|
||
|
|
Wiedersehen mit dem BlockhausDr. W. Schulte [Dr. W. Schulte war häufiger mit einer Oberprima im Blockhaus. Aus dem Bericht "Wiedersehen mit dem Blockhaus" drucken wir Eindrücke aus dem Blockhausbrief 1961] Es verbietet sich, Unvergleichbares miteinander vergleichen zu wollen. Sicherlich vermittelten die Fischteiche, die Wälder und Sandwege, der Besuch bei den Hünengräbern, das Museumsdorf in Cloppenburg und eine Fahrt nach Helgoland landschaftlich und kulturell starke Eindrücke. Bedeutungsvoller scheint mir jedoch der "Inselcharakter" des Blockhauses. Jeden Besucher fängt eine Stimmung ein, die das Allzumenschliche, das Vordergründige, das Wollen und Machen zurückdrängt. Zu ihr gehören wohl der hohe Himmel, die klaren, tiefen Spiegelungen im See, die grünen Ufer und Wälder; oder ist es das Leuchten des Rhododendron unter Kiefern, das Summen der Insekten, das Rufen und Antworten und Klingen der Vogelstimmen, das tiefe, immer weite und nahe Quaken der Frösche? Diese Stimmung mag auf ein großes, oft unbewußtes Verlangen der Jugend und des Menschen antworten, auf ein Verlangen darnach, aus sich herauszutreten, sich hinzugeben, nur zu leben, auf den Wunsch nach Frieden. Etwas kommt jedoch hinzu, was mit dem "Inselcharakter" korrespondiert: das ist das Blockhaus, das "Haus der offenen Türen", im wörtlichen und im übertragenen Sinne, das ist die Familie des "Leiters" und die "Angestellten", deren Funktionieren gar nicht bewußt wird, die uns vielmehr als Gastgeber begegneten, uns aufnahmen und zu Hause sein ließen. Woran das liegt? Ließe es sich bestimmen, müßte man es machen, vervielfältigen und übertragen können. Umschreibend läßt sich vielleicht dies andeuten: Bei allen Veränderungen - zwei komfortable Neubauten sind entstanden, Heizungen sind angelegt worden, und der Gast entbehrt keine Bequemlichkeit, die uns Technik und Lebensstandard geben können - trotz dieser Veränderungen ist das Blockhaus das Block-Haus geblieben. Natur und Technik, Zweckmäßigkeit, Bequemlichkeit, Einfachheit und Komfort stören sich nicht. Das ist ein Kunststück, wie es so selten gelingt, weil es den Menschen verlangt. |
|
| zurück zum Seitenanfang | ||