Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1971: Blockhausbrief Nr. 16

Inhalt:

Titel
Barmherzig und freundlich ist Gott,...
Predigt zum 25jährigen Jubiläum des Blockhauses Ahlhorn
Gottesdienst im Blockhaus
25-Jahrfeier im Blockhaus Ahlhorn
So begann es im Blockhaus
Haben wir es in 4000 Jahren weit gebracht?
"Ev. Jugendheim Blockhaus Ahlhorn"
Zusammenstellung der Brut und Gastvögel...
Waldeinsatz der Klasse 9f1 des Felix-Klein-Gymnasiums, Göttingen.
 

Ev. Jugendheim Blockhaus Ahlhorn

August Ohage (1950)


Der Weg führt Dich in eine Landschaft, die sich der Mensch seit Urzeiten zum Besitz gemacht hat: die Großsteingräber zwischen Ahlhorn und Wildeshausen, die zwischen der Jungsteinzeit und der früheren Eisenzeit nacheinander in einem Zeitraum von nahezu viertausend Jahren errichtet wurden haben fast sechstausendmal den Wechsel der Jahreszeiten erlebt; in Wildeshausen dann steht die Kirche St. Alexander, erbaut schon zur Mitte des neunten Jahrhunderts, mit Wandfresken aus der Zeit um 1420, als eines der ersten christlichen Gotteshäuser im Norden, ein steinerner Wächter an der alten flämischen Handelsstraße, die den Norden Deutschlands mit Flandern verband und bei Wildeshausen die Hunte überquerte.

Schon der Mensch des Mittelalters zog durch diese weite Landschaft, aus deren Ferne stets die reithgedeckten Dächer kleiner Dörfer oder reicher Höfe grüßen, deren älteste und prächtigste in Cloppenburg das heutige Museumsdorf vereint.

Fern von der Heerstraße, jedoch so, daß Du erst einmal alleine wandern mußt, liegt dort, wo Baumweg und das Tal der Lethe sich berühren, am Wasser zwischen Wald und Heide, das Blockhaus. Ein schmaler Damm zwischen zwei Teichen wird breiter und gibt Raum für drei aus abgeschälten Kiefernstämmen fest gefügte Häuser, von niedrigem Gebüsch und hochragenden Kiefern rings umstanden. Hier wirst Du ganz unmerklich Dich zu Hause fühlen, von hier aus wirst Du bald durch Wald und Heide streifen, von hier wird Dich Dein Boot zu anderen Ufern tragen.

Du kommst aus Deiner Stadt, wo sich das Leben dieser Zeit, Menschen nil M&ichte, ohne Erbarmen auf Dich stürzen, ohne zu fragen, ob es Dir willkommen sei, hier aber wartet alles stumm auf Dich: das milde Licht im Buchenwald, die schlanken weißen Birken an den Wegen, der Dom von hohen Kiefern, die wunderlichen Hainbuchen und Eichen, die der Märchenwald verzauberte, die Lichtung und das Dickicht. Und alles dieses schweigt. Du magst es finden oder weitergehen, doch kommt es nur zu Dir, wenn Du Dich ihm öffnest.

Im Blockhaus triffst Du dann auf Menschen, die dasselbe suchen wie Du hier. Gibt nicht das allein schon die Gewißheit, daß Dir dieses Haus ein Heim sein wird?

Das ganze Jahr hindurch sind seine Tore offen, im Frühling, wenn das Eis der Teiche schmilzt, im Sommer, wo die Glut der Sonne das Licht über der Heide in hellflimmernden Schichten legt, und auch im Herbst, wenn Nebel nach der Landschaft greifen; schließlich im Winter, wo der Kamin die Menschen um sich sammelt: Stets wirst Du mit Freuden draußen auf den langen Wegen wandern: viele sind es, ein jeder führt Dich zu Dir selbst.

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