 Bläser aus Methlar/Westfalen
Kurzbeiträge der Gäste
vom 1. Januar - 16. Dezember 1979
Soldatenfamilien, Oldenburg 1 / Dekan Müller
(2.1-14.1.1979, 78 Teilnehmer)
"Mit gemischten Gefühlen ist der eine oder andere diesmal in das immer wieder gern besuchte Blockhaus gekommen, um sich mit dem vielsagenden Thema "Alkoholismus - Krankheit oder moralisches Versagen?" auseinanderzusetzen. Sicher ein aktuelles Thema, das, wie sich später herausstellen sollte, von allen Teilnehmern interessiert verfolgt wurde. Dank des "nüchternen" Einstiegs unseres Herrn Dekan Müller in das Teilproblem "Alkoholismus, seine Ursachen und Verbreitung" bzw. die realistische Darstellung unseres Gastreferenten Herrn Dr. Raderschatt über die Wirkung und Zerstörung des Alkohols, konnten sich bald alle Rüstzeitteilnehmer ein rundes Bild von den Menschen machen, die alkoholabhängig sind.
Die lebhaften Diskussionsstunden (mit und ohne Alkohol) haben gezeigt, wie richtig es war, sich diesem Thema zu stellen. Neue Kenntnisse oder Erkenntnisse waren das Ergebnis. Vor allem das Bewußtsein. daß Alkoholsucht eine schwerwiegende Krankheit bedeutet. Sie zu bändigen ist vor allem abhängig davon, ob der Betroffene den festen Willen aufbringt, von dieser Sucht freizukommen. Mit einfachem Alkoholentzug ist jedoch nichts getan. Der Abhängige muß durch eine gezielte Therapie lernen, seine bisherigen Lebensgewohnheiten neu zu überdenken bzw. zu ändern. Ihm muß bewußt gemacht werden, welche Ursachen ihn in die Abhängigkeit geführt haben, um dann überzeugende Alternativen zu seinem bisherigen Verhalten aufzuzeigen. Hier setzt spätestens die Hilfestellung eines jeden von uns ein, das Verständnis für die Realität und die menschlichen Probleme dieses Menschen. Zum Schluß möchte ich auf diesem Wege der Heimleitung und dem Personal für die schönen Stunden im Blockhaus unseren herzlichen Dank aussprechen. (R. Franke)
Konfirmanden, Halsbek / P. Spradau
(13.1.- 16.1.1979, 25 Teilnehmer)
Am Samstag um 14.00 Uhr begann unsere Reise. Die Mädchen standen aufgeregt herum mit ihren Koffern und wurden von den Jungen mit Schneebällen beworfen. Dabei ging ein Fenster der Kirche entzwei. Im Bus erklärte Herr Spradau uns einiges über seine Heimat, aber auch über Ahlhorn. Dann waren wir da!
Alles sah so schön ein geschneit aus. Wir bekamen die drei Blockhütten und den Tagesraum. Man wurde in Gruppen aufgeteilt, so daß jeder mal Tischdienst machen mußte. Unsere Gruppe war die Erste!
Das Gepäck verstauten wir zunächst im Tagesraum, weil wir Tee und Kuchen bekamen. Danach gingen wir in die Zimmer, um die Betten zu beziehen und um die Koffer auszupacken. Beim Abendbrot um 18.00 Uhr stellte sich unser Heimleiter, Herr von der Dovenmühle, vor. So gegen 21.00 Uhr machten wir eine Nachtwanderung. Als wir wiederkamen waren wir zwar hundemüde, trotzdem aber schliefen wir erst um 1.30 Uhr ein.
Am Sonntag weckten wir früh die Jungen. Wir wuschen uns und gingen dann zum Frühstück. Das Essen war mal wieder einsame Spitze! Die Kurzandacht begann um 9.30 Uhr. Nach dem Mittagessen konnten wir bis 16.00 Uhr gammeln. Das hat einen Riesenspaß gemacht! Am Abend sahen wir uns den Film "Des Teufels General" an.
Der Montag verlief mit viel Spaß. Doch am Abend ging die Party richtig los. Noch nach Mitternacht saßen wir um den Kamin herum und sangen Lieder. Leider war es schon Dienstag geworden. Wir alle waren traurig, denn wir wollten noch nicht nach Hause. Im Stillen hoffte man, daß es regnen und dann frieren würde, dann nämlich könnte der Bus uns nicht abholen. Es kam leider anders: Wir räumten die Zimmer auf, fegten, machten alles sauber und packten die Koffer.
Nach dem Kaffee fuhren wir nach Hause.
Jeder Spaß hat mal ein Ende!
(Gudrun Borgers, Jührdenerfeld)
Kirchengemeinde, Langeoog / P. von Mering
(8.3-10.3.1979, 20 Teilnehmer)
Zur Familienfreizeit im Blockhaus Ahlhorn vom 8.-10. März hatten sich 20 Langeooger Gemeindeglieder zwischen 6 und 78 Jahren aufgemacht. Alle kamen auf ihre Kosten. Denn wo man so zusammen lebt, ißt, spielt, redet oder singt, da sind ‚abschalten' und ,sich einsetzen' keine Gegensätze mehr. Wir lernten, besser aufeinander zu achten, die Sorgen anderer zu verstehen, Zusammenhänge zu begreifen. Vor allein erlebte jeder ganz praktisch: ein oder zwei allein schaffen es nicht, das ,Schiff', die Gruppe, die Gemeinde flottzukriegen. Da müssen alle mit anfassen. Das gilt z.B. für die bevorstehende Kirchenvorstandswahl: Jeder ist aufgerufen, sich nach geeigneten Kandidaten umzusehen oder sich ernsthaft zu prüfen, ob er guten Gewissens eine Kandidatur ablehnen kann.
Das gilt aber auch für ganz alltägliche Dinge. So wurde z.B. der gute Vorschlag gemacht: Jedes Gemeindeglied, das einen Angehörigen im Krankenhaus besuchen fährt, sollte dort auch kurz bei den andern Langeoogern hereinschauen. Und beim nächsten Besuch könnte gleich ein Krankengruß aus dem Pfarramt mitgenommen werden.
Am Schluß der Freizeit waren sich alle einig: Das müssen wir im nächsten Winter wieder machen.
Kinderchor Martin-Luther-Kirche, Oldenburg / Herr Hanselka
(2.4.-5.4.1979, 19 Teilnehmer)
Atombombe (Ahlhorn trainiert ohne mühe bereitwillige oldenburger mit bestem erfolg)
Wer erinnert sich noch an das alte Bilderbuch "Die Schule im Walde"? Wie dort die Tierkinder notwendige Verhaltensweisen, den Umgang untereinander und mit den Menschen lernten, so ähnlich wirkte der Aufenthalt im Blockhaus auf die Kinder vom Chor der Martin-Luther-Kirche. Sie fanden und nutzten hier die Gelegenheiten zum Aufspüren und Kennenlernen von Tieren und Vögeln im Wald und auf den Fischteichen, zum Spurenlesen, zum Beobachten und zu viel Bewegung in frischer Luft ohne Abgase. - Wichtiger noch erscheint mir das Lernen im Umgang mit Mitgliedern der eigenen und der fremden Gruppen, das Aushalten und Lösen von Spannungen auf friedlichem Weg. Das ermöglicht die freundliche, hilfsbereite Atmosphäre innerhalb des Blockhauses (. . . "Die in der Küche sind immer so nett zu uns!". . .) -
Das ermöglicht der Heimleiter, darum bemüht, jeder Gruppe den Raum mit den für sie günstigsten Arbeitsbedingungen zu geben. Und wie er Jahr für Jahr die ursprünglich öde Sanddünen- Wüste zusehends in einen blühenden Garten verwandelt, so trägt auch jeder Ahlhorn-Aufenthalt zum Aufblühen von bisher, im Leben der Chorkinder, brachliegenden Bereichen bei.
Die "Atombombe Ahlhorn" hat gut eingeschlagen - wir sind für die Wirkung dankbar! (Edgar Hanselka)
Stullentransport am alten Zeltlager
Altes Gymnasium, Bremen / H. Obersold
(2.4.- 4.5.1979, 34 Teilnehmer)
Wir sind hierher gekommen, um unser Theaterstück ("Die Physiker"- Dürrenmatt) zu üben. Dies haben wir auch recht erfolgreich getan. Aber auch mein Hintergedanke, Schülern in unserer vielfach so unpersönlichen Schule Gelegenheit zu engerem Kontakt bei Arbeit und Freizeit zu ermöglichen, ließ sich bei diesen Voraussetzungen aufs beste verwirklichen. Tischtennis, Rudern, Kaminfeuer, Unterkunft und schließlich die gesamte Atmosphäre führten dazu, daß ich nach drei Tagen einhellig zu hören bekam: " Und jetzt noch eine Woche hier; nur so!"
Wir bedanken uns bei allen, die uns das ermöglichten. (B. Obersold)
Verband alleinstehender Mütter und Väter / H. Brombach
(12.5.-13.5.1979, 62 Teilnehmer)
Nach tagelangem Regen schien uns die Sonne, als wir mit 28 Erwachsenen und ebensoviel Kindern uns für ein Wochenende auf die Räumlichkeiten vom Blockhaus Ahlhorn verteilten. Die Kinder waren bald nur noch zu den Essenszeiten zu sehen - den vier Betreuern einen extra Dank! -, wir Erwachsenen konnten in Ruhe den Ausführungen eines Referenten zu Versicherungsfragen folgen, eines der stark interessierenden Themen unseres Treffens. Der Abend im Ankerkeller wurde recht fröhlich und dauerte ziemlich lange! Die Kinder machten natürlich die übliche Nachtwanderung.
Das herrliche Wetter war offenbar der Grund, daß unser Kreis etwas kleiner geworden war, als am Nachmittag die Leiterin einer Kinderkrippe einen Film von ihrer Arbeit zeigte und dadurch Vorurteile überzeugend abbauen konnte.
Die Stunden im gastlichen Blockhaus waren viel zu schnell vorbei. Den Müttern und Vätern tat das kurze Ausspannen gut und die Kinder kamen auf ihre Kosten, wenn auch eines "baden ging"; aber das soll in Ahlhorn nichts Besonderes sein. (Anke Jaeg)
Turnriege, Delmenhorst / H. Frankenstein
(26.5.-27.5.1979, 14 Teilnehmer)
Gleich nach der Ankunft, nachdem alle ihren Rucksack auf dem Rücken hatten, ging die 8-Stunden-Wanderung bei herrlichem Wetter los. Unser Turnbruder Dietrich Frankenstein zeigte und erklärte uns die schöne Seen-, Wald- und Heidelandschaft. Ihm möchten wir an dieser Stelle nochmals für .gute Wanderführung danken!
Während der Wanderung verstand es unser Kurt Rös immer wieder mit seiner Mundharmonika, die Wandergruppe zum Singen zu bewegen. Als wir gegen 18.00 Uhr wieder am Blockhaus ankamen, waren alle froh, wieder daheim zu sein. Nach einem sehr guten Abendbrot wurden dann beim Kaminfeuer Dias von der Eiger-Nordwand von unserem Dietrich Frankenstein gezeigt.
Am Sonntag wurde dann nochmals eine Wanderung von 4 Stunden durchgeführt. Nach dem Kaffeetrinken um 16.00 Uhr wurde dann die Heimreise angetreten.
Ein Dankeschön an dieser Stelle an die Blockhaus-Verwaltung mit ihren Mitarbeitern für die herzliche Aufnahme und die sehr gute Verpflegung. (Rolf Büsing)
Ev. Singkreis, Ofen / P. Waschek
(1.6.- 4.6.1979, 32 Teilnehmer)
Wir, der Singkreis der Kirchengemeinde Ofen, sind jüngere Erwachsene und Jugendliche und haben alle Spaß am Singen. Es ist bei uns üblich, daß wir zweimal im Jahr (zu Pfingsten und am 1. Advent) irgendwo eine Freizeit verbringen, und zwar meist um für eine bevorstehende Abendmusik zu proben.
Besonders gern halten wir uns dann im "Blockhaus Ahlhorn" auf, weil wir dort mit der Natur einen solch engen Kontakt haben können. Es ist herrlich, im Wald spazieren zu gehen, auf dem See zu rudern, auf der Wiese ausgelassen zu spielen oder einfach nur die frische, so gesunde Luft zu genießen. Dann nehmen wir auch mit mehr Bereitschaft an den Proben teil. Wir üben dann eine große Motette ein (wie z.B. das "Danklied" von Haydn) und wiederholen schon bekannte Choräle und Kanons.
Ist die Freizeit vorüber, so hat wohl jeder viele schöne Erlebnisse gesammelt, an die er sich gern und lange zurückerinnert. (P. Waschek)
Einsamkeit und Stille
Johanniter; Oldenburg /H. von Zitzewitz
(16.6-17.6.1979, 40 Teilnehmer)
Die Arbeitsgemeinschaft für Gegenwartsfragen des Johanniterordens in Norddeutschland hielt am 16. und 17. Juni 1979 im Blockhaus Ahlhorn ihre 48. Tagung. Sie stand unter der Überschrift: "Wirklichkeit und Aufgabe der Medizin in unserer Zeit". Etwa fünfzig Teilnehmer waren versammelt, um sich mit diesem, den Johanniterorden besonders betreffenden Thema zu beschäftigen. Nach der Eröffnung der Tagung durch Dr. H. F. Hinrichs vom Evangelischen Krankenhaus in Oldenburg ging Pastor Goebel, der Leiter des Annastiftes in Hannover, ausführlich auf die Grundsatzprobleme ein, die heute in einem konfessionellen Krankenhaus entstehen. Er zeigte u.a. den tiefgreifenden Wandel auf, der allein dadurch entsteht, daß viele Mitarbeiter sich innerlich vom Glauben distanzieren, und verdeutlichte die Aufgaben der Medizin an dem speziellen Gebiet der Rehabilitation. Eine meditative Information über "Heilungswunder im Neuen Testament" (durch den Unterzeichneten) leitete zu dem abschließenden Referat über. Der Medizin-Theoretiker und -historiker Prof. Dr. R. Toellner aus Münster zeigte die Schwierigkeiten auf, in die sich die Medizin durch ihre Verwissenschaftlichung bringt. Im Gegenzug zu einer Auffassung vom Arzt als Funktionär der Wissenschaft, der Gesellschaft oder der Volkswirtschaft rief er das Bild des Arztes ins Bewußtsein, der seine Entscheidungen nur im Interesse des Patienten fällt. - Herr H. von Zitzewitz schloß die Tagung mit einer Andacht. (R. Schäfer)
Verband alleinstehender Mütter und Väter / Herr Brombach
(18.7.-22.7.1979, 66 Teilnehmer)
Mit 30 Erwachsenen und 40 Kindern, die übrigens eine vorbildliche Betreuung erfuhren, waren wir am Nachmittag des Mittwoch im Blockhaus eingetroffen.
Im Erwachsenenkreis begannen wir am Donnerstag mit einem Thema, das für die Alleinerziehenden von noch größerer Bedeutung ist als für den Personenkreis der so genannten "Vollfamilie": Nämlich die Beleuchtung und Information in arbeitsmarktpolitischer Hinsicht. Möglichkeiten der Umschulung, Wiedereingliederung ins Berufsleben etc. unter dem Gesichtspunkt der alleinerziehenden Mütter und Väter, die lange Zeit nicht in einem Beschäftigungsverhältnis standen, wurden eingehend von einem Referenten des Arbeitsamtes Oldenburg dargelegt.
In kleineren Gruppen wurden zum Leitthema verschiedene Unterthemen erarbeitet, die nach vielen Diskussionen nochmals im Plenum und anschließend in einem Forderungskatalog formuliert wurden.
Ausgehend von persönlichen Problemen und Belastungen erwarten wir vom Staat in erster Linie Steuererleichterungen, höheres Kindergeld für das erste Kind, Erweiterung der Altergrenze für die Zahlung von Unterhaltsgeld sowie größeres Entgegenkommen bei der Vergabe von Sozialwohnungen.
Von der Gesellschaft wird kein Mitleid erwartet; vielmehr bringt konkrete Hilfe und Entgegenkommen eine spürbare Minderung des Leistungsdrucks, in dem Alleinerziehende permanent stehen.
Möglichkeiten der Begegnung zwischen Voll- und Teilfamilien sind eine Forderung, die sowohl an die Kirche als auch an die Gesellschaft gestellt werden, die dann zum Abbau von moralischen Vorurteilen führen müssen.
Sehr zum Gelingen des Gesamtaufenthaltes - sowohl Bildungsurlaubsmaßnahme für die Erwachsenen als auch der Aufenthalt der Kinder - hat die organisatorische Vorbereitung durch Herrn Brombach bei getragen.
Von uns haben wir gesprochen: Wir haben uns so wohl gefühlt. Unsere Kinder, wir haben es schon erwähnt, fühlten sich im Blockhaus Ahlhorn auch sehr wohl. Wie gesagt, viel im Blockhaus und weniger in der Natur, denn , wir wissen es alle, auch in Ahlhorn haben wir es wiederum bestätigt bekommen: Der diesjährige "Sommer" ist ein "milder Winter", der viel Regen in die Ahlhorner Fischteiche brachte.
Gemeinsame Spiele mit Kindern und Eltern, Grillfeten und Ratespiele ließen den Regen schnell vergessen. Für eine Nachtwanderung und eine Lampionfahrt auf dem See standen zur Vorsicht genügend "Ostfriesennerze" gegen den Regen zur Verfügung.
Die Chronisten bedauern es sehr, daß an den Abenden beim Klönen vor dem Kamin, beim Grillen der Würstchen, beim Austausch von Erfahrungen und beim Diskutieren die Zeit viel zu schnell vergangen ist. Zu fortgeschrittener Stunde wurden auch dem Chorgesang positive Seiten abgewonnen. Trotz eines großen Übergewichts weiblicher Stimmen (26: 4) waren nach übereinstimmenden Aussagen Ahlhorner Bürger nur angenehme Baßbaritonlagen zu vernehmen. Zur Zeit wird an einer Satzung des "Bachwels-Chores" eifrig gearbeitet.
Es ist fast überflüssig zu schreiben, daß wir uns schon jetzt auf den nächsten Aufenthalt im Blockhaus Ahlhorn freuen.
Ohne Ausnahme sagen wir allen Dank, die es uns möglich gemacht haben, sowohl Arbeit als auch Freizeit in angenehmer Ausgewogenheit im Blockhaus Ahlhorn zu verbringen.
Lebenshilfe, Burgdorf / Frau Franke
(3.8-11.8.1979, 43 Teilnehmer)
Nach zweieinhalbstündiger Fahrt kamen die Teilnehmer voller Erwartung mittags in Ahlhorn an. Einige waren im März 1978 schon einmal zu einer Wochenendfreizeit dort gewesen und so war ihnen die Gegend nicht unbekannt. Gewohnt wurde in Zweibettzimmern. Die Zimmer waren bald verteilt, zumal die meisten sich schon vorher einig waren, mit wem sie zusammenwohnen wollten. Der Speise- und Aufenthaltsraum war diesmal der große Kaminsaal neben der Küche, was sehr günstig war, da das Geschirr nicht über den Hof getragen werden mußte.
Nach dem Mittagessen (das Essen war stets reichlich und gut und wurde mit großem Appetit verzehrt) wurden die Koffer ausgepackt und die Gegend erkundet. Große Freude hatten alle beim Rudern. Für die ganze Zeit standen den Teilnehmern mindestens zwei Boote zur Verfügung, und das wurde auch immer reichlich ausgenutzt.
Am Sonntag, dem 5.8.79, konnte die Gruppe an dem Gottesdienst der Konfirmandenfreizeit aus Wilhelmshaven teilnehmen. Der junge Pfarrer hatte den Gottesdienst ganz auf die Behinderten eingestellt, die mit Begeisterung dabei waren.
Viel Spaß machte allen eine abendliche Lampionfahrt auf dem Helenensee; da die Gruppe aus Wilhelmshaven mit einem Gitarrenspieler daran teilnahm, war sie ganz besonders gelungen. Die gegrillten Würstchen, vor der Lampionfahrt am Teich gegessen, schmeckten besonders gut. Für diesen Abend standen fünf Boote bereit, die von Eltern und Betreuern mit Lampions geschmückt worden waren.
Im Gelände des Blockhauses wurde viel gespielt, und es konnte im Helenensee gebadet werden, was einige sehr gern taten, andere scheuten vor dem moorigen Wasser zurück. Mit Begeisterung spielten alle - Männer wie Frauen - Fußball auf dem dafür vorgesehenen Platz. Auch ein kleines Geländespiel wurde organisiert. Verschiedenfarbige Bierdeckel mußten gesucht werden. Es waren drei Gruppen und drei Wege. Jede der Gruppen hatte eine andere Farbe. Am Zielpunkt stand der VW-Bus mit einer Betreuerin, die als kleinen Höhepunkt Eis verteilte.
An den Abenden beschäftigten sich die Teilnehmer mit Spielen, Basteln und Tanzen. Außerdem wurden Dias und Filme gezeigt. Den Eltern wurde der Film "Aber Lotti ist glücklich" über die erwachsenen Behinderten gezeigt und anschließend diskutiert.
Die Krönung der Freizeit war die Abschlußfete am letzten Abend. Gefeiert wurde beim Kaminfeuer in dem vom Festkomitee mit viel Liebe geschmückten Saal. Es gab eine Bowle und Salzgebäck, und man amüsierte sich blendend. Um 23.00 Uhr gingen alle müde und glücklich ins Bett.
Diese Freizeit hat allen - ob Behinderte, Angehörige oder Betreuer - viel Freude bereitet und wieder einmal bewiesen, wie sehr gerade unsere geistig behinderten Mitbürger für jede Abwechslung dankbar sind und mit welchem Eifer sie bei allen Veranstaltungen mitmachen.
Staatsbürgerliche Informationstage / Hptm. Busch
(1.10.-5.10.1979, 26 Teilnehmer)
Eine Woche lang hatten 25 Fallschirmjägerunteroffiziere aus den Standorten Lippstadt, Iserlohn und Wildeshausen Gelegenheit, die Gastlichkeit des Blockhauses Ahlhorn zu genießen. Das Losgelöstsein von der alltäglichen, dienstlichen Umgebung, weit weg vom Kasernenalltag gab die Möglichkeit zur Öffnung für die Thematik des Seminars. Kontakte zu anderen, ebenfalls zu Gast im Heim befindlichen Gruppen, ließen mehr aufkommen als bloßes miteinander wohnen; Freundschaften entstanden, die über die kurze Zeit des Hierseins fortbestehen werden. Der Dank der Unteroffiziere gilt der Leitung sowie dem Träger des Blockhauses Ahlhorn, denen es gelungen ist, in natürlich schöner Umgebung eine Oase der Ruhe zu erhalten, in der die dienstliche Veranstaltung erholsam werden konnte. (Hans Schnitzer, OTL)
Bildungsurlaub, Bremen / Herr Dannwolf
(1.10.- 5.10.1979, 18 Teilnehmer)
Burasl hosumuza cok gidiyor -
hier gefällt es uns gut, meinten türkische Jugendliche während einesBildungsurlaubs im Blockhaus. Im Rahmen eines einjährigen berufsbefähigenden Lehrgangs erwerben die Jugendlichen an der Allgemeinen Berufsschule grundlegende Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse in den Berufsfeldern Elektrotechnik und Metall. Sie haben außerdem Gelegenheit. den Hauptschulabschluß nachzuholen. Schwerpunkte des Bildungsurlaubs waren Gegenüberstellungen der Lebensformen in Familie und Gesellschaft in der Türkei und in Deutschland und Fragen der beruflichen Orientierung. Da das Wetter gut war, kamen auch Fußballspiel und Rudern nicht zu kurz. Der große Hunger danach wurde von der Küche unter Berücksichtigung türkischer Speise gewohnheiten hervorragend gestillt. (G. Dannwolf)
Mitarbeiter Ev. freik. Gemeinden / Frau Jelten
(19.10.-21.10.1979, 25 Teilnehmer)
Eigentlich sollte man viel mehr miteinander reden, viel mehr Erfahrungen miteinander austauschen!
Darum kamen auch 28 GBS-Mitarbeiter aus ev. freikirchl. Gemeinden Anfang Oktober in Ahlhorn zusammen. Und es kann für ein gutes Arbeitsgespräch kaum einen besseren Hintergrund geben als die Atmosphäre des Blockhauses, wozu nicht nur die einmalige Umgebung -diesmal in unvergleichlich goldener Herbstsonne - sondern entscheidend auch die vorzügliche Heimbetreung gehört.
Wenn Sie eben "GBS-Mitarbeiter" gelesen haben, darf ich erläutern, daß damit die Laien gemeint sind, die in "Gemeindebibelschulen" (= GBS) ihrer Ortsgemeinden als verantwortliche Gesprächs- und Gruppenleiter tätig sind. In der Arbeitsform der GBS sehen die Ev. freikirchl. Gemeinden (Baptisten) eine Möglichkeit, jedes Gemeindeglied zur persönlichen Arbeit mit der Bibel zu motivieren. Je nach Größe der örtlichen Gemeinde gibt es dort mehrere, meist altersmäßig sortierte GBS-Gruppen, die mit 10-20 Teilnehmern überschaubar und eine Arbeitsform ermöglicht, in der jeder einzelne gefragt ist. Die Gruppen tagen gleichzeitig, auch weitgehend die Kindergruppen, so daß das Angebot eine Gesamtschulung der ganzen Gemeinde bedeutet, möglichst am Sonntagmorgen in unterschiedlichen Räumen des Gemeindezentrums. Danach strömen alle zusammen in den Kirchenraum zum gemeinsamen Predigtgottesdienst. Genau genommen findet in solchen Gemeinden der Sonntagsgottesdienst von 9-11 Uhr statt, wobei in der 1. Stunde jeder einzelne in dem Lernrahmen der Gruppe mit Gottes Wort arbeitet und in der 2. Stunde von der Kanzel her auf Gottes Wort hört.
Wesentlich ist, daß jeder anhand von Bibel und einem GBS-Arbeitsheft sich schon irgendwann daheim auf das Gespräch der GBS vorbereitet, so daß er diese Vorarbeit mit einbringen kann am Sonntagmorgen. Es ist die Aufgabe des GBS-Mitarbeiters, durch geschickte Gesprächsführung den Bibeltext miteinander zu erarbeiten, dabei auch Gottes Wort auf unseren Alltag zu beziehen. Man wird Probleme, Lösungen, Erfahrungen dabei austauschen, Zuspruch, Hilfen durchsprechen und zusammen darüber beten. Langzeiterfahrungen mit GBS bestätigen, wie durch diese stetige Schulung an der Bibel "geistlich mündige" Gemeindeglieder erwachsen!
Es ist offensichtlich, daß die GBS-Mitarbeiter, da sie ja Laien sind, ihre Aufgabe nicht ohne entsprechende Zurüstung erfüllen können. Weitgehend finden sich die örtlichen GBS-Gesprächsleiter regelmäßig zusammen, um die GBS-Lektionen gemeinsam vorzubereiten, wobei methodische und theologische Anliegen überlegt werden. Hierbei sind die GBS-Mitarbeiter in ständigem Kontakt mit ihrem Gemeindepastor. Da die Arbeitsform der GBS sich in freikirchlichen Kreisen inzwischen bundesweit ausdehnt, treffen sich GBS-Mitarbeiter auf überörtlichen Ebenen zum Erfahrungsaustausch, zur Schulung und Planung.
Für die Nordwestdeutsche Vereinigung der Ev. frei kirchl. Gemeinden war die GBS-Arbeitstagung in Ahlhorn die erste ihrer Art. Daß sie der Anfang einer regelmäßigen Jahreseinrichtung werden möchte, war der spontane Wunsch aller Beteiligten: Frauen und Männer, von 20-70! - Die älteste Teilnehmerin, noch eine fröhlich engagierte GBS-Mitarbeiterin, schreibt: ". . . wie kurzweilig, wie dynamisch erschien mir die Zeit im Blockhaus, in der eine Fülle von Informationen in dem sorgfältigen Bemühen weitergereicht wurde, uns zu immer besseren GBS-Mitarbeitern zu schulen! Herzliches Miteinander, fröhliches Arbeiten, angenehmes Entspannen, - und alles im Blick auf den Herrn der Gemeinde, - ein kostbares Wochenende, unbedingt wert, im nächsten Jahr wiederholt zu werden!"
In Namen aller Tagungsteilnehmer ein herzliches Danke an das Blockhaus Ahlhorn! (Margarete Jelten)
|