Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1978: Blockhausbrief Nr. 22

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Gedanken über Freundschaft
Aus der "Jungsteinzeit" der Studentenfreizeiten
Bücher und Bilder im Blockhaus
Milchsuppe und Maltuschkäse
Boote auf dem Helenensee
Von der Siedlungsgeschichte des Gebietes um das Blockhaus
Wasservoegel als Wintergäste
Besondere Beobachtungen... (Ornithologie)
Vorkommen der Schell- und Reiherenten...
Vikare und Theologiestudenten im Blockhaus Ahlhorn
Mehr theologische Erwachsenenbildung
Soldatenrüstzeiten Delmenhorst und Diepholz 1977
Soldaten und Familien - Gäste im Blockhaus Ahlhorn
Posaunenfreizeiten im Blockhaus Ahlhorn!
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1977 bis 15.12.1977
 

Zum Geleit

Mit dem neuen Blockhausbrief grüßen wir alle Freunde und Förderer. Wir danken allen, die uns halfen, das Heim weiter auszugestalten. Der Seehaussaal wurde gemütlicher und geräumiger. In die Bücherregale stellten wir neue Bücher. Die Tages- und Schlaf räume konnten mit weiteren Bildern belebt werden. Nachdem für unseren Mitarbeiter Herr Kretzer zusätzliches Werkzeug und Material beschafft werden konnte, war es für ihn leichter, weitere Schürgeräte für die Kamine, Servietten- und Kerzenhalter und bisher einen Fuß für eine Stehlampe im kleinen Tagesraum im Neubau zu schmieden. Ein Bootsbauer aus Weserdeich half uns, ein weiteres Boot zu bauen, das auf den Namen "Maräne" getauft wurde. Die Instandsetzung der Boote ist auch zeitraubend und kostspielig. Für den allmählich wachsenden Bauerngarten um den Neubau herum kauften wir Sämereien und Stauden. Die Hüttenbewohner freuen sich über neue Stühle in der Bauerndiele.

Zum letzten Mal erscheint der Leitartikel, so wie ich ihn nenne, von Herrn Oberkirchenrat Dr. H. Schmidt. Er war allen Mitarbeitern des Hauses ein väterlicher Freund und hat sich stets für den Ausbau des Blockhauses eingesetzt.

1952 lud er die Theologiestudenten, oder waren es Vikare, zum ersten Mal zu einer Rüstzeit ins Blockhaus ein. Er meinte damals: "Es wollte uns zunächst scheinen, als sei das kein günstiger Wechsel gewesen, zumal die Stadt Oldenburg mit ihren kulturellen Möglichkeiten so fern gerückt war. Hier konnte man noch einmal gemeinsam ins Theater gehen oder einen guten Film ansehen, hier konnte man auch leichter jemanden zu einem Referat heranholen, und die einzelnen Teilnehmer hatten die Möglichkeit, in den Pausen die Großstadt Oldenburg wahrzunehmen. Dieses alles fiel in der Ahlhorner Einsamkeit weg. Und es hat sich überraschenderweise als ~heilsam und für die Arbeit ungewöhnlich förderlich ausgewirkt. Nicht nur, daß die jeweiligen Referenten genötigt sind, ihren Besuch etwas länger auszudehnen und vielleicht zu ihrer persönlichen Erfrischung noch einmal einen Spaziergang durch die herrlichen Wälder und an den vielen Seen entlang machen, hat der Arbeit gedient. Wichtig war diese Abgeschlossenheit vor allen Dingen für die Studenten und Vikare selbst, die sich in ganz anderer Weise persönlich nahe kommen konnten, in dem sie nun wirklich durch eine Woche hindurch aufeinander angewiesen waren. Das Blockhaus ist so für unseren jungen Nachwuchs der Inbegriff einer Stätte der gemeinsamen Besinnung, der Hilfe und Förderung in der Vorbereitung auf das Amt und zugleich auch eines Ortes, an dem man frei atmen kann, weil man sich für eine Zeitlang nicht nur dem Zwang der täglichen Pflichten, sondern auch dem Lärm und der Unrast des Lebens, das wir Menschen des 20. Jahrhunderts zu führen haben, entnommen weiß. . .

Vorraum Haupthaus

So könnte uns das Blockhaus in dem, was es uns gibt und was es für uns bedeutet, geradezu eine zweite Heimat werden."

Mit befreundeten Pfarrern habe ich über den Bau einer Kirche gesprochen. Wie in früheren Jahren sollten doch regelmäßige Gottesdienste für alle Blockhausbesucher angeboten werden. Grundlage für weitere Überlegungen und Planungen sollte sein: Wir möchten auf dem Blockhausgelände einen Raum schaffen, in dem wir uns auf Gott konzentrieren können, damit wir uns in den Problemen, die uns heute zurecht übermäßig beschäftigen, nicht verlieren. Die Andachten und Gottesdienste, die dort gehalten werden, sollen uns befähigen, auf die Herausforderungen, vor denen der Mensch heute steht, gefestigt zuzugehen. Die alte und heute wieder besonders dringliche Frage: "Was ist der Mensch?" kann nur beantwortet werden, wenn man gleichzeitig danach fragt, worin der Mensch begründet ist. Es wird mit dem Bau eines Gotteshauses zwischen unseren übrigen Häusern deutlich, was wir alle miteinander nun schon über dreißig Jahre gewollt haben:

Gott, Zentrum unseres Leben.

In der Chronik der Staatlichen Teichwirtschaft wird auch Professor Dr. Buhlert genannt, Vortragender Rat im Ministerium des Innern. Er hatte mit dem örtlichen Leiter der Teichwirtschaft, dem späteren Fischereidirektor Herrn Keimer, in den Jahren des Hauptausbaues der Teichwirtschaft 1905 - 1914 erfolgreich zusammengearbeitet. Er fiel am 7. August 1915.

Landforstmeister Willms hatte vor Jahren vorgeschlagen, daß man die Tätigkeit von Herrn Professor Buhlert würdigen und die höchste Erhebung der Knökelsberge nach ihm benennen sollte.

Die Knökelsberge sind Dünen, die die Lethe nach der letzten Eiszeit vor sich herschob und auftürmte. Die höchste Düne liegt zwischen Teich 21 und dem Helenensee. Von alten und weitausladenden Alpenrosen umgeben, wie man hierzulande die Rhododendren nennt, krönt die Jungenburg diesen Hügel.

Es gibt Hinweise dafür, daß man schon in den zurückliegenden Jahren diesen herausragenden Punkt im jetzigen Blockhauspark Buhlertsberg nannte.

Es sollte in Zukunft heißen, die Jungenburg liegt auf dem Buhlertsberg.

1977 wohnten 11.904 Gäste im Blockhaus mit 41.718 Verpflegungstagen. Allen Mitarbeitern in unserem Hause sind wir für den treuen und selbstlosen Einsatz dankbar.

Was soll weiterhin das Ziel unserer Arbeit sein?

Wir wollen ein Haus der offenen Tür bleiben, offen für die Jugend unserer Kirche, offen für diejenigen, die die Begegnung mit der Kirche suchen im Sinne Dietrich Bonhoeffers: "Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist."

Ahlhorn, im April 1978

Die Blockhauseltern


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