|
||
|
|
Und was war vorher?1920"Vor 50 Jahren war das Gebiet rund um das Blockhaus eine reine Heidelandschaft. Auf den trockenen Sanddünen standen durch Schafverbiß verformte Krüppeleichen, dazwischen einige Vogelbeeren und Birken. Die kleine Anhöhe, auf der heute die 'Jungenburg' steht, konnte man nur durch ein dichtes Geflecht von Ästen und Zweigen erreichen. Den Boden bedeckten Moose, Flechten und harte Gräser", erzählte der Heimatforscher und Lehrer Hermann Hibbeler. "Für uns war es ein idealer Rastplatz, um über die damaligen Anpflanzungen von Fuhren, Krummholzkiefern, Fichten und Tannen hinweg auf die umliegenden Teiche herabzusehen. Im Mai und Juni tummelten sich dort, ungestört von den Menschen, verschiedene Entenarten mit ihren Jungen und im Herbst die vielen Zugvögel die hier gern rasteten. Nach Anlegung der Teiche hat sich ohne Absicht der Menschen die Pflanzenwelt stark verändert. Sie ist unendlich reichhaltiger geworden. Vor allem Wasser-und Sumpfpflanzen, auch seltene Arten, fanden günstige Lebensbedingungen und breiteten sich aus. Wind, fließendes Wasser und Wasservögel haben zur Verbreitung der vielen Pflanzenarten beigetragen." 1934Ein Bautrupp des Freiwilligen Arbeitsdienstes Standort Ahihorn-Teichwirtschaft baute mit Unterstützung einheimischer Handwerker ein kleines, äußerst bescheidenes Blockhaus, bestehend aus einem Wohnraum mit Kamin, aus einer Küche und zwei Schlafzimmern. Er schenkte es dem damaligen "Reichsstatthalter" Röver im Februar 1934 zum Geburtstag. Dazu wurde aus Lärchenstangen ein Aussichtsturm mit einer nach allen Seiten verglasten Plattform errichtet 1935Als dann zum ersten Mal die Gauamtsleiter, Kreisleiter und Ortsgruppenleiter zu einer mehrtägigen Tagung befohlen wurden, übernachteten sie in Zeiten. Um eine feste Unterkunft zu schaffen, ließ Röver dann in einem ersten Bauabschnitt das Kameradschaftsheim errichten. Ein Kreisleiter, der Zimmermeister war, übernahm die Bauleitung. Vom Gauamtsleiter bis zum Ortsgruppenleiter wurden kleine Arbeitskommandos zusammengestellt, die für 8-10 Tage beim Bauen mithelfen mußten. Im Erdgeschoß entstand ein Tagungsraum mit Kamin, daran schloß sich eine kleine Küche mit den notwendigen Nebenräumen an. Die Stellung der Holzstützen im Blockhaussaal verraten noch, daß das bauliche Gefüge nicht ganz in Ordnung war. Im Obergeschoß konnten die Tagungsteilnehmer in 3-4 Bettzimmern übernachten und das Hausmeisterehepaar wohnen. Die Parteiangehörigen wurden auch weiterhin während der Tagungen zu Kultivierungsarbeiten herangezogen: Das Gelände mußte gerodet und auf den Dünensand Mutterboden gefahren werden. Auf dem Abhang der Jungenburg und an der Rückseite des Blockhaussaales wurden Rhododrenden, Azaleen und Jap. Lavendelheide gepflanzt. Die Teichufer umsäumte man mit Goldregen, Forsythien und Zierkirschen. Auf dem Gelände wurden Kiefern, verschiedene Tannenarten, Kastanien, Eichen und Walnußbäume gepflanzt. 1937Im zweiten Bauabschnitt wurde das Haus erweitert. Mit dem "Eigenbau" war es zu Ende. Für den weiteren Ausbau des Hauses wurde dann der Architekt Dipl.-lng. Schelling verantwortlich gemacht. Der große Saal, der heutige Blockhaussaal, wurde um eine Achse vergrößert. Danach ist der Querbau mit dem Kaminzimmer, dem Geschäftszimmer und den beiden seitlichen Räumen entstanden. Im Obergeschoß wurden die Räume für den Hausherrn eingebaut Am 15 Mai 1942 starb Carl Röver. Sein Nachfolger wurde Paul Wegener.1944Als der Kriegsschauplatz sich immer mehr nach Deutschland verlagerte, wurde dann die "Gauausweichsunterkunft" gebaut. Das Baumaterial war schon sehr knapp geworden, man mußte auf zwei 0KW-Baracken zurückgreifen. Aus diesen Baracken ist der Speisesaal, die Küche mit Nebenräumen Lind der ältere Teil des früheren Kinderheimes entstanden. Diese Räume wurden damals nicht mehr zweckentsprechend benutzt. Nach vorliegenden Plänen sollte die gesamte Anlage großzügig weiter ausgebaut werden. 1945Ausgeplündert wurden die Gebäude durch Deutsche. Türen, Fenster, Möbel, Bilder, sogar die Fliesen in der Küche wurden abgeschlagen und abgefahren. Dann bezogen die Kanadier das Haus und richteten es notdürftig wieder her. Nach Abzug der Kanadier begann ein Tauziehen um die weitere Verwendung: Altenheim oder Jugendheim? Oberkirchenrat Dr. H. Ehlers verhandelte erfolgreich mit den zivilen und Oberkirchenrat D. H. Kloppenburg mit den militärischen englischen Dienststellen. So bekam die Oldenburgische Kirche das Haus als Tagungs- und Freizeitenheim für die Evangelische Jugend. Der damalige Landesjugendpfarrer G. Maltusch sorgte mit viel Idealismus und Geschick dafür, daß neues Leben in das Haus einzog. Die ersten Jugendgruppen kamen in das Blockhaus. Was bedeutete es damals schon, wenn man auf Stroh schlafen mußte. Dabei war das Stroh nur mit einem Bezugschein zu beschaffen. Über die weitere Entwicklung schreibt Dietrich Schelling im Biockhausbrief Nr. 5: "Es war bestimmt nicht leicht, aus diesem Resthaus etwas Ordentliches zu machen. Aber mit zähem Fleiß und großer Beharrlichkeit wurde es gegen viele Widerstände geschafft. Wenn ich allein an die baulichen Dinge denke: Allenthalben fehlte es, es gab keine Dachpappe, um die Dächer zu flicken, es gab eigentlich nichts. Und doch wurde es geschafft, langsam, aber aus dem verwahrlosten Haus entstand in mühevoller Arbeit ein Freizeithaus, welches sich sehen lassen konnte. Es fehlte noch vieles, aber aus eigenen Mitteln war es einfach nicht zu schaffen."Diese Zusammenstellung soll aufzeigen, wieviel Hilfe nötig war, um das Haus auf den heutigen Stand zu bringen. |
|
| zurück zum Seitenanfang | ||