Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1978: Blockhausbrief Nr. 22

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Gedanken über Freundschaft
Aus der "Jungsteinzeit" der Studentenfreizeiten
Bücher und Bilder im Blockhaus
Milchsuppe und Maltuschkäse
Boote auf dem Helenensee
Von der Siedlungsgeschichte des Gebietes um das Blockhaus
Wasservoegel als Wintergäste
Besondere Beobachtungen... (Ornithologie)
Vorkommen der Schell- und Reiherenten...
Vikare und Theologiestudenten im Blockhaus Ahlhorn
Mehr theologische Erwachsenenbildung
Soldatenrüstzeiten Delmenhorst und Diepholz 1977
Soldaten und Familien - Gäste im Blockhaus Ahlhorn
Posaunenfreizeiten im Blockhaus Ahlhorn!
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1977 bis 15.12.1977
 

Posaunenfreizeiten im Blockhaus Ahlhorn!

A. Mittmann

Seit 1961 trifft sich der Posaunenchor aus Methler, einer Gemeinde am Rande der Großstadt Dortmund, im Blockhaus Ahlhorn. 16 Jahre - immerhin eine lange Zeit und mancher mag sich fragen, was treibt den Chor jedes Jahr aufs neue in diese Abgeschiedenheit? Es mag viele Gründe dafür geben, nur einige will ich hier erläutern. Das Blockhaus, ein Haus, das für Besinnung und Erholung so ideal gelegen ist. Wer möchte nicht einige Tage im Jahr mal aller Hetze und Betriebsamkeit des Alltags entfliehen, auch als Jugendlicher, und hier inmitten der schönen Natur zu sich selbst finden?

Ahlhorn, ein Haus der Begegnung! Wer meint, es gäbe im Blockhaus nur Einsamkeit, der irrt, denn es ist hier auch eine Stätte der Begegnung. Ich habe es nirgends woanders mehr erlebt, daß die Bereitschaft miteinander zu reden über unser Leben, unsere Probleme, unsere Zeit, unser Berufsleben, unsere Zukunft, Kirche und Staat so groß ist wie im Blockhaus. Es gibt so unendlich viele Dinge, die in der großen Gemeinschaft des Blockhauses angesprochen werden, ob sinnvoll oder nicht, die jährliche Rückkehr zum Blockhaus beweist es.

Das Blockhaus: ein Haus, in dem man sich wohlfühlt.

Ein Punkt der sehr wichtig ist. Wir werden in unserem Leben von so vielen Verboten, Verbotsschildern, Verordnungen und Richtlinien begleitet. Die Leitung des Blockhauses verzichtet darauf und hat doch Pflege und Ordnung.

Wie sieht nun der Ablauf eines Tages aus, den der Posaunenchor im Blockhaus verbringt?

Der Chor, der aus drei Generationen besteht, aus Jugendlichen, aus jungen Ehepaaren mit Kindern, aus Bläsern im reifen Alter. Eine Mischung mit ganz unterschiedlichen Auffassungen, aber alle hält der Auftrag zusammen: "Gott loben, das ist unser Amt." So ergreifen die Bläser schon vor dem Frühstück die Instrumente, um inmitten der Häuser Choräle zu blasen, kann der Tag schöner beginnen als mit dem Lobpreis Gottes? Ein gemeinsames Frühstück mit einer Morgenandacht schließt sich an. Dann geht jeder seinen Neigungen nach. Wieviel Möglichkeiten bietet da das Blockhaus und seine Umgebung! In den frühen .Abendstunden bereitet sich der Chor auf seine Aufgaben vor, die immer sehr vielseitig sind. Eines aber wollen wir in keiner Freizeit versäumen, irgendwo mit unserer Musik den Menschen zu erfreuen, sei es im Blockhaus bei Volks- oder Abendmusik, sei es in näherer oder weiterer Umgebung zu den Gottesdiensten, Kurendeblasen im Ort Ahlhorn oder Cloppenburg.

So gehen die Tage dahin und ich habe in jedem Jahr am Ende der Freizeit den Eindruck, daß ein jeder hier im Blockhaus erneut Kraft getankt hat für die Aufgaben, die dem Chor in seiner Heimatgemeinde erwarten. Die Chronik des Chores sagt aus: 152 mal traf sich der Chor im letzten Jahr, neben den wöchentlichen Übungsstunden musizierte er zu den Geburtstagen von 80, 85, 90 Jahren und darüber, zu Goldhochzeiten, Gemeindefesten, Feiern, Beerdigungen und nicht zuletzt zu Gottesdiensten. Fürwahr eine Aufgabe.


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