|
||
|
|
Blockhaus-SymphonieWo Karpfen stehen still und stumm wo Gondeln gondeln laut herum, wo's kreist und klingt wie nirgendwie: Ich nenn's die Blockhaus-Symphonie. Als Herr von der Dovenmühle mir diesen Text von Gustav Fredowitz gab mit der Frage, ob ich dazu nicht eine Melodie schreiben könne, da hab ich zuerst ein wenig gestutzt. Wieso "Symphonie"? Ich dachte an den Konzertsaal und an die größte Form mehrstimmiger Instrumentalmusik. Aber dann fiel mir ein, daß des Wortes ursprüngliche Bedeutung "Zusammenklingen" ist. Und dann hörte und spürte ich sie, diese Vielstimmigkeit, die der oben zitierte Text meint. Ich denke dabei nicht nur an all die gelegentlich recht lautstarken Geräusche, die natürlich dazu gehören, wo junge Menschen fröhlich sind, sondern auch an alle stillen, verhaltenen Töne, die wesentlicher Teil dieses Konzertes sind. Das leise Platschen des Wassers wenn ein Karpfen nach einer Mücke schnappt oder wenn kleine Wellen an die Pfosten der Bootsanlegestelle schlagen. Das Rauschen des Windes in den Baumkronen, das Tropfen des Regens, das Piepen der Schwalben, das Knistern des Feuers abends am Kamin und vieles andere mehr. Ja, eigentlich gehört auch noch dazu, was die Ohren nicht mehr wahrnehmen, was die durch die Stille geschärften Sinne aber spüren: die durch die Zweige brechenden Sonnenstrahlen, die drohende Stimmung eines aus der Ferne heranziehenden Gewitters, das Dunkel der Nacht, das Dämmern des heraufziehenden Tages . Für eine Singwoche ist das Eingebettetsein in eine solche Symphonie eine gute Sache. Ich weiß nicht, für wieviel Wochen des Singens und Musizierens Ahlhorn schon Heimat gewesen ist Wenn ich mich nicht verzähle, dann war ich im vergangenen Sommer zum fünften Mal mit einer Singwoche im Blockhaus nachdem ich vor etwa 15 Jahren den Reigen der Ahlhorner-CS-Wochen eröffnet habe. An all die Wochen denke ich gerne zurück, und mit mir sicher alle, die dabei waren. Das Wetter war nicht immer gleich, die Häuser haben sich verändert, neue sind hinzugekommen, manches hat sich gewandelt, - aber stets waren wir dort gut aufgehoben. Ich kann nur hoffen und wünschen, daß noch recht oft sing- und musizierfreudige Menschen dieses schöne Fleckchen Erde aufsuchen, um einzustimmen in den Lobpreis der Schöpfung, der dort alle Tage aufs Neue erklingt. Herbert Beuerle |
|
| zurück zum Seitenanfang | ||