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Das Kinderheim im BlockhausRosemarie Hefele Ich war - von Hermann Ehlers und Götz Maltusch engagiert - ab 1. 4. 1947 Leiterin des Kinderheimes. Aus dem Nichts baute ich - als Kindergärtnerin und Jugendleiterin - zusammen mit Marta Schaub, meiner Helferin, das Kinderheim auf. Später kam noch Schwester Esther als Krankenschwester dazu. Bei meinem Dienstantritt fand ich nur rohe Holztische, Hocker und für die Kinder Holzbetten übereinander (darin ein Strohsack und Wolldecken) vor. Mit Spenden vom Hilfswerk und eigenen Sachen wie z.B. Decken, Kissen, alten Gardinen usw. habe ich mit meinen beiden Helferinnen die drei Schlaf räume, den Tagesraum und unsere privaten Räume so wohnlich gemacht, daß jeder, der hereinkam, begeistert war und Landesjugendpfarrer Maltusch uns fast täglich besuchte. Das Ev. Hilfswerk suchte jeweils 40 Kinder aus Oldenburg und Umgebung aus, die es nötig hatten, für vier Wochen zur Kur nach Ahlhorn zu kommen. Sie brachten Wäsche und einmal Bettwäsche mit. Wenn das nicht reichte, haben wir im Blockhaus für die Kinder gewaschen. Soweit ich mich erinnere, kamen die Kinder mit einem LKW nach Ahlhorn. Die Stimmung während der Kur bei den Kindern war fabelhaft; sie bekamen für die damalige Zeit gutes Essen, viel Eintopfmahlzeiten, die von Fräulein Ufken und Frau Glamm gekocht wurden. Abends gab es belegte Brote, wenn oft auch nur mit Butter und Quark oder Marmelade. Dadurch, daß wir den ganzen Tag draußen waren, schliefen die Kinder nachts sehr gut, erholten sich prächtig und nahmen vier bis sechs Pfund zu. Im ganzen war alles recht primitiv; zum Geschirrspülen z.B. holten wir eine Blechwanne mit heißem Wasser aus der Küche, darin wurden die Blechteller und Eßlöffel gewaschen. Die Wasserversorgung war oft schlecht, auch gab es mitunter Stromsperren. Dann haben wir es uns mit ein oder zwei Kerzen gemütlich gemacht und viele Schunkel- und Abendlieder gesungen. Die Kuren liefen von April bis Ende Oktober. Die Sommermonate waren in Ahlhorn besonders schön. Wenn wir mit den Kindern Heidelbeeren suchten, gab es abends zur Belohnung Heidelbeeren mit Zucker und Milch; das war für die Kinder die Krönung des Tages. In jeder Kur gab es zum Abschluß ein Fest im großen Raum des Blockhauses mit Kakao und Kuchen und mit Aufführungen der Kinder - Theater, Tänze, Lieder -, die wir eingeübt hatten. Als Gäste waren die im Blockhaus Anwesenden und die Mitarbeiter des Hilfswerks eingeladen. Bilder aus dieser Zeit habe ich leider nicht mehr. - Nach meiner Flucht aus Ostpreußen mit all dem Schrecklichen, denke ich besonders gern an die drei Jahre - ich hörte am 28. Februar 1950 auf - in Ahlhorn, die für uns alle, Kinder und Erwachsene, eine Oase der Ruhe und des Friedens waren! Entedank im Blockhaus Ahlhorn 1982 |
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