Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1979: Blockhausbrief Nummer 23

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Erhört Gott mein Gebet?
Das ist im Blockhaus Ahlhorn möglich!
Vikare und Studenten im Blockhaus
Begegnungsstätte Kirche - Schule
Gedankensplitter eines Militärpfarrers
Warum soll ich zum Konfirmandenunterricht gehen?
Barsbütteler Tänze
Besondere Beobachtungen in Ahlhorn und im Gebiet der Ahlhorner Fischteiche... (Ornithologie)
Vorkommen der Schell- und Reiherenten im Gebiet der Ahlhorner Fischteiche...
Die Amphibien der Ahlhorner Fischteiche
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1978 bis 31.12.1978
Textentwurf für einen Blockhausprospekt
 
Fingerhüte vor der Jungenburg

Kurzbeiträge der Gäste
zwischen dem 1.1. und dem 31.12.1978


Soldatenfamilien, Ahlhorn / P. Gerken
(36 Teilnehmer, 14.1.- 15.1.)

Feldwebel und Unteroffiziere des FIaRakBtl. 25 waren mit ihren Familien ins Blockhaus gekommen. "Ist die Bibel auch heute noch Lebenshilfe?" Militärpfarrer Gerken sprach darüber, daß das Verstehen der Bibel heute besonders schwer ist. Das hat viele Gründe: Die Bibel ist kein Buch, sie ist eine ganze Bibliothek; sie ist einige Jahrtausende alt, und viele haben an ihr gearbeitet. Die Bibel hat wie kein anderes Buch die Menschheit geprägt und die Geschichte des Abendlandes bestimmt. Sie ist ein Stück unserer Geschichte; sie zu verstehen, bedeutet gleichzeitig auch, ein Stück unserer Welt und unseres Lebens zu verstehen.

Der Sonntag begann mit einem Familiengottesdienst. Danach folgte ein Referat: "Die Bibel - Gotteswort im Menschenwort." Wir haben gefunden, daß man dieses Buch nicht aus der Hand legen darf. Auch dem Zweifler und Ungläubigen erschließen sich in den Geschichten "Vom barmherzigen Samariter" oder "Vom verlorenen Sohn" Verhaltensweisen, nach denen zu leben lohnt.

Abgeschlossen wurde das Wochenende mit einem Gespräch, wie die Bibel für uns "Lebensberatung" sein kann. Für den Christen eröffnet sich im Menschenwort Gotteswort, das zum Leben ermutigt: "Fürchte dich nicht und dein Herz sei unverzagt" (Jesaia 7, Vers 4).


Soldaten, Ahlhorn / P. Gerken
(25 Teilnehmer, 23.1.-26.1.)

"Überlebensfragen - Entscheidungen heute für das Leben von morgen", darüber sprachen Soldaten aus Ahlhorn und Oldenburg mit ihren Militärpfarrern.

Zunächst referierte Militärpfarrer Hartwig Gerken über das Buch: "Überlebensfragen - Bausteine für eine mögliche Zukunft" von Klaus Müller (Radius-Verlag 1974). Für Klaus Müller steht der Mensch an der Zeitmauer des Überlebens. Das Weiterbestehen der Menschheit als neuartige Aufgabe wird zu einer ständigen Herausforderung für möglichst viele Menschen. - "Wege in der Gefahr" - so der Buchtitel von C. F. von Weizsäcker. Militärpfarrer Uwe Krüger zeigte die Gedanken und Lösungsmöglichkeiten auf, die der Physiker und Philosoph in seinem 1976 erschienenen Buch beschreibt. -

"Unser Planet wird geplündert!", darüber sprach Realschullehrer H. H. Rode aus Großenkneten. Nachdem Referate und Diskussionen neue Informationen und Einsichten gebracht hatten, fuhren die Soldaten zu einer Information zum Kernkraftwerk Esensham.

Die Rüstzeit wurde mit einer theologischen Besinnung über den Schöpfungsbericht beendet.


Soldatenfamilien, Wilhelmshaven / P. Rommel
(63 Teilnehmer, 3.2. - 5.2.)

Thema: Deutschland - was ist das?

Zu diesem Thema referierte ein erst vor kurzem aus der DDR ausgewiesener Pfarrer, der ein lebendiges Bild über das Gemeindeleben in der DDR zeichnete und auch über das Verhältnis der evangelischen Kirche zum atheistischen Staat berichtete. Ernste Gespräche folgten. Religiöse Besinnungen galten danach vor allem der Überlegung, ob es eine spezifisch deutsche Ausprägung des christlichen Glaubens gibt. Eine Exkursion zum Museumsdorf Cloppenburg schloß die Rüstzeit ab.


Soldatenfamilien, Oldenburg I / Dekan Müller
(84 Teilnehmer, 10. 2.- 12. 2.)

Die Tage der Familienrüstzeit vom 10. - 12. 2. 1976 standen unter dem Gesamtthema "Philosophischer Glaube und Religion". Dabei sollte herausgearbeitet werden, daß jeder Mensch von einem Glauben her lebt, jedoch häufig von einem, der im philosophischen Bereich anzusiedeln ist. Bei der Gegenüberstellung von philosophischem Glauben und praktizierter Religion sollte dann versucht werden, eine Antwort auf die Frage zu geben, ob solcher Glaube für unsere Lebensgestaltung ausreicht.

Während der Einstieg in das Thema zügig voranging, da hier eine große Anzahl praktischer Beispiele aus dem Alltag vorgetragen werden konnte, drehten sich die Rüstzeitteilnehmer bei der Kernfrage im Kreis. Auch bei einer zusätzlich angesetzten Diskussion, die ich leiten durfte, blieben noch Fragen offen.

Für mich war es die erste Rüstzeit und ich war eigentlich über die Bewältigung der Thematik etwas enttäuscht. Heute, nach der Teilnahme an mehreren Rüstzeiten, beurteile ich das anders. Dekan Müller hat in seinem Beitrag zum Blockhausbrief [19]77 geschrieben: "Meine Erfahrung geht dahin, daß Lebensnähe und Gestaltungskraft des Wortes Gottes von den Teilnehmern einer Rüstzeit doch immer wieder gespürt werden . . ., aber die theologische Reflektion dessen, worum es jeweils thematisch bei einer Rüstzeit geht, also die Beschäftigung mit Fragen des Glaubens und des Lebens, kaum möglich ist." (Ludwig Rave)


Soldaten, Ahlhorn / P. Gerken
(21 Teilnehmer, 13.2.-14.2.)

"Soldat und Kirche", unter diesem Thema waren Soldaten des Stabes des Hubschraubertransportgeschwaders 64 ins Blockhaus gekommen. Nach der Morgenandacht sprach Militärpfarrer Gerken in einem Referat "Kirche 1980" über Perspektiven der Zukunft unserer Kirche. Hat die Geschichte der Kirche mit einem unerhörten Durchbruch der Hoffnung vor 2000 Jahren eingesetzt, so wird auch für die Zukunft der Kirche der Gedanke der Hoffnung die entscheidende Kraft sein, die die Kirche am Leben erhält: das Vertrauen auf die Kraft ihres Herrn und auf die Zusage, daß er bei ihr sei bis ans Ende der Welt.

Am Nachmittag entzündete sich eine lebhafte Diskussion zum Thema: "Wenn Jesus jetzt unter uns lebte - der biblische Christus und der historische Jesus". Der frühere Militärdekan Johannes Töllner hielt nach einer lsraelreise einen Lichtbildervortrag: Ich saß am See Genezareth - auf den Spuren Jesu.

Zum Abschluß der Rüstzeit fuhren die Soldaten nach Wildeshausen. Herr Küster Siemer hielt einen Vortrag über die Wildeshauser Alexanderkirche. Mit einer Andacht im Chorraum der Kirche klang die Rüstzeit aus.


Soldaten, Wilhelmshaven / P. Rommel
(17 Teilnehmer, 14. 2.)

Thema: Deutschland, - was ist das?

Das Selbstverständnis der Deutschen stand im Mittelpunkt der Diskussion, das Verhältnis zur Geschichte ebenso wie die Frage nach der Gestaltung der Zukunft. In der Mittagspause ergab sich für die teilnehmenden Soldaten die Gelegenheit, die Umgebung des Blockhauses bei Schnee und Eis zu erwandern.


Soldaten, Wilhelmshaven / P. Rommel
(40 Teilnehmer, 15. 2.)

Thema: Auf Gemeinschaft angewiesen - Gastarbeiterfamilien in Nordwestdeutschland

Wir kamen erst zum Mittagessen nach Ahlhorn, denn wir waren am Vormittag zu Gast bei Herrn Papadimitriou im Zentrum für griechische Gastarbeiterfamilien in Hude. Die interessanten Einblicke in die Situation griechischer Gastarbeiterfamilien in Nordwestdeutschland bestimmten auch die Diskussion am Nachmittag im Blockhaus. Gewonnene Eindrücke wurden vertieft, manches heimliche Vorurteil revidiert.


Soldatenfamilien, Oldenburg I / Dekan Müller
(46 Teilnehmer, 3. 3.- 5. 3.)

Auf der Rüstzeit vom 3. - 5. März .1978, die unter das Gesamtthema "Humanismus und Christentum" gestellt war, traf sich ein großer Teil der Familien der vorangegangenen Rüstzeit wieder. Es konnte dann auch relativ schnell erarbeitet werden, daß die Humanwissenschaften den Menschen nicht bis ins Letzte deuten und auch die Fragen nach Glückstreben und der Überwindung von Schuld und Leid nicht erschöpfend beantworten können. Es fiel dann aber auch hier schwer, in der zur Verfügung stehenden Zeit den Unterschied zum Christentum klar herauszuarbeiten. Bei der Erarbeitung meines zu dem Thema gehörenden Referats "Melanchthon als Humanist und Christ" ist mir deutlich geworden, daß ich so gut wie keine theologischen Vorkenntnisse besitze. So muß es schwerfallen, einen festen Standpunkt in Fragen des Glaubens zu finden. Den anderen Rüstzeitteilnehmern wird dies bei der Erarbeitung der beiden Themenkreise ähnlich zu Bewußtsein gekommen sein.

Ich meine, diese Erkenntnis sollte Ansporn sein, sich mit den Fragen des Glaubens und Lebens häufiger zu beschäftigen als wir es gemeinhin tun; und wo könnte man das u. a. besser als auf Familienrüstzeiten in Ahlhorn - fern von der Alltagsroutine, wissend, daß die Kinder in guten Händen sind und rührige Blockhauseltern sowie alle Mitarbeiter für eine freundliche Umgebung sorgen. (Ludwig Raue)


Konfirmanden, Großenmeer / P. Qualmann
(47 Teilnehmer, 6. 3.- 9. 3.)

Konfirmandenfreizeit der Kirchengemeinden Großenmeer und Oldenbrok. Fast 50 Jungen und Mädchen aus den beiden Kirchengemeinden verbrachten nicht nur schöne - und teils aufregende - Tage im Blockhaus, sondern arbeiteten auch, zunächst etwas unwillig, dann aber sehr intensiv zum Thema "Abendmahl" und an der unbequemen Frage "Weshalb lasse ich mich eigentlich konfirmieren?"


Soldatenfamilien, Wilhelmshaven / P. Rommel
(67 Teilnehmer, 10. 3.- 12. 3.)

Thema: Sind Terroristen Weltverbesserer?

Das Thema spitzte sich in den Referaten und Aussprachen rasch auf die Frage nach lebenswerten Entwürfen für die Zukunft zu, wobei durchweg deutlich wurde, daß die Frage nach gemeinsamen Grundwerten und Überzeugungen sowie deren mögliche Verwirklichung durchaus nicht einheitlich beantwortet werden kann. Es wurde auch sichtbar, daß manche junge Menschen auf der Suche nach einer besseren Welt ungewohnte, manchmal kriminelle Wege beschreiten. Daß mancher auch aus der Realität in eine Traumwelt zu flüchten versucht, machte in erschreckender Weise ein Referat der Leiterin der Drogenberatungsatelle "Rose 12" in Oldenburg deutlich.


Soldaten, Ahlhorn / P. Gerken
(29 Teilnehmer, 16. 3.)

Die Teilnehmer eines Unteroffiziers-Lehrganges aus Diepholz waren zu einem Rüstzeittag unter Leitung von Militärpfarrer H. Gerken ins Blockhaus gekommen, um über das Problem "Macht und Gewalt" miteinander zu diskutieren.

Als Einstieg in die Diskussion wurde die Verfilmung der Kleistschen Novelle "Michael Kohlhaas" gezeigt. Die Aufgabe des Soldaten, Frieden auch mit dem Dienst an der Waffe zu erhalten, nötigt die Militärpfarrer immer neu, mit dem Soldaten über das Problem der Macht und Gewalt nachzudenken. Daß Christen, mit Machtmitteln dieser Welt umgeben und im Auftrage des Staates, gegebenenfalls Gewalt ausüben müssen, zwingt sie dazu, ihr Handeln zu begründen und vor Gott zu verantworten.


Christl. Technikerbund, Bremen / Herr Meskemper
(110 Teilnehmer, 17. 3.-19. 3)

Schon zweimal haben sich Freunde, Gäste und Mitglieder des "Deutschen Christlichen Techniker-Bundes" mit ihren Familien im Blockhaus Ahlhorn getroffen. Das Haus und seine Umgebung bieten für Familienfreizeiten geeignete Voraussetzungen. Darum zieht es die Christlichen Techniker auch immer wieder dahin.

Christliche Techniker -? Manche vermuten dahinter Mitglieder einer Krankenkasse, aber das sind sie nicht. Doch geht es hier auch um Gesundheit, um Gesundheit der Seele. Christliche Techniker kommen unter der Obhut dessen zusammen, der gesagt hat: "Ich bin der Herr, dein Arzt". Seitdem man die Zusammenhänge zwischen Leib und Seele erkannt hat, weiß man um psychosomatische Erkrankungen. Der bekannte Psychologe C. G. Jung hat erklärt: "Wenn der Mund schweigt, schreien die Organe". Was ist also wichtiger als die Gesundung der Seele.

Der Deutsche Christliche Techniker-Bund ist eine missionarisch arbeitende Gruppe an Fachhochschulen in Deutschland und ist angeschlossenes Mitglied des CVJM. Er arbeitet so wie die Studentenmission Deutschlands an den Universitäten. Seine Gründer waren vor genau 75 Jahren Studenten der polytechnischen Lehranstalten. Sie, gaben sich in Studentenbibelkreisen eine feste Form. Viele Mitstudenten haben auf diese Weise den Weg zu Jesus Christus gefunden. Der Schreiber dieser Zeilen hat während seines Studiums 1954 in Lage/Lippe Zugang zu diesem Kreis gefunden.

Die deutsche Zentrale ist in Korntal-Münchingen bei Stuttgart.

Viele dieser betreffenden Studenten nahmen später ihre Familien mit in den Kreis hinein und verlebten gemeinsame Wochenendfreizeiten. An dem Familiennachmittag beteiligten sich Eltern und Kinder an den Wettkämpfen und Spielen auf dem Sportplatz vor den Hütten unter der bewährten Leitung von Frau Erhard aus Brake/Lemgo.

Worüber sprechen Christliche Techniker miteinander, wenn sie zusammenkommen? Zuerst einmal über Texte der Bibel. Meistens gibt ein Pastor eine Einleitung zum Thema. Im Frühjahr 1978 war es Pastor Weber aus Wilhelmshaven, der ausgewählte Psalmen auslegte. Das Gesangbuch des Volkes Israel, der Psalter, bleibt eine unerschöpfliche Quelle für Menschen aller Zeiten. Heute spräche man von Sozial- und Psychohygiene. Aber wird damit den Menschen geholfen?

Der Mensch gesundet nicht durch gesunde Lebensweise allein, sondern auch durch die Wiedergeburt aus dem Geist Gottes. Nur in der rückhaltlosen Bindung an seinen Schöpfer wird der Mensch, was er sein soll: das Ebenbild Gottes. Aber der' Weg mit Gott ist kein Spaziergang, das wußten schon die Psalmisten.

Im Psalm 13 klagt David über innere und äußere Not des gläubigen Menschen. Wer sich zu Christus bekennt, hat es schwer. Freunde wenden sich ab. Aber Gott ist dennoch da. Solange es darum geht, Ausbeutung anzuprangern, Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen, findet man Mitstreiter. Wer die Heilsbotschaft Jesu Christi verkündet, bleibt oft allein. In der Gemeinschaft kann der Mensch im Glauben gestärkt werden.

Während der Wochenendrüstzeit haben wir weitere aktuelle Themen behandelt: gesellschaftspolitische Probleme, die tief in unser Privatleben hineingreifen, z. B. die Schulreform mit all ihren Folgen, ,Der Christ in der Konfrontation mit der neuen Schule" oder "Der Mensch im Griff" (ein Beitrag zur Gruppendynamik).

Auch die Auseinandersetzung zwischen Evolution und Schöpfung, Raumfahrt und Auswirkung der Mikroelektronik beschäftigen uns. So suchen Christliche Techniker in geistigen und geistlichen Fragen nach Wegweisung.


Bildungsurlaub, Oldenburg / Herr Kern
(32 Teilnehmer, 28. 3. -31. 3.)

Für wen wird eigentlich humanisiert? - diese Frage, die als Gesamtthema und Leitfaden für das Bildungsurlaubsseminar gegeben ist, wurde bei der Vorbereitung dieses Seminars gestellt.

Dies ist nicht nur eine rhetorische Frage. Es gibt unterschiedliche Vorstellungen zur "Humanisierung der Arbeit". - In welchem Umfang werden neben den Verbesserungen am Arbeitsplatz z. B. Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt, die einen Arbeitsplatzverlust zur Folge haben können oder die psychische Belastung zu einem erneuten Problem werden lassen. Es ergibt sich die Frage, welche Möglichkeiten in unserem hochindustrialisierten Wirtschaftssystem bestehen, die Achtung des Menschen und die, wirtschaftlichen Zwänge zu verbinden.

Programm: - Humanisierung der Arbeit - aus der Sicht der Teilnehmer.
Humanisierung und Rationalisierung am Fallbeispiel
Humanisierung - Menschenwürde im Betrieb
Humanisierung - Folgerungen und Umsetzungsmöglichkeiten für die Teilnehmer

(Ulrike Ewald, Rüdiger E. Jentsch, Friedrich Kern)


Irische Forststudenten / Herr v. Carlowitz
(9 Teilnehmer, 9. 4.- 11. 4.)

Sehr geehrter Herr von der Dovenmühle!

Die irischen Forststudenten, die Sie freundlicherweise am 9. 4. 1978 im Blockhaus aufgenommen haben, befanden sich auf einer Studien-Reise durch Norddeutschland. Im hiesigen Raum wurden ihnen vor allem Probleme der Aufforstung nach dem Sturm vom 13.11.1972 sowie eines abgetorften Moores vorgeführt. Außerdem waren die Studenten noch in der Lüneburger Heide und im Harz, wo es um Naturschutz, Aufforstung nach den Großbränden von 1975 und schließlich um ganz normale Forstwirtschaft ging.

Ihnen nochmals herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme.

Mit freundlichem Gruß

Bode


Lebenskundliches Seminar, Jever / P. Rommel, P. Stohldreiher
(34 Teilnehmer, 20. 4. -21. 4.)

Thema: Innere Sicherheit - eine Frage der Moral?

Ein Vertreter der Polizei nahm Stellung zum Thema Innere Sicherheit und zum Thema Staatsschutz. Neben dem Einblick in die polizeiliche Praxis ging man in Diskussionen vor allem der Frage nach der ethischen Begründung der Staatsgewalt nach.


Familienfreizeit, Oldenburg / P. Qualmann
(48 Teilnehmer, 29. 4.- 1. 5.)

"Ich hab Zeit, für mich selbst, für andere!"

Mit anderen Familien einige Tage zusammen zu verbringen, miteinander zu spielen, zu feiern und ins Gespräch zu kommen, ist heute für viele Familien sehr attraktiv geworden. So konnten wir mit einer großen Gruppe zu einem "verlängerten Wochenende" ins Blockhaus fahren. Das Programm war sehr abwechslungsreich, es gab ein großes Geländespiel mit Wettrudern ebenso wie Vorlesestunden am offenen Kamin. Unser Thema lautete: Ich habe Zeit für mich selbst, für andere. Die Atmosphäre im Blockhaus und die ganze Umgebung werden dabei geholfen haben, daß gute Gespräche gelungen sind.

Eine Familienfreizeit stellt hohe Anforderungen auch an das Heim und die Menschen, die darin arbeiten. Aus Erfahrungen und Vergleichsmöglichkeiten ist mein Urteil erwachsen, wenn ich meine, daß das Blockhaus und seine "Besatzung" gute Voraussetzungen dafür bieten, daß eine Familienfreizeit gelingen kann.

Wir haben während dieser Tage zu unserem Thema gemeinsam einen Gottesdienst vorbereitet und hatten das Glück, ihn zusammen mit einer Chorgruppe von Herrn Enders feiern zu können. Ich denke, der Gottesdienst war wichtig für uns, vielleicht auch für die Atmosphäre und das Miteinander verschiedener Gruppen im Blockhaus.


Klausurtagung f. Pastoren, Kreis Elsfleth / P. Wiepken
(11 Teilnehmer, 2. 5.- 3. 5.)

Klausurtagung des Pfarrkonvents des Kirchenkreises Elsfleth. Die Pfarrkonvente unserer Kirchenkreise tagen in der Regel einmal im Monat an einem Vormittag, der von den Pastoren häufig genug nur mit Mühe von anderen Terminen freigehalten werden kann. Die Pastoren des Kirchenkreises Elsfleth wollten sich einmal Zeit nehmen, füreinander und für viele wichtige Probleme in ihrer Arbeit. Im Blockhaus gelang ein ausführliches und sehr persönliches Gespräch, das vielen lange in Erinnerung bleiben wird. (P. Qualmann)


Ev. Familien, Obenstrohe /P. Jürgens
(29 Teilnehmer, 12. 5.- 15. 5.)

"Auf der Suche nach dem Ich" so hieß das Thema dieses Wochenendes. Die Teilnehmer, Gemeindeglieder aus der Gemeinde Obenstrohe, haben das Thema vorbereitet für den Konfirmandenunterricht. Jeder der Mitarbeiter leitet eine sog. Kleingruppe, die sich für eine begrenzte Zeit, nämlich zwischen Sommer- und Herbstferien trifft, in der Regel im Haus des Gruppenleiters. Da wird dann diskutiert, zugehört, gespielt, gemalt und so das Thema erarbeitet. Das muß gut vorbereitet werden, und dazu dienten diese zwei Tage. Daß wir als Gruppenleiter selbst sehr viel dabei lernen, ist ein erwünschter Nebeneffekt.


Amphibien-Freizeit, Vechta / Herr Wadehn
(20 Teilnehmer, 16. 5. -19. 5.)

Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e. V. (BSH) führt in jedem Jahr mehrere Jugendfreizeiten durch, die in ökologisch interessante Gebiete führen. Dabei geht es uns darum, den Jugendlichen die Vielfältigkeit der Tier- und Pflanzenwelt zu zeigen, sie in ökologische Problemstellungen und Arbeitsweisen einzuführen und ihnen Möglichkeiten und Methoden des Naturschutzes und der Landschaftspflege nahezubringen.

Im Mai 1978 waren wir mit einer Gruppe von 10-12jährigen Kindern im Blockhaus Ahlhorn zu Gast. Das Ahlhorner Teichgebiet ist aufgrund seiner abwechslungsreichen Landschaft ein bevorzugter Lebensraum für eine Reihe von Tier- und Pflanzenarten, die wir an anderen Stellen im nordwestniedersächsischen Raum sonst nicht mehr antreffen. Auf einer frühmorgendlichen Führung konnte uns Herr Pichler aus Ahlhorn z. B. die seltene Schellente (Bucephala clangula), die im Ahlhorner Teichgebiet auch brütet, zeigen.

Außerdem sahen wir einen Habichthorst, der wenige Tage zuvor von Eierräubern ausgenommen worden war.

Den Schwerpunkt unserer Untersuchungen bildete die Beschäftigung mit der reichen Amphibienfauna des Gebiets. In Tag- und Nachtexkursionen entdeckten wir viele verschiedene Lurcharten. Besonders eindrucksvoll erschienen Laubfrosch und Kreuzkröte, wenn man das Glück hat, sie bei ihren Rufen zu beobachten. Dabei blähen sie ihre kehlständige Schallblase so gewaltig auf, daß sie ein mehrfaches der Kopfgröße erreicht. Besonders an warmen Maiabenden kann man im Teichgebiet ein ohrenbetäubendes Konzert dieser Lurche vernehmen. Wir bekamen aber auch sehr scheue und unauffällige Arten zu Gesicht. Dazu gehören der Kammolch und die Knoblauchkröte, die nur in der Nacht anzutreffen ist, da sie sich am Tage tief in die Erde eingräbt. Daneben beschäftigten wir uns mit der Kleinlebewelt der Teiche. Wegen der hervorragenden Wasserqualität können sich viele Planktonarten entwickeln. So sahen wir unter dem Mikroskop und Binokular verschiedene Wasserfloharten und eine solche Anzahl von Algenarten, daß wir sie nicht alle identifizieren konnten. Bemerkenswert ist auch der Fund von Süßwasserschwämmen an Schilfhalmen und auf Steinen. Diese Organismen sind als Indikator für eine langfristig gute Wasserqualität anzusehen.

Leider blieb uns jedoch auch nicht verborgen, daß die Fischteiche einer Reihe von Bedrohungen ausgesetzt sind. So ist z. B. geplant, die Abwässer eines Streckenabschnitts der neuen Autobahn in die Lethe einzuleiten. Dieses Vorhaben muß unbedingt verhindert werden, da die Abwässer eine vorher nicht abzusehende Belastung mit Schadstoffen aufweisen, die die Lethe erheblich verschmutzen werden. Dies würde das Verschwinden vieler sehr empfindlicher Tier- und Pflanzenarten unweigerlich nach sich ziehen. Die Lethe ist heute noch einer der ganz wenigen Flüsse in Norddeutschland, die erst einen sehr geringen Verschmutzungsgrad aufweisen.

Können wir es uns leisten, auch dieses letzte naturnahe Feuchtgebiet noch zu zerstören?

Neben unserer "Arbeit" blieb uns selbstverständlich auch noch Zeit zum Spielen und Toben. Dabei wurden die Boote des Blockhauses von den Kindern begeistert genutzt. Verlockt durch die hohen Lufttemperaturen wagten einige Mädchen und Jungen sogar den Sprung in die Teiche. Leider war die Wassertemperatur aber noch zu gering, so daß sie schnellsten wieder den Rückzug antraten.

Bei der Schlußbesprechung erklärten alle Teilnehmer übereinstimmend daß ihnen die Freizeit viel Spaß gemacht habe und sie gern noch einmal in das Blockhaus zurückkehren möchten. (Antje und Fritz Wadehn)


Soldaten, Ahlhorn /P. Gerken
(30 Teilnehmer, 22.5. -25.5.)

Militärpfarrer Gerken hatte Soldaten des FlaRakBtl. 25 zu einer Rüstzeit ins Blockhaus eingeladen. "Mit Konflikten leben", damit setzte man sich während der Rüstzeit auseinander. In einer Gruppenarbeit wurden Erfahrungen mit Konflikten gesammelt. Ziel der Rüstzeitarbeit ist es, nicht nur Informationen weiterzugeben und Wissen sammeln zu lassen. Für das Gelingen der Rüstzeit ist es von Bedeutung, ob Kommunikation zustande kommt, die kritisches Nachdenken und kontroverse Meinungen respektiert und als Impuls für eigenes Weiterdenken aufnimmt. Gerade das Gespräch und die Diskussion in der kleinen Gruppe begünstigen die eigene Urteilsfähigkeit. An drei Konfliktfeldern: "Ideologie-Konflikt Ost-West, Konflikt: Soldatsein - Christsein und Konflikt: der Einzelne und die Gruppe" wurden vom Militärpfarrer Gerken und Militärpfarrer Krüger Konflikte des Soldaten aufgezeigt. Ein Gottesdienst, der das Thema noch einmal aufgriff, beschloß die viertägige Rüstzeit.


Schulzentrum, Bremen / Herr Pomtow
(33 Teilnehmer, 22.5.- 26.5.)

Klassenfahrt nach Ahlhorn - oder Mutmaßungen über einen geheimnisvollen, aber guten "genius loci"

Meine 6. Gymnasialklasse aus Bremen-Blumenthal kannte die Landschaft um die Ahlhorner Seen von einem Tagesausflug aus dem Vorjahr - wir hatten dort einen langen Tag lang Indianer gespielt, mit Verkleidung, indianischen Namen und allen Schikanen - und es war ein voller, erlebter Tag gewesen. So hatte es auch gar keine Diskussion um ein Klassenfahrtziel gegeben, falls wir 1978 verreisen durften.

In der Woche, die auf die Pfingstwoche folgen würde, bot uns Ahlhorn für 5 Tage Quartier, falls wir bereit seien, die letzten Tage der Pfingstferien dran zu geben. Für die Kinder war das gar keine Frage, und ich muß gestehen, für mich auch nicht, denn ich habe eine ganz prächtige Klasse.

Der Wetterpfarrer in "Hör zu" hatte für die Ferienfahrtentage Regen prophezeit, danach sollte es besser und sogar heiß werden. Und er sollte recht behalten, es regnete zunächst erbarmungslos, und wenn es nicht regnete, dann war die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent. Als wir abfuhren, wurde es heiß, unerträglich heiß, und die Klassen, die mit dem ersten Schultag gefahren waren und eine Woche fortblieben, die erlebten in diesen Tagen den Sommer 1978, bevor er sich dann für Monate zurückzog. Trotzdem waren unsere Tage in Ahlhorn herrlich, wenn auch nichts mehr trocken wurde, die Heizungen in dem Tagesraum einer Großgarderobe glichen. Natürlich fiel auch der eine oder andere in den See, auch bei Regen.

Aber eine Klassenfahrt ist eigentlich etwas Belangloses, kaum Erzählenswertes für unbetroffene Dritte. Doch etwas ist an Ahlhorn, das scheinbar Nebensächliches mitteilenswert macht. Ahlhorn hat einen "genius loci", der hier vieles anders, ursprünglicher sein läßt; Fahrten nach Ahlhorn unterscheiden sich von Klassenfahrten in Jugendherbergen. Ich habe viele und schöne Klassenfahrten durchgeführt, die in Jugendherbergen ihr Stammquartier hatten, Ahlhorner Tage waren immer intensiver. In Ahlhorn bestimmt zunächst die Landschaft. Da lockt der Wald, ruft der See, wird es abseits vom Wege schnell abenteuerlich, und das Abenteuer wirkt wieder zurück bis auf die Insel mit den Häusern, die zum Teil ein Stück des Waldes zu sein scheinen, Ich war immer am liebsten in den Blockhütten, sie stehen Klassen leider nicht mehr zur Verfügung!

Ahlhorn ist ein Stück unmittelbar herausfordernder Natur, drei Schritte vom Zimmer entfernt, Klaus sinkt im Moor ein, Martin rutscht beim Überwinden eines Baches vom Baumstamm ins Wasser und färbt sich braun. Heike läuft barfuß durch Brennesseln und über Äste und Steine und meutert nicht, schreit nicht einmal. Keiner ist dort zimperlich. Schnell toben am See Wasserschlachten, keiner achtet mehr darauf, was er gerade anhat. Wenn ich nach Ahlhorn fahre, dann bedeutet das immer die Vorwarnung an die Eltern: "Eure Kinder kommen ungeheuer dreckig wieder nach Hause!"

Ahlhorn ist aber auch Stille, Hocken am Wasser, Lauern auf Tiere; Versuche, Frösche zu überlisten; ein Sichaufmachen zu einsamer Pirsch, Schweigen zum Plätschern der Ruder, wenn der Kahn in die Abenddämmerung oder den Morgennebel taucht.

Ich will eigentlich über unsere Ahlhornfahrt im Regen des letzten Sommers berichten, aber ich stelle immer wieder fest, ich kann gar nicht vor einer Ahlhornfahrt erzählen; es mischen sich viele Begegnungen mit der Landschaft, dem gastlichen Blockhaus - das in Gefahr gerät, vielleicht etwas zu groß und zu komfortabel zu werden - und mit meinen Klassen und mir. Dort ist das Zusammensein zwischen den Kindern und mir besonders tief gewesen, dort waren die Mädchen und Jungen am unverfälschtesten rauhbeinig und zärtlich zugleich, am stärksten sie selbst und am natürlichsten Kind. Nichts lenkte ab, lockte oder versuchte den Städter; der "Geist" von Ahlhorn verlangt ganze Hingabe, wenn der Gast mit der Landschaft und der Konzentration auf sich selbst fertigwerden will. Und sie nehmen die Herausforderung an, meist vom ersten Augenblick an, immer nach ein paar Stunden oder Tagen. Vielleicht verbringen Kunst- und Musiklehrer deshalb hier besonders gerne musische Arbeitstage oder -wochen.

Ich fahre gern nach Ahlhorn, ich tanke dort auf, selbst, wenn ich für 30 und mehr' Kindern zur Stelle zu sein habe. Ich schreibe das jenem unsichtbaren, aber immer vorhandenen Geist zu; möge er nie vertrieben werden! (Eberhard Pomtow)


Konfirmanden, Eversten / Frau Mohr
(17 Teilnehmer, 26.5.-28. 5.)

"Dort am Wald ist großer Ball", so beginnt ein Quodlibet; in fünf gleichzeitig gesungenen Versen entfaltet sich da das bunte Treiben der Wiesenblumen und Insekten. Die 15 kleinen Sänger des Kinder-Singkreises Eversten-Süd, 5 Jungen und 10 Mädchen zwischen 8 und 11 Jahren, schafften das laut und leise, stakkato und "schmalzando" und gesummt - es wurde der Freizeitschlager. Kann sich einer von denen, die dies lesen, noch zurückversetzen auf seine eigene allererste Freizeit? Denn für diese Kinder war es das erste Mal, daß sie eine mitmachen durften, für manche das erste Schlafen im fremden Bett, ohne die Eltern in der Nähe zu wissen. Diese Spannung: mit wem komme ich in ein Zimmer? Wie ist das wohl im Doppelstockbett? Und alle die Besonderheiten der "Jungenburg": ein richtiger Kamin, ein Nebenausgang aus dem Mädchenzimmer, ein "Verlies" für Gefangene beim Geländespiel unter der Terrasse! Der ganz große Clou: natürlich das Bootfahren und die Erforschung der Inseln im Helenensee!

Ein bevorstehendes Gemeinde-Sommerfest stellte dem Singkreis auch eine Aufgabe: "Kirchbau" sollte anschaulich werden. In drei Gruppen füllten die Kinder jeweils eine auf Plakatkarton gemalte Kirche mit "Bausteinen" aus: in drei verschiedenen Farben, was an Gegenständen in eine Kirche gehört, was es an unsichtbarem Zubehör gibt und welche Menschen hineingehören. Daß auch der eigene Name auf einen Baustein geschrieben und eingebaut wurde, war jedem Kind sehr wichtig. Nun verstanden alle das Lied besser, was wir beim Gemeindefest singen wollten: "Die Kirche ist . . . kein Haus aus toten Steinen". - Die Freizeit hatte ein kleines familiäres Nachspiel, wie mir die Mutter von Christine und Peter berichtete. Christine trällerte den ganzen Tag die alten und die neugelernten Lieder vor sich hin, besonders das "Waldkonzert". Peter dagegen wurde immer stiller und trübsinniger, den Eltern ein Rätsel. Schließlich raunzte er seine Schwester an: Hör doch endlich mit dem blöden Lied auf! Als die Mutter in ihn drang, was denn los sei, ob es ihm denn nicht auf der Freizeit gefallen habe, kam es schluchzend heraus: "Immer, wenn Christine das Lied singt, muß ich an Ahlhorn denken. Es war so wunderschön . . . !"


Soldatenfamilien, Wilhelmshaven / P. Rommel
(60 Teilnehmer, 26.5. -28.5.)

Thema: Gastarbeiterfamilien in Wilhelmshaven

Wie leben eigentlich türkische Familien in Wilhelmshaven - in unmittelbarer Nachbarschaft? Ein türkisches Lehrerehepaar aus Wilhelmshaven berichtete aus seiner Arbeit. Von diesem Wochenende sollte ein Anstoß zu besserem Verstehen ausgehen - manche Nachwirkung dauert bis heute. Eine Exkursion nach Hude zum Zentrum für griechische Gastarbeiterfamilien ergänzte das Bild.


Schule, Oldenburg-Etzhorn / Frau Gröning
(42 Teilnehmer, 10.7.- 14.7.)

Unser Etzhorner lndianerlied - entstanden im Blockhaus Ahlhorn

1)
Wir sind die Kinder aus Etzhorn,
wir haben viel gelernt,
von den Indianerkindern,
die ganz ähnlich und doch anders sind.
In den Tipis von Ahlhorn
lebten wir so wie sie,
die Pflanzen und Tiere des Waldes
waren Brüder und Schwestern für uns.

2)
Die Umwelt ist uns feindlich
Straßen überall,
die Wälder werden getötet,
die Natur bringt man zu Fall.
Indianer aber wissen,
daß sie sind ein Teil der Natur.
Sie können nicht herrschen darüber,
sonst schaden sie sich nur.

Refrain:
Die Farbe der Haut interessiert uns nicht
wir wollen leben, was uns entspricht,
wir wollen lernen, was uns gefällt
von allen Kindern der ganzen Welt.

Indianerleben im Blockhaus - Tagesprotokolle

1. Tag - 10. 7. 1978
Um 8.30 Uhr fuhren wir, eine muntere Schar, die Klasse 3 der Grundschule Etzhorn, zusammen mit 8 Studenten aus Berlin-Kreuzberg ins Indianerreich nach Ahlhorn.
Im Blockhausgelände staunten wir über die vielen Seen, den großen Wald und die zahlreichen Blockhäuser. Wir Indianerstämme richteten uns zunächst "häuslich" ein.
Am Nachmittag gingen die Bären, die Adler, die Biber und die Büffel auf große Schnitzeljagd. Viele Botschaften fanden sie an den Wegen, und irgendwo entdeckten sie dann einen Schatz. Gegen Abend trafen sich alle am Feuer auf dem Sandplatz wieder. Dort gabs heiße Würstchen, Kartoffelsalat und Brote.
Die Abendsonne beschien uns und machte unsere selbstbemalten Hemden nur noch schöner, als wir bei Trommel- und Flötenmusik unsere Indianertänze aufführten.
Die Hauptsache des Abends war dann die Nachricht des "großen Geistes", der uns alle für würdig befand, uns in den Stamm der Indianer aufzunehmen und uns einen neuen Namen gab.
Wir hockten uns nacheinander vor dem Häuptling "Schönes Wetter", das war Frau Gröning, auf die rote Decke und erfuhren, daß wir nun andere schöne Namen bekamen.
Am ersten Abend gab es im Bett noch SOOO viel Aufregendes zu erzählen, daß wir erst spät Ruhe fanden. Aber das macht Indianern fast gar nichts aus!
Übrigens: vom Fernsehen sprach keiner!

2. Tag
Auch am 2. Tag weckte uns der Sonnenschein - manche zu früh, besonders bei den Jungen im Gartenhaus.
"Brauner Bär" krabbelte schon um 5.00 Uhr aus seiner Höhle. Nach dem Frühstück hielten die Jungen und die Mädchen getrennt Rat, wie das Schlafen bei den Indianerkindern fortan besser klappen könnte.
Der Vormittag verging schnell. Wir ruderten wieder und schrieben einen Kartengruß nach Hause. Nachmittags ging es mit Stricken, Draht, Sägen, Messern, Bellen und Proviant in alle Himmelsrichtungen; nur durfte keine Sippe von anderen erfahren, wohin sie lief, um an versteckter Stelle ihr Tipi (eine Hütte aus Pfählen, Stöcken und Blättern) zu bauen -Stundenlang waren alle Indianer schwer beschäftigt und schleppten, vertauten, flochten und bauten. Einige Sippen hatten bis zum Abendbrot ihre "Totems", das sind Schutzgeister für die ganze Sippe, bereits fertig. Alle waren sehr verschwiegen und versuchten, durch listige Fragen herauszufinden, wo denn wohl die "Adler", "Biber", "Bären" oder "Büffel" ihre Tipis gebaut hätten.
Kurz vorm Abendbrot nahmen fast alle Kinder ein wohlverdientes Bad im Helenenteich, brachten danach viel Appetit mit und stürmten nach der Abendmahlzeit wieder los, um "Totems" anderer zu rauben.
Das glückte den "Bibern" bei den "Adlern". Ganz stolz kamen drei Späher mit dem geschnitzten Adler an und versteckten ihn in ihrem Tipi.
Morgen beginnt nun der große Krieg. Alle Stämme werden in Kriegsbemalung losziehen, um den geraubten Totem zurückzugewinnen.
Übrigens: Das Fernsehen entbehrten wir nicht.

3. Tag
Alle schliefen wie die Murmeltiere bis 1/2 8 und länger. Unser Tagesplan schien wieder vollgepackt zu sein.
Den Vormittag über schlichen sich alle Sippen wieder zu ,ihren' Tipis, um sie noch zu verschönern und um die nichtfertigen Totems zu bemalen.
Was entdeckten wir auf den Wegen dahin nicht alles: Bleßhühner, Spuren, Fischreiher, Käfer, Rehe und sooo viele bunte Blumen und schöne Gräser und Lampenputzer.
Zur Frühlingssuppe mit anschließendem Pudding kehrten alle kurz zum Stammeshaus zurück, um gleich danach in großer Bemalung auf die Suche nach den noch versteckten Sippen zu gehen. Bald hatte jeder jeden gefunden. Ein Versöhnungsessen mit frischem Kuchen aus Etzhorn beim Tipi der Büffel schloß den Nachmittag ab.
Auf dem geliebten Sandplatz versammelte sich ab 19.00 Uhr der ganze Stamm in seinen schönen Hemden. Die Ältesten zündeten ein Feuer an, einige sangen, trommelten, flöteten oder spielten. Jedes Indianerkind hatte sich einen langen Stock geschnitzt und bald sah man alle um das Feuer herumsitzen, und wir hielten den Stock mit Hefeteig über die Glut. Mit Marmelade oder Sirup schmeckten die "gegrillten" Teigstücke besser als jedes Brötchen.
Zum Abschluß des Tages trafen wir uns am Platz beim Blockhaus und tanzten und sangen. Ohne Probleme - selig und müde - schliefen wir bald ein.
Übrigens: Das Fernsehen wäre langweilig.

4. Tag
Fast hätten wir das Frühstück verschlafen - so ruhig blieb es im Hause. Programmlos verlief der Morgen, jeder durfte einmal das tun, was er wollte und wonach ihm zumute war.
Einige gingen zum Tipi, andere saßen am See und lasen, viele fuhren Boot, zwei Älteste spielten Gitarre und sangen dazu, wir hörten zu.
Eine Geschichte müssen wir noch erzählen.
Als es abends dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zur "Schloßbesichtigung". Unser "Schönes Wetter" hatte uns bereits vorher berichtet, daß nur wenige es besichtigen durften. Auf geheimnisvollen Pfaden ging es durch die dunkle Nacht. In der Nähe des alten "Schlosses" blieb die Hälfte von uns vorerst auf dem "Vorhof" stehen, um zu warten. Nicht alle können auf einmal ins "Schloß" hineinsehen. Bald kehrten die ersten begeistert zurück und berichteten uns Zurückgebliebenen "dolle" Dinge.
Lachend kam auch die zweite Gruppe zurück - und was meint ihr? Das "Schloß" brachten sie mit: in der Tasche! Es war ein Vorhängeschloß!
Um 23.00 Uhr war der Tag zu Ende, nicht langweilig - auch ohne Fernsehen -.

5. Tag
Wehmut im Herzen - letzter Morgen!
Sonne vom ersten bis zum letzten Tag. Dafür sorgte unser "Schönes Wetter", aber nicht allein sie, sondern auch das "Große Wasser" - Frau Lewin - und vor allem unsere liebevollen Ältesten. Ihnen sei Dank: dem Klaus, dem Hans, dem 2. Klaus, dem Thomas, der Gabi, Heika, Sabine und Karin.
Eines haben wir in Ahlhorn gelernt. Wir lebten wie Brüder und Schwestern und zankten uns nicht. So blieb es auch bis heute in unserer Klasse. Wir freuen uns riesig auf neue Ahlhorner Tage im Mai 1979.

(Brunhilde Gröning)


Freizeit, Remscheid-Lennep / Frau Latusseck
(71 Teilnehmer, 14.7. -27.7.)

Eine Liebeserklärung

Als man mit der Bitte an mich herantrat, diesen Bericht für den Blockhausbrief zu schreiben, sagte man mir dazu, ich sollte nicht nur einen Lobgesang auf das Blockhaus schreiben. Dazu habe ich auch keine Veranlassung. Ein Lobgesang wäre maßlos untertrieben. Darum soll dieser Bericht auch eine Liebeserklärung sein. Eine Liebeserklärung an das Blockhaus Ahlhorn und an die Menschen, die hier arbeiten zur Freude anderer.

Seit 10 Jahren fahre ich nun mit Kindern und Jugendlichen ins Blockhaus. Es ist alles so vertraut. Der Sandweg mit seinen Schlaglöchern, die stillen Seen mit und manchmal auch ohne Wasser, die herrlichen Wälder (leider durch den Sturm sehr dezimiert) und der Geruch nach kräftigem, liebevoll angerichtetem Essen aus der Küche.

Alles ist so vertraut - und doch neu und schön in jedem Jahr. Seit 5 Jahren fährt nun auch mein Mann mit nach Ahlhorn. Inzwischen ein echter "Ahlhorner" geworden So leiten wir nun seit vielen Jahren gemeinsam Jugendfreizeiten im Blockhaus Ahlhorn. Die Freude, die uns diese Arbeit macht, teilen wir den Jugendlichen, die wir betreuen dürfen, mit. So ist schon jetzt im Januar, die Ahlhornfreizeit 1979 ausgebucht. Innerhalb eines Tages waren alle Plätze vergeben. Gibt es einen besseren Beweis für die Anziehungskraft von Ahlhorn? Doch 1979 ist noch Zukunftsmusik. Nun möchte ich von unserer Freizeit 1978 berichten.

Mit 37 Jugendlichen im Alter von 15 - 17 Jahren fuhren wir in Richtung Ahlhorn. In einem zweiten Bus fuhren zum ersten Male auch unsere "Minis", Kinder im Alter von 6 - 9 Jahren, mit in die Ahlhorner Heide. Mein Bericht beschränkt sich jedoch auf die "Alten".

Im Blockhaus angekommen, werden die Zimmer im Wiesenhaus, Gartenhaus und in der Jungenburg verteilt, und mit lautem "Hallo" geht es zur ersten Mahlzeit.

Wir verlebten wieder einmal herrliche und abwechslungsreiche Tage hier. Schnell haben die "alten Ahlhorner" denen, die zum ersten Mal mitfahren, alles Wichtige und Interessante vermittelt, und bald fühlen sich alle wie zu Hause.

Schnell, viel zu schnell vergehen die Tage mit Baden, Bootfahren, Feiern und nicht zuletzt dem Hören auf Gottes Wort. In vielen freiwilligen Stunden haben wir uns Gedanken gemacht über unsere Aufgabe im Leben, über Gewalt und Liebe.

Unter dem Motto "Wir verschönern das Blockhaus" stellten wir unter Anleitung einer unserer Freizeitteilnehmerinnen, einer angehenden Floristin, aus Wurzeln und Gräsern der nahen Umgebung Gestecke her. Begeistert halfen Mädchen und Jungen gleichermaßen geschickt, herrliche Trockengestecke herzustellen, die ausnahmslos in den verschiedenen Häusern des Blockhauses untergebracht wurden.

Nun sage noch einer, unsere Jugend habe keinen Sinn für die Schönheit der Natur! Schon früh am Morgen, noch ehe das Blockhaus seine Augen aufschlug, fand man Jugendliche am See, um den Sonnenaufgang zu erleben und im Bild festzuhalten.

Ein Höhepunkt unserer Freizeit war der Ausflug nach Vechta. Nach einer Badestunde und einem ausgedehnten Stadtbummel trafen wir uns im Restaurant "Zur alten Mühle". Nach einem leckeren Essen bat der Discjockey bis 23.00 Uhr zum Tanz. Trotz dieses schönen Tages in Vechta waren alle froh, spät in der Nacht wieder in die Geborgenheit des Blockhauses zurückzukommen.

Wir hoffen und wünschen uns bei jeder (vergangenen u. zukünftigen) Freizeit, daß auch die Mitarbeiter des Hauses an unserer Freude teilhaben und sich mit uns auf das nächste Jahr Ahlhorn freuen.

Für uns jedenfalls gilt nach jeder Heimkehr:

"Auf Wiedersehn Ahlhorn, auf Wiedersehn Blockhaus, im nächsten Jahr"

(Sonja Latusseck)


Schüler, Oldenburg / P. Schumann
(23 Teilnehmer 21.7-24.7.)

Wir, eine Gruppe von evangelischen Schülerinnen aus Oldenburg, sind hierher gekommen, um uns näher kennenzulernen, weil wir aus verschiedenen Klassen stammen. Außerdem wollten wir uns mit dem Thema "Gemeinschaft" auseinandersetzen. Zu diesem Zweck machten wir zunächst einige Spiele, bei denen wir natürlich auch viel Spaß hatten. In der Gruppenarbeit sammelten wir Erfahrungen im Umgang miteinander. Der schöne und gemütliche Aufenthaltsraum war ideal für unser Thema. Weil wir so eine Unmenge an Material hatten und außerdem viel Platz brauchten, um uns daran auszulassen, fanden wir es sehr schön, daß wir den Aufenthaltsraum für uns allein hatten. Wenn wir zu Hause angekommen sind, trauen wir uns gar nicht mehr auf die Waage, weil das Essen hier so gut und vor allen Dingen auch so reichlich war. Da wir alle schon einige Klassenfahrten hinter uns haben und nicht selten negative Erfahrungen mit den Jugendherbergen und den dazugehörigen "Eltern" gemacht haben, waren wir angenehm überrascht, wie freundlich die Leute hier sind und wie sauber und gepflegt die Anlagen, Häuser und die Räume sind. Die Atmosphäre war viel gelockerter als anderswo, und wir fühlten uns alle wirklich sehr wohl. Die Umgebung mit den vielen Seen ist herrlich, und vor allem gibt es hier ein "schönes Schloß".

Das war nämlich die große Überraschung:

Einen Abend um 22 Uhr unternahmen wir eine Nachtwanderung, um ein altes "Schloß" zu besichtigen. Es wurde uns gesagt, daß man zwar nicht mehr hinein könne, aber daß es von außen beleuchtet sei. Also zogen wir los, vertrieben uns die Zeit mit Gruselgeschichten und warteten gespannt auf die Dinge, die noch kommen sollten. Endlich hielt unsere Gruppe an, und wir bekamen gesagt, daß wir nun leise sein sollten, um die Schloßbewohner nicht im Schlaf zu stören. Wir bogen in einen kleinen Weg ein, und plötzlich blieb unser Pastor stehen und behauptete, wir seien da. Er beleuchtete mit seiner Taschenlampe den. Zweig eines Baumes - und was sahen wir da? Dort hing ein uraltes, rostiges Vorhängeschloß.

(Nicole Eisenschink, Käthe Aeissen)


Soldatenfamilien, Wilhelmshaven / P. Rommel
(57 Teilnehmer, 23.7.)

Thema: Kann man Ehe lernen?

Bei herrlichem Wetter fand der größte Teil des Vormittags am Seeufer in Form eines Rundgesprächs statt. Da die meisten teilnehmenden Familien bereits langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet Ehe und Familie hatten, ergab sich ein reger Erfahrungsaustausch. Am Nachmittag traf man sich in Dötlingen bei der "Glaner Braut" - ein von der Witterung her begünstigter und sehr gelungener Familiensonntag.


Behinderte Kinder, Oldenburg / Herr Hanselka
(10 Teilnehmer, 27.7.-31.7.)

Erlebnisse beim Bootfahren

"Bootfahren ist das Schönste in Ahlhorn!" Jeden Tag steigen die geistig behinderten Kinder in die "Forelle". Manche sind ängstlich, manchen macht es Mühe, aber wenn sie erst drin sitzen, ist die Freude groß. Rudern können sie noch nicht, aber die bloßen Beine über Bord hängen und strampeln. "Mann über Bord!" - Schadet ja nichts, denn das Wasser reicht nur bis zur Hüfte.

Aber da kommt es: "Brille über Bord!" Dem Thomas ist sie von der Nase gerutscht. Wie wir auch den Schlamm durchwühlen: wir finden jede Menge Steine, Stöcke, auch Flaschenscherben - aber keine Brille.

Die Stimmung ist gedrückt - da wird sie durch ein überraschendes Ereignis gehoben: neben unserem Boot springt ein dicker Karpfen hoch und landet bei uns im Boot! Die Kinder kreischen halb ängstlich, halb begeistert auf. Meine Frau und ich bemühen uns, den glitschigen "Schwarzfahrer" wieder in seine natürliche Umgebung zu befördern. Endlich ist es geschafft! Zum Foto hat es natürlich nicht gereicht, sonst würden wir es beifügen.

Aber: fahrt doch selber hinaus auf den See! Vielleicht . . .

(Edgar Hanselka)


Werkstatt Martin-Luther-King, Kamen / Herr Stamer
(47 Teilnehmer, 12.8. -26.8.)

Vom 12. 8. 1978 - 26. 8. 1978 verbrachten 40 Geistig- Lern- und Mehrfachbehinderte zusammen mit 6 Betreuern ihre Ferien im Blockhaus Ahlhorn.

Die freundliche Aufnahme, die uns zuteil wurde, wirkte sich direkt auf die Stimmung innerhalb der gesamten Gruppe aus. Die gute Atmosphäre des Blockhauses trug ganz wesentlich zum Erfolg der Freizeit bei.

In unserer Werkstatt und in unserem Wohnheim erinnert man sich noch heute mit Freude an diese schöne Zeit.

Eine Erfahrung, die sich bei mir am stärksten eingeprägt hat, war diese, daß der Kontakt zwischen Behinderten und Nichtbehinderten sich so positiv gestaltete.

Nicht nur die reizvolle Umgebung des Blockhauses und die vielfältigen Aktivitäten der Gruppe während dieser Zeit, sondern die persönliche, menschliche Wärme und Herzlichkeit, die uns entgegengebracht wurde, hinterließen bei allen Teilnehmern das Gefühl: "Hier können wir getrost noch einmal hinfahren!"

Von vielen Behinderten werde ich heute noch auf diese erlebnisreichen Tage hin angesprochen.

An dieser Stelle möchte ich, im Namen der gesamten Gruppe, noch einmal allen Mitarbeitern dieses Blockhauses herzlich danken und gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch ihnen das Zusammenleben mit uns gefallen hat. (H. Stamer)


Fußballjugend Berlin / Herr Rehfeld
(42 Teilnehmer, 14.8. -26.8.)

Das Jugendwaldheim Ahlhorn war der Aufenthalt für 40 Berliner Jungen mit ihren 4 Betreuern vom VBB. Diese Berliner haben die Tage der "Ringsum-Freiheit" im Gegensatz zu ihrem alltäglichen "Ringsum-Eingekreistsein" in Berlin in vollen Zügen genossen. Es war wieder mal "knorke", und alle Berliner Jungen sagen den Verantwortlichen des NFV Dank auf diesem Wege.


Ev. Jugend, Osternburg / Frau Baumhöfer
(33 Teilnehmer, 21.8.- 3.9.)

- Fast drei Wochen "Hüttenlager" Blockhaus Ahlhorn -

29 Jungen und Mädchen von 9 - 15 Jahren und das vierköpfige Leiterteam sahen dieser Freizeit erwartungsvoll entgegen.

"Einübungen in die Gemeinschaft", so lautete das Oberthema. Wandern, Geländespiel, Wettkämpfe zu Wasser und an Land, Feste und Gesprächsrunden wurden in verschiedenen Aktivgruppen vorbereitet und gemeinsam durchgeführt. So gab es eine Lagerzeitung und eine Tonbandgruppe; eine Spiel-, Sing- und Laienspielgruppe; Malen, Basteln, Werken mit Ton u. a. bot die Künstlergruppe an. Die Räumlichkeiten (eingeschlossen die Leiterräume) waren für diese Unternehmungen gut geeignet.

Mitten in der Natur, umgeben von Rasen, Seen und Wald, standen "unsere" Hütten - einladend, gemütlich -. Die Kinder haben es geschafft, diese gepflegte Umgebung mit freudigem Einsatz zu schützen. Der gute Kontakt zur Heimleitung und dem Personal und zu anderen Gruppen ermöglichten uns ein schnelles Eingewöhnen. Ganz besonderen Dank möchten wir Herrn und Frau von der Dovenmühle sagen. Sie waren immer bereit, den Kindern und der Leitung freundlich und aufgeschlossen Information und Hilfe zu geben. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Sogar unsere Stubenhocker ließen sich bewegen, den Hund des Blockhauses spazierenzuführen und Tiere in der Umgebung zu beobachten. Eine aus dem Nest gefallene Mehlschwalbe konnten wir trotz guter Pflege nicht durchbringen, die inneren Verletzungen waren zu schwer.

Höhepunkte unserer Freizeit waren u, a. Schlauchbootregatten auf dem See (die Eltern hatten uns Schlauchboote gebracht, weil für die Blockhausboote der Wasserspiegel zu niedrig war), Kaminabende mit Wurstbraten und Feste in der wohnlichen Bauerndiele und schließlich ein "selbstgemachter" Gottesdienst. Dazu aus dem "Ahlhorner Hüttenanzeiger" - unserer Lagerzeitung -:

"Gottesdienst kann etwas sehr Langweiliges sein. Am letzten Sonntag in Ahlhorn sollte das besser werden. So entschlossen wir uns, die Älteren (13 - 15-jährigen), selbst einen Gottesdienst aufzubauen mit allem, was dazu gehört. Im Gottesdienst hatte jeder eine bestimmte Aufgabe: die Ansagen machen, eine Geschichte vorlesen, den Bibeltext lesen, die Gebete sprechen.

Es gab viel vorzubereiten: Ein Kreuz aus Ästen wurde gebastelt. Für die AItarwand stellten wir unsere aus Kupferfolie gebastelten Untersetzer zusammen. Kerzen und Wiesenblumen dienten als Altarschmuck. Lieder, die wir vorher gelernt hatten, suchten wir aus. In einem Buch fanden wir eine Geschichte: "Jesus wohnt in unserer Straße" und den Bibeltext: "Was ihr getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan". So konnte es wirklich nicht langweilig werden."

Vieles aus dem Programm der Freizeit zeigten die Kinder an einem Elternnachmittag im November. Dabei wurde deutlich, daß wir eine fröhliche Gemeinschaft erlebt und gute Erinnerung an Ahlhorn haben. (Hildegard Baumhöfer)


Arbeitskreistagung CDU / Herr Thole
(18 Teilnehmer, 12. 9. -14. 9.)

Der Arbeitskreis " Kultus" der CDU Fraktion im Niedersächsischen Landtag hatte am 12. - 14. September 1978 eine Klausurtagung im Blockhaus Ahlhorn abgehalten. Der Arbeitskreis "Kultus" erarbeitet für die CDU Fraktion Themen des wissenschaftlichen, kulturellen und schulischen Bereichs.

Die ruhige Atmosphäre und die Abgeschiedenheit waren so recht dazu geeignet, um sich nach der Landtagswahl im Sommer über die Arbeit der nächsten 4 Jahre Gedanken zu machen. Neben den grundsätzlichen Überlegungen standen insbesondere die Themen Hochschulreform und die Nivellierung des Schulgesetzes in der Diskussion.


Soldatenfamilien, Ahlhorn / P. Gerken
(39 Teilnehmer, 16.9.- 17.9.)

Die Familien der Soldaten des Hubschraubertransportgeschwaders in Ahlhorn trafen sich im Blockhaus. Das Thema für diese Rüstzeit hieß: "Ist Fortschritt ohne vermehrte Energie möglich?" Seit der Energiekrise ist auch der technische Fortschrittsglaube ins Wanken geraten. Die Ökologen und Umweitschützer haben auf die negativen Wirkungen des technischen Fortschritts hingewiesen. Die verschiedenen Formen des Bürgerprotestes und die Zukunftsangst vieler Menschen weisen darauf hin, daß immer mehr Menschen von Fragen und Problemen bedrängt werden. Mit Herrn Eggers von der Erdgasgesellschaft B. E. B. sprachen die Teilnehmer über Wege der Energieforschung und Möglichkeiten der Energiegewinnung. Die B. E: B. fördert in der Umgebung der Ahlhorner Staatsforsten Erdgas. Um das Blockhaus herum leuchten nachts die Fackeln der Förderstellen. Sind es Wachfeuer oder Mahnfeuer? Es wurde auch gefragt, wie weit die Bevölkerung richtig informiert wird und mitbestimmen kann. Am Sonntagmorgen sammelten sich die Familien zum Gottesdienst, den Militärpfarrer Gerken hielt.


Alleinstehende Väter und Mütter, Oldenburg / Herr Brombach
(76 Teilnehmer, 16. 9.- 17. 9.)

Thema: Alleinstehende - Außenseiter in unserer Gesellschaft?

Zum vierten Mal trafen sich alleinstehende Mütter und Väter mit ihren Kindern zum Wochenendseminar im Blockhaus Ahlhorn. Wie beliebt und wichtig diese Seminare sind, zeigt die große Zahl der Anmeldungen, die bisher nicht mehr alle berücksichtigt werden konnten.

Mit 33 Kindern und 43 Erwachsenen war die Kapazität des Blockhauses voll ausgeschöpft. Zu den Teilnehmern zählten auch einige Mitglieder des Verbandes alleinstehender Mütter und Väter aus Osnabrück, die als Gäste eingeladen waren.

Alleinstehende und alleinerziehende Mütter und Väter versuchten in Gruppenarbeit und im Plenum, gemeinsam ihre vielfältigen Probleme zu meistern. Bei diesem Seminar ging es um die Frage, ob das Fehlen eines Elternteils sich auf das Verhalten von Kindern auswirkt und welche Ursachen diese Verhaltensweisen haben. Mit Fachleuten diskutierten wir Fragen, wie Kinder auf häusliche Veränderungen reagieren, ob Aggressionen entstehen bei Partnerverlust, ob der Alleinstehende selber sich doppelt verantwortlich fühlt, ob Schuldgefühle, Überbelastung durch Beruf, Haushalt und Trennung zu negativen Veränderungen in der Teilfamilie führen. Die Fragestellungen waren so vielfältig und können hier nicht alle aufgeführt werden.

Unsere Kinder fühlten sich auch dieses Mal im Blockhaus sehr wohl. Das wunderbare Gelände und schönes Wetter trugen dazu bei, alle Kinder - von zwei bis 16 Jahren - zu befriedigen. Nicht zuletzt haben unsere Kinderbetreuer keine Mühe gescheut, um zu einem guten Gelingen der Wochenendtagung beizutragen. Die größeren Kinder (ab zehn Jahren) machten noch um 23.00 Uhr eine Nachtwanderung.

Der Samstagabend war mit gemütlichem Beisammensein, Würstchengrillen am Kamin, mit Ratespielen, mit einem Volksstück der August-Hinrichs-Bühne "De verflixte Pann" und mit Diskutieren und Erfahrungsaustausch ausgefüllt. Immer wieder wurde nach Beendigung des Seminars von den Teilnehmern bestätigt, wie vielfältig alle Eindrücke des Gruppenerlebnisses waren. Ob Kinder oder Erwachsene, alle hatten den Wunsch, recht bald wiederkommen zu dürfen.

Allen denen, die uns den Aufenthalt im Blockhaus Ahlhorn so angenehm und bereichernd gestaltet haben, sagen wir an dieser Stelle herzlich Dank! (Renate Günther)


Soldaten, Ahlhorn / P. Gerken
(19 Teilnehmer, 25. 9. -28. 9.)

Eine Rüstzeit könnte man als die Zeit definieren, die dem Soldaten die Möglichkeit gibt, sich aus dem Arbeitsrhythmus der Bundeswehr für eine kurze Zeit zu lösen, um sich in einer Diskussionsgemeinschaft mit den Problemen der menschlichen Gesellschaft kritisch auseinanderzusetzen.

"Heiraten, lohnt das noch?" war das Thema der Rüstzeit. Dieses Thema ist gerade in unserer heutigen, modernen Gesellschaft zu einem heißen Eisen geworden. Die zu diesem Thema eingeladenen Soldaten haben versucht, durch Diskussionen diese Frage zu erörtern. Eine Bereicherung erfuhren unsere Diskussionen durch die Unterstützung eines Rechtsanwaltes und einer Eheberaterin, die uns durch ihre praxisbezogenen Erfahrungen eine weitere Perspektive in unseren Überlegungen eröffneten. Abschließend möchte ich sagen, daß es in der kurzen, uns zur Verfügung stehenden Zeit gelungen ist, einen Oberblick über die Ehe und ihre Probleme in der heutigen Gesellschaft zu gewinnen. Diese Rüstzeit zeichnete sich durch das Interesse aller Beteiligten am Diskussionsthema aus, und hat meine Kameraden und mich der Lösung dieser Frage einen weiteren Schritt näher gebracht. (Georg Kellerhoven, Gefreiter)


Soldaten, Wilhelmshaven / P. Rommel
(32 Teilnehmer, 26. 9.)

Thema: Lebensprobleme des modernen Menschen

Junge Soldaten aus Varel und Wilhelmshaven diskutierten nach einem einleitenden Vortrag über die Entstehung der psychoanalytischen Forschung über Fragen des persönlichen Lebensstils. Die Mittagspause bot mit einem Spaziergang eine Vertiefung der angefangenen Gespräche, anschließend wurden Einzelfragen anhand von Fallbeispielen erläutert. Trotz der schwierigen Problematik, auch der wohl weitverbreiteten Unfähigkeit, offen miteinander über Dinge zu sprechen, die wirklich "angehen", ergaben sich gute Ansätze für weiterführende Gespräche.


Soldatenfamilien, Wilhelmshaven / P. Rommel
(78 Teilnehmer, 13.10. - 15.10.)

Thema: Jugendverwahrlosung - Jugendkriminalität

Die ernste Problematik wurde durch einen Vertreter der Polizei mit wünschenswerter Offenheit und Deutlichkeit dargelegt.

Die angespannte Aufmerksamkeit und die rege Aussprache zeigten, daß diese Probleme - eingestanden oder nicht - alle angehen. Von der Sorge um die Kinder durch den "Wochenendkindergarten" von Küche und Hausarbeit durch die "Belegschaft" des Blockhauses befreit, verlebten wir ein Wochenende mit intensiven Gesprächen.


Soldaten, Ahlhorn / P. Gerken
(30 Teilnehmer, 23.10. -25.10)

Das Thema dieser Rüstzeit hieß: "Soldat heute - Beruf-Job-Söldner?" Soldaten des 2. FlaRakBtl. 25 aus Barnstorf sammelten Informationen über dieses Thema. Was erwartet die Gesellschaft vom Soldaten heute? In der Aussprache wurde deutlich, daß der Soldat um die Vergangenheit seines Berufstandes wissen sollte, um seinen Standort in der Armee in einem demokratischen Staat zu erkennen. Besonders durch den Umgang mit der Waffentechnik steht der Soldat in der Gefahr, sich als "Jobber", Funktioner oder als Technokrat zu verstehen. Major Kunze sprach über den Auftrag des Soldaten heute. Gebraucht wird heute der Soldat, der nicht nur fähig ist, Team zu arbeiten, kooperativen Führungsstil zu praktizieren und gewissenhaft soldatischen Gehorsam zu leisten, sondern der sich auch Staatsbürger in Uniform begreift und zur Verteidigung von Recht, Freiheit und Frieden entschlossen ist. "Macht und Gewalt, dem Frieden verpflichtet", darüber sprach Militärpfarrer Gerken. Hilfreich für das Berufsverständnis des Soldaten heute das Wort des verstorbenen Bundespräsidenten Gustav Heinemann: "Nicht der Krieg ist der Ernstfall, in dem sich der Mann zu bewähren hat, sondern der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir uns alle zu bewähren haben." Mit einer gemeinsamen Andacht klang die Rüstzeit aus.


amnesty international, Obenstrohe / P. Jürgens
(12 Teilnehmer, 28.10.-29.10.)

Seit einigen Jahren gibt es in Varel eine Gruppe von amnesty international. Mit großem Eifer haben sich die Mitglieder und Freunde in die Arbeit gestürzt, die Betreuung von Gefangenen aus der UDSSR, aus Südafrika, aus dem Irak übernommen, an der Aktion gegen die Folter, gegen die Todesstrafe teilgenommen, in den Schulen informiert, bis wir dann merkten, wie wichtig es ist, daß wir uns selbst in Ruhe kennenlernen, im Gespräch miteinander auftanken, die Vorstellungen austauschen - das jüngste Mitglied ist 15, das älteste 75 Jahre alt. Und dazu haben wir uns dann zwei Tage in die Abgeschiedenheit des Blockhauses zurückgezogen. Es hat uns, und hoffentlich auch der Arbeit, sehr gut getan.


Herbstschulung, Zentrale, Oldenburg, / Frau Fey
(19 Teilnehmer, 30.10.- 4.11.)

Und wieder einmal Gäste im Blockhaus Ahlhorn

Es hat schon Tradition, der Gruppenleiteraufbaukurs, kurz genannt "Herbstschulung", der Zentrale für ev. Jugendarbeit, findet im Blockhaus Ahlhorn statt.

Da viele unserer angehenden Gruppenleiter Ahlhorn schon kennen, freute man sich darauf, sechs Tage gemeinsam dort zu arbeiten und das Blockhaus und seine fantastische Umgebung zu genießen. Unsere Gruppe bestand aus 22 Teilnehmern, die sich alle schon von der Anfängerschulung ("Osterschulung") her kannten. Das gemeinsame Arbeiten zu den verschiedenen Themen wurde dadurch sehr erleichtert. Für die ganze Zeit stand uns der renovierte Seehaussaal und zeitweise der Seehauskeller zur Verfügung. Diese schöne räumliche Umgebung trug sehr zum Gelingen unserer Tagung bei. Die beiden Schulungen sind Übungsfelder für die spätere Gruppenarbeit. So steht die Anfängerschulung unter dem Stichwort "Information" und die Fortgeschrittenenschulung unter dem Aspekt: "Aus der Praxis für die Praxis". Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Erfahrungen der Osterschulung gemischt mit den Möglichkeiten der Gruppenarbeit in den heimatlichen Gemeinden in einzelne Aktivitäten umzusetzen.

Zum Beispiel:

"Die Kennenlernphase/Aufwärmphase" wird nunmehr von Teilnehmern gestaltet und nicht, wie auf der ersten Schulung von seiten der Leitung. Ähnlich wird auch in den anderen Arbeitseinheiten vorgegangen. Die sechs Tage stehen unter verschiedenen Themen:

1. Anfangsphase/Aufwärmphase
2. Theologie
3. Kreativität
4. Fahrtenplanung
5. Reden müßte man können
6. Auswertung und Information.

Zum Thema Theologie werden drei Gottesdienstvorschläge für verschiedene Altersstufen ausgearbeitet. Die Gottesdienste werden in das Gesamtprogramm als tägliche Andachten aufgenommen. In einer späteren Arbeitsphase wird die Verwendbarkeit für unsere zu leitenden Gruppen besprochen. Ebenso wird mit den anderen obengenannten Arbeitseinheiten umgegangen. Wichtig für das gesamte Schulungsprogramm ist die Verselbständigung der angehenden Gruppenleiter. Dazu bedarf es vieler persönlicher Gespräches mit dem Einzelnen. So mancher Spaziergang um den Helenensee hat dort für viele junge Menschen etwas für ihre spätere Arbeit und für sie selbst ausgetragen.

Leider, muß ich für mich im nachhinein sägen, hat man über das Gespräch oft die wunderbare Natur vergessen. Allerdings werden wir ja schon bald wieder Gäste des Blockhauses sein und die häusliche und naturverbundene Atmosphäre noch ein bißchen bewußter genießen. (Ulrike Fey)


Ev. Singkreis, Obenstrohe / P. Jürgens
(28 Teilnehmer, 3.11. - 5.11.)

Die Chorfreizeit war nicht nur für unsere Sänger, sondern auch für die Kinder und, soweit sie konnten, für die Ehepartner. So war es gleichzeitig eine Familienfreizeit, und für viele war es nach langer Zeit die Möglichkeit, entspannt und heiter mit anderen, Kindern und Erwachsenen, zusammen zu sein. Einhelliges Urteil: das müssen wir bald wieder machen.


Schulchor, Gymnasium, Westerstede / Herr Ochmann
(33 Teilnehmer, 13.11. - 15.11.)

Erstmalig fand im November 1978 eine Freizeit des Chors des Gymnasiums Westerstede im Blockhaus Ahlhorn statt. Die Tage dienten dazu, neue Musikstücke einzustudieren, intensivere Stimmbildung und Proben durchzuführen und vor allem die menschlichen Kontakte zwischen den Jugendlichen zu fördern. Auf dem Übungsprogramm stand Weihnachtsmusik: Die Kantate "In dulci jubilo" von Buxtehude, Weihnachtslieder und Spirituals in eigenen Sätzen, sowie Weihnachtskanons. Die Räumlichkeiten waren für das musikalische Arbeiten geeignet, insbesondere leistete der Flügel oft gute Dienste. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Während am Abend am Kaminfeuer in großer Runde Spiele veranstaltet, Sketche vorgeführt und getanzt wurde, blieb in den Mittagpausen genügend Zeit für Spaziergänge und Geländespiele in kleinen Gruppen. Die Chormitglieder waren von dieser Freizeit begeistert und hoffen, auch 1979 nach Ahlhorn kommen zu dürfen. (StR Lothar Ochmann)


Konfirmanden, Langeoog / P. v. Mering
(42 Teilnehmer, 21.11-24.11.)

Abendmahl am Kaminfeuer

Die Konfirmandenfreizeit in Ahlhorn sollte die Konfirmanden auf das HI. Abendmahl vorbereiten. Durch Spiele und Gespräche wurden Möglichkeiten von Gemeinschaft erfahren und erste Schritte zum Verständnis des Abendmahls getan. Was uns, den jugendlichen Betreuern, am besten gefallen hat, war die Offenheit der Konfirmanden in zahlreichen Diskussionen. Diese wurden z. B. durch einen Fragebogen eingeleitet, den jeder zuerst für sich beantwortete, Im anschließenden Gruppengespräch beließen es die Jugendlichen nicht bei den gefundenen Antworten, sondern arbeiteten Hintergründe heraus, die sich auf frühere Erlebnisse und Erfahrungen bezogen. So erzählte jeder Teilnehmer der 5 - 6köpfigen Gruppe, welche Schwierigkeiten und Annehmlichkeiten er zu Hause, in der Schule oder in der Freizeit unter Freunden erlebt hat. Diese Offenheit führte zu einer richtigen Gemeinschaft, d. h. jeder hörte dem andern zu, versuchte ihn zu verstehen und gab seinen Teil zum Zusammenhalt der Gruppe dazu. Folgerichtiger Höhepunkt war dann eine Abendmahlsfeier mit Stangenbrot und Traubensaft vor dem offenen Kamin. Wir, die jugendlichen Betreuer, möchten auch weiterhin versuchen, die "Gruppe" der Konfirmanden zu erhalten und zu fördern; der Grundstein, das "Vertrauen", ist gesetzt. (Gunda Jähnel)


Soldaten, Ahlhorn / P. Gerken
(35 Teilnehmer, 27.11. - 1.12.)

Zu der staatsbürgerlichen Informationstagung vom 27. 11. - 1. 12. 1978 hat das FlaRakRgt. 13 30 Soldaten aus seinen Einheiten, die die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife erworben haben, eingeladen, damit sie ein ausgewogenes und genaues Bild über die Stellung der Bundeswehr in unserem Staat und unserer Gesellschaft bekommen und ihre daraus gewonnenen Erkenntnisse auch nach ihrer Wehrdienstzeit gegenüber anderen vertreten können. Eingeladen waren als Seminarleiter Herr Major Kunze und Militärpfarrer Gerken, als Referenten Herr Gen.Major d. R. Ebeling, Hptm. Lofruthe, Olt. Bath und Herr Dr. Real, sowie die Soldaten des FlaRakRgt. 13, die aus Datteln, Möhnesee/Echtrop, Holzwickede, Wagenfeld, Lohne, Barnstorf und Ahlhorn anreisten. Die Abiturienten kamen mit verschiedener Erwartungshaltung zum Blockhaus an den Ahlhorner Fischteichen, fanden dann aber nach einem einführenden Gespräch den Programmablauf (in Bezug auf den gegliederten Aufbau und die angesprochenen Themen) abwechslungsreich und recht interessant; auch die insgesamt ruhige Atmosphäre mit dem gemütlichen Beisammensein am Abend trug zu einer guten Einstimmung aller Beteiligten an der Informationstagung bei.

Weiterhin zeigte sich dann, daß die Referenten, insbesondere Herr Gen.Maj. Ebeling, ihre Vorträge so gestalteten, daß eine gute Gegenüberstellung der verschiedenen Standpunkte sowohl von selten der Vortragenden als auch in den anschließenden Diskussionen unter den Teilnehmern möglich war, die die differenzierenden Argumente und Meinungen zutage brachte und somit zu einer umfassenden und ausgewogenen Beleuchtung der Themen unter Berücksichtigung auch spezieller, vom eigentlichen Stoff losgelöster Fragen führte. Ergänzend zu Gen.Maj. Ebeling hegten Hptm. Lofruthe und Olt. Bath die militärischen Gesichtspunkte des Nato-Bündnisses und Warschauer Paktes dar.

Auf der anderen Seite wurde aus der Sicht des Kunsthistorikers Dr. Real eine genaue Entwicklung des Menschenbildes bis heute anhand eines Dia-Vortrages anschaulich gemacht und religiöse und ethische Gesichtspunkte zu dessen Entstehung verdeutlicht, mit Bezug auf Kirche und Staat in unserer Gesellschaft.

Im abschließenden Gespräch wurde deutlich, daß die Themen, vorgetragen von Personen aus unterschiedlichsten gesellschaftspolitischen Bereichen, zu einer vorzüglichen Informationstagung beigetragen haben, so daß der Wunsch aller Teilnehmer deutlich wurde, unbedingt Informationstagungen, gleich oder ähnlich gelagert, weiterhin durchzuführen. Die spezifische Blockhausatmosphäre (Gastfreundschaft, Unterbringung und Verpflegung) trug wesentlich zu dem guten Gelingen dieser Tagung bei. (Gefr. Bahlke, Ahlhorn)


Soldatenfamilien, Wilhelmshaven / P. Rommel
(83 Teilnehmer, 1.12.- 3.12.)

Thema: Familienleben

Schon der Sonntag - 1. Advent - gab diesem Wochenende einen besonderen Charakter. In der Diskussion ging es um den Beitrag der Sozialarbeit für das Gelingen des Familienlebens. Die Diskussion mit einem Sozialarbeiter der Standortverwaltung Wilhelmshaven zeigte, daß sich in dem Bereich "Sozialarbeit" viele Aufgabengebiete überschneiden, so daß eine gute Zusammenarbeit aller Einrichtungen, kirchlicher, privater oder öffentlicher, unbedingt notwendig ist.

Die winterlichen Temperaturen machten uns etwas zu schaffen: die Teilnehmer an der Exkursion zur winterlichen Thülsfelder Talsperre wissen ein Lied davon zu singen.


Soldatenfamilien, Ahlhorn / P. Gerken
(41 Teilnehmer, 9.12. - 10.12)

Dieses Mal waren Unteroffiziere mit ihren Familien aus dem Standort Barnstorf ins Blockhaus gekommen. Das Leitthema der Rüstzeit hieß: "Warum reden die Menschen aneinander vorbei?". Das Problem betrifft besonders die Unteroffiziere. Sie sind die Bindeglieder zwischen Offizieren und Mannschaften; unterstützen die Offiziere bei der Ausbildung und müssen den Soldaten eindeutige Befehle erteilen. Militärpfarrer Gerken hielt zwei Referate: "Nach welchen Erziehungszielen werden Soldaten heute erzogen?" und "Was können wir tun, um unsere Mitmenschen besser verstehen zu lernen?"

Auch die Ehefrauen fühlten sich angesprochen und beteiligten sich lebhaft an den Diskussionen. Während der Rüstzeit wurden die Kinder von einer Kindergärtnerin betreut. Am Sonntagmorgen hielt Militärpfarrer Gerken einen Familiengottesdienst. Das Zusammensein im Blockhaus zeigte, daß bei gutem Willen ein "Verstehen" untereinander möglich ist. Darum: - Gehe mit deinen Worten um wie mit einer kostbaren Gabe. Worte können Freundschaft stiften, Freude machen, Frieden bringen. (A. Timp)

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