Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1982: Blockhausbrief Nr. 26

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Vernünftig und menschlich leben lernen
Die Einweihung der Kirche
Die neue Kirche - Meditation zu einem ungewöhnlichen Fenster
Die Spuren Gottes - Predigt über Jesaja 6, 1-13 am 6. Juni 1982 zur Einweihung der Kirche
Zelt und Fenster - Predigt zur Einweihung am 19. Juni 1982
Das Blockhaus wird kirchlich
Die ersten Jahre im Blockhaus
Hamburger Gäste im Jahre 1948
Das Kinderheim im Blockhaus
"Oase" Blockhaus Ahlhorn
Persönliche Erinnerungen
Notizen zur frühen Zeit im Ahlhorner Blockhaus nach 1945
Zum ersten Mal im Blockhaus Ahlhorn
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1981 bis 31.12.1981
Blockhaus-Symphonie
Wiedersehen mit dem Blockhaus
 

Die neue Kirche

Fensterbild

Meditation zu einem ungewöhnlichen Fenster

B. Weidhmann

Vorbemerkung: Die Kirche, die das Blockhaus bekommen hat, hat etwas Ungewöhnliches: ein großes, bis auf den Fußboden gehendes Fenster hinter dem Altar zum See hin. Dieses Fenster regt zur Meditation an - so das Pastoralkolleg Kindergottesdienst, das als eine der ersten Gruppen am 14. Januar 1982 die Kirche benutzte. Die neue Kirche ist übrigens eine Bartning'sche Notkirche; sie diente jahrzehntelang der evangelischen Gemeinde Steinfeld in der südoldenburgischen Diaspora als Gotteshaus.

Zu Beginn der Meditation wurden die Fensterläden geöffnet.

Sichtbar: der Ausschnitt - Natur - gefrorene Schöpfung - weite Fläche, Bäume im Rauhreifkleid, weiß-grau-weiß.
Es gibt keine störende Bewegung.
Das brauchen wir: Ruhe und Weite.
Wir brauchen das Gegenteil von Geschäftigkeit: Ruhe und Weite,
Abkehr vom Reiz.
Der helle Ausschnitt saugt unseren Blick hinaus.
Schattenrißartig scharf wirkt im Dunkel der Kirche der Altar und das, was er trägt: die Kerzen, das Alpenveilchen.
Das Nahe wirkt überscharf vor dem hellen Hintergrund der lichten Weite.

Noah mag so durch die Luke seiner Arche nach draußen gesehen haben: fasziniert von der Weite, den neuen Möglichkeiten, fröstelnd vor möglichen Gefahren.
Hätte Noah lieber drin bleiben mögen?
Verlangte es ihn danach, hinauszugehen?
Erwartete ihn Erstarrtes?
Hätte er in der Arche bleiben können?

Erwartet uns Kälte,die Vorsorge erfordert?
die warme Kleidung erfordert?
Ideen, gemeinsames Vorgehen?
Können wir in unserer Arche, dem Blockhaus Ahlhorn, bleiben?

"Geh aus deinem Kasten", sagte Gott zu Noah (1. Mose 8,16ff).
"du und deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne,
alle Tiere, daß sie sich regen auf Erden und sich mehren."
Und Noah baute dem Herrn einen Altar und opferte.

Zeitweise ist Sammlung nötig, Wärme in der Gemeinschaft der Gleichgesinnten, ein Schonraum, Schutz, Entfernung vom Üblichen, Distanz, Freiheit von Verpflichtungen und das Genießen der Freiheit.
Zeitweise, aber es ist nicht unsere Existens auf Dauer.

Wir gehören dem Leben und Handeln,
dem Hinausgehen, der Begegnung, dem Trotzen, der Beschäftigung mit Kindern, dem Bauen und Opfern, dem Hören und Sprechen.

So will es Gott.

Unsere Abgeschiedenheit im Blockhaus Ahlhorn
und unsere Tätigkeit in der Gemeinde
- alles hat seine Zeit


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