Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1978: Blockhausbrief Nr. 22

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Gedanken über Freundschaft
Aus der "Jungsteinzeit" der Studentenfreizeiten
Bücher und Bilder im Blockhaus
Milchsuppe und Maltuschkäse
Boote auf dem Helenensee
Von der Siedlungsgeschichte des Gebietes um das Blockhaus
Wasservoegel als Wintergäste
Besondere Beobachtungen... (Ornithologie)
Vorkommen der Schell- und Reiherenten...
Vikare und Theologiestudenten im Blockhaus Ahlhorn
Mehr theologische Erwachsenenbildung
Soldatenrüstzeiten Delmenhorst und Diepholz 1977
Soldaten und Familien - Gäste im Blockhaus Ahlhorn
Posaunenfreizeiten im Blockhaus Ahlhorn!
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1977 bis 15.12.1977
 

Von der Siedlungsgeschichte des Gebietes um das Blockhaus

Schüler der Volksschule Frieschenmoor

Während unserer diesjährigen Blockhauswoche bekamen wir zufällig über die Blockhausbücherei einen Packen alter Zeitungen. Das war eine Sammlung von Beschreibungen und Berichten über das Blockhaus und seine landschaftliche Umgebung, die in den letzten 3 Jahrzehnten geschrieben worden sind. Wir durchsuchten die Sammlung und fanden mehrere Ausschnitte, die von der Siedlungsgeschichte des weiteren Gebietes um das heutige Blockhaus berichten. Dafür interessierten wir uns. Wir stellten uns die passenden Ausschnitte zusammen, bis wir uns ein Bild machen konnten:

Aufgrund von steinzeitlichen Funden weiß man, daß bereits vor Christi im Letheknie - dem Gebiet der Fischteiche und des Blockhauses - Menschen gehaust haben. Sie waren Jäger und Sammler. Aber mit der Zeit wuchs die Zahl der Jäger und Sammler und die Früchte des Waldes und das erlegte Wild reichten nicht mehr aus, die Bewohner zu ernähren. Der Nahrungsmangel änderte die Lebensweise. Neben dem Jagen und Sammeln begannen die Menschen damit, selber etwas anzubauen. Sie brannten Laubwaldflächen ab, pflanzten und säten in den noch humusreichen und von Asche verbesserten Boden, solange es sich lohnte. Danach überzog die Besenheide die entwaldeten und abgewirtschafteten Flächen. Besenheide verdirbt den Boden. Denn vermodernde Besenheide hinterläßt eine Säure, die die Salze des Bodens löst. Das Regenwasser führt die gelösten Bodensalze in tiefere Bodenschichten, wo die Salze sich zur Ortsteinschicht verbinden. Die Ortsteinschicht erreicht Stärken, die von Baumwurzeln nicht durchdrungen werden können. In dieser Zeit der Entwaldung mit ihren verheerenden Folgen für den Boden, ziehen viele Bewohner in fruchtbarere Gebiete. Während des Mittelalters ist das Gebiet des Letheknies entvölkert.

Erst mit der Neuzeit, als sich die fruchtbaren Gebiete übervölkern, ziehen wieder Menschen in die Heide. Hier beginnt die Schafhaltung, denn Schafe fressen die jungen Triebe der Besenheide. Wieder ist es die Not, die eine Veränderung bringt, denn bald reicht die Schafhaltung zur Ernährung der Heidebewohner nicht mehr aus. Die Schafbauern sind gezwungen, das Land wieder urbar zu machen. Unter unsäglichen Mühen wird durch tiefes Umgraben die Ortsteinschicht zerbrochen und der Sandboden mit den Schafdüngerplaggen aus den Schafkoven wieder fruchtbar gemacht.

Stück für Stück erobern sich die Heidebauern das verdorbene Land wieder zurück.

Das heutige Landschaftsbild der weiteren Umgebung des Letheknies ist noch nicht sehr alt. Erst die moderneren Geräte und Methoden (Kunstdüngung) der Land- und Forstwirtschaft haben es so gestaltet.


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