Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1977: Blockhausbrief Nr. 21

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
Vom Danken
Einweihung des Neubaus des Blockhauses Ahlhorn am 20.4.1976
Die Gemeinschaft der Christen erfahren
Lieber Rolf...
Das Hüttenlager
Die Bibel erzählt eine Schöpfungsgeschichte
Lappentaucher im Ahlhorner Teichgebiet
Politische Bildung in der Bundeswehr
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 1.1.1976 bis 31.12.1976
 

Kurzbeiträge der Gäste
zwischen dem 1.1.1976 und dem 17.12.1976


Unteroffiziere, Pz.Gren.Brig. 31 Oldb. / Brig.-Gen. Rensing
(29 Teiln., 19.1-23.1.)

Vom 19.1.1976 bis 23.1.1977 konnten wir die "Staatsbürgerlichen lnformationstage für Zugführer der Panzergrenadierbrigade 31" in den Neubauten des Blockhauses Ahlhorn durchführen. Dieses Seminar hatte den Zweck, Unteroffiziere für die verantwortungsvolle Aufgabe als Zugführer und damit unmittelbare Vorgesetzte von etwa 30 - 40 jungen Soldaten, bezogen auf ihren Auftrag im Bereich der politischen Bildung, vorzubereiten. Sie sollten befähigt werden, überzeugend auf das Staatsbewußtsein der ihnen anvertrauten Soldaten einzuwirken, in dem sie sich der politischen Diskussion früh stellen und auch Aufgaben im staatsbürgerlichen Unterricht und in den Truppeninformation übernehmen.

Das Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit war:

Die politische Bildung des Soldaten ist wichtiger denn je. Wer staatsbürgerlichen Unterricht plant und durchführt, muß klare Vorstellungen darüber besitzen. wie er diesen Unterricht insgesamt versteht und begreift. Diese Vorstellungen sind wesentliche Voraussetzungen für den Unterrichtserfolg. Negative Lehr-Erfahrungen der Unterrichtenden und negative Lern-Erfahrung der Soldaten werden unwahrscheinlicher, wenn Unterricht auf einer fundierten Theorie beruht. Theorie und Praxis, dieses wurde bei dem Seminar deutlich, sind hier eng verknüpft. Theorie, die der Praxis nicht verpflichtet ist, läuft Gefahr, sich im abstrakten Raum zu verlieren. Praxis ohne Theorie hingegen artet leicht und schnell in unökonomische, plan- und ziellose Geschäftigkeit aus. Angesichts der begrenzten Zeit, die für die politische Bildung der Soldaten zur Verfügung steht, muß dieses unbedingt vermieden werden. Aus dieser Sicht ist daher Unterricht als theorie-orientiertes praktisches Geschehen zu verstehen. Anwendung der Erkenntnisse der Didaktik der politischen Bildung sind entscheidende Hilfen, um diese Aufgabe auch in der Bundeswehr bewältigen zu können. (Gehrmann)


Tagung mit dem evang. Religionskurs der 10. Klassen der Realschule Damme / P. v. Mehring
(20 Teiln., 22.1.-25.1.)

Kommunikation - Partnerschaft - Ehe

geplant durchgeführt
Einführung ins Thema Als Material für die Einführung diente eine Zusammenstellung von Meinungen und Einstellungen, die vorher bei einem Klassenbesuch erhoben worden waren. Guter Übergang von Erwartungen zu inhaltl. Arbeit.
Gruppenarbeit: Formulieren von Interessenschwerpunkten und Meinungsverschiedenheiten Gruppenarbeit wird wegen florierendem Plenumsgespräch auf den Nachmittag verschoben.
"Wohlbefinden" 1. Teil = Einzelarbeit Beginn der Gruppenarbeit. Der Einstieg ins Thema ist bereits so intensiv, daß es den Teilnehmern schwerfällt, Abstand zu gewinnen und das Gesagte zu ordnen.
"Wohlbefinden" 2. Teil = Gruppenauswertung. Graphische Darstellung der Einzelwertungen. Auswertungsgespräch geht schrittweise in eine Wahrnehmungsübung über, die die "Bilder" klärt, die man voneinander hat. Beginn der Übung "Wohlbefinden". Teilnehmer sind schneller fertig als erwartet. Querverbindungen zum Thema wird kaum gesehen. Auswertungsgespräch findet seinen Schwerpunkt in Problemen des Freizeitverhaltens. Wahrnehmungsgespräch nicht möglich. Polarisierung der Meinungen führt zu einer inneren Distanz zum Thema.
Fortsetzung des Selbsterfahrungsprozesses durch nonverbale Übungen bzw. Spiele zur Intensivierung der Kommunikation. Zwangloser Übergang zur Freizeit. Antons - Sechseck zur Wiedergewinnung einer Kooperationserfahrung. Anschl. Gespräch über Kommunikationsprobleme in der Schule.
9.30 Übung "Mein Zuhause" (Entwurf, wie ich später wohnen möchte) Gruppenarbeit Gruppenzusammensetzung durch das Thema. Beschränkte Materialvorgabe programmiert den Konflikt. Auseinandersetzung in der Gruppe überdeckt den inhaltl. Auftrag. Kontrast zwischen "heiler Welt" der Entwürfe + Konflikten i. d. Gruppen
Auswertung der Übung "Mein Zuhause"; Kriterien zur Beurteilung erstellen. Gruppendynamische Reflexion über Arbeitsvorgang Beide Gruppen wurden nicht fertig. Dennoch starke Identifikation mit d. Ergebnis - Polarisierung zwischen den Gruppen. Aufarbeitung des Gruppenprozesses zieht sich in die Länge da die Gruppe auf eingefahrene Verhaltensmuster stößt. Inhaltl. Auswertung des Ergebnisses wird weitgehend vom Team geleistet.
"Heiraten wollen fast alle" - Gespräch über einen Zeitschriftenartikel Obwohl eine Reihe von Fragestellungen vorgegeben sind, werden die Fragen ziemlich rasch zusammengeschrieben. Für die Probleme eines interviews keine Antenne.
"Interview". Gruppenarbit zur Erarbeitung der Interviewfragen zum Thema "Kirchliche Trauung"; anschl. Collage: Klischeebilder von Mann und Frau (Material: Zeitschriften) Die anschl. Collage wird mit großer Intensität durchgeführt. Die Kritik an den gesellschaftlichen Rollenklischees bleibt aber noch verschwommen.
nachmittags frei zur Durchführung und Zusammenstellung des Interviews. wie geplant. Die meisten Interviewpartner geben wichtige Informationen und Impulse für das Thema.
gespräch über die Ergebnisse der Interviews.
Rollenspiele zur Funktion des Interviews und zum Thema wie geplant. 2 Dias zum Thema "Mann und Frau" (Schöpfung) motivieren zu einer eingehenden Gruppenmeditation.
ansch. Bunter Abend.
Andacht
Auswertung der Übung "Interview" Textgespräch über "Brigitte" - Reportage: Heiraten wollen alle
Auswertung der Tagung Geht in Gesamtauswertung über.
Teilnehmer zeigen sich vor allem angenehm berührt von der Methodenvielfalt.
"Keine Langeweile"

Klaus v. Mehring


Kindergottesdiensthelfer, Oldb. / P. Pöppelmeyer
(30 Teiln., 31.1.- 1.2.)

Liebe, lieber. . .

du weißt ja, daß ich mit zu einer Arbeitstagung zum Thema "Kindergottesdienst" am 31.1. - 1.2.1976 ins Blockhaus Ahlhorn angemeldet habe. Die erste Enttäuschung erlebt ich schon vor der Tagung. Aus unserer Gemeinde fuhr keiner mit, der den KGD verantwortet. Wie sollte dann das, was wir dort lernten, in unsere Gemeinde kommen? Ich wollte die Tagung erst mal besuchen, um zu sehen, wie man heute im KGD arbeitet.

Den Verantwortlichen war es anzumerken, daß ihnen der KGD ein großes Anliegen ist. Das versuchten sie uns zu vermitteln. Sie waren sehr gut vorbereitet. Sie legten großen Wert darauf, daß, wenn gearbeitet wurde, das ernsthaft geschah. Sie hatten feste Vorstellungen, was dabei herauskommen sollte! Beim Kamin, bei einer Nachtwanderung und in kurzen Pausen kam der Spaß auch nicht zur kurz. Nach dem Vorstellen, was mit einem riesigen Blatt, wo die größten Städte des Oldenburger Landes eingezeichnet waren, geschah, mußten wir mit den KiGo-Aufklebern zeigen, wo wir herkommen. Danach wurden 2 große Arbeitsgruppen gebildet.

Die Themen:

I. Was ist an der Gottesdienstordnung unerläßlich für den KGD?

II. Eine Anzeige für eine Zeitung: "Kindergottesdiensthelfer gesucht".

In zwei zu den Themen arbeitenden Gruppen wurde intensiv diskutiert, da viele verschiedene Meinungen vertreten wurden. Es stellte sich heraus, daß das Gespräch sehr wichtig für uns war, um unsere eigene Stellung zum KGD und zum Glauben zu überprüfen.

Reicht zuerst Liebe zu den Kindern und zum Evangelium, um KGD-Helfer zu werden? Ich würde da zuversichtlich sein, wenn jeder die Möglichkeit hätte, einige Helfertagungen mitzumachen. Von Seiten der Leitung wurde angeboten, in den Gemeinden Schulungen zu machen.

Am Sonntag war im Blockhaus Ahlhorn eine Andacht angeboten. Das wurde mir zu einem lebendigen Erlebnis, was noch durch das Geschenk eines selbst zusammengestellten Liederbuchs verstärkt wurde.

Das Arbeitsthema des Vormittags

1. Auslegung einer bibl. Geschichte

2. Methode - Dias selbst herstellen

Das Besprechen der bibl. Geschichte wurde sehr ernsthaft betrieben. Die technische Aufgabe wurde danach eingeteilt. Wir einigten uns auf Strichmännchen, damit auch die untalentierten mit der Aufgabe fertig werden konnten. Nach dem Essen wurden alle Dias gezeigt, aber nicht kritisch betrachtet.

Nach dieser Tagung werden hoffentlich Menschen zur KGD-arbeit gewonnen und es entsteht in unserer Landeskirche eine lebendige und fröhliche Kindergottesdienstarbeit. Das wünsche ich mir.

M. Berlinicke


Klasse G 11 b, Wirtschaftsgymnasium, Oldenburg / Herr Kaestner
(19 Teiln., 10.5.-12.5.)

Problem Klassengemeinschaft

Wir, die Klasse G 11 b des Wirtschaftsgymnasiums in Oldenburg, haben vom 10. - 12.5.1976 die Möglichkeit wahrgenommen, auf Grund eines kultusministeriellen Erlasses 3 Tage unterrichtsfrei zu bekommen, um an einer Studientagung der Arbeitsgemeinschaft evang. und kath. Schülerarbeit in Niedersachsen teilzunehmen. Bisher herrschte bei uns Einzelkämpfertum und Interessenlosigkeit an gemeinsamen Problemen. Diese Gleichgültigkeit ging soweit, daß die Klasse nicht bereit war, ihr Konkurrenzdenken - erzwungen durch den Zensurendruck der Schule - in Notsituationen eines Mitschülers aufzugeben. Der Leistungsdruck im Blick auf den Numerus Clausus schaffte es, zwischenmenschliche Beziehungen und damit die Privatsphäre des einzelnen aus der Schule zu verdrängen - ,das Leben fängt erst nachmittags an,' Die Gespräche während der Tagung brachten uns die Erfahrung, daß unsere eigenen Probleme auch unsere gemeinsamen sind. Das animierte uns dazu, eine gemeinsame Lösung anzustreben. Äußerer Kernpunkt: Wir wollen unsere Schulsituation nicht mehr über die Funktion eines Klassensprechers verändern, sondern durch gemeinsames Vortragen unserer Vorschläge gemeinsames Handeln ermöglichen und umgekehrt...

Bei der Planung dieses Schrittes kristallisierte sich als zentrales Problem die Raumfrage heraus: Wo sollen wir außerhalb der Schule zusammenkommen, um unsere Situation weiter miteinander zu bearbeiten? Eine Kneipe ist dafür auf Dauer sicher nicht der geeignete Ort! Räume in ev. Gemeindehäusern stehen nur beschränkt und nach vorheriger Absprache zur Verfügung. Die ev. Schülerarbeit braucht eigene Räume, wo sich Gruppen jederzeit, ohne zeitliche Einschränkung und Konsumzwang, treffen können. Nur so können die Impulse, die von Tagungen ausgehen, wirkungsvoll weiterentwickelt werden. Deshalb fordern wir die Mitarbeiter der ev. Schülerarbeit Oldenburg und die für sie zuständigen Gremien auf, geeignete Räumlichkeiten für Schülergruppen zur Verfügung zu stellen. Wir sind bestimmt nicht die einzigen, die darauf warten!


Jugendwaldeinsatz, FA-Ahlhorn / Herr Cordes-Gebken
(30 Teiln., 17.5-29.5.)

Die Hagenbergschule liegt am nordwestlichen Stadtrand von Göttingen. Ihr Einzugsgebiet umfaßt das Neubaugebiet Holtenser Berg, den Hagenberg, einen Teil des Industriegeländes auf dem ehemaligen Flughafen, einige Dörfer der Umgebung und den Hauptteil der "Quartiere" in denen die Stadtverwaltung sozial schwierig zu integrierende Familien untergebracht hat. Entsprechend uneinheitlich ist die Zusammensetzung der Schülerschaft, was oft zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Arbeit in den Klassen führt. Glücklicherweise kam das bei diesem Einsatz kaum zum Tragen, weil es sich bei der Gruppe um Freiwillige aus den beiden Abschlußklassen der Hagenbergschule handelte.

Aus der Sicht der Schule waren die Ziele des Waldeinsatzes:

Kennenlernen der Besonderheiten einer norddeutschen Wald- und Heidelandschaft, Erweiterung allgemeiner biologischer Kenntnisse, Betriebspraktikum im Arbeitsbereich der Forstwirtschaft, Bewährungsprobe bei der täglichen Arbeit, auch wenn bisweilen Durchführung und Gegenstand außerhalb der Neigungen lagen, Einüben sozialer Verhaltensweisen in einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft auf engem Raum mit Abgrenzung von Rechten und Pflichten.

Durchgeführte Arbeiten:

  • Schneiden, entasten und schälen von Stangenholz.
  • Schneiden von Zaunpfählen und Anspitzen von Plöcken zum Anbinden junger Bäume.
  • Ausroden von Birken in Fichten- und Douglasienkulturen.
  • Düngen von Fichten und Douglasien in einer Versuchskultur.
  • Einschlagen von Pflöcken, Anbinden junger Pappeln und Weiden.
  • Haus- und Küchendienst im Jugendheim.

Lehrveranstaltungen, Waldbegänge, Übungen:

  • Vortrag über die Bedeutung des Jugendwaldeinsatzes, Verhaltensregeln.
  • Vortrag über die Entstehung der Fischteiche.
  • Bestimmungsübung: Bäume und Sträucher.
  • Gang zu den Fischteichen, Fischwirtschaft.
  • Marsch zum Urwald mit zahlreichen Erklärungen.
  • Begang der Fischteiche und des Erosionstales der Lethe unterhalb der Teiche.
  • Führung zu Anpflanzungen von Lärchen, Fichten, Douglasien und Erlen und zu einem Bodenaufschluß.
  • Nachtwanderung im Gebiet der Teiche.
  • Filmvorführung: Im Reiche der Libellen, Konzert am Tümpel u. a.
  • Schlußtest als Erfolgskontrolle.

Während der Arbeitspausen wurden von den Vorarbeitern zahlreiche Sachverhalte geklärt und Fragen beantwortet, u. a.

  • Sinn und Zweck der vorgenommenen Arbeiten,
  • Biologisches und Wirtschaftliches über die angebauten Holzarten,
  • Berechnen von Holzmengen und Waldflächen,
  • Lebensweise von Holzschädlingen, Schädlingsbekämpfung,
  • Erhaltung und Pflege der Landschaft,
  • Wild, seine Hege und Sinn und Bedeutung der Jagd.

Die Unterbringung im Evangelischen Blockhaus Ahlhorn ist für Waldeinsätze hervorragend geeignet. Die landschaftliche Schönheit des Teichgebietes der Lethe, die Abgeschiedenheit, die vielen Möglichkeiten, Freizeit sinnvoll zu gestalten durch Baden, Rudern, Ballspielen und Wandern machen Ahlhorn zu einem idealen Aufenthaltsort. Das Hüttenlager am Rande des Jugendheimes gewährleistet eine gewisse Selbständigkeit der Waldeinsatzgruppe, die auch nötig ist, weil die forstlichen Arbeitszeiten von der Tageseinteilung des Heimes abweichen. Das Wohnen fern der forstlichen Einrichtung und Betreuung verlangt vom Gruppenleiter ein höheres Maß selbständiger Entscheidung als in anderen Jugendwaldheimen. Das sollte den angemeldeten Schulen sehr deutlich gesagt werden, damit die Gruppenleiter sich gebührend vorbereiten können.

Unser Dank für die vielfältigen Möglichkeiten, die dieser Waldeinsatz bot, gilt der Forstverwaltung, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Heimleitung des Ev. Blockhauses.


Schülertagung / P. v. Mehring
(19 Teiln., 14.6.-16.6.)

Geplantes Programm Ausführung
Sch.-Schlamassellied, Textdiskussion mit 3fach Sozioprogramm (inhaltlich, emotional, Kommunikation) Sch.-Schlamassellied wie geplant, aber nur 20 Min.
feedback auf Papiertafel - wird kaum zur Kenntnis genommen.
kurzes Feedback
Fishpool
20 Min. Verspätung, da Teilnehmer nur zögernd erscheinen, statt Fishpool, das weitgehend bekannt, Persönlichkeitsprofil. Teamer machen mit. Etwa 1 Stunde wird in 2er-Gruppen konzentriert gearbeitet.
Fishpool (Fortsetzung) Fortsetzung "Persönlichkeitsprofil" in Kleingruppen. Soweit feststellbar, wird kaum gearbeitet (Bootfahren u. a.)
Plenum. Team beobachtet. Teilnehmer sind "ohne Erwartungen" gekommen. Beurteilung des bisherigen Verlaufs überraschend positiv. Starker Trend zur Vermeidung von Konflikten.
"Arbeitsklima" (v. M.) "Arbeitsklima" wie geplant. Gruppe arbeitet dank der straffen Struktur der Übung ziemlich konzentriert bis ca. 21.00 Uhr.
"Planungsspiel" (Pfeiffer/Jones) oder "Mogeln" (v. M.) Planungsspiel. Wettkampfcharakter hält Teilnehmer relativ bei der Stange. Auswertungsgespräch wieder geprägt von dem Bedürfnis, Konflikt zu vermeiden. Einige Problematik wird nur oberflächlich und lustlos berührt. Tradition, daß alle Anfangstermine um 15 Min. und mehr verschleppt werden, setzt sich fort, ohne Kritik der Zuspätkommenden.
Unisituation und Ausbildung - Gespräch mit Gästen aus Oldenburg Gespräch über Uni. Mit ca. 6 - 8 Teiln.
"Versetzung gefährdet" (v. M.) oder "Gruppennormen" (Dautscher) Versetzung gefähret.
Intensivste Phase der Tagung. Teiln. spielen ihre Rollen sehr engagiert. Ergebnisse wie erwartet uneinheitlich. Eine Gruppe wird erst nach dem Abendbrot fertig.
"Sieben Fragen" (Reitz) Auswertung des Rollenspiels. Tendenz bereits wieder lustlos. Ein Gruppe hat bereits nachmittags begonnen, für ein TT-Turnier unter Teilnahme aller Reklame zu machen. Bereitschaft zunehmend rückläufig. Wie am 1. Abend kommt keine gemeinsame Freizeitgestaltung zustande. Erst nachts trifft sich der größte Teil in einem Zimmer. Aber kein Gespräch, nur Geblödel.
"Sieben Fragen" evtl. auf den nächsten Vormittag verschoben.
Spiegelartikel:
Deutschlands Schüler - zuviel Freiheit?
Da beim Frühstück große Lücken klaffen, wird Plenum auf 10.00 Uhr angesetzt. Geplant: "Gruppennormen" (Dautscher). Anschl. Kursauswertung.
Da die Gruppe um 10.20 immer noch nicht vollständig ist, verläßt das Team den Raum mit dem Hinweis, man möge Bescheid sagen, wenn die Gruppe zur Arbeit bereit sei. Dazu kommt es bis zum Mittagessen nsicht! Nur vereinzelte Anfragen beim Team, ob man "sauer" sei und ob nicht mit dem Rest gearbeitet werden könne.
Das Team sieht die Ursache seines Scheiterns vor allem darin, daß es von falchen Voraussetzungen ausging. Thema hätten die eingespielten Konfliktvermeidungsmechanismen in der Klasse sein müssen, nicht die Arbeit an angeblich bewußten Konflikten. In diesem Punkt hat die Klasse beim Vorbereitungsgespräch - wohl unebwußt - geblufft, als sie vor den interessierten Augen des Beobachters einen lautstarken Show-kampf veranstaltete.
Da die Gruppe zudem keinerlei Bereitschaft zeigte, ihr wirkliches Thema auch nur zu suchen, mußte die Tagung scheitern.

Klaus v. Mehring


Gehörlose, Leer, Emden / P. Höppner
(47 Teiln., 17.6-20.6.)

Vom 17. - 20. Juni hielten Gehörlose aus den ostfriesischen Gemeinden unter Leitung von Pastor Höppner eine Freizeit im Ahlhorner Wald ab. Auch Frau Donken und ihre Freunde waren unter uns. Ein schönes Blockhaus nahm uns auf. Im Saal fand die Bibelarbeit über Matthäus 19 statt. Wir betrachteten miteinander das Bild von dem berühmten Maler Rembrandt "Die große Krankenheilung". Zu unserer Freude erhielten wir den Besuch von Herrn Superintendent Meyberg und zwei Lehrern aus Osnabrück. Herr Blume berichtete und zeigte uns Dias aus Moskau und Leningrad. Ein Teil der Teilnehmer machte eine kleine Wanderung; andere badeten im Waldsee oder machten Bootsfahrten. Unsere alten Gehörlosen saßen bequem auf der Bank und sahen dem bunten Treiben zu. Am Abend verfolgten viele im Fernsehen das Fußballspiel Deutschland gegen Spanien in Belgrad. Am Sonntagvormittag hielt Pastor Höppner einen Abendmahlsgottesdienst. Nach dem Abendessen bedankte sich Otto Stromann im Namen aller bei Pastor Höppner für die erlebnisreichen Tage, welche uns noch lange Zeit eine schöne Erinnerung sein werden .Wir gedachten unserer 3 Verstorbenen Christopher Kampmann, Anna Schulz und Andreas Donken, die sonst immer mit Freuden bei unserer Freizeit waren (Gretje Monsees).


Kirchengemeinde Blockdiek, Bremen / P. Memming
(50 Teiln., 4.9.- 5. 9. )

Unser diesjähriges Planungswochenende fand am 4. und 5. September im Blockhaus Ahlhorn statt. 50 Gemeindeglieder, davon 10 Kinder, fühlten sich in der landschaftlichen Abgeschiedenheit und der behaglichen Atmosphäre des Blockhauses äußerst wohl.

Diesmal stand nicht die Planung für das bevorstehende Winterhalbjahr im Vordergrund. Wenn eine Kirchengemeinde 10 Jahre lang am Stadtrande Bremens ihre Arbeit tut, ist Anlaß zur Selbstbesinnung gegeben: Was ist Sinn und Ziel unserer Arbeit? Sind wir auf einem guten Weg? Auch wenn das Gemeindeleben rege, Veranstaltungen und Angebote reichlich sind, fragen wir uns, ob nicht oft Wesentliches fehlt: Die Freude des Glaubens, die missionarische Kraft, überzeugende Gemeinschaft.

Im Vortrag und Gespräch erfuhren wir von Erneuerungsbewegungen in den verschiedenen Kirchen. Seit einigen Jahren fragen Christen neu nach der Wirklichkeit des Heiligen Geistes, nach einer Vertiefung des persönlichen Glaubens und der Erneuerung der eigenen Gemeinde. Das biblische Zeugnis von den geistlichen Erfahrungen der urchristlichen Gemeinden wird als Chance für die Kirche heute verstanden. In den Berichten über diese Bewegungen und ihre mit Spontaneität und Hingabe erfüllten Zusammenkünften haben wir ein Signal erkannt, auf das zu achten sich lohnt.

"Der Geist macht lebendig" - dieser Satz fand in lebendigen Gruppengesprächen um die Bibel und in der aufgelockerten Abendmahlsfeier am Schluß der Tagung seinen deutlichen Ausdruck (H. Memming)


Kinderchorrüstzeit, Oldenburg / Herr Enders
(36 Teiln., 6.11.- 7.11.)

Kinderchor - Freizeit im Blockhaus Ahlhorn. Fünfunddreißig muntere Kinder aus verschiedenen Gemeinden des Oldenburger Landes. Einige begrüßen Bekannte von früheren Singfreizeiten. Aber auch das letzte Fremdheitsgefühl schwindet beim fröhlichen Singen unter der Leitung von Landessingewart Enders.

Abends ein Ouiz mit Dias: Kopfzerbrechen, Spaß und Bildung.

Wir werden müde, aber das Einschlafen fällt schwer .

Trotzdem sind früh morgens die Tische von fleißigen Helfern gedeckt. Im Gottesdienst sind wir mit unseren Daheimgebliebenen verbunden. - Dann: "Schon wieder singen?" - Mancher würde jetzt gern in dem herrlichen Gelände um das Blockhaus umherstromern; im Wald und an den Fischteichen gibt es immer neue Möglichkeiten zu entdecken. Aber auch dazu bleibt genügend Zeit. Und wenn wir dann in der Vor- und Nachmittagspause draußen unterwegs sind, klingen hier und dort die frisch erworbenen Lieder auf:

"Hanselal"        "Meister?"
"Bist du da?"     "Immer da!"
"Heissa! Hussa! Dengi dingi don, hallo, im grünen Walde."

Auch bei der Küchenarbeit und auf den Zimmern wird unermüdlich gesungen. Und nach der Rückkehr zu Hause hoffentlich auch.

"Wann dürfen wir das nächste Mal nach Ahlhorn?"

Edgar Hanselka


Klassengemeinschaft, Oldenburg / P. v. Mehring
(21 Teiln., 12.11.-14.11.)

Geplantes Programm Ausführung
16.15 "Junge/alte Dame" (Brocher) Den Teilnehmer wurde versucht, das Prinzip der Wahrnehmung zu verdeutlichen. - Beobachtbares wird verschieden gedeutet.
"Blindes Vertrauen" Verdeutlichung des Wechselspiels von Vertrauen und Unsicherheit innerhalb der interpersonellen Kommunikation.
"Gefühle ausdrücken" Die Teilnehmer hatten offensichtlich Schwierigkeiten, den Übungsanweisungen zu folgen.
Zusammenfassung der Ergebnisse vom Nachmittag
"Turmbau"
Umstrukturierte Gruppen: sehr gute Atmosphäre, Kreativität, bessere Ergebnisse
eine strukturierte Gruppe lehnte den hierarchischen Aufbau ab.
Anschließend: Bezug der Klassenposition - Beobachtung der "Schweiger".
Spielende Anschließend: Gruppe verteilt sich auf Gästehaus und Seehaus. Eine beginnt zu tanzen, die andere debattierte bis ca. 3.00 Uhr.
  Kurze Einführung in TZI
"Versetzung gefährdet" Großes Engagement der Teilnehmer.
Während des Kaffeetrinkens Antrag einiger Teilnehmer, Jungen zum Abend einzuladen. Widerstand des Großteils der Gruppe.
Die Teilnehmer waren nicht in der Lage, das Problem ausreichend und agressionslos zu diskutieren. Rückgriff auf eine Absprache - keine Fremden auf der Tagung.
"Dealer" Übung nach 45 Min. beendet.
Teilnehmer versuchen, jeglichem Konflikt während der Übung auszuweichen.
Eine Kleingruppe lehnt das Spiel völlig ab.
Aufforderung zur Diskussion über die Klassensituation - Ablehnung, Angst sich offen zu bekennen, Formulierungsschwierigkeiten.
(charakterisieren der Mitschüler) Trotz Formulierungsschwierigkeiten fand das Spiel Amklang. Anschließend spaltete sich die Gruppe in Kleingruppen, die über interpersonelle Schwierigkeiten und die allgemeine Klassensitaution sprachen.
anschließend: Treffen vo dem Kamin bis 3.00 Uhr
"Erinnerungsphoto" Gruppe blockierte - angeblich Formulierungsschwierigkeiten. Diskussion über Ersatzbeschäftigung. Erste Ansätze in der Gruppe sichtbar, über Sachprobleme aggressionsfrei zu diskutieren. Anschließend: Spiel "Irrenhaus" (Vorschlag von Teilnehmer).

Das Team wußte bei Beginn der Vorbereitungen, daß die Teilnehmergruppe aus zwei, zu einer Klasse zusammengewürfelten Haufen bestehen würde. Bei einem Besuch in der Klasse zeigten die Klassenmitglieder große Schwierigkeiten im Umgang mit Konflikten; so konnten z. B. die "einfachsten" Probleme nicht (relativ) aggressionsfrei diskutiert werden.

Im ersten Teil der Tagung wurde versucht, den Teilnehmern Elemente aus dem Bereich der interpersonellen Kommunikation zu verdeutlichen, im anschließenden Teil wurden die Handlungsergebnissen auf kokrete Situationen im Schultag bezogen.

Die tagung als Freiraum gesehen, sollte den Teilnehmern Gelegenheit geben, sich miteinander auseinanderzusetzen. Die Notwendigkeit dieses Anliegens zeigte sich darin, daß Gespräche in zweier/dreier Gruppen von den Gruppenmitgliedern als neuartige Erfolgserlebnisse gekennzeichnet wurden. Es schien für die Klasse ungewohnt zu sein, sich vertraulich zueinander zu verhalten.

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen scheuet die Gruppe zunächst die Diskussion über die Klassensitaution im Plenum. Am Sonntagmorgen war es ihr möglich, bei Abwesenheit der Teamer, sich auf ein Gruppenspiel zu einigen und gemeinsam durchzuführen.

Inwieweit die Fronten der verschiedenen Klassen zueinander aufgeweicht werden konnten, wird siche rst während eines erneuten Treffens zeigen, da ein Teil der Klasse den Besuch der Tagung abgelehnt hatte.


Informationstage, 1. LLDiv. / Major Kohn
(31 Teiln., 13.12-17.12.)

10 Hauptfeldwebel und Pfarrhelfer des Stabes der 11. PzGrenDiv., die sogenannten "Strolche", trafen sich 4 Jahre hintereinander eine Nacht in den Hütten des Blockhauses zu einer "Härteübung". Bei gutem Essen aus eigener Küche und passenden Getränken wurde in der Bauerndiele kräftig gesungen.

Durch viele andere Aktivitäten dieser Gruppe entstand folgendes Lied:

1.
Die Welt ist unsre Liebe
der Himmel unser Zelt.
Wir fahren durch die Wälder
 wir wandern durch das Feld!

2.
Wohl - an, die Zeit ist kommen,
es muß geschieden sein.
Wer nicht will mit uns fahren
der wackelt hinter drein.

3.
Hell klingen uns're Lieder,
ziehn wir auf's Land hinaus.
Aus vielen Fenstern schauen
die andern nach uns aus.

4.
Die Ems hat uns gesehen
das hohe Sauerland.
Die Eifel wir bestehen,
trotz Regen und trotz Brand.

5.
Und sitzen wir am Feuer
des Nachts im tiefen Wald.
Es lauschen Fuchs und Heister
wenn unser Lied erschallt.

6.
Der Wind will mit uns gehen,
soweit er Wolken find't.
Es leuchten hell die Berge,
die wir durchzogen sind.

7.
Herr, laß uns fröhlich bleiben
solang der Himmel lebt.
Bleib du in unsrer Nähe,
auch wenn du droben schwebst.

Refrain:

1. Hei-ho, hei-ho, (hei-o-ho) Hei-ho, hei-ho (hei-o-ho)
die Strolche, ja die Strolche, ja die Strolche sind so!

2. Hei-ho, hei-ho (hei-o-ho) Hei-ho, hei-ho (hei-o-ho)
was glaubt ihr denn, was denkt ihr denn, die Strolche sind so.

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