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Bücher und Bilder im BlockhausJ. Richter Auf mancher Freizeit kam von Konfirmanden die etwas zögernde Frage: "Dürfen wir uns ein Buch mit auf das Zimmer nehmen?" Auf meine Antwort: "Ja, natürlich! Nur bring es nachher wieder an seinen Platz!" folgte meistens ein freudiges "Klar!". - Mich erstaunte das Zögern bei der Frage. Offenbar haben es die Kinder in anderen Häusern nicht erlebt, daß Bücher einfach ausgeliehen und gelesen werden dürfen. Diese Offenheit im Blockhaus überraschte und erfreute sie. Daher sei hier im Blockhausbrief diese Offenheit dankbar gewürdigt! Auch der abgeschlaffte Pastor schmökert nach des Tages Trubel immer wieder gern in einem Buch des Hauses, und sei es eine Seefahrer-story ohne theologische oder sozio-politische Relevanz! Wie schön, daß in jedem Haus ein Regal mit Büchern steht, vom Krimi bis Kafka. Übrigens Seefahrerstory: Die vielen Drucke von Schiffen, See und Helgoland überall in Zimmern und Fluren gehen ja wohl eindeutig auf die große Liebe eines einzelnen Herrn zurück, der hier nicht näher genannt werden soll. Zu den Seebildern und den Schiffen paßt dann auch der Blockhaus-Kanon von Paul-Ernst Ruppel, Worte von Will Vesper im großen Saal, den jedenfalls die Berner Konfirmanden immer wieder gern singen: "Gottes sind Wogen und Wind; Segel aber und Steuer, daß ihr den Hafen gewinnt, sind euer." Doch auch die Kunst lächelt im Blockhaus oder fordert heraus. Es hängen Originale von Hans Troschel, Ahlhorn; Frau Rosner-Kasowski aus Varel; Prof. Giesen aus Vechta und F. Francksen. Dazu kommen eindrucksvolle Arbeiten von Schülern aus Bremen und zahlreiche gute Drucke, Kalenderblätter und Photos, gesammelt und gerahmt von der "Besatzung": Da ist wieder das Charakteristikum von Ahlhorn: Von der Blumenrabatte bis zu den Bildern spürt man die persönliche Handschrift und die liebevolle Mühe um Gestaltung des Hauses mit möglichst eigenen Mitteln. Nichts ist konfektioniert oder stereotyp und glatt. Das und die Offenheit gehört nicht nur zum Blockhaus, es macht das Blockhaus aus. Gut, daß diese Haltung auch alle (vergangenen) Wachstumsjahre mit ihren Verschlimmbesserungszwängen durchgehalten wurde. Einen "neuen Lebensstil" braucht das Blockhaus nicht erst lernen; es blieb bescheiden und suchte immer selbst zu tun, was eben zu tun möglich war. Es schämt sich auch nicht, Bücher und Bilder zu erbitten. Wer also noch etwas bei sich findet, mag es gleich in seinen Kofferraum tun für die nächste Fahrt nach Ahlhorn. |
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