Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1982: Blockhausbrief Nr. 26

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Vernünftig und menschlich leben lernen
Die Einweihung der Kirche
Die neue Kirche - Meditation zu einem ungewöhnlichen Fenster
Die Spuren Gottes - Predigt über Jesaja 6, 1-13 am 6. Juni 1982 zur Einweihung der Kirche
Zelt und Fenster - Predigt zur Einweihung am 19. Juni 1982
Das Blockhaus wird kirchlich
Die ersten Jahre im Blockhaus
Hamburger Gäste im Jahre 1948
Das Kinderheim im Blockhaus
"Oase" Blockhaus Ahlhorn
Persönliche Erinnerungen
Notizen zur frühen Zeit im Ahlhorner Blockhaus nach 1945
Zum ersten Mal im Blockhaus Ahlhorn
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1981 bis 31.12.1981
Blockhaus-Symphonie
Wiedersehen mit dem Blockhaus
 
Boote auf dem Helenensee in den 50er Jahren
Mit solchen Booten fuhr man in den fünfziger Jahren


Oase Blockhaus Ahlhorn

Elisabeth Krohn

Ihr Brief hat mich sehr angerührt und viele Erinnerungen geweckt. Aber ob ich Ihnen zu Ihren Fragen helfen kann, weiß ich nicht. Sehen Sie, ich fand als Flüchtling im Jugendchor von Kurt Wiesemann eine menschliche Heimat wieder, die bei den vielen Aufenthalten im Blockhaus vertieft und gefestigt wurde. So ein Fleckchen Erde mit seinem Frieden und der landschaftlichen Schönheit wirken auf einen Menschen, der all das gerade verloren hatte, besonders stark. All die äußeren primitiven Zustände im Blockhaus in den Nachkriegsjahren (unbequeme Doppelbetten in kalten Räumen, primitive Waschgelegenheiten, Unterbringung in großen Zelten, der lange Fußweg vom Bahnhof Ahlhorn zum Blockhaus) - das alles und manch andere Unbequemlichkeit war ja völlig belanglos; im Gegenteil, es weckte und stärkte das Gemeinschaftsgefühl, die Einsatzfreude für den anderen, für das Allgemeinwohl. Daß wir in der Küche mithalfen, die Tische auf- und abdeckten, war selbstverständlich, und satt sind wir auch bei dem einfachsten Essen eigentlich immer geworden.

Wissen Sie - nach all den Schrecken des Krieges waren wir "süchtig" geworden nach einem guten, sinnvollen Leben; auch nach Fröhlichkeit und Freude. Es waren Kräfte in uns wachgeworden, die in dieser "Oase" Blockhaus Ahlhorn aufbrachen, gefördert und gestärkt wurden und uns zu einem neuorientierten Lebensweg verhalfen. Aber nicht nur das Zusammensein in Jugendchor mit Kurt Wiesemann vermittelte uns diese Erfahrungen. Es waren auch die Zusammenkünfte mit Studenten, Professoren, Pastoren und dem pädagogischen Arbeitskreis, die uns beeinflußten, anregten und formten. Das musische Leben und der pädagogische Gedankenaustausch, dazu die starke christliche Ge- und Verbundenheit (K. Wiesemann, G. Orth, Oberkirchenrat H. Kloppenburg u.a.) - das waren wohl die Pfeiler, die tragenden Pfeiler unserer Tagungen in Ahlhorn.


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