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Altes Holzboot am BadestrandDie Gemeinschaft der Christen erfahren- die Chance der Konfirmandenfreizeiten -Freizeiten mit Konfirmanden sind dieser Tage nichts Besonderes mehr. Es ist u. a. unschwer an den Belegungsplänen des Blockhauses abzulesen, daß in vielen Kirchengemeinden Freizeiten ein selbstverständlicher Teil der Arbeit mit Konfirmanden sind. Hier soll nun von einem Konfirmanden-Seminar die Rede sein, das wir bereits im 3. Jahr mit unseren Banter Konfirmanden veranstalten. Jeweils im Januar laden wir unsere Hauptkonfirmanden zum sog. "Abendmahls-Seminar" ein. Ausnahmslos alle Konfirmanden nehmen daran teil; sei es auf Grund unserer Überredungskünste, sei es, weil die Konfirmation nahe ist. Wer krank wird oder sonst aus triftigen Gründen nicht mitfahren kann, absolviert das Wochenendseminar im Gemeindehaus: im letzten Jahr waren das 7 von 185 Konfirmanden. Eine große Rolle im Bewußtsein der Konfirmanden und ihrer Eltern, zunehmend aber auch in der ganzen Gemeinde, spielt die Auffassung, daß das Seminar sozusagen der Auftakt zur Konfirmation ist. Ausgangspunkt der Überlegungen im Mitarbeiterkreis (der "Konfer-Lehrer" wie die Konfirmanden sagen: Pastoren, Gemeindehelferin, Sozialarbeiter, Lehrerin) war das Unbehagen an den uns bekannten pädagogischen Modellen zum Thema "Abendmahl". Auch in unserer Gemeinde hatten mehrere Jahre lang Freizeiten stattgefunden, auf denen dieses Thema behandelt worden war: in der Regel wurde zunächst erarbeitet, was denn Gemeinschaft sei, und wie sie sich darstellt, dann wurden biblische Texte interpretiert und schließlich das Abendmahl ab "Tischabendmahl" gefeiert. Unser Unbehagen entzündete sich an zwei Beobachtungen: eine derartige pädagogische Konzeption geht von der Grundvoraussetzung aus, daß ein Konfirmand, der erkannt hat, was Gemeinschaft ist, deshalb auch erkennen kann, was "Gemeinschaft der Christen = Abendmahl" bedeutet. Und weiter: wieder steht der Vollzug, also die Feier des Abendmahls, am Schluß. Eine Begleitung, also insbesondere eine Begleitung oder Hilfe bei der Bewältigung der starken emotionalen Eindrücke, die die erste Teilnahme an der Abendmahlsfeier hervorruft, ist im Rahmen der Freizeit nicht möglich. Gespräche im anschließenden wöchentlichen Konfirmandenunterricht sind keine Lösung, weil sie eben in einem anderen Umfeld geschehen. Deshalb gehen wir jetzt von der These aus, daß gerade die "Gemeinschaft der Christen", wie sie im Abendmahl sichtbar wird, erlebt werden muß, bevor sie erklärt, gedeutet oder biblisch/theologisch gedeutet werden kann (sollte)! Auf dem Hintergrund von Erfahrungen wird der Zugang zu theologischen Deutungen leichter. Pädagogisch formuliert: von einer konkreten Erfahrung her zu lernen, zu deuten und zu verstehen, ist leichter als auf ein Erlebnis, einen Vollzug, eine Erfahrung hin zu lernen. Dementsprechend beginnt das Abendmahls-Seminar der Banter Konfirmanden mit einer Feier des Abendmahls ("Tischabendmahl" mit anschließendem Abendbrot). Nach einer angemessenen Pause - bei Gruppen, die ins Blockhaus Ahlhorn gefahren sind, unerläßlich: die "Kantine" hat geöffnet! - treffen sich die Konfirmanden, um zu malen (sog. freies Malen), Raumschmuck herzustellen (z. B. Papierblumen, Masken, Girlanden usw.) oder sich zu unterhalten (was immer auf ein Gespräch über die Abendmahlsfeier hinausläuft). Dann wird der Tagesraum vorbereitet und geschmückt zum quasi dritten Teil des Festes: Tanz, "natürlich" nach Beatrhythmen. Gute Erfahrungen haben wir damit gemacht, das Lied von Piet Janssen "Unser Leben sei ein Fest" schon bei der eigentlichen Abendmahlsfeier einzuführen. Es läßt sich während des Tanzens gut dazwischenschieben, weil es im Rhythmus der Beatmusik ähnelt. Ähnliches gilt für das Vaterunser-Lied von P. Janssen, das wir gern zum Abschluß dieses Abends spielen und singen lassen. Am zweiten Seminartag werden, nach einem Rückblick auf die Erlebnisse des Vortages, die entsprechenden biblischen und liturgischen Texte erarbeitet: von der Interpretation der "Einsetzungsworte" bis zur Erarbeitung der Abendmahlsliturgie, wie sie in unserer Gemeinde üblich ist. Am dritten Tag, dem Sonntag, erarbeiten die Konfirmanden in kleinen Gruppen die Stücke des nunmehr stärker "traditionsgebundenen" Gottesdienstes, der am frühen Nachmittag gehalten werden soll: sie suchen Lieder und Bibeltexte aus und formulieren die Gebete. Zum Mittagessen - und damit soll ein weiterer Aspekt genannt werden, der dieses Seminar zu einer Konfirmandenfreizeit besonderer Art macht - reisen die Eltern und Geschwister und Verwandten oder Freunde der Konfirmanden an. Erfahrungsgemäß, das gilt, objektiv gesehen, für Seminare, die im Blockhaus stattfinden, nehmen erstaunlich viele Familien teil: im letzten Jahr bei ca. 70 Konfirmanden 60 "Gäste". Dieses große Interesse ist sicherlich nicht nur darauf zurückzuführen, daß die Eltern dies für eine günstige Gelegenheit für einen Sonntagsausflug halten. Vielleicht ist dies eine Möglichkeit zur Elternarbeit, die weniger belastend als erfreulich empfunden wird! Nach dem Mittagessen ist Gelegenheit zur Besichtigung des Blockhauses, zu Spaziergängen, zu Spielen mit den Kindern (von ehrenamtlichen Helfern organisiert) und vor allem zu Gesprächen mit den Leitern und mit anderen Eltern. Dann folgt der Abendmahlsgottesdienst. Für viele Eltern ist es das erste Mal nach langen Jahren, daß sie am Abendmahl teilnehmen. Und manche sind dankbar und erleichtert für das Erlebnis, daß ihr Kind an der Gestaltung dieses Gottesdienstes mitwirkt; so wird es den Eltern leichter und verständlicher, am Abendmahl teilzunehmen. Ein gemeinsames Kaffeetrinken beendet das Seminar. Die Hauptkonfirmanden (und ihre Eltern) werden eingeladen, nun an den Abendmahlsfeiern der Gemeinde Bant teilzunehmen. Erfreulich viele machen davon Gebrauch. Dies und die positive Beurteilung unserer konfirmierten jungen Leute ("Das Abendmahls-Seminar" hat mir am besten gefallen / Das vergeß ich nie . . .") bestärkt uns und macht uns Mut. Näheres auf Anfrage! Für die Mitarbeiter der ev.-luth. Kirchengemeinde Bant in Wilhelmshaven Ursula Plote |
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