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Notizen zur frühen Zeit im Ahlhorner Blockhaus nach 1945Helene Ramsauer Von der Pädagogischen Hochschule fuhren wir - da an Busse damals noch nicht zu denken war - meistens per Bahn bis Ahlhorn, gingen mit dem Rucksack zu Fuß durch den Wald die 7 Kilometer bis zum Blockhaus, das damals noch aus dem Althaus, dem Eßsaal (und Küche) und der sogenannten Jungenburg bestand. Die Unterbringung war denkbar einfach: das Bett, mehr Pritsche als komfortable Lagerstätte, die Wände dünn und in schwülen Sommern oft eine die Nachtruhe beeinträchtigende Mückenplage. Kamen wir als Glieder der Studentengemeinde dahin, so hielt Pastor Riemer dann sonntags Gottesdienst im Eßsaal. Auch "Ahlhorner" aus Ort und Umgebung und selbstverständlich unsere Betreuer im Blockhaus gesellten sich dazu. Jugend- und Kindergruppen füllten dann mit uns allen den Saal. Und singen konnten wir ohne Instrument. Das Schönste waren die langen Spaziergänge um die großen und kleinen Fischteiche, die Gespräche in den Gruppen, und abends beim Feuer im kleinen Kreis in der "Jungenburg" die geliebten Diskussionen und Referate. Man konnte und durfte nach 1945 wieder diskutieren, Zweifel anmelden und (damals) heikle Themen anschneiden. Größere "bunte" Abende fanden im Eßsaal statt, auch andere anwesende Gruppen waren eingeladen. Man saß im großen Kreis, den Blick wieder auf den Kamin gerichet. Hinter dem großen Feuer stand eine gußeiserne Tafel mit der vielangefochtenen Inschrift "Deutsche Volkwerdung", offenbar eine Erinnerung an Gauleiter Rövers Zeit aus den Jahren 1933 -1945. Die "bunten" Abende, dem Programm nach eine Mischung von geistreichem Kabarett und Volksliedern, waren besonders beliebt; sie wurden fast ausschließlich von Studenten und Studentinnen gestaltet, erregten stets große Heiterkeit bei Jung und Alt und wurden bis in die nächtliche Ruhezeit hinein dann noch lange belacht. Kein Gedanke daran, schon am Sonntagabend zurückzufahren: der Montag früh war für das junge Volk gerade richtig, der Weg durch den Wald zurück und zurück mit Schwung in den Alltag, dankbar noch an die Blockhaus-Küche denkend, die alle satt gemacht (sehr wichtig damals), an die Heimleitung, die diese Tage ermöglichte, an die Kirche, die sie finanziell unterstützt hatte. Eine unvergessene Zeit auch für Pfarrer und Dozentin. |
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