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Boote auf dem HelenenseePeter von der Dovenmühle Wohl zu den nachhaltigsten Erlebnissen der meisten jugendlichen Gäste des Blockhauses zählen die "Seeschlachten" oder das beschauliche Bootfahren auf dem Helenensee. Das Blockhaus hat sich von Anfang an bemüht, seinen Gästen diese beliebte Freizeitbeschäftigung zu bieten. Mit wieviel Umstand und Kosten aber die Schaffung und Erhaltung der "hauseigenen Flotte" verbunden war, soll ein kleiner Rückblick verdeutlichen. Als nach dem 2. Weltkrieg im ehemaligen Gaukameradschaftsheim das Evangelische "Blockhaus Ahlhorn" eingerichtet wurde, fand man als Hinterlassenschaft der früheren Besitzer zwei geklinkerte Holzruderboote und die Überreste eines Bootshauses unterhalb der Jungenburg am Helenensee vor. In der Nachkriegszeit hatte man andere Sorgen als das Instandhalten von Booten, aber trotzdem wurde alles getan, um die schon leicht beschädigten Boote fahrklar zu halten. Da Material und Werkzeug zum Kalfatern (Fugendichten) fehlte und die Holzrisse mit Teer zugepappt wurden, faulten die Bootsrümpfe schnell und fielen bald auseinander. Dazu kam, daß diese Boote auch damals übermäßig beansprucht wurden. Im Sommer waren sie bis an das Dollbord, der oberen Kante des Bootes, mit Insassen überladen und ständig in Fahrt. Erinnert sei auch noch daran, daß die Boote zum Transport von Wasser für die Küche fast täglich gebraucht wurden. Das wenige Regenwasser aus den Zisternen reichte nie. Deshalb mußte Brunnenwasser beim Nachbarn Janzen auf dem gegenüberliegenden Ufer des Helenensees beschafft und in Milchkannen gefüllt werden, um es dann bei der damaligen Küchenleiterin Frau Ufken abzuliefern. Die Reste des Bootshauses wurden bereits 1949 abgebrochen, da das Material für einen Abort ("Donnerbalken") benötigt wurde. Diese Freilufttoilette wurde direkt über den See gegenüber dem Hundezwinger gebaut. Hier sollen - so erzählt die Sage - jeweils die dicksten Weihnachtskarpfen gewesen sein. 1950 kaufte man das erste Boot aus Kiefernholz. Das leichte Boot wurde wegen der hohen Beanspruchung mit Zinkblech beplankt, um die Stabilität zu erhöhen. Die Folge war zwar eine erhöhte Festigkeit, jedoch hatten die vielen Befestigungsnagel den Bootsrumpf so porös werden lassen, daß neben der Ruderbesatzung ständig ein Mann mit einer Milchdose Wasser schöpfen mußte. Als dieses Boot dann mehr unter als über Wasser lag, wurde 1954 ein eichenes Arbeitsboot angeschafft, das zwar schwerfällig war, aber noch 10 Jahre seinen Dienst tun sollte. Schon in den 50er Jahren wurde der Helenensee feiertags zur Sommerzeit von auswärtigen Gästen umlagert, die zum Baden geradelt kamen. Die Jugendlichen machten sich einen Spaß daraus, das Boot zu kapern und die Blockhausgäste nicht selten dabei über Bord zu kippen. Oft war diese Mühe nicht notwendig, denn der Essensgong des Blockhauses rief die Bootsfahrer mit ihren Booten an den Anleger zurück und das war ein Zeichen für mutige Schwimmer, die Boote zu entführen. Ständig versuchte das Blockhauspersonal, dieses zu verhindern, aber meistens erfolglos. Als gefürchtetster "Aufpasser" in dieser Zeit machte sich vor allem Herr Bastin, Vollzugsbeamter der Jugendstrafanstalt Falkenrott verdient. Wenn dann kein Boot zur Verfügung stand, wurde zwangsläufig oft das Futterboot der staatlichen Teichwirtschaft auf dem Helenensee von "Blockhausleuten" benutzt, was häufig genug Ärger heraufbeschwor. Aus dieser Not heraus wurden allerlei Versuche gemacht, schwimmende Untersätze zu schaffen. Dazu gehörten kurzlebige Paddelboote mit Stoffbespannung, die schnell von den im Wasser verborgenen Wurzeln aufgeschlitzt wurden. Stabiler war da schon ein Floß, das aus "ausgeliehenen" Kiefernstämmen zusammengefügt wurde. Da es zu schwer war, schwamm es mehr unter als über Wasser. Ausgediente Honigkanister brachten dann dem Floß für eine Saison den gewünschten Auftrieb. Neue Boote mußten also her. Als erstes wurde ein kleines Boot aus Eichenholz angeschafft, mit dem man sehr gern fuhr. Dann wurde dem Blockhaus ein sehr günstiges Angebot gemacht: ein schweres Arbeitsboot war im Jadebusen angetrieben und sollte für 100,- DM zum Verkauf kommen. Mit Hilfe von Herrn Rüther, Großenkneten, wurde das Boot in einer abenteuerlichen Fahrt auf seinem Pkw-Anhänger, der dem Zusammenbruch nahe war, nach Ahlhorn geschafft. Das Boot war unhandlich, aber es schwamm. Weitere günstige Angebote waren ein alter geklinkerter Marinekutter und ein ausgedientes Motorboot, die aber zu reparaturanfällig waren und sich deshalb nicht bewährten. Die Boote wurden jahrelang durch Staken vorwärts bewegt, dafür besorgte uns ein Hansakapitän starke Bambusstäbe. Die schlechten Erfahrungen mit Holzbooten führten dazu, Anfang der 6oer Jahre das erste Eisenblechboot zu erwerben, das sich auch hier gut bewährte. Nach und nach kamen andere Eisenblechboote hinzu und ersetzten die abgewrackten Holzboote. Die leuchtend rot-weiß gestrichenen Boote, die sich wirkungsvoll im Landschaftsbild abheben, tragen Namen von Süßwasserfischen. Der Kreis der Freunde des Blockhauses Ahlhorn hat durch seine Spenden ermöglicht, noch weitere Boote anzuschaffen. Die kleine Flotte wurde im vergangenen Jahr durch den Neubau eines Bootes im Eigenbau erweitert. Dazu gab uns die Gemeinde Großenkneten einen Zuschuß. Das Boot wurde standesgemäß von der Frau des Bürgermeisters von Großenkneten, Frau Ursula Rüther, auf den Namen "Maräne" getauft.Die kleine Flotte des Blockhauses zählt jetzt 8 Boote: "Forelle", "Hecht", "Barsch", "Karpfen", "Schlei", "Zander", "Stichling" und "Maräne". Jeder Gruppe, die im Blockhaus wohnt, können wir jetzt 1-2 Boote mit Riemen übergeben, so daß es keinen Streit mehr um die Boote zu geben braucht, was früher oft der Fall war. Jetzt bleibt nur noch ein Wunsch: "Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!" |
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