Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1980: Blockhausbrief Nummer 24

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Wer kennt sie noch?
Gott will, daß allen Menschen geholfen wird
Predigt im Blockhaus Ahlhorn
Erinnerungen an Ahlhorner Begegnungen - Gespräche der Sozialpartner im Rahmen der Ev. Akademie
Heiter / besinnliche Erinnerungen an Studenten und Vikarsrüstzeiten von 1949 - 1955
Erinnerungen an Blockhaus Ahlhorn
Blockhaus-Pädagogik...
Vikare und Studenten im Blockhaus
Zauberwort Ahlhorn
Dank an Herrn Forstmeister W. Hulverscheidt
Blockhaus-Lied
Sind die Wachen aufgestellt . . .
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1979 bis 16.12.1979
 
Spiegelungen

Predigt im Blockhaus Ahlhorn.

H. J. Jürgens


Die Liedstrophen, die Teil der Predigt sind, werden von der Gemeinde jeweils gesungen.

Wer bin ich?

Im Meldeamt steht eine Karteikarte
Mit Angaben zu meiner Person.
Name, Geburtsdatum, Adresse.
Beim Arzt steht eine Karteikarte
mit meinem Namen und meinen
gewesenen oder gegenwärtigen Krankheiten.
In der Schule steht eine Karteikarte.
Name, Klasse, Eltern, Adresse.
Im Kirchenbüro steht eine Karteikarte.
Name, getauft, konfirmiert.
Wer bin ich?
All das zusammen, was auf den Karteikarten steht?
Bin ich nicht viel mehr?
Was sich nicht in Namen, Orten, Daten ausdrücken läßt?
Weiß ich überhaupt, wer ich bin?
Ich suche - nach mir
Ich frage - nach mir
Ich werfe meine Fragen hinüber zu Gott
Ich werfe meine Fragen hinüber
wie ein Tau von einem Schiff ans Land.
Vielleicht ist einer da und greift herüber.
Vielleicht, vielleicht nimmt einer mich an meine Hand.
Wenn Gott es ist, der meine Fragen auffängt und nicht läßt,
wenn Gott es ist, dann hält er, mich samt meinen Fragen fest.
Ich suche nach mir.
Ich suche nach mir in handfesten Dingen.
Ich habe eine Mofa,
ich habe ein Auto,
ich habe eine Stereoanlage,
seht, ich bin jemand
hört, ich bin jemand.
Aber ich merke bald
Dinge sind schön - aber
sie helfen mir nicht, mich zu finden.
Im Gegenteil - ich kann mich in ihnen verlieren.

Ich suche nach mir.
Ich suche nach mir in Träumen.
Ich schaffe in meiner Phantasie eine Welt,
in der ich frei bin und atmen kann.
Ich träume eine Insel der Freiheit.
Aber ich merke bald
Träume sind schön - ich brauche sie
Aber sie können zur Flucht werden.
Ich kann mich in ihnen verlieren.
Wer hilft mir bei der Suche?
Wen kann ich um Hilfe bitten.
Ich werfe meine Bitten hinüber zu Gott.
Ich werfe meine Bitten hinüber
wie ein Tau von einem Schiff ans Land.
Vielleicht ist einer da und greift herüber.
Vielleicht, vielleicht nimmt einer mich an meine Hand.
Wenn Gott es ist, der meine Bitten auffängt und nicht läßt,
wenn Gott es ist, dann hält er mich samt meiner Bitten fest.
Ich begegne Menschen.
Einige sagen zu mir:
    du mußt so sein
Einige sagen zu mir:
    du darfst so nicht sein
Einige sagen zu mir:
    du bist jemand, wenn
Muß, darfst nicht, wenn, mußt,
darfst nicht, wenn . . . .
Die Worte sind wie ein Zaun.
Die Bedingungen sind wie Zaunlatten.
Ich laufe hinter dem Zaun hin
und her wie ein gefangenes Tier.
Ich lebe in Enge.
Ich habe Angst, daß ich mich verliere.
Ich habe Angst, daß ich erdrückt werde
von der Enge.
Eingezäunt bin ich allein.
Allein mit meiner Angst.
Ich werfe meine Angst
hinüber zu Gott.
Ich werfe meine Angst zu dir hinüber
wie ein Tau von einem Schiff ans Land.
Vielleicht bist du dann da
und greifst herüber.
Vielleicht, vielleicht nimmst du
mich dann an meiner Hand.
Wenn Gott es ist, der meine Ängste
auffängt und nicht läßt,
wenn Gott es ist, dann hält er mich
samt meinen Ängsten fest.
Ich begegne Menschen.
Einige akzeptieren mich.
Sie sagen nicht:erst muß du
du darfst nicht
wenn - dann akzeptiere
ich dich.
Sie stellen keine Bedingungen.
Sie sagen ja zu mir.
Ich kann atmen
Im Ja kann ich mich finden,
immer wieder.

Diese Menschen zeigen mir,
wer Gott ist.
Gott ist das überwältigende Ja
Gott ist das umschließende und bergende Ja.
Gott ist das befreiende Ja.
Sein Ja ist Christus.
Wenn ich von Gott vielleicht wenig verstehe.
Das verstehe ich.
Daß er Ja ist.
Da bin ich nicht verloren.
Da bin ich gefunden.
Darin finde ich mich.
Ich freue mich.
Ich danke.
Ich werfe meinen Dank
hinüber zu Gott.

Ich werfe meinen Dank zu Dir hinüber
wie ein Tau von einem Schiff ans Land.
Denn du bist da und greifst zu mir herüber.
Denn du bist da, bist da
und nimmst mich an der Hand.
Weil Gott es ist, der all mein Danken
auffängt und nicht läßt,
weil Gott es ist, hält er auch mich
samt meinem Danken fest.
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