat nicht einfach auf einer Postkarte, sondern auf einem ordentlichen DIN-A-4-Bogen mit breitem Rand mitgeteilt wurde. Manchmal haben wir uns über solche Anweisungen mokiert, aber sicherlich haben wir dadurch auch manches gelernt.

Die Anreise zum Blockhaus Ahlhorn war sehr viel mühsamer als heute. Wir kamen mit dem Zug bis zum Bahnhof Ahlhorn und gingen dann zu Fuß den sandigen Weg zum Blockhaus. Ich selber kam von Wildeshausen mit dem Fahrrad, aber der sandige Weg zum Blockhaus machte es doch nötig, das Rad zu schieben. Immerhin brauchte ich dadurch meinen Koffer nicht zu schleppen. Ich erinnere mich noch genau an die Unterbringung. Wir schliefen in dem großen Saal neben dem Büro. In diesem Saal standen zwischen 30 und 40 Betten. Es gab zwar leinerne Schlafsäcke und Kopfkissen, im übrigen bestand das Bettzeug aus olivgrünen amerikanischen Decken. Durch dieses Schlafen im großen Saal wurde zwar die Gemeinschaft sehr gefördert, das Einschlafen aber doch manchmal sehr behindert, weil es immer ein paar gab, die bis in die Nacht hinein erzählten oder Dummheiten machen mußten.

Typisch für die ersten Jahre nach dem Krieg war auch der sogenannte ökumenische Käse. Ich kann mich kaum an eine Freizeit im Blockhaus Ahlhorn in den ersten Jahren erinnern, in der es diesen orange/gelben Käse nicht gab. Natürlich war das Blockhaus auch in jeder anderen Hinsicht noch sehr viel einfacher ausgestattet als heute, z.B. Spülmaschinen und ähnliche Erleichterungen fehlten ganz. Dadurch spielte der Abwaschdienst nach den Mahlzeiten immer eine wichtige Rolle.

Wenn ich die damaligen Studentenfreizeiten mit den heutigen vergleiche, dann hat sich sicherlich manches geändert, vieles ist sich aber auch gleich geblieben. Wir haben uns wie die heutige Generation mit den Älteren auseinandergesetzt, vielleicht manchmal etwas respektvoller und zurückhaltender. Wir hatten auch unsere eigenen Probleme, in denen wir uns von keinem verstanden fühlten. Wir hatten auch schon unsere Kritik an der bestehenden Kirche. Vielleicht waren wir damals mehr darauf ausgerichtet, gern und bewußt Gemeindepfarrer zu werden. Diejenigen, die in Spezialpfarrämter wollten, galten als Ausnahmen. Das Schönste, was aus diesen Zeiten geblieben ist, war die Gemeinschaft mit dem von uns allen sehr verehrten Oberkirchenrat Dr. Hans Schmidt, aber auch die Gemeinschaft untereinander.


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