Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1979: Blockhausbrief Nummer 23

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Erhört Gott mein Gebet?
Das ist im Blockhaus Ahlhorn möglich!
Vikare und Studenten im Blockhaus
Begegnungsstätte Kirche - Schule
Gedankensplitter eines Militärpfarrers
Warum soll ich zum Konfirmandenunterricht gehen?
Barsbütteler Tänze
Besondere Beobachtungen in Ahlhorn und im Gebiet der Ahlhorner Fischteiche... (Ornithologie)
Vorkommen der Schell- und Reiherenten im Gebiet der Ahlhorner Fischteiche...
Die Amphibien der Ahlhorner Fischteiche
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1978 bis 31.12.1978
Textentwurf für einen Blockhausprospekt
 
Vor dem Kaminzimmer

Gedankensplitter eines Militärpfarrers

P. Amling

Wenn man über mehrere Jahre hinweg nahezu alle zwei Monate für eine knappe Woche im Blockhaus weilt, kann man schon von einer gewissen Kontinuität - Stetigkeit, oder einfach von einem roten Faden sprechen. Kontinuität ist eine gute Sache (nicht nur für Konservative), denn sie macht es möglich, Fremdheit zu überwinden und ein Gefühl des Dahin- und Dazugehörens zu geben, weil allmählich Vertrauen zwischen Menschen wächst und man mit den Gegebenheiten vertraut wird (man nennt dieses Gefühl oder Bewußtsein wohl auch Integration). Für einen Durchlauferhitzer-Job wie den eines Militärpfarrers ist eine solche zeitweilige Integration einfach notwendig. Ich könnte auch sagen: Es spielt sich auf der Bühne unbeschwerter, wenn man weiß, daß das ganze Theater in Ordnung ist. Zu jeder Rüstzeit kommen überwiegend neue, einem und einander noch unbekannte, z. Teil unmotivierte junge Männer. Sie erwarten Anwesenheit und Bereitschaft zu Diskussionen, Gesprächen, Unterhaltung, Spielen und anderen Entfaltungsversuchen. Tag und Nacht dabeisein - (für einen doppelt so alten Zeitgenossen wie sie selbst manchmal eine Strapaze) - birgt die Gelegenheit, zuzuhören ~und auf manches persönliches Problem einzugehen. So gut wie jeder trägt ja in irgendwelchen eingenähten Taschen etwas mit sich herum. Und das Dabeisein birgt die Chance, sich miteinander ehrlich und unverdächtig in die Fragen nach Gott und unseren Glauben zu vertiefen; je tiefer die Nacht, desto mehr kommt zutage. Der junge, dienstlich dauernd geforderte oder verplante Soldat braucht die Atempause einer Rüstzeit, und ich bin dankbar, daß über die guten Voraussetzungen des Heimes (und der Landschaft) hinaus viel Geduld und Verständnis für gelegentlichen Überschwang vorhanden sind. Nun wird auf einer Rüstzeit auch gearbeitet und nachgedacht. Mit den morgendlichen Andachten und den Arbeitsthemen soll etwas an Kontinuität vermittelt werden, etwas von dem roten Faden, der im Labyrinth des Lebens zurechtfinden hilft. Immer ist da das Evangelium mit im Spiel. Themen des Jahres 1978 waren z: B.: "Auf der Suche nach Lebensorientierung", "Wozu ist das Christentum gut?" "Erlebnis Ehe - immer voller Überraschungen".

Nicht jede Rüstzeit verläuft gleich gut, aber noch jedesmal sind wir in Gottes Namen eine frohe Gesellschaft geworden.


Blick auf den Helenensee

    zurück zum Seitenanfang