|
||
|
|
![]() "Die Jugend von heute" - viele einzelneKlaus Pöppelmeier, Landesjugendpfarrer Mehr als je zuvor scheint es für den jungen Menschen heute zum Problem geworden zu sein, aus seiner Isolation, aus seiner Einsamkeit, herauszukommen. Abseits von Schule und Beruf sucht er nach Gesprächspartnern; er möchte nicht anonymer Mensch sein, sondern über die vielen Fragen, die offen sind, sprechen. Für die Praxis der Jugendarbeit ist deshalb eine der Hauptaufgaben, Treffpunkte zur Verfügung zu stellen, die Raum geben für eine Freizeitgestaltung, in der das gemeinsame Gespräch, das gemeinsame Arbeiten und das gemeinsame Spielen und Feiern einen festen Platz haben. So ist gerade das Blockhaus Ahlhorn für die Mitarbeiter der Zentrale für evangelische Jugendarbeit (ehemaliges Landesjugendpfarramt) in den letzten 2 Jahren zu einer Stätte geworden, wo man die Chance hat, in einer gewissen Abgeschiedenheit gegen die Isolierung des einzelnen "zu kämpfen". Die Teilnehmer der Schulungen und Seminare sind für gewöhnlich bunt zusammengewürfelt; sie kommen aus dem Berufsleben oder dem Bereich der Schule, leben in der Stadt oder auf dem Land; einige haben Freunde, viele aber sind "Einzelkämpfer". Die hohe Zahl der Anmeldungen bei solchen Angeboten zeigt, welch großes Bedürfnis besteht, sich mit Gleichaltrigen und Älteren zu treffen, sich auszusprechen und andere kennenzulernen. Es zeigt, daß man an gemeinsam interessierenden Aufgaben zusammen arbeiten möchte und nach Gelegenheit sucht, auch über Fragen des Glaubens und des christlichen Lebens zu sprechen. Auf einer der letzten Schulungen für Jugendgruppenlejter im Blockhaus wurde von einer Arbeitsgruppe unter dem Thema "Phantasie für Gott" ein Gottesdienst zum Stichwort "Gemeinschaft" vorbereitet. Der Entwurf war als Arbeitshilfe für die weitere Arbeit in den Gemeinden gedacht. Die Jugendlichen forderten jedoch dringend die Durchführung des Gottesdienstes an Ort und Stelle, weil ihnen das gemeinsame Leben und Arbeiten in der Atmosphäre des Blockhauses offensichtlich die Ruhe und auch den Mut gegeben hatte, den Versuch einer Antwort zu wagen auf die eigene Situation bezogen. In den Lebensbereichen von Familie, Schule und Beruf bleibt den Jugendlichen - nach eigenen Angaben - im Alltag zu wenig Zeit und Raum, gemeinsames miteinander sprechen, leben und arbeiten zu üben. Zu viele Bereiche - speziell der religiöse Bereich - werden normalerweise ausgeklammert. Deshalb ist es wichtig, daß die Haupt- und Nebenamtlichen in der evangelischen Jugendarbeit solche Treffpunkte wie das Blockhaus Ahlhorn nutzen. Es besteht die Möglichkeit, ohne in einer Stress-Situation zu stehen, in einem guten und ausgewogenen Verhältnis von Entspannung und Anspannung zu sprechen und zu arbeiten; und das brauchen wir heute mehr denn je.
Das Blockhaus Ahlhorn hat sowohl von de räumlichen Gegebenheiten als auch von der Atmosphäre des Hauses her die besten Voraussetzung n für solche Arbeit. Und für gewöhnlich ist es auch möglich, sich in Absprache mit der Heimleitung die entsprechenden Räume zur Durchführung einer Maßnahme reservieren zu lassen. Die Ausstattung mit technischen Geräten (Projektoren, Plattenspielern, Tafeln) soll im neuen Jahr nach Planungsgesprächen mit der Zentrale für ev. Jugendarbeit weiter vervollständigt werden. Alle Bemühungen - Atmosphäre und Ausstattung betreffend - gehen dahin, daß das Blockhaus das Evangelische Jugendheim bleibt, wo der einzelne zu seinem Recht kommt; wo man spürt, daß evangelische Jugendarbeit einen Schwerpunkt ihrer Arbeit darin sieht, Einsamkeit und Anonymität der Jugendlichen von heute überwinden zu helfen. |
|
| zurück zum Seitenanfang | ||