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Unser Blockhaus und seine Umgebung in der RückblendeRolf von der Dovenmühle Teil 1(Die Quellen der Zitate, sofern nicht direkt im Text angegeben, finden sich am Ende des Dokuments) An welche vorgeschichtlichen Vorgange sollten wir uns erinnern? "Schön ist es, unter den Krüppeleichen an den Ahlhorner Fischteichen zu sitzen, wenn der Mond knorrigen Geästs auf die silberhelle Wasserfläche wirft und man in dieser Stille den erdgeschichtlichen Entwicklungsstadien nachgehen kann, in denen dieses Stückchen Erde seine endgültige Gestalt gewonnen hat. Seit Ende der Eiszeit fließt das Wasser der Lethe von der Höhe der Garther Heide durch die weite Senke im Norden, die sich von den Fischteichen beim Blockhaus Ahlhorn bis zu den Höhen des Ammenlandes erstreckt, der Hunte zu. Ein tiefes Tal von beachtlicher Breite hat dieser kleine Fluß im Bereich des Höhenrückens ausgeschürft, in dem er sich heute wie eine Maus im Löwenkäfig ausnimmt. Etwa 60 - 70 m beträgt der Abstand der hohen Ufer der Urlethe südlich des Blockhauses. Man kann sich kaum ein Bild davon machen, wie dieser kleine Fluß mit seiner geringen Wasserführung im Laufe der Jahrtausende ein so breites Flußbett auszuspülen vermochte. Nur wenn wir annehmen, daß während der letzten Eiszeit vor etwa 15000 Jahren die Flüsse erstarrten und Schnee- und Eismassen sich im Laufe der Jahrhunderte hoch im Lande aufschichteten, kann sich solch unvorstellbares Schmelzwasser angesammelt haben, das soviel Kraft entwickeln konnte, um Täler von solcher Breite auszuräumen. Natürlich verschüttete der Fluß bei dieser überaus starken Sandführung häufig sein eigenes Bett, besonders beim Übergang vom gefällstarken Lauf im Gebiet des Höhenrückens zur fast ebenen Strecke im Aufschüttungsgebiet, und das ist gerade die Stelle, an der sich heute die "Knökelsberge" oder auch "Katzenkopf" genannt und die Fischteiche befinden. Immer wieder staunt man über die zahlreichen Dünenriegel, die sich wie Adern zwischen den Fischteichen hinschlängeln, die aber nichts anderes als vom Wind umgelagerte Flußdünen darstellen. Auch weiter nördlich haben sich, besonders in den Mäandern der Lethe, bedeutende Sandmassen abgelagert, die je nach Lage des Teichufers bald nach Westen, bald nach Osten zu langen Riegeln von Uferdünen zusammengeweht worden sind. Es muß ein bezaubernder Anblick gewesen sein, als der Wind den schneeweißen, gleißenden Sand zu hohen Dünen in der damals fast strauch- und baumlosen Ebene aufwirbelte. Sehen wir uns die Dünen näher an, so erkennen wir deutlich Schichtungen von unterschiedlicher Farbe und Dichte, die verschiedenen Sandflugzeiten zuzuschreiben sind. Häufig findet man auf der untersten Bleichsandschicht mesolithische Werkzeuge, Schaber und Pfeilspitzen, die von der ehemaligen Nutzung der Dünen als Wohnplatz Kunde gehen. Wie ganz anders ist doch der Eindruck, den dieses Gebiet heute auf uns macht! - Ob wir durch das reizende Tal der Lethe bei der Feldmühle mit seinem von Rohrkolben umstandenen Teich wandern, unter den rotstämmigen Kiefern auf den Dünen, die den Dianasee umgeben, verweilen oder am Ufer der stillen Fischteiche dem Platschen sich tummelnder Karpfen lauschen, immer wieder werden wir von der Vielgestaltigkeit und Schönheit dieser einst öden Landschaft überrascht. Voll Dankbarkeit wollen wir noch der Männer gedenken, die hier in jahrzehntelanger und planvoller Arbeit die einst eintönige Heidelandschaft und Wehsandsteppe in einen großen Naturpark umgestaltet haben, der heute mit dem Evangelischen Jugendheim Blockhaus Ahlhorn zu einem Hort der Besinnung und Erholung für Jung und Alt geworden ist." (1) Professor D. Buhlert, Vortragender Rat im Ministerium des Großherzogtums Oldenburg hatte mit dem örtlichen Leiter der Ahlhorner Teichwirtschaft, dem späteren Fischereidirektor J. Keimer in den Jahren des Hauptausbaues der Teichwirtschaft von 1906 - 1914 erfolgreich zusammengearbeitet. (Er fiel am 7. August 1915.) - Herrn Keimer, der 1947 in den Ruhestand trat, seinen Mitarbeitern, den vielen Kriegsgefangenen des 1. Weltkrieges und den Männern des Arbeitsdienstes, verdanken wir diese Seen-, Wald- und Heidelandschaft, die uns umgibt und wohl jeden verzaubert. Erste Zeichen der Besiedelung "Fundstätten mit Kulturresten aus der Steinzeit gibt es nördlich vom Letheknie in der Nähe der Knökelsberge. So heißen die Sanddünen im Volksmund. Dieses Gebiet ist durch die Fischteichanlagen ganz verändert, und die Spuren der steinzeitlichen Siedlung sind bis auf wenige Reste durch Überschüttung oder Aufforstung verdeckt worden. Nur die sogenannten "12 Apostel", eine vorgeschichtliche Steinsetzung, ist heute noch zu sehen. Sie ist aber von einem breiten Zuwässerungskanal durchschnitten. Eine dicke, schwarze Humusschicht' durchsetzt mit Asche, durchglühtem Gestein und Feuersteinspitzen, zeigt, daß hier Menschen lebten. Karl Michaelsen spricht von: "Rätsel um die Apostelsteine" - Stumme Zeugen gewaltiger Begebenheiten - Blöcke aus rötlichem Granit. - Es läge also begründeter Verdacht vor, daß es sich bei der Steingruppe um eine vorgeschichtliche Anlage zur Beobachtung des Jahreslaufs der Sonne mit Ortung auf die Sommersonnenwende (21 .6.) handelt, um sogenannte Kalendersteine". Der vollgütlige Beweis für die Richtigkeit dieser Hypothese ist im Fall Apostelsteine nicht leicht zu führen. Manches scheint dagegen zu sprechen, aber die größere Zahl der Indizien spricht dafür. Das endgültige Urteil muß den Geologen und Bodenkundlern überlassen bleiben. Es ist notwendig, daß die Oldenburger Denkmalschutzbehörde zusammen mit der interessierten Bevölkerung für eine würdige Erhaltung der Steingruppe Apostelsteine Sorge trägt." (2) Quellen: (1) Blockhausbrief Nr. 7. Auszug aus: "Das Tal der Lethe." Rektor A. Taute, Augustfehn (2) Blockhausbrief Nr. 13. Auszug aus: "Die zwölf Apostel." Museumsdirektor a.D. K. Michaelsen |
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