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Die Amphibien der Ahlhorner FischteicheAntje und Fritz Wadehn Schon seit unserer Kindheit sind wir fast jedes Jahr im Blockhaus Ahlhorn zu Gast gewesen. Neben dem auffälligen ornithologischen Wert des Teichgebietes konnte uns so sein Reichtum an verschiedenen Lurcharten nicht verborgen bleiben. Wir begannen daher im. Sommer 1977 mit der Untersuchung dieser gegenüber den Vögeln zunächst sehr viel weniger attraktiven Tiergruppe. Wer faßt schon gerne eine Kreuzkröte oder einen Grasfrosch an? Sie sollten es einmal tun! Sie werden schnell feststellen, daß die Abscheu vor den Lurchen weitgehend auf anerzogenen Vorurteilen beruht. Von Nahem betrachtet kann man viel Interessantes an ihnen entdecken. Unserer Untersuchung hatten wir eine doppelte Fragestellung zugrundegelegt: 1. Welche Amphibienarten sind im Teichgebiet anzutreffen? Welche absolute und relative Häufigkeit weisen sie auf? 2. Wo liegen ihre bevorzugten Lebens- und Laichgebiete? Ist eine Bevorzugung bestimmter abiotischer Umweltfaktoren nachweisbar? (abiotische Faktoren sind Umweltfaktoren die der unbelebten Umwelt angehören, z. B.: Klima, Boden- und Wasserverhältnisse!) Eine derart umfangreiche Problemstellung erfordert zur Bearbeitung viel Geduld und ein differenziertes Vorgehen. Bei weit über 100 Begehungen des Teichgebiets erhielten wir jedoch im Laufe zweier Jahre einen einigermaßen fundierten Überblick über die Amphibienfauna des Ahlhorner Teichgebiets. Erschwerend wirkte sich allerdings aus, daß die meisten einheimischen Arten nachtaktiv sind, so daß sich die Beobachtungen fast stets bis weit in die Nacht erstreckten. Ausgerüstet mit einer ganzen Batterie von Scheinwerfern, Keschern und Eimern ging uns dabei eine Reihe höchst seltener Lurche "in's Netz". Nach der Artbestimmung und der Feststellung bestimmter Körpermaße wurden sie jedoch alle wieder ausgesetzt. Eine nachhaltige Störung des Laichgeschäfts haben wir in allen Fällen vermieden, da jede Beeinträchtigung der Fortpflanzungschancen zum Aussterben dieser Tierarten führen kann. Neben schon früher nachgewiesenen Wasserfrosch (Rana esculenta), Grasfrosch (Rana temporaria), Laubfrosch (Hyla arborea), Erdkröte (Bufo bufo), Kreuzkröte (Bufo calamita) und Kammolch (Triturus eristatus) gelang uns auf diese Weise der Nachweis weiterer fünf Lurcharten: Seefrosch (Rana ridibunda), Kl. Grünfrosch (Rana lessonae), Moorfrosch (Rana arvalis), Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) und der Fadenmolch (Triturus helveticus). Das überraschendste Ergebnis ist der Nachweis des allerdings nur recht kleinen Fadenmolch-Bestandes. Bisher wurde angenommen, daß im Gebiet zwischen Nordsee, Ems, Mittellandkanal und Hunte eine Verbreitungslücke besteht. Daher ist es wichtig, die wenigen Stellen im Teichgebiet, wo dieser Lurch vorkommt, streng zu schützen. Leider erfolgte im Herbst vergangenen Jahres in einem der Laichgewässer eine ungenehmigte Ausbaggerung, die 90% des gesamten Uferbereiches zerstörte und als Laichplatz untauglich machte. Interessant ist auch das Vorkommen aller drei in Deutschland beheimateten Grünfroscharten (Wasserfrosch, Seefrosch, Kleiner Grünfrosch), wobei strenggenommen der Wasserfrosch keine eigene Axt bildet, da er als Bastard zwischen Rana les. x Rana rid. oder als Rückkreuzung von Rana les. x Rana esc. entsteht und selbst unfruchtbar Ist. Die Knoblauchkröte bevorzugt aufgrund ihrer grabenden Lebensweise leichte und sandige Böden. Ihr Vorkommen im Teichgebiet mit seinen eiszeitlichen Dünenzügen war daher nicht unwahrscheinlich. Doch ist der Nachweis gerade dieser Lurchart sehr schwierig, da sie stets vereinzelt auftritt und der Ruf nur aus nächster Nähe und mit geschultem Ohr wahrzunehmen ist. Er wird unter Wasser ausgestoßen und klingt wie ein tiefes klopfendes "wock - wock". Auffälliger sind hingegen die Larven, die eine Größe von 13 - 17 cm erreichen und damit fast zehnmal so groß sind wie die Kaulquappen anderer Lurcharten. Von der Fischereiwirtschaft werden sie allerdings nicht sehr gerne gesehen, da durch sie das Abfischen zu einer mühsamen Arbeit wird. Es kann allerdings nicht gutgeheißen werden, daß die Larven dann einfach eimerweise an Land geschüttet werden, wo sie eingehen müssen. Besser wäre eine Umsetzung in nicht bewirtschaftete Teiche. Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß das Ahlhorner Teichgebiet zur Zeit den reichhaltigsten Amphibienbestand im nordwestniedersächsischen Raum besitzt. Durch die Bewirtschaftungsmaßnahmen der Forst- und Fischereiwirtschaft ist der Bestand zur Zeit nicht gefährdet. Negative Folgen sind jedoch zu erwarten von Autobahnabwässern, die in die Lethe geleitet werden sollen, von einer weiteren Erschließung für die Naherholung und von einer Steigerung der Trinkwasserförderung im benachbarten Baumweggebiet, die zu schweren Vegetationsschäden führt. |
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