Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1976: Blockhausbrief Nr. 20

Inhalt:

Titel
Zum Geleit
"Gottes sind Wogen und Wind..." - Versuch einer theologischen Interpretation des Ahlhorner Blockhausspruches
Nach dem Sturm
Erdgeschichtliches
Aus der Chronik des Staatlichen Teichwirtschaft
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 11.11.1974 bis 17.12.1975
 

Nach dem Sturm

J. Steffens

Die ersten drei Jahre nach dem verheerenden Sturm vom 13. November 1972, der den Wald in der Revierförsterei Lethetal, in der auch das Blockhaus liegt, beinahe total zerstörte, sind ins Land gezogen. Diese Zeit war für die Forstverwaltung von der Aufarbeitung und Vermarktung des Sturmholzes gekennzeichnet. Parallel dazu liefen die Vorarbeiten für die Wiederaufforstung, die schon in den Jahren 1974 und 1975 begonnen wurde, in der Zukunft jedoch Schwerpunkt forstlicher Tätigkeit sein wird. Die Aufgabe besteht in der Herstellung eines Waldzustandes, der sowohl die dauernde Bedarfsbefriedigung der Volkswirtschaft mit Holz und anderen Walderzeugnissen, als auch die stetige Schutzwirkung auf Klima, Boden, Wasser und Luft, Pflanzen und Tiere sowie die allgemeine Erholung im Walde gewährleistet.

Das bedeutet:

Ziel 1: Dauernde Bedarfsbefriedigung der Volkswirtschaft mit Holz und anderen Walderzeugnissen.
Das wird erreicht durch den Anbau standortgerechter Holzarten, die eine hohe Massen- und Wertleistung, Gesundheit und ein geringes Risiko für die Bestände erwarten lassen.
Grundlagen dafür sind Standortkartierung = das heißt systematische Untersuchung des Waldgebietes hinsichtlich Bodenqualität, Klima und Lage.

Ziel 2: Schutzwirkung
Das wird erreicht durch eine zügige Wiederaufforstung der Schadensflächen, um das typische Waldklima mit allen seinen positiven Eigenschaften schnell wieder herzustellen.

Ziel 3: Erholung
Die Grundlage für die Erholung wird durch den Anbau standort-gerechter Holzarten gelegt werden, d. h. durch eine abwechslungsreiche, artenreiche und vielgestaltige Wiederaufforstung. Der Erholungswert wird mit dem Aufwachsen der Bestände innerhalb der reizvollen Wald-Wasser-Landschaft der Revierförsterei Lethetal ständig zunehmen.

Ziele 1 - 3 stellen keine Folge der Wertigkeit dar, sondern stehen gleichrangig nebeneinander.

Die zukünftige Verteilung der Holzarten wird etwa folgendes Bild zeigen (Zielvorstellung für den Wuchsbezirk Ems-Hase-Hunte-Geest, in der auch die Revierförsterei Lethetal liegt):

Douglasie 30%
Kiefer 30%
Traubeneiche 20%,    10% der Fläche als Hauptbaumart ggf.
Stieleiche           10% in Mischung mit anderen Holzarten
Buche

Der vor dem Sturm vorhandene hohe Kiefernanteil von 70 - 80% wird also ganz erheblich zurückgehen, da die Funktion der Kiefer, nämlich auf dem ehemaligen Heide- und Dünengelände als Pionierbaumart zu dienen, innerhalb der ersten Waldgenerationen erfüllt ist und nun anspruchsvollere Holzarten wie z. B. Douglasie und z. T. Eiche angebaut werden können.

Bisherige Aufforstungsmaßnahmen:

1974  23 ha Neuaufforstung,
      überwiegend Douglasie/Fichtenmischbestände

1975  85 ha Neuaufforstung,
      davon 46% Douglasie/Roterle,
      12% Japanische Lärche,
      8% Roteiche,
      5% Kiefer,
      4% Fichte

Für das Jahr 1976 sind geplant:

ca 100 ha Neuaufforstung, davon

37% Douglasie
5,5% Küstentanne
5% Japanische Lärche
30% Kiefer
6 % Strobe
12% Eiche
1% Roteiche
3,5% Pappel/Weide

als Hauptbaumart und z. T. in Mischung mit anderen Holzarten.

Die Aufforstungen sollen voraussichtlich bis zum Jahre 1980 beendet sein, die endgültige Sicherung der Kulturen wird jedoch noch einen sehr viel längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.


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