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Wasservögel als Wintergäste im Ahlhorner FischteichgebietHermann Pichler Der Lebensraum einer Vogelart setzt sich zusammen aus Brut-, Nahrungs-, und Mauserbiotop. Weiterhin aus Rastbiotopen während der Zugzeit und dem Überwinterungsbiotop. Bei Stand- und Strichvögeln sind Brut-, Überwinterungs- und andere Biotope identisch. Die Ahlhorner Fischteiche sind Überwinterungsbiotop für eine Reihe Wasservögel, deren Brutbiotope in Island oder in den großen nördlichen Tundren zu finden sind. Sie sind hier in den Wintermonaten je nach Witterung mehr oder weniger und dem Wasserstand der Teiche gemäß gut zu beobachten. Die Zahl der Wintergäste hat sich in den letzten Jahren laufend erhöht. Immer wieder zu beobachtende Wintergäste sind: 1.) Höckerschwan (Cygnus olor).Die Altvögel sind sofort an dem orangeroten Schnabel, der einen schwarzen Höcker hat, zu erkennen. Der Höcker ist beim Männchen, vor allem im Frühjahr, größer als der des Weibchens. Der Schwan wird ca. 152 cm groß. Der Hals ist elegant gebogen beim Schwimmen. Bei Beunruhigungen nimmt er sofort eine Drohstellung ein. Mit gebogenem Hals und über dem Rücken segelartig aufgestellten Flügeln versucht er zu drohen. Dabei werden Zischlaute ausgestoßen. Andere Lautäußerungen sind schnarch- und trompetenartige Töne. Das Fluggeräusch ist sehr gut zu hören. Die noch nicht ausgewachsenen Jungvögel haben ein braunes Federkleid. Bei ihnen fehlt noch der Höcker auf dem Schnabel. Die Beine der Jungvögel sind noch grau gegenüber den schwarzen Beinen der Altvögel. Die sich hier zum Teil aufhaltenden Höckerschwäne kann man nur als halbwild bezeichnen. Viele der Höckerschwäne, die auf Teichen oder Seen im Binnenland gehalten werden, sind im Laufe der Zeit verwildert. 2.) Singschwan (Cygnus cygnus).Der Singschwan hat eine zitronengelbe Schnabelwurzel des sonst schwarzen Schnabels und keinen Höcker wie der Höckerschwan. Der Kopf läuft nach vorn spitz zu. Der Hals wird aufrecht getragen. Er nimmt keine Drohstellungen ein und ist sehr flug- und ruffreudig. Man kann seine Trompetenrufe oft hören. Beim Fliegen vernimmt man ein lautes gänseähnliches "anghö". Er ist genau so groß wie der Höckerschwan. Seine Jungvögel haben ein graues Gefieder. 3.) Zwergschwan (Cygnus bewickii).Er ist kleiner und kurzhalsiger als der Singschwan und erreicht eine Größe von 122 cm. Eine große Ähnlichkeit mit dem Singschwan ist festzustellen, aber das Gelb am Schnabel ist weniger ausgedehnt. und mehr abgerundet. In Gesellschaft des Singschwans findet man ihn immer, da sein Verhalten, Vorkommen und Flug dem Singschwan gleich ist. 4.) Pfeifente (Anas penelope).Das charakteristische pfeifende "huihu" des Erpels hat dieser Entenart den Namen gegeben. Sie nistet in den Sümpfen der Tundren. Der Erpel hat einen kastanienbraunen Kopf mit einem cremefarbenen Scheitel. Der Unterkörper ist grau befiedert. Eine weiße Linie am Flügel geht bis zum grünen Spiegel. Beim Fliegen sieht man die auffallend weißen Vorderflügel. Die Ente ist kleiner als der Erpel mit braunem Gefieder, grünem Spiegel und weißem Bauchgefieder. Die Schnäbel sind gegenüber der Stockente klein. 5.) Spießente (Anas acuta).Sie ist eine langhalsige, schlanke Ente mit einem spitzen Schwanz. Der Erpel hat einen braunen Kopf und Hals. Ein auffallend weißer Streifen geht von der Brust beiderseits längs des Halses. Der Schwanz ist lang und nadelscharf zugespitzt. Das Obergefieder ist grau, der Spiegel grün, das Untergefieder weiß. Der Schnabel ist grau. Die Ente ähnelt dem Pfeifenentenweibchen. Spiegel bronzefarben, Bauchgefieder braun. Die Enten fliegen sehr schnell und sind an dem langen dünnen Hals und spitzen Schwanz gut zu erkennen. Spießenten brüten in offenen Feuchtgebieten, an Seen, auf Mooren, in Sümpfen und auf Wiesen hoch im Norden. 6.) Löffelente (Anas clypeata).Die Löffelenten sind an dem breiten Löffelschnabel zu erkennen, der dem Kopf ein abwärts gerichtetes Profil verleiht. Der Erpel hat einen grünen Kopf, eine weiße Brust, kastanienbraune Flanken und einen hellblauen Fleck am Vorderflügel, grüner Spiegel und ein goldgelbes Auge. Die Weibchen ähneln den Stockentenweibchen nur haben sie grüne Spiegel und im Flug kann man die blauen Vorderflügel sehen. Als Brutgebiet werden flache Binnengewässer, Sumpf und Wiesen mit offenen Wasserbänken bevorzugt. 7.) Kolbenente (Netta rufina).Der Erpel ist die einzige rotschnäblige und rotfüßige Tauchente unseres Gebietes. Er unterscheidet sich von der kleineren Tafelente durch eine Haube und eine lange weiße Flügelbinde, die beim Flug gut zu sehen ist. Die Brust ist schwarz, ebenso der Bauchstreifen. Die Flanken leuchtend weiß. Das Weibchen ist unscheinbar braun gefärbt. Die Wangen und der Scheitel sind dunkel. Es hat einen weißen Flügelfleck und einen roten Fleck am Schnabel. Die Kolbenente gründelt und taucht. Damit nimmt sie eine Art Zwischenstellung zwischen Schwimm- und Tauchente ein. Gebrütet wird an warmen flachen Seen und Teichen, auch an brackigen Lagunen mit dichter Randvegetation. 8.) Tafelente (Axthya ferina).Ein kastanienbrauner Kopf und Hals, eine graue Oberseite und Flanke, eine schwarze Brust und ein blaugrauer Schnabel mit schwarzer Spitze und Wurzel kennzeichnen den Erpel der Tafelente. Vorne braun und hinten braungrau sind die Weibchen: Sie haben außerdem eine braungelbe Zeichnung am Auge und Schnabelgrund, sowie ein blaues Schnabelband. Große und kleine Seen, Staubecken usw. werden, sofern sie von dichtem Röhricht umgeben sind, als Brutgebiet bevorzugt. 9.) Gänsesäger (Mergus mergenser).Kopf und Vorderhals des Männchens sind dunkelgrün. Der Kopf hat weiterhin einen mähnenartigen Schopf. Das Männchen hat einen weißen Körper, der einen lachsroten Anflug hat. Männchen und Weibchen haben einen schmalen roten Schnabel und rote Füße. Beim Weibchen sind die weiße Kehle und der weiße Hals vom Rotbraun des Kopfes abgesetzt. Es hat am Kopf eine weniger auffallende Haube. Sie brüten in Baumhöhlen an Seen und Flüssen. Gänsesäger sind ziemlich groß und erreichen eine Größe von 66 cm. 10.) Mittelsäger (Mergus serrator).Der etwas kleinere Mittelsäger hat ungefähr die Größe einer Stockente und hat ebenfalls einen sehr schlanken Schnabel. Der Kopf des Männchens ist dunkelgrün mit einer strähnigen Federhaube. Eine braune Brust, ein weißes Halsband und graue Flanken unterscheiden ihn vom Gänsesäger. Das Weibchen unterscheidet sich vom Gänsesägerweibchen durch die bräunlichgraue Oberseite und den durchgehenden weißen Streifen bis zum Hals. Die Kopfhaube gleicht in der Form der des Männchens. Auch hier sind bei beiden Geschlechtem Schnabel und Füße rot. Er ist ein Bodenbrüter mit dem fast gleichen Brutbiotop wie der Gänsesäger. 11.) Zwergsäger (Mergus albellus).Erheblich kleiner, entenartiger und kurzschnäbliger als die vorgenannten Säger ist der Zwergsäger. Das Männchen ist fast weiß mit auffallendem schwarzen Augenfleck. Auf dem Kopf hat es eine schwarzweiße Haube. Vorn und auf den Schultern sind schwarze Linien zu sehen. Die Flanken sind hellgrau und der Rücken ist schwarz, der beim Flug gegen die auffallenden schwarz-weißen Flügel dunkler wirkt. Kleiner und grauer ist das Weibchen. Es hat eine rotbraune Kappe, weiße Wangen und eine weiße Kehle. Die Schnabel der Zwergsäger sind dunkel. Zwergsäger brüten in Baumhöhlen an bewaldeten Gewässern. Zum Schluß möchte ich Ihnen noch zwei Gäste vorstellen, die meist in den Monaten März und April gesehen werden können. Es sind: 1.) Kormoran (Phalacrocorax carbo).Es ist der größte ganz dunkle Wasservogel in Europa mit weißem Kinn und weißen Wangen. Während der Brutzeit hat er einen weißen Fleck an den Schenkeln. An der Schnabelwurzel hat er einen gelben Fleck. Das dunkle Gefieder schimmert bronzefarben Schwimmend im Wasser mit tiefliegendem Körper und steil aufgerichtetem Hals, wobei der Schnabel etwas angehoben wird. Der Flug ist schnell, dabei wird der Hals weit ausgestreckt. Nach dem Fischfang sieht man die Kormorane mit ausgebreiteten Flügeln auf Pfählen oder Bäumen stehen. Hierbei wird das Gefieder getrocknet. Kormorane sind sehr gesellig und brüten in Kolonien auf Felsvorsprüngen an der Küste und im Binnenland auf Bäumen. Die Geschlechter sehen gleich aus. 2.) Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis).Kleiner als der Kormoran mit einem grünschwarzen Gefieder. Auge und Schnabelgrund sind gelb. Während der Brutzeit tragen sie eine nach vorn gebogene Federhaube. Fliegt mit einem schnelleren Flügelschlag als der Kormoran. Er ist ein ausgesprochener Meeresvogel und nistet in der Hauptsache an Felsküsten, selten landeinwärts. Besuchen Sie das Ahlhorner Fischteichgebiet des öfteren, vor allem auch im Winter, so werden Sie bestimmt einen Teil der beschriebenen Wintergäste schon gesehen haben. Machen Sie Ihre Spaziergänge dort mit Verstand, denn wer weiß, wie lange es noch möglich sein wird, dort alles Mögliche zu Gesicht zu bekommen. Wird weiterhin dem Teichgebiet das Grundwasser abgepumpt wie im augenblicklichen Maße, so kann ein Ende der Teiche nicht weit sein. Damit würde eines der schönsten Erholungsgebiete des Oldenburger Landes nicht mehr vorhanden sein. Die Verluste an Pflanzen, Tiere - hier vor allem Vögel, Lurche und Kriechtiere - wären endgültig. |
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