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Lappentaucher im Ahlhorner TeichgebietHermann Pichler Lappentaucher sind eine Art der Wasservögel, die ausschließlich auf Süßwasserteichen- und Seen mit Schilf- und Riedbestand leben und brüten. Es werden bei Fehlen des Bewuchses auch schon einmal vegetationslose Inseln oder Uferplätze als Neststand angenommen. Diese Vögel haben zwischen ihren Zehen keine Schwimmhäute sondern sind mit Schwimmlappen längs den Zehen versehen. Daher der Name Lappentaucher. Der Körperbau dieser Taucher ist ganz dem Leben auf und im Wasser angepaßt. Die torpedoartige Form des Körpers, der lange spitze Schnabel, die am Steiß als Ruder angesetzten Füße und der extrem kurze Schwanz sind hervorragend für die Unterwasserjagd geeignet. Zur Nahrung dienen Fische, Wasserinsekten, Krebse und Kaulquappen. Das Lebenselement der Taucher ist das Wasser. Man sieht sie selten fliegen. Bei Gefahr oder Störungen tauchen sie weg und schwimmen lange Strecken unter Wasser ab. Entgegen der Behauptung, sie seien schlechte Flieger, möchte ich aufgrund meiner langen Beobachtungen sagen, daß sie gut und schnell fliegen können. Das Flugbild der Taucher ist von dem der anderen Wasservögel gut zu unterscheiden. In der Umgebung des Blockhauses und auch verstreut über das gesamte Teichgebiet kommen der Haubentaucher, der Zwergtaucher und der Rothalstaucher vor und brüten hier. Während der Zugzeit kann auch hin und wieder der Schwarzhalstaucher beobachtet werden. Der Haubentaucher ist der größte Lappentaucher, der auch am häufigsten anzutreffen ist. Man erkennt ihn an den schwärzlichen Ohrbüscheln und zur Brutzeit an der auffallenden rotbraun-schwarzen Krause an den Kopfseiten. Die Oberseite des Vogels ist graubraun und die Unterseite leuchtend weiß. Beim Schwimmen auf dem Wasser hält er den schlanken Hals senkrecht nach oben gestreckt Als Stimmäußerung kann man ein bellendes "Kärr-arr", ein schrilles "Ör-huid" und verschiedenartige trompetende, stöhnende und gäckernde Laute hören. Die Lautäußerungen sind vermehrt während der Balz zu hören. Bei der Balz richten sich die Paare senkrecht im Wasser auf und der Partner bietet unter Lautäußerung Nistmaterial an. Das Nest besteht aus Teilen von verschiedenen Wasserpflanzen und ist ein Schwimmnest, das am Rande der Uferbewachsung angelegt wird. Es ist freischwimmend und wird durch Ried oder Schilf festgehalten. In der Regel werden 4 lang-elliptisch bis spindelförmige zunächst bläulich-weiße Eier gelegt. Die Eier nehmen später eine grünlich-braune Farbe an. Die entsteht, wenn der brütende Vogel das Nest verläßt und dann die Eier mit Nistmaterial bedeckt. Die Brutdauer beträgt 25 - 29 Tage. Beide Vögel brüten abwechselnd. Brutzeit Mai bis Juli, selten früher. Es können ein oder zwei Bruten stattfinden. Die frischgeschlüpften Jungvögel sind Nestflüchter. Sie haben ein nicht besonders dichtes Daunenkleid. Zwischen Augen und Schnabel sind nackte rote Flecken. Auf dem Kopf ist ein roter Scheitelfleck. Kopf und ,Hals sind schwarz-weiß längsgestreift. Sind alle Jungvögel geschlüpft, folgen sie den Altvögeln ins Wasser. Sie können vom ersten Tag an tauchen. Zum Wärmen werden sie von den Altvögeln auf den Rücken genommen und mit den Flügeln zugedeckt. Dabei kann man die bunten Köpfe gut sehen. Beim Tauchen der Altvögel bleiben die Jungen auf dem Rücken sitzen. Nach sechs Wochen sind sie dann selbständig. Den Ablauf des Lebens der Haubentaucher auf den Teichen habe ich in den letzten zehn Jahren immer wieder beobachten können. Voraussetzungen zur guten Beobachtung sind Ruhe, keine hastigen Bewegungen und viel Zeit. An Teich 31 konnte ich lange Jahre ein am Westrand der Insel brütendes Haubentaucherpaar beobachten. Sie hatten sich mit meiner Anwesenheit abgefunden und kamen ziemlich nah an meinen Sitzplatz heran. Beim Auftauchen fremder Besucher verschwanden sie gleich in Richtung Nistplatz. Mit dem Abfischen der Teiche im Herbst verlassen uns die Haubentaucher um im frühen Frühjahr wieder zu erscheinen. Neben dem Haubentaucher ist der Zwergtaucher, er ist der kleinste der Lappentaucher, immer mit einigen Brutpaaren im Teichgebiet anzutreffen. Selbst im Winter ist er am Feldmühlenholz und Rüdersee zu sehen. Diesen äußerst scheuen Vogel kann man im Frühjahr während der Balz gut feststellen. Er läßt dann ein helles Trillern hören. Ihn aber zu sehen ist nicht einfach, da er bei der geringsten Störung sofort wegtaucht und unter Wasser bis in den Teichbewuchs schwimmt. Sein Nest wird ebenfalls aus Pflanzenteilen gebaut und in der Ufervegetation verankert. Er ist kurzhalsiger als der Haubentaucher. Der Schnabel ist dicker als bei anderen Lappentauchern. Das Brutkleid ist oben dunkelbraun, unten heller. Kehle und Wangen sind kastanienbraun, der Schnabelwinkel hat einen gelblich-grünen Fleck. Der Flug ist niedrig und rasch. Er fliegt rascher auf als andere Taucher. Ein bis zwei Bruten werden durchgeführt. Die Jungvögel sind ebenfalls Nestflüchter. Der Rothalstaucher ist seit drei Jahren regelmäßig mit einem Brutpaar anwesend. Er ist kleiner als der Haubentaucher. Kopf und Schnabel sind gedrungen, der Hals dicker. Die hellgrauen Wangen heben sich von dem schwarzen Scheitel gut ab. Der Hals ist lebhaft rostrot und leuchtend gelb der Schnabelgrund. Rücken grau-braun und Unterseite seidenweiß. Seine Stimmäußerungen sind ein hohes "Keck" oder ein langgezogenes Wiehern. Er nistet im Röhricht und ist sehr störempfindlich. Im letzten Jahre wurde infolge des ausgesuchten Brutplatzes (Teiche Nähe Parkplatz und Helenensee) die Brut nach Ablage von zwei Eiern aufgrund der großen Störungen durch Menschen zweimal abgebrochen. Es wäre schade, wenn dieser schöne Vogel wegen der letztjährig abgebrochenen Bruten nicht mehr in das Teichgebiet käme. |
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