Kurzberichte der Gäste zwischen
dem 17. November 1973 und
dem 10. November 1974
Ev. Schülerarbeit / P. von Mering
(14 Teiln., 18. 2-20. 2)
Vom 18. - 20. Februar dieses Jahres besuchte unsere Religionsgruppe unter der Führung von unserem Religionslehrer, Herrn Heberlein, das Blockhaus in Ahlhorn. - Zu dem Thema Gruppendynamik und Freizeitgestaltung ließ Herr v. Mering sich etwas Interessantes einfallen. In zwei Gruppen aufgeteilt sollten wir innerhalb 3 1/2 Stunden ein Jugendzentrum nach eigener Vorstellung konstruieren; mit Kostenvoranschlag, Einrichtung und Aufbau. Hierbei gefiel uns nicht so sehr die vorgeschriebene Personenverteilung (Architekt usw.) Jedoch konnten wir unsere Phantasie frei entfalten und versuchten daher ein modernes, sinnvolles Jugendzentrum zu errichten. Glücklicherweise waren wir fast immer ziemlich einer Meinung und wurden von keiner Lehrperson kritisiert. Nach diesem Programm hatte jeder einen Fragebogen auszufüllen. In diesem Fragebogen konnten wir unsere Eindrücke und Gefühle zu Papier bringen. Am Ende der Tagung arbeitete Herr v. Mering das ganze aus und legte es uns zur Beobachtung vor, wie hoch das Interesse innerhalb der Gruppe lag. - Das nächste Thema handelte von einem Jungen, der als Dealer beschuldigt und von der Klasse ausgestoßen wurde. Es waren 15 Beispiele genannt worden, die den Täter herausfinden sollten. Diese Beispiele sollten wir numerieren und zwar so, daß die wirksamsten Handlungen am Anfang standen. Hierzu gingen unsere Meinungen zum Teil auseinander.
Schlußthema waren die Beatles, wozu wir ein Band hörten und anschließend diskutierten. Wir stellten fest, daß hierbei die Mitarbeit sehr stark abfiel; vielleicht daher, weil wir kurz vor der Abreise standen. Vorteile dieser Tagung: wir haben gelernt, in einer Gruppe hemmungslos zu sprechen und selbständiger zu arbeiten.
Bärbel Rainer und Helga Hausfelch
Konfirmanden, Reekenfeld / P.Steinert
(26 Teiln., 8. 3-10. 3.)
Unsere Konfirmandenrüstzeit in Ahlhorn
Vom 8. - 10. März waren die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Reekenfeld zu einer Rüstzeit im Ev. Jugendheim in Ahlhorn. Dieses Heim liegt in einer wunderschönen Landschaft inmitten von ca. 40 Fischteichen, die von Wäldern umgeben sind.
Gleich nach dem Herrichten unserer Zimmer versammelten wir uns im Tagesraum, der Bauerndiele. Für die Rüstzeit hatten wir das apostolische Glaubensbekenntnis zum Thema gewählt. Herr Pastor Steinert gab zunächst eine kurze Einführung in das Glaubensbekenntnis. Sie führte zu dem Ergebnis: "Wer über Glaubensdinge diskutieren will, muß sich zuvor informieren". Diesem Zweck diente auch der Dia-Vortrag über das Zeugnis derer, die wir Sekten nennen, wobei er uns die einzelnen Glaubensrichtungen erklärte. "Jeder Sektenmissionar an unserer Haustür ist jedesmal eine Anfrage an unseren Glauben und an unsere Bereitschaft, ihm das Evangelium von Jesus Christus zu sagen, der uns allein aus Gnaden mit Gott versöhnen will." Für den Rest des Abends saßen wir am Kaminfeuer, sangen Lieder und hörten Geschichten. Am nächsten Morgen wurden wir geweckt zu einem Dauerlauf um den See. Nach dem Frühstück begann wieder der Unterricht. Wir besprachen zunächst in drei Gruppen den 1. Artikel des 2. Hauptstücks, der von dem Schöpfer und der Schöpfung handelt. Wir faßten den 1. Artikel in unseren eigenen Worten ab. Bei der Zusammenfassung erkannten wir, daß Gott mit den 10 Geboten uns eine Hilfe für das Zusammenleben der Menschen untereinander gegeben hat. Daneben schützt er mit diesen Geboten seine Schöpfung. Da nach dem Mittagessen Ruhe auf dem Gelände herrschen mußte, gingen wir in den Wald, um eine Schnitzeljagd zu unternehmen. Nach dem Kaffeetrinken besprachen wir den 2. Artikel des Hauptstücks. Da dieser Artikel von Jesus Christus, dem Sohn Gottes und seinem Erlösungswerk spricht, lag es nahe, daß wir in diesem Zusammenhang auch über das hl. Abendmahl, das Christus selbst einsetzte, sprachen.
Den Abend verbrachten wir in gemütlicher Stimmung wieder am Kaminfeuer und grillten Würstchen; danach unternahmen wir eine Nachtwanderung.
Am Sonntagmorgen versuchten wir unser Frühstück, wie die ersten Christen, als Abendmahlsgottesdienst zu feiern. Anschließend besprachen wir den Verlauf des Vorstellungsgottesdienstes, der für den 7. April geplant ist.
In der übrigen Zeit hörten wir Musik, wanderten und spielten im Wald auf einer Lichtung "Völkerball", bis wir um 16.30 Uhr die Heimreise antraten. Es waren für uns erlebnisreiche Tage, an die sich wohl alle Teilnehmer gern erinnern werden.
Ute Rüscher, Elke Stolper, Karin Müller, Anke Kapeis
Ehem. Oldenburger Jugendchor / Frau Matthes
(150 Teiln., 4. 5. - 5. 5.)
Singen schlägt Brücken
Ehemalige des Oldenburger Jugendchores trafen sich in Ahlhorn
Fünfundneunzig ehemalige Sänger des Oldenburger Jugendchors, die noch unter seinem Leiter und Gründer Kurt Wiesemann zwischen 1945 und 1953 "dabei" gewesen waren, sahen sich am letzten Wochenende anläßlich einer Begegnungsfreizeit im Blockhaus Ahlhorn wieder. Dergleichen hatte es bis dahin in der 29jährigen Chorgeschichte noch nicht gegeben. Etliche waren weitgereist, viele mit ihrem Ehepartner gekommen und hatten teilweise ihre Kinder mitgebracht. Die anwesende Jugendchorfamilie zählte 150 Köpfe oder besser gesagt: Stimmen.
Denn das Singen stand verständlicherweise im Vordergrund. Alle, die das Glück hatten, es mit anzuhören, waren tief beeindruckt von dem auch noch nach langen Jahren vorhandenen jugendlichen Klang und der spontanen Gestaltungsfähigkeit des Chors. Man sang mehrstimmige alte und neue Sätze und Kanons der weltlichen und geistlichen Chorliteratur, wie sie zu Zeiten Kurt Wiesemanns geübt worden waren. In die Leitung teilten sich dabei ehemalige Jugendchorsänger, die längst erfahrene Chorleiter in Schule und Gemeinde sind. Höhepunkt dürfte wohl die fünfstimmige Motette des Altmeisters der deutschen Chormusik Heinrich Schütz "Verleih uns Frieden gnädiglich", gewesen sein, die dem ebenfalls stark vom Wort ausgehenden Gestaltungswillen des Gründers so sehr entsprochen hatte. Dieses und andere Werke wurden am Sonntag in einem eindrucksvollen Gottesdienst im Blockhaus gesungen.
Kurt Wiesemann hatte Chorsingen immer als einen Ausdruck gemeinschaftlichen Erlebens verstanden, das Freiheit und Wahrheit zugleich vermittelt. Seine Auffassung hatte sich den jungen Menschen von damals mitgeteilt, und sie lebt fort in einer sich stark wandelnden Zeit. Das Treffen in Ahlhorn galt durchaus der Erinnerung, der Wiederbegegnung mit dem, was viele damals geprägt und die Frage nach dem Sinn des Lebens hatte steilen lassen. War hier nicht auch Nostalgie im Spiel? Warum nicht! Aber viel wichtiger für die Beteiligten war doch die Frage nach dem weiteren Weg der Chorgemeinschaft heute. Der Oldenburger Jugendchor hat ja ununterbrochen weiterbestanden. Sein jetziger Leiter, Heinz Kanngießer, der den 1953 verstorbenen Kurt Wiesemann ablöste, hat es verstanden, immer wieder junge Menschen zum gemeinsamen Singen zu gewinnen und den Ruf dieser Chorgemeinschaft besonders auch im Ausland zu erweitern.
Die alten und die jungen Sänger wollen nun schon in einem Jahr zu einer ersten Woche der Begegnung, wiederum in Ahlhorn, zusammenkommen. Durch den erhofften Dialog auf der Grundlage gemeinsamer Chorarbeit erwarten beide Gruppen gegenseitige Impulse und Bereicherung im Zeichen eines vertieften Verstehens, das in unserer heutigen Welt nötiger ist als je.
Harmut von Stuckrad, Rastede
Ornithologische AG, Oldenburg / Herr Henneberg
(64 Teiln.,25. 5-26. 5.)
Die diesjährige Frühjahrshauptversammlung der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg e. V. in der Oldenburg-Stiftung fand im ev. Jugendheim Blockhaus Ahlhorn statt. Den Mitgliedern wurde gleichzeitig an zwei Tagen Gelegenheit gegeben, sich an Führungen in dem landschaftlich herrlichen Gebiet der Ahlhorner Fischteiche zu beteiligen und die dortige Vogelwelt kennenzulernen.
Während der Tagung standen natürlich Gedanken über den Schutz der heimischen Vogelwelt im Mittelpunkt. Dies wurde sowohl in der Begrüßungsansprache und dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden, Herrn Henneberg, deutlich, als auch in dem Grußwort des Geschäftsführers der Oldenburg-Stiftung, Herrn Uechtritz.
Die OAO, die im Verwaltungsbezirk Oldenburg den Gedanken des Vogelschutzes und damit Gedanken des Natur- und Umweltschutzes aktualisieren will, ist in mehrere Kreisgruppen gegliedert, die etwa den Landkreisen entsprechen. Aus allen Kreisen wurden kleine Erfolge gemeldet. Als einen besonders bemerkenswerten Schritt kann die unter "Landschaftsschutz"-Stellung eines 870 Hektar großen Gebietes des östlichen Jadebusens bezeichnet werden.
Ganz allgemein müßte jedoch festgestellt werden: Jeder Einzelne sollte sofort tätig werden, wenn landschaftlich irgendwelche Veränderungen bemerkbar sind. Von dieser Veränderung sprach auch Dr. Goethe aus Wilhelmshaven, vom "Institut für Vogelforschung Niedersachsen". Er erläuterte die Aufgabe der "Vogelwarte Helgoland", die er darin sah, durch Beobachtungen des Vogelzuges (Vogelberingung 150.000 bis 180.000 im Jahr) Umweltveränderungen zu erkennen und daraus ökologische Zusammenhänge zu entnehmen. In gleicher Weise gelte die Aufmerksamkeit der Vogelwarte der Verhaltensforschung.
Nur mit diesen Grundlagen sind die zahlreichen erforderlichen Stellungnahmen zu industriellen Großprojekten (Seehafen Scharhörn) möglich.
Dr. Goethe wies ferner darauf hin, daß das Wattenmeer die vogelreichste Landschaft Deutschlands sei und unterstrich damit die große Bedeutung des Schutzes der Wattenvögel.
Soldaten, Ahlhorn / P.Gerken
(32 Teiln., 27. 5-30. 5.)
"Das Lebensgefühl der jungen Generation"
Einführung in die moderne Kirchenmusik
Zur Psyche der jungen Generation
Treffen mit einer Jugendgruppe aus Oldenburg
Neue Welle Religion
Film "Das Licht am Ende der Welt"
Gottesdienst
Der Militärpfarrer H. Gerken aus Ahlhorn hatte zu einer Rüstzeit für ev. Soldaten ins Blockhaus Ahlhorn eingeladen. Diese Rüstzeit stand unter dem Gesamtthema ,Das Lebensgefühl der jungen Generation". Nach Einführungsvorträgen zu diesem Thema wurde in kleinen Gruppen darüber weiterdiskutiert. Zur gesellschaftlichen und psychologischen Situation der jungen Generation wurde von den Soldaten folgendes gesagt:
- Der Generationskonflikt tritt heute stärker auf denn je.
- Der Werdegang der Jugend wird durch gestörte Familienverhältnisse erschwert.
- Die Jugend steht immer mehr auf eigenen Füßen; ihre Verantwortung (die eigene und die zugeschobene) nimmt ständig zu.
- Auf den Jugendlichen wirken - durch den Fortschritt der Menschheit bedingt - immer mehr Einflüsse ein, die seine Selbstfindung und Stellungnahme erschweren und ihn dadurch verunsichern.
- Die Jugend verhält sich zu passiv; sie nimmt die ihnen gebotenen Gelegenheiten, sich selbst darzustellen, nicht wahr.
- Der Jugend mangelt es an Lebenszusammenhängen und Gemeinschaftssinn
- Die Jugend erbringt die von ihnen erwarteten Leistungen nur, wenn sie dabei ein materielles Nahziel erreichen.
- Die Jugend sieht in ihrer Arbeit keinen tieferen Sinn; dieses führt nicht selten zur Flucht aus der Realität.
- Die Jugend wird auch auf dem Gebiet der Sexualität von der Gesellschaft mit einem Leistungsdruck belegt, der in einem conträren Verhältnis zu den animalischen und triebhaften Anlagen stehen kann.
Kompaniefeldwebel, Delmenhorst / P.Heydemann
(31 Teiln., 19. 6-21. 6.)
Vom 19. - 21.6.1974 fand die erste der beiden diesjährigen Tagungen aller Kompanie- und Batteriefeldwebel der Panzergrenadierbrigade 31 im Blockhaus Ahlhorn statt. Unter der gemeins. Leitung des Brigadekommandeurs Oberst Rensing und der Militärpfarrer K.-M. Heydemann aus Delmenhorst und E. Hampel aus Oldenburg standen Fragen der zeitgemäßen Kinder- und Jugenderziehung, die aktuelle militär-politische Lage und das Thema "Die Bedrohung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung durch verfassungsfeindliche Kräfte von innen" im Mittelpunkt. Das Ziel der Tagung, die "Spieße" für drei Tage dem Streß des Alltags zu entziehen und durch Vorträge, Gespräche und Diskussionen zu einem Gedankenaustausch und einer Erweiterung des Wissenshorizontes zu kommen, wurde in der freundlichen Atmosphäre des Hauses und seiner Umgebung in vollem Umfang erreicht.
Unteroffiziersgrundlehrgang Brig.31 / Hauptmann Müller
(20 Teiln., 29. 7-31. 7.)
Zukünftige Unteroffiziere und Offiziere, Anwärter auf den Top-Job des Heeres, trafen sich zu einem Seminar im evangelischen Jugendheim Ahlhorn. Einmal losgelöst vom militärischen Alltag in einer ungezwungenen, ja fast privaten Atmosphäre wurde hierfür drei Tage in völlig neues "Bund-Gefühl" geschaffen, Referenten aus dem öffentlichen Bereich vermittelten hier Kenntnisse über Menschenführung und Gruppenverhalten. Psychologische und soziologische Aspekte wurden in eine Beziehung zum militärischen Alltag gebracht. Sinnvoll wurde hier der zukünftige Gruppen- und Zugführer auf die Aufgaben der Menschenführung vorbereitet.
Kraft und Energie für diese geistige Arbeit schufen liebevolle Mädchenhände, die ein ganz ausgezeichnetes Essen bereiteten.
Nicht vergessen wurde auch eine Kameradschafts-Fete mit Bier und selbstbereiteten Steaks, in deren Verlauf eine amerikanische Versteigerung durchgeführt wurde. Der Erlös - DM 150,- konnte dem Soldatenhilfswerk zur Verfügung gestellt werden.
Für alle Beteiligten war es ein gelungener Abschluß vorangegangener beschwerlicher Ausbildungswochen, aber leider, wie so viele schöne Dinge, viel zu kurz.
Jugendwaldeinsatz, FA Ahlhorn / Herr Conze
(35 Teiln., 19. 8-31. 8.)
31 Schüler im Waldeinsatz
Vom 19.-31. 8. 1974, im Anschluß an die großen Ferien, fuhren die Klassen 9 und 9 s der Pestalozzischule in Rotenburg zu einem Waldeinsatz nach Ahlhorn. Solche Waldeinsätze werden regelmäßig von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald veranstaltet.
Diese 12 Tage in Ahlhorn waren keinesfalls als Verlängerung der Sommerferien anzusehen. Das Programm war angefüllt mit Arbeit, Lehrwanderungen und -fahrten und vielen Freizeitangeboten.
Von morgens 7.00-10.00 Uhr war in den Blockhäusern nur der Küchendienst zu sehen. Alle anderen waren schon früh mit dem Trecker zu ihrem Arbeitsplatz irgendwo mitten im Wald gefahren. Jeden Tag gab es mehrere verschiedene Arbeiten, so konnte die Arbeit schwer langweilig werden: Farnkraut schlagen, um jungen Nadelbäumen das Wachsen zu erleichtern, Hochsitze bauen, Wanderwege ausholzen, Fegeschutz herstellen, Baumschularbeit, Baume fällen und anderes mehr.
Als Entgelt für ihre Arbeit erhielten die Schüler freie Unterkunft und Verpflegung. Der Sinn der Arbeit wird von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald nicht darin gesehen, daß so viel wie möglich gearbeitet wird, sondern daß die Schüler ein positives Verhältnis zum Wald bekommen. Sie sollen am Ende erkannt haben, daß der Wald nicht von alleine wächst.
Zunächst war für die meisten alles fremd: die Umgebung, das frühe Aufstehen, die körperliche Arbeit, das Essen und die Tatsache, daß sich jeder aus einem bestimmten Freizeitangebot für den Tag etwas heraussuchen und auch selber Initiative dabei ergreifen mußte. Anfangs war Letzteres für einige Schüler besonders schwer, insbesondere für jene, die in ihrer Freizeit zu Hause sehr spezialisiert sind oder kaum Freizeitgestaltung kennen.
Neben der Arbeit nahmen Spiel und Sport einen großen Raum ein: Ein Badeteich mit Ruderbooten, ein Fußballplatz, eine Tischtennisplatte, diverse Spiele für kältere Tage, Schaukeln, Bücher und viele andere Dinge standen den Schülern zur Verfügung.
Wenn anfangs erwähnt wurde, daß diese Fahrt keine Verlängerung der Sommerferien bedeutete, so trifft das natürlich zu. Auf der anderen Seite wurden die Schüler von der Arbeit aber auch nicht überfordert.
Die Waldarbeiter, die die Arbeitsgruppen betreuten, zeigten großes Verständnis für die Jungen und Mädchen. Das hochsommerliche Wetter (um 11.00 Uhr morgens kann die Sonne im Wald schon ganz schön stechen) drückte häufig auf die Arbeitsmoral aller, dann war immer Zeit für einen Scherz, ein kleines Spiel oder eine sonstige herbeigesehnte Unterbrechung, vielleicht die Beobachtung von Käfern oder Ameisen. Mittags stürzten sich alle heißhungrig auf das Essen, das der Küchendienst zwar nicht selbst zubereitete, aber herbeiholte und verteilte. Danach war Mittagspause. Jeder konnte sich für 1-2 Stunden in sein Blockhaus, das er mit ca. 10 Anderen teilte, zurückziehen. Nachmittags wurden dann u. a. mehrere Besichtigungsfahrten und Lehrwanderungen durchgeführt.
Besonders interessant war für die Schüler ein fischkundlicher Rundgang durch das Gebiet der Ahlhorner Fischteiche, die direkt an die Unterkunft grenzten. Um die weitere Verarbeitung des Holzes nach Fällen der Bäume zu verfolgen, fuhren die Schüler nach Meppen zu einer Spanplattenfabrik, wo die verschiedenen Arbeitsgänge - vom Baumstamm zur beschichteten Spanplatte - sehr gut beobachtet werden konnten.
Geradezu spannend waren die Wildbeobachtungen, die vom Hochsitz aus in der Dämmerung vorgenommen wurden. In 2er-Gruppen saß man 1-2 Stunden mucksmäuschenstill im einigen Metern Höhe und wartete mit dem Fernglas in der Hand auf das Wild. Die meisten Gruppen hatten Glück - das Wild kam aus dem Wald heraus und bemerkte seine Zuschauer nicht. Für einige der Schüler war dies sicherlich ein einmaliges Erlebnis. Höhepunkte bildeten die Tanzabende am Kamin, bei denen alle gern mitmachten.
In diesen 12 Tagen haben die Schüler eine Menge über den Wald und seine Bewohner erfahren. Biologieunterricht konnte so anschaulich wie sonst nirgendwo durchgeführt werden
Aber noch ein zweiter Punkt ist mindestens ebenso wichtig. Schüler untereinander, aber auch Lehrer und Schüler hatten mehr Gelegenheit, sich gegenseitig mit Schwächen und Stärken kennenzulernen, als sonst im täglichen Unterricht. Daraus kann sich Verständnis für den Anderen entwickeln, was sich wiederum positiv auf das soziale Klima einer Gemeinschaft auswirkt.
Das Verständnis für den Anderen zu fördern - das ist sicherlich eine sehr wichtige Aufgabe der Schule.
Zentrale f. ev. Jugendarbeit, Oldb. / P.Pöppelmeier
(24 Teiln., 7.10-12.10.)
Herbstschulung im Blockhaus Ahlhorn
Vom 7. bis 12. Oktober besuchten 22 Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren die Herbstschulung für Gruppenleiter im Blockhaus Ahlhorn. Diese Schulung baute auf die Osterschulung im Soesteheim auf.
Erstaunlicherweise fehlten nur 7 Teilnehmer der Osterschulung, wobei wir jedoch im Blockhaus 2 neue zu verzeichnen hatten. Die Leitung der Schulung hatten Herr Pöppelmeier und Fräulein Fey.
Das Blockhaus Ahlhorn entpuppte sich für die Teilnehmer als ein ideales Schulungszentrum, da die weite Seen- und Waldlandschaft genügend Möglichkeiten für Spaziergänge, Bootsfahrten und Ruhe bot.
Das Schulungsprogramm war bewußt auf selbständige und individuelle Arbeitsweise aufgebaut. Nach diesem Stil wurde auch gleich am ersten Tag die Gestaltung in die Gruppe gegeben.
Drei Arbeitsgruppen durften den Vorstellungsabend, die Organisation der Tagung und einen theol. Fragebogen zum Thema "Angst" nach eigenen Vorstellungen ausarbeiten.
Danach hatte die Gruppe Gelegenheit, Kritik zu üben und Verbesserungsvorschläge zu geben. Der theol. Fragebogen ermöglichte einen Gesprächseinstieg zum Thema "Angst".
In nachfolgenden Arbeitsgruppen versuchten wir, Formen der Angst zu erkennen und Wege zu ihrer Überwindung zu finden.
Wir erkannten, daß es ein Leben ohne Angst nicht geben kann.
Doch die Angst braucht nicht zur Resignation zu führen, wenn wir in der Hoffnung unseres Glaubens leben.
Er läßt uns neuen Lebenssinn erfahren. Aus diesen Bausteinen erarbeitete eine weitere Gruppe einen kurzen Gottesdienst. Der dritte Tag war der praktischen Kreativität gewidmet.
Wir fertigten, unter Anleitung von Frl. Fey, Masken an, die wir abends zu Rollenspielen verwendeten.
Diese Arbeit machte uns so viel Spaß, daß wir uns in der Manöverkritik mehr praktische Arbeiten bei Schulungen wünschten.
Eine weitere Arbeitseinheit bestand darin, daß wir uns mit Herrn Pöppelmeier anhand von Tonbandprotokollen mit Sprach-, Erzähl- und Redetechniken beschäftigten.
Dabei erkannten wir: "Nur Übung macht den Meister." Eine wichtige Einheit bildeten auch Fahrtenplanung, Kalkulation und Programmgestaltung für Jugendfreizeiten, wobei uns Frl. Fey Tips und Anregungen gab. Aufgelockert wurde die Schulung durch den Farbfilm "Cat Ballou" und durch den Bunten Abend mit Tanz und Gesellschaftsspielen.
Am Schluß der Schulung erkannten wir, daß wir binnen kurzer Zeit zu einer echten Gruppe zusammengewachsen waren, daß wir gelernt hatten in einer Gruppe hemmungsloser zu sprechen und selbständiger zu arbeiten. insgesamt eine harmonische und gelungene Schulung, für die wir uns bei Herrn Pöppelmeier und Frl. Fey recht herzlich bedanken.
Für alle Schulungsteilnehmer Petra Eilmann und Klaus-Dieter Döpke
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