Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1981: Blockhausbrief Nummer 25

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers
Versuchsfeld der Gemeinde
Ahlhorns Wasser
Der alte Oldenburger Jugendchor im Blockhaus
Unser Blockhaus und seine Umgebung in der Rückblende
Teil 1
Unser Blockhaus und seine Umgebung in der Rückblende
Teil 2
Unser Blockhaus und seine Umgebung in der Rückblende
Teil 3
Erinnerungen an das Blockhaus
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1. bis 31.12.1980
 
Im Winter bei den Fischteichen

Der alte Oldenburger Jugendchor im Blockhaus - Eine Erinnerung

Ernst Machtan

I.
Pfingsten 1980 - ein Ruckblick

"In Silber pflingstlich flirrt der Tag..." Dieser dreistimmige Chorsatz von Walter Hensel nach Worten von Hans Watzlik heißt "Pfingstmäre". Er gehört zum gern gehegten Intim-Repertoire jener Hundertschaft von jugendlich aussehenden Autofahrern - "rüstig" sagt man heute wohl besser - die zu Pfingsten 1980 im Blockhaus Ahlhorn zusammenkamen, um sich nach fünf, z. T. nach zwanzig, ja dreißig (!) Jahren wiederzusehen. Was dann passierte, ist schwer zu beschreiben.

Der Oldenburger Jugendchor, hier der alte, d. h. der Chor der schweren, leichten, nicht vergleichbaren, impulsiven Anfangsjahre nach dem großen Kriege, dieser aus Entbehrungen, großer Freude und jugendlicher Bereitschaft nach der pädagogischen Idee Kurt Wiesemanns geborene Jugendchor traf sich wieder. In seinem Blockhaus Ahlhorn, zwischen seinen Teichen und Wäldern, auf den alten Pfaden.

Wo sind sie geblieben, die Zelte der Sommerlager, die Kaminfeuer, die Musizierenden der lauen Abende, die Laienspielscharen, Kameraden und Freundinnen jener frühen Jahre, die vielen spontanen Quartette. Wo die Morgenfeiern und Abendrunden, der unverwechselbare Zusammenklang dieser großartigen Chorgemeinschaft?

Wie ist die "Pfingstmäre" zu singen? Hensel: zart, geheimnisvoll, schön gebunden. Wir haben es wieder versucht. Unversehens wiedererkannt, formten sich die alten Liedsätze, statt mit jugendlicher Strahlkraft nun eher kraftvoll-anhaltend gesungen, mit dem etwas modulationsärmeren Timbre der mittleren Lebensjahre.

Wir haben etwas wiedergesucht in Ahlhorn. Was, das ist nicht leicht zu sagen. Erinnerungen beschwören ist kein schnelles Geschäft. Die Chorchronik Erwin Brades half uns sehr, ebenso aber die vom langjährigen Chorleiter Heinz Kanngießer und von Manfred Pelz vorgestellten Chorsätze im Madrigal- oder Volksliedton, umrahmt von vielen Kanons. Der nach 2 Tagen durchgesungene Kreis konnte mit dem jetzigen Leiter des Jugendchores, Gerd Meyer, gar noch an neueres europäisches Chor-Liedgut anknüpfen. Welch ein Fest, welche Freude in der für Ahlhorn so kennzeichnenden Einheit von Frühlingslandschaft, Wohlklang und harmonischem Menschenkreis! Wesentliche Stunden, sicher. Wieder einmal tief durchatmen können. Das Blockhaus erleben als das, was es neben allem anderen, was es der Kirche, den diversen Schulungsgruppen und Jugendkreisen auch bedeuten muß: als ein Stück seelische Heimat. Für uns, die wir es seit 1946 in verschiedenem Bezug kennenlernten, war es vornehmlich der Ort des Atemholens, der Konzentration, der inneren Balance.

"Eh ich mich niederlege, vom Tage müd gemacht, schau ich noch einmal ganz gerne auf in die dunkle Nacht." Mancher von uns wird auf den Wüstenwegen des Lebens die Dürre des amusischen, bloßen Funktionierenmüssens erlebt haben. Doch soll uns nicht verwehrt werden, bevor die Karawane weiterzieht, einen Blick zurückzuwerfen auf das Grün der Oase mit ihren frischen Quellen die da weiter rauschen "...ins Ohr vom heute gewesenen Tage" (Mörike/Distler: Gelassen stieg die Nacht ans Land...).

Eine ferne Zeit? Die heutige Mechanisierung aller Lebensvorgänge, mit zuviel einströmendem Fremden in gleichförmiger, meist lautstarker Überflutung führt zur Abstumpfung, danach zur Brutalisierung. Das Treffen in Ahlhorn hat deutlich gemacht: "draußen" sieht es anders aus. Der a-musische Mensch ist auf dem Vormarsch. Die Tugenden des Aufeinanderhörens (im Singen), des Miteinanderumgehens (wörtlich, im Tanzen), des Spielens miteinander um den eigenen Ausdruck zu finden, sie scheinen veraltet. Im Akkord mit den Freunden den eigenen Ton finden, sich dann vom Zusammenklang aller tragen lassen - das bedeutet Chorsingen. "Sonne, leuchte mir ins Herz hinein, Wind, verweh mir Sorgen und Beschwerden..."

Schmerzlich, daß trotz der lebendigen Schar einige maßgebliche Chormitglieder fehlten. Ob sie 1983 in unseren Kreis zurücktreten werden, wenn das Blockhaus sich pflingstlich schmückt, wenn Ilse Matthes (jetzt in Australien und Japan!) das nächste Chortreffen wieder selbstlos koordiniert und alle ruft?



II.
Verneigung vor dem Jugendchor.

Es war noch etwas anderes da zu Pfingsten 1980. Ein Wiedersehen alter Freunde ist schön. Alte Liedsätze erwärmen erneut, neue werden hinzugewonnen. Das allein ist es doch nicht. Hier traf sich nicht ein bewährter Gesangverein zur Erinnerungspflege, in der Trauer um seinen geschätzten, früh verstorbenen Vorsitzenden, in der Weißt-du-noch-Wehmut über die entschwundene Jugend.

Die Chorchronik beginnt Juli 1945 (Sie müßte noch herausgebracht werden als Lebensgeschichte des Oldenburger Jugendchores, angereichert um viele Einzelzeugnisse der ca. 300 Mitglieder, lesbar und erhellend, als Zeitdokument des musischen Aufbruchs in der Notzeit nach 1945). Kurt Wiesemann starb 8 Jahre später. Seine Idee einer gesamtmusischen Jugenderziehung aus christlicher Wurzel, eingebunden in eine neue gesellschaftliche Verantwortung, sie führte schon damals über vordergründige pädagogische Reformen hinaus. Die Gesamtschau war gefragt, etabliert etwa in einer Oldenburger Jugendmusikakademie. Die Quellen, nie versiegend, sollten sein das Volkslied, Tanz und Laienspiel in ihren verschiedenen Spielarten, Kasper- und Marionettenspiel als Formen überlieferten Volkstheaters, und in allem die große Form hervorwachsend aus der kleinen, wie im vokalen, so im instrumentalen und darstellenden Ausdruck. Also keineswegs nur der Motettenchor für die ars cantica und der Große Chor (150!) als Singgemeinschaft, wie er in alten Oldenburger Kirchen oder auf Tourneen gesungen hat.

Das Blockhaus, schon damals von dem ehemaligen Marineoffizier Rolf von der Dovenmühle geleitet (der uns eigentlich immer mit seinem Verständnis begleitet hat), dieses in seiner damaligen Kargheit die Gemeinschaftsbildung fast provozierende Haus wurde zum Ort der Verinnerlichung vor größeren Aufgaben. Hier konnten Einzelbegabungen zum Ganzen zusammengeschlossen werden. Freizeit in der Stille zwischen den Fischteichen auch zur Selbstfindung. Sich darstellen dürfen und anerkannt werden von einem lebendigen, reagierenden Kreis, getragen werden beim Vormachen, also Vorsingen, Vorlesen, Vortanzen, Vorspielen - das sind Ahlhorner Erfahrungen.

Dann die Feiergestaltung als Rahmen der Freizeittage oder Wochenenden im Blockhaus: die Morgenfeier, die Tischgesänge (auch Bänkelsängerverse, schnell gereimt), die Abendrunde. Das Heranführen dabei an das gedichtete Wort, Lyrik, Ballade, Novelle; viel auswendig lernen... Welch ein Leben! Denn daneben war das Sichtreibenlassen im Nachen auf den Teichen, Träumereien an Lagerfeuer und Kamin, die vielen Spaziergänge mal mit dem oder mit der.

Eine fröhliche Zeit trotz der äußerlichen Bedürftigkeit -oder, sagen wir besser: durch sie bedingt? Das ungesicherte Leben lag sozusagen noch frei da. Wohlstand plus technologische Überfremdung, "Mediokratie" - das gab es nicht. Wenn wir sonntags in "St. Garnison" oder Lamberti vor dem gepflegteren Oldenburg sangen: die selbstbestickten Chorblusen und blauen Röcke der Mädchen, die weißen Hemden der Jungen waren noch das beste was wir hatten. Wir waren alle irgendwie aus der Kälte gekommen. - Was ist aus uns geworden nach 30 Jahren?

Lehnen wir uns für einen Augenblick zurück. Halten wir inne. Was sagt uns unser altes Blockhaus heute, uns, die wir nicht mehr durch Sand und Heide, Kiefern und Baumweg die 7 km vom Bahnhof herwandern müssen, sondern PS-bewehrt im eigenen Wagen heranrollen? Hört Ihr noch: "Entflohn sind wir der Stadt Gedränge, wie anders leuchtet hier der Tag..." Es braucht nicht lange, die Mauer der Zeit zu durchstoßen. Ein kleines Lied, vielleicht ein ganz bestimmtes zur rechten Zeit - und eine andere Welt bricht auf. "Aus den hellen Birken steigt schon die Sonn entgegen, ruft die stillen Felder wach und kündet Gottes Segen." Die jungen Birken an der Ahlhorner Heide rauschen wie damals. "Heil dem Tag, dem die Nacht erlag" sangen wir, und ich muß immer an Karl Lücken denken, der mit zurückgenommenem Kopf so klar sang. Ein Kanon für Tenöre (die gab's damals noch). Überhaupt die Kanons. Mehr als 100 hab ich von damals aufgeschrieben, so sehr verschiedene wie "Sanctus" und "Lange lauern", "Laß nur die Sorge sein" und "Seid ihr auch nicht von Kultur beleckt", tages- und jahreszeitliche, festliche, spaßige Lobkanons auf die Musik, den Schöpfer, die Freude, die Blumen ("O Rose rot"), die Frauen ("Ein einzig böses Weib"), besonders aber die Flamme, die Sonne, den Abend. Die alte Jugendbewegung schaute hier über die Schulter. "Uns ward gegeben auf keiner Stufe zu ruhen" (Hölderlin, Weise: Hermann Poppen).

Ja, abends an einem See, irgendwo in der Welt, wenn der Wellenschlag zu hören ist oder das Aufklatschen eines Fisches in der Stille der hereinfallenden Nacht... Die Abendrunde vor dem Helenenteich, sternenübersäte Sommernacht, eng in bunter Reihe eingehakt der Jugendchor; jeder kannte seine Stimme. Kurt sprach, Gedichtverse von irgendwo aus dem Kreis, dazwischen Liedsätze vierstimmig, über das Wasser verwehend. "Wie die hohen Sterne kreisen...", "So stille ruht im Hafen..", Danach allerletzte Stille. Mal ein hochspringender Karpfen. Damals.

Warum macht uns das traurig? Maienwind, Jugendchorzelte am See, "Fahren wir froh im Nachen" mit verklingendem Falala. Es war eben beides da, einerseits das Gefühl unverbrauchter Kraft, jugendlichen Schwunges, und dann das Zurücknehmen des Lauten in die Stille hinein, in den melodischen Ausklang ("Nacht bricht an..."). Nebeneinander das festlich-pfingstliche "Der Heilig Geist vom Himmel kam" (Joh. Eccard, 1650) und das zärtliche "So weit wie die weißen Wolken gehen" (finn. Volkslied; Fritz Neumeyer). Überhaupt: Ahlhorn und die Stimmung der finnischen Volkslieder. "Einsam geh ich in meinem Leide weil mein Schatz mich verlassen hat...", in warmem Zusammenklang verhalten gesungen. Das war's! Das nur nicht zu laut gesprochene, gesungene Wort im Akkord eher noch zurücknehmen, bei beibehaltener Intensität, es selbst im Verklingen noch nicht abreißen lassen (das End-nn des Chores - ach!) und danach im Kreise der Jungen ganz still sein können als ob nichts Besonderes sich ereignet hätte - das war das Besondere, das war der Jugendchor. Oben auf den Emporen alter Land-, vor den Altären stolzer Stadtkirchen, am Ende eines 2stündigen Chorkonzertes, mit 8 stimmigem, doppelchörigem Bach oder Pachelbel ("Singet dem Herrn ein neues Lied") nach 30 Minuten (!) der letzte verklingende Ton, und dann diese Stille - das bleibt unvergeßlich. Die Ergriffenheit reichte durch das ganze Kirchenschiff, für uns bis in den Bus zurück zum Quartier; und dann Erschöpfung. Was Seele ist weiß kein Mensch. Wie sie aber ernährt wird, wohl, nämlich so. - In welcher Zeit leben wir jetzt?

"Fremde Länder muß ich durchwandern, dort ist kalt auch der Sonne Licht." Zahllose Jahre sind vergangen. So ist das Leben, heißt es dann. Es hat manchem inzwischen mitgespielt mit seiner kälter gewordenen Sonne. Die Welt sei technischer, seelenloser, nivellierter geworden, heißt es. Unwirklicher. Gespenstisch fast das Getobe, das Getöse, das mitleidlose Raffen. Gibt es noch singende Schulen, unberührte Natur, ungestörte Träume? Ich stocke; will wohl hinnehmen, daß Schönheit verbleicht, aber das nicht. Die Blauäuglein tragen weißes Haar, die Tanzfüße federn nicht mehr so, unbändiges Lachen moderierte sich, die Stimmbänder modulieren nicht mehr gar so zart. Bin ich substanzärmer, wenn ich Schwächen zeige?

Die Sehnsucht nach dem alten Blockhaus hat etwas Ungestümes, auch Hilfloses. Kratze ein wenig an der neumodischen Tünche des Erwerbsmenschen von 1981, fasse mit den spitzen Fingern wiedererkennenwollender Neugier hinter die Maske, - alles fällt herunter.

"Wieder einmal ausgeflogen, wieder einmal heimgekehrt..." Unversehrte Herzen? Das Wiedersehen war schön, sehr schön. Für eine wichtige Begegnung zu kurz. Wiederansetzen erfordert auch Mut. Aber der belebte sich im Singen, in der Landschaft; als ob man noch alles wüßte. Das Gemeinsame war wie ein Schiff, das lange vor Anker gelegen hatte; jetzt wurde es neu betakelt und flott gemacht. Ich verneige mich vor dem Jugendchor.



III.
Verneigung vor Kurt Wiesemann.

Kurt Wiesemann

"Komm zurück, Herzallerliebster mein!" (John Dowland, 1600). Ein schmerzhafter Weg zurück. "Lieblich hat sich gesellet mein Herz in kurzer Frist..." Das ist es wohl: Am liebsten alles hinwerfen und zurück zu Kurt in die Peterstraße, zum Kreis der sich einstimmenden Brüder und Schwestern, nach Ahlhorn in den großen Saal. "O du schöner Rosengarten..." In den Ziegelhof auf die Freilichtbühne, etwa zur "Goldharfe", jenem großartigen Singspiel in der Art des Leich, das den Chor über das Land hin bekanntgemacht hat, 1946. "Draußen da wachsen Blaubeeren am Rain..." Schön Christel, da wachsen sie auch jetzt noch, nach 35 Jahren.

Durch Wiesemann sind wir Chorsänger geworden, durch ihn die meisten auch Ahlhorner. Wie viele hat er vom Volkslied zur Motette zur Passion geführt, zum Scharaden- und Laienspiel (von Hans Sachs über Luserke zu Shakespeare!), vom Kanon- zum Kontratanz (nach Gardiner - Georg Götsch). Wie viele hat er auf Singeleiter-Lehrgängen im Blockhaus geschult. "O Musica, du edle Kunst!" Keine falschen Töne, alles echt und wahr. Eine Idee und ihre behutsame chorpädagogische Entfaltung: Kurt Wiesemann.

Im Grunde, ganz dort drinnen, trauern wir noch immer. Er hat ein Licht in uns angezündet, dessen Leuchten auch heute das Herz erfüllt. Jedes Chortreffen läßt es erstrahlen. Was aber wird aus dem Menschenbild, das er uns vorlebte? Was sagen die Mitstreiter der ersten Jahre zu seinem Impuls heute? In den frühen Jahren gab es prägende Gestalten wie Hermann Dick, Rudolf Staffen, Herbert Mohnike, Sigrid Schütze, Rosemarie Birlenbach, Liesel Jahncke-Mauruschat, die "Chorfamilien" Nelle, Prox, Stallmann, Sander-Finke und viele andere, die von den Annalen her die Seiten füllen würden. Alle sind wir aus der gleichen musischen Quelle gespeist worden, der Wechsel der Zeiten ließ uns danach persönlichere Akzente setzen. Den Aktiven-Chor leitete erfolgreich Heinz Kanngießer, sein Erbe übernahm Gerd Meyer. Der Beginner war Kurt Wiesemann, der Frühvollendete.

Es geht nicht mehr, ausgefeilte Chorarbeit + Kontratanz + Laienspiel + Jugendpflege + Instrumentieren + Tourneen aus einer Hand zu betreiben. Auch im Blockhaus geht das nicht mehr. Kurt Wiesemann hat das alles zusammengesehen. Anno 1981 wären das 6 - 8 verschiedene, selbständige Jugendgruppen, jede mit eigenem Apparat, nach kommunalen Plänen zuschußberechtigt oder als Hobby-Club organisiert. Was höre ich - das sollen damals immer die gleichen Leute gewesen sein? Die müssen ja nichts anderes gemacht haben; und haben so ihre ganze Freizeit vergeben. Ein Mädchen hat in jeder freien Minute Chornoten und Texte (ab-) geschrieben - wie gestochen! Alle haben "nebenbei" bürgerliche Berufe erlernt und ausgeübt. Das Herz aber gehörte dem Chor.

Wer sich Pfingsten 80 im Blockhaus einfand, kam als Fertiger. Seinerzeit war er, der soviel nehmen durfte, gern der Opfernde. Fernseher, Computer, Prozessoren: unbekannt. Am Freitag Peterstraße: Großer Chor; dienstags Cäcilienschule: Motettenchor. Am Wochenende: Chor-Radtouren, Ahlhorn, oder Chorfahrten mit Konzerten; daneben Proben und wieder Proben. Allein die Krippenspiele... Ein Leben für den Chor. Wir sind Geprägte. Ich ertappe mich dabei, daß ich immer wieder Abschied nehme von Ahlhorn und vom Jugendchor, vor allem aber von Kurt Wiesemann - und immer wieder zu ihm zurückkehre.

"Noch hinter Berges Rande steht braun der Abendschein, da hüllen sich die Lande in ihre Schatten ein.. - .. und danken dem der wacht, der alle Welt umfängt mit Sonne, Stern und Erde und dem geringsten Herde sein Licht und Feuer schenkt."

Das Blockhaus wartet auf seinen Oldenburger Jugendchor - zu Pfingsten 1983.

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