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Unser Blockhaus und seine Umgebung in der RückblendeRolf von der Dovenmühle Teil 2(Die Quellen der Zitate, sofern nicht direkt im Text angegeben, finden sich am Ende des Dokuments) Professor Dr. W. Grotelüschen, ein gebürtiger Bisseler, Sohn eines Bauern, erinnert sich: "Alles, was uns hier umgibt, was wir mit Freude betrachten, Wald und Wasser, ist das recht junge Werk von Menschen unserer Tage, geschaffen unter sorgsamer Anpassung an die Natur. So erklärt sich die Abgeschiedenheit, die Stille, die Lage zwischen Wald und Wasser, die das Blockhaus auszeichnen. Früher gehörte dieses ganze Gelände um das heutige Blockhaus zur Bauernschaft und dem Dorf Sage. Sage ist die älteste der heute bestehenden bäuerlichen Niederlassungen in diesem Umkreis, sicherlich 2 Jahrtausende alt und darüber. Das nächste Dorf im Westen war jahrhundertelang Garrel, zwölf Kilometer von Sage entfernt. Dazwischen lag eine unbesiedelte Weite, ohne Weg und Straße, ohne Haus und Dorf. Sie gehörte niemandem als Privateigentum, war vielmehr Allmende, gemeinsame Mark und wurde nur genutzt als Weidegrund für Rinder und Schafe. Die Menschen verwandelten dann eine lichte Parklandschaft in eine baumlose Heide. Doch nicht nur im räumlichen Sinne hat das Blockhaus eine Randlage. Es liegt auch im übertragenen Sinne für die meisten von uns "am Rande". Den Einwohnern von Bissel, den Bauern unserer Gemeinde ist das Blockhaus nicht ein Bestandteil ihrer Welt. Gewiß ist es kein Fremdkörper mehr. Es besteht ein durchaus gutes nachbarliches Verhältnis zur Dorfgemeinschaft, wie es sich bei jedem Erntedankfest in den Spenden besonders deutlich zeigt. Aber das Blockhaus ist nicht ihr Haus, nicht ihre Welt. Sie selber und ihre Kinder kommen selten hierher. Es liegt außerhalb ihres Berufes, ihrer Familie. Das gilt für die meisten von uns! Wir wissen vom Blockhaus; wir sind sogar vielleicht irgendwie daran beteiligt, mehr oder weniger, dann und wann. Aber wir kommen - und gehen wieder und lassen den Heimleiter immer wieder von neuem allein. Gewiß, wir können uns "das Blockhaus nicht mehr fortdenken", so steht es in unserer Festschrift; aber selbst für die Kirche, für die Gemeinde - sowohl wie für die Landeskirche, ist es ein Außenposten. Sage ich damit etwas, das dem Geburtskinde abträglich sein könnte? Ganz im Gegenteil! Ich meine, daß diese Stützpunkte für uns alle, für die rechte Erziehung, für das geistige Leben unseres Volkes von großer Bedeutung sind, ganz besonders für die Jugend. Einstmals war der Boden, auf dem das Blockhaus steht, Allmende und gehörte allen. Möge etwas von diesem aus frühesten Jahrhunderten unserer Geschichte überkommenen Geiste in unsere Zeit übergehen, möge das Blockhaus für uns heute ein Stück gemeinsamen geistigen Besitzes sein. Einige verkrüppelte und vom Weidevieh verbissene Eichenbüsche hielten sich mühsam am Leben. Der Wind griff die von der Vegetation entblößten Stellen an und spielte mit dem leichten Sand, der hier von der Eiszeit zurückgeblieben ist. Sandberge und dazwischen bis auf den Grundwasserspiegel ausgeblasene "Slatts", Eichenkratz und Heide, Schafherden und Bienenzäune, aber kein Acker und keine Weide, kein Wald und kein Teich, kein Haus und Hof -, so sah diese Landschaft noch vor 150 Jahren aus. Vor dem ersten Weltkrieg hielt die Oldenburger Artillerie hier auf der Heide ihr Scharfschießen ab. Allerdings war schon damals eine grundlegende Veränderung gegenüber dem früheren Zustand eingetreten: das Heideland war nicht mehr Allmende, sondern bereits 1865 besitzrechtlich eindeutig zwischen Privatpersonen und dem Staat aufgeteilt worden. Der Staat begnügte sich mit dem entfernt liegenden Drittel. Er kaufte dann rund 50 Jahre später den Bauern die entlegenen Ländereien ihres Besitzes wieder ab, das ganze Gebiet um das Blockhaus für RM 7,- pro ha, also ca. 0,0007 Reichspfennig pro qm! Er schuf auf dem leichten Sandboden des hügeligen Dünengeländes ein landschaftliches Kulturwerk, als er hier kurz nach 1900 die Fischteiche anlegte und das Ödland durch die Forstverwaltung aufforsten ließ." (3) Die einzige Unterbrechung in der Heidelandschaft bildeten die Lethe und die Wanderdünen. Hermann Hibbeler, ein Rektor und Heimatforscher sah die weitere Entwicklung so: "Die sogenannten Knökelsberge waren zuerst kahl, also ohne Pflanzenbewuchs. In den feuchteren Zeiten festigte sich der Boden und bedeckte sich mit Flechten, Moosen, Sandseggen und anspruchslosen Gräsern, später auch mit Heidekraut. Wind und Tiere brachten die Samen höherer Pflanzen. Zu einer regelrechten Waldbildung kam es aber nicht, weil die Heidschnucken Laub, Zweige und Sprößlinge abfraßen. Es bildete sich auf den Höhen der Eichenknüppelbestand, der noch vor 60 Jahren so dicht verflochten war, daß man kaum hindurchkriechen konnte." (4) Schäfer Behrens mit seiner Herde in einem Hohlweg "Die großen Eichen auf dem Buhlertsberg sind Wildwuchs. Habichte und Tauben haben die Eicheln abgeworfen," so erzählte mir Herr Coring, der hier Revierförster war. "Als die Teiche rundherum angelegt wurden, boten die Höhen einen herrlichen Rundblick. In den weiten Wasserflächen spiegelte sich die Sonne, an den Ufern entstand eine neue Pflanzenwelt: Weiden, Erlen, Schilf, Rohrkolben, Schwertlilien, auch Schierling, Baldrian, Wasserdost, Spierstauden, Froschlöffel und andere Wasserpflanzen stellten sich ein. Dazu kam eine neue Vogelwelt, die hier ungestört ihre Brut aufziehen konnte. Aus Schilf und Gebüsch erklangen die Lieder der Sänger. Im Mai und Juni schwammen die Stock- und Krickenten mit ihren Küken über die Wasserflächen, das Teichhuhn tummelte sich mit ihnen im und am Schilfrand. Nur wenn Habicht, Bussard oder Weihe kreisten, verschwand für kurze Zeit die ganze Gesellschaft. (4) Der Landforstmeister D. Willms, ein Freund des Blockhauses äußerte sich im Blockhausbrief so: "Die Teichwirtschaft Ahlhorn ist eine Gründung des Landeskulturfonds Viele Beamte der damaligen Oldenburgischen Staatsregierung haben um die Jahrhundertwende bei den Vorarbeiten für die Teichwirtschaft mitgewirkt, doch war es dann Julius Keimer, der seine ganze Arbeitskraft dem weiteren Ausbau der Teichwirtschaft gewidmet hat, so daß man sagen kann, daß die jetzige Teichwirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes sein Lebenswerk geworden ist. Der Ausbau der Teichwirtschaft wäre zum Erliegen gekommen, hätte Julius Keimer es nicht immer wieder verstanden, maßgebliche Persönlichkeiten für seine Ideen zu gewinnen und einzuspannen. Die Anlage der ersten Teiche war wohl ein wirtschaftlicher Mißerfolg, doch boten sich weitere große Möglichkeiten, Gelände aufzukaufen, das östlich der Lethe lag. Es waren etwa 300 ha ungenutzter Heideflächen - ein hügeliges Gelände mit ausgewehten Niederungen und aufgewehten Wehsanddünen. Von diesen Flächen erwarb der Staat etwa 200 ha zum Preis von RM 7,- / ha, weil man erkannte, daß die flachen Mulden der ausgewehten Niederungen sich vorzüglich zur Anlage von Fischteichen eigneten. Durch die Anlage der Teiche hat sich der Wasserhaushalt des sonst sehr armen Bodens wesentlich verbessert. Infolgedessen ist eine üppige Bereicherung der Flora und der Fauna eingetreten, so daß ein wahres landschaftliches Paradies entstanden ist. Hierzu hat besonders beigetragen, daß Julius Keimer außer der Anlage der Teiche es auch verstanden hat, das zwischen den Teichen liegengebliebene Dünengelände aufzuforsten und hier sehr gutwüchsige Waldbestände zu schaffen, so daß jetzt alle Teiche von Wald umgeben sind und wie natürliche Waldseen wirken. Die gesamten Erdbewegungen, die für die Anlage der Zuleiter und die Errichtung der Teichdämme erforderlich waren, sind seinerzeit in Handarbeit ausgeführt worden. Der Tagelohn für 10-stündige Arbeitszeit betrug in der ersten Zeit nur RM 2,50, wobei noch sehr weite Anmärsche in Kauf genommen werden mußten. Der Platz, auf dem die Jungenburg steht, hat damals den Namen "Buhlertsberg" erhalten. Der dem Blockhaus vorgelagerte zum Baden und Rudern freigegebene Teich ist nach der im Jahre 1958 verstorbenen Frau Helene Keimer "Helenensee" getauft, und der gegenüberliegende mit Kiefern bestandene Höhenzug heißt Cassebohms-Höhe (letzter Ministerpräsident vor 1932)." Der "Helenensee", 10 ha groß, eine natürliche Senke oder ein tiefes Tal der Dünen wurde das erste Mal 1912 bespannt, das heißt mit Wasser aufgestaut. "Im ganzen umfaßt die Teichwirtschaft jetzt außer der Talsperre über 40 Teiche mit einer Wasserfläche von 150 ha." (5) Quellen: (3) Blockhausbrief Nr. 1. Auszug aus: "Das Blockhaus - ein Stück Allmende." Prof. Dr. W. Grotelüschen (4) Blockhausbrief Nr. 3. Auszug aus: "Blütenpracht aus Dünensand" Rektor H. Hibbeler (5) Blockhausbrief Nr. 4. Auszug aus: "Geschichtliches von der Teichwirtschaft" Landforstmeister a.D. Willms |
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