Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1969: Blockhausbrief Nr. 14

Inhalt:

Titel
An den Mond
Das Geschenk
Bilder um den Lebenslauf der Lethe
Geschichte des Waldes - Erdgeschichte - Menschheitsgeschichte
Ruhe und Arbeit
Aus der Chorchronik des Oldenburger Jugendchores vom 12 Juli 1947
Der Kompaß
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 11.11.1968 bis 15.11.1969
 

Kurzbeiträge der Gäste zwischen
dem 11.11.1968 und dem 15.11.1969
(Auswahl)



Hatter Eierspende für das Blockhaus

Die Konfirmanden aus Kirchhatten und Umgebung haben bei ihrer traditionellen Eiersammlung in diesem Jahr das Ergebnis der Vorjahre wiederum übertroffen. 5751 Eier wurden von den Gemeindegliedern im Pfarrbezirk Hatten I gespendet. Die Konfirmanden verteilten die Spende an zehn Heime in Oldenburg, Hude, Sandkrug und das Blockhaus Ahlhorn.


Wagenrad

Elisabethschule, Oldenburg / Herr Hanselka
(38 Teiln., 5.5.- 6.5.)


"Tierpark Blockhaus Ahlhorn"

Nicht vom Sager Tierpark soll hier die Rede sein, so empfehlenswert die Wanderung dorthin auch ist; gibt doch der Rundgang durch die sauber gehaltenen Gehege und der Platz mit den Spielgeräten den Kindern immer wieder Freude.

Auch der "Tierpark" in übertragenem Sinn ist nicht gemeint, obwohl in der herrlichen Weite der Landschaft und durch den ungezwungenen Umgangston innerhalb des Blockhausbereichs einige Gäste ihre Veranlagung zu "Nachteulen" und "Nachtschwärmern" entdecken, während andere sich zu früher Morgenstunde lauthals als "Ochsenfrösche" auf dem Helenenteich betätigen. Kein Wunder, daß mittags dann die verschwendeten Kalorien von "Vielfraßen" wieder aufgetankt werden müssen, wozu die gute und reichliche Verpflegung auch verlockt.

Hier ist jetzt das vierbeinige und das geflügelte Inventar des Blockhauses gemeint:

Der ungarische Hirtenhund, der die Gruppe auf einer weiten Wanderung begleitet und die Kinder durch seine munteren Kapriolen alle Müdigkeit vergessen läßt; der dann unaufgefordert am Chorsingen teilnimmt und seinen mächtigen Kopf auf die Knie der zitternden Jüngsten legt, die blaß wird und schüchtern flüstert: "Der soll da weg gehen!"

Die Schwalben gehören dazu - wenn ihre Zeit gekommen ist, haben sie im "Flügelsaal" freien Ein- und Ausflug. Für die naturentfremdeten Stadtkinder bedeutet das Beobachtendürfen des sich an den Nestern abspielenden Familienlebens eine wertvolle Bereicherung - da nimmt man gern die kleine Störung der Tagungsarbeit in Kauf, auch die - "Vorsicht, Rutschgefahrl" -spurenbesäte Flugstraße.

Ein Hallo gibt es aber, wenn die lustige Schweineherde durchs Gelände schiebt - dann ist für geraume Zeit alle Aufmerksamkeit hin. Heißt es aber am nächsten Abend gar: "Die Schweine sind ausgebrochen!" - so werden alle hellwach, und diejenigen werden beneidet, die beim Einfangen mithelfen dürfen.

Wer über diesen "häuslichen Tierpark" hinaus noch besondere Freude an der Natur sucht, findet sie dort beim Gang mit dem Oberförster Zürcher, beim Beobachten der Fischfütterung oder im Alleingang zu früher Morgenstunde im Belauschen der Rehe und der mannigfaltigen Wasservögel.

Auch das macht uns Ahlhorn immer wieder lieb...

Edgar Hanselka


Landeskriminalamt, Hannover / Krim. Oberrat Müller
(39 Teiln., 4.5.- 8.5.)

Das Landeskriminalpolizeiamt Niedersachsen hatte die Sachbearbeiter für Wildereibekämpfung zu einer mehrtägigen Arbeitstagung ins Blockhaus eingeladen. Unter dem Gesamtthema "Wildereibekämpfung" wurden Einzelthemen wie Wildhege, Jagdschutz, aktuelle Fragen der Wilderei, Jagdschutz als Naturschutz, Waffenkunde und Waffenrecht behandelt.

In Wildeshausen wurde ein jagdliches Übungsschießen durchgeführt. Oberforstmeister Bode führte die Teilnehmer der Tagung durch sein Revier. Forstwirtschaftliche und jagdliche Fragen konnten an Ort und Stelle besprochen werden. Kriminaloberrat Müller leitete die Tagung.


Ob der Regenschirm dagegen hilft?

Kompaniefeldwebel, Delmenhorst II / Pf. Heydemann
(23 Teiln., 9.6.-13.6.)


Probleme der jungen Generation heute

Unter diesem Gesamtthema stand die Arbeitstagung der Kompaniefeldwebel und Sachbearbeiter der Standorte Delmenhorst, Wildeshausen und Ahlhorn. Wer an dieser Tagung teilgenommen hat, muß zu der Überzeugung gekommen sein, daß sowohl von seiten der Militärseelsorge wie auch von der Heimleitung des Blockhauses Ahlhorn gute und vorbildliche Vorbereitungsarbeit geleistet worden war.

Dieses spiegelte sich dann auch in den aktiven und angeregten Diskussionen der Tagungsteilnehmer wieder, nicht zuletzt hervorgerufen durch die erfahrenen und hervorragenden Referenten, die für diese Tagung gewonnen worden waren.

Gleich am ersten Tag entfachte Pfarrer Pahlow mit seinem Vortrag "Sexualität in unserer Zeit" eine rege Debatte. Die Aktualität dieser Lebensbereiche wurde hier besonders deutlich. Als dann W. R. Graf v. Finkenstein aus Bremen die Ursachen der Unruhen der jungen Generation behandelte, gingen die Meinungen weit auseinander. Man merkte erst bei der Aussprache, wie vielseitig und voller Probleme die heutige Gesellschaft ist. Die Jugend unserer Zeit ist im Aufbruch und in Bewegung. Sie muß richtig verstanden werden, Extreme sollten jedoch mit Nachdruck in ihre Schranken verwiesen werden. Alle Träger der öffentlichen Ordnung haben sich mit der Situation der jungen Generation zu befassen. Polizeihauptkommissar H. Lohmann aus Delmenhorst ließ in seinem Referat daran keinen Zweifel. Er wußte Positives und Negatives von seinen Begegnungen mit Jugendlichen und Studenten zu berichten. Große Fehler seien 1967 bei den ersten Zusammenstößen mit den Jugendlichen von der Polizei gemacht worden. Sie sei völlig unvorbereitet mit diesem Problem konfrontiert worden. Heute bestehe ein weit besseres Verhältnis zu den Demonstranten. Mit den Auswüchsen - wie sie in vielen Fällen vorgekommen seien - ging Lohmann hart ins Gericht.

Die ganze Problematik der heutigen modernen Menschenführung trat zutage, als Dr. H. Nutzhorn, Dipl.-Psychologe der Ninoflex-Werke in Nordhorn, über seine langjährigen Erfahrungen in der Menschenführung berichtete. Hier kann weniger von einer Diskussion die Rede sein als von bohrenden Fragen der Tagungsteilnehmer. Ist doch gerade die richtige Menschenführung und Erziehung in der Industrie sowie im militärischen Bereich von enormer Wichtigkeit. Daß diese Zeiterscheinung heutzutage auch nicht vor der kirchlichen Institution halt macht, machte am nächsten Tage Dozent A. Ammen aus Oldenburg deutlich. Die Haltung der Kirche in der heutigen schnellebigen Zeit müsse mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet werden. Als Soziologe warnte Ammen vor allzu reformfreudigen jungen kirchlichen Amtsträgern. Er räumte allerdings ein, daß auch die Kirche bereit sein muß, sich unter Umständen in Frage stellen zu lassen.

Den Abschluß der Tagung bildete die Besichtigung des Kernkraftwerkes in Lingen/Ems

.

Daß diese Tagung ein voller Erfolg werden konnte, war nicht zuletzt auf die Einsicht des "Wettergottes" zurückzuführen. Herrlicher Sonnenschein ermöglichte in den Pausen auf dem "Helenen-See" mit dem Ruderboot Zerstreuung zu finden.

Den Organisatoren und der Heimleitung des Blockhauses sei an dieser Stelle für die angenehme Atmosphäre nochmals herzlich gedankt.

Kroner, Hauptfeldwebel


Deichsel

Vorbereitungsrüstzeit, Oldenburg I / Pf. Töllner
(32 Teiln., 19.6-20.6)

Auch in diesem Jahr hatte die französisch-evangelische Militärseelsorge mit ihren Gemeinden zu einer ökumenischen Tagung eingeladen. Zu diesem Treffen kamen Gäste aus vielen Ländern der Welt. Eine Gruppe startete vom Fliegerhorst Ahlhorn nach Frankreich unter Leitung von Militärpfarrer Töllner. An einem Tag vorbereitender Besinnung im Blockhaus berichtete Dekan von Seggern aus dem Kirchenamt in Bad Godesberg über Land und Leute in Frankreich und gab einen Einblick in die Geschichte des Französischen Protestantismus. Ein weiteres Thema "Protestant sein heute" wurde ebenfalls diskutiert. Der dreitägige Soldatenkirchentag beim "Museum in der Wüste" hat wieder einige Tausend Teilnehmer an diesem symbolhaften Mittelpunkt des Lebenskampfes der französischen evangelischen Christenheit zusammengerufen.


Konfirmanden, Heppens II / Pf. Warntjen
(32 Teiln., 8.10.-11.10.)

"Können wir nicht noch länger bleiben?", so fragten die Jungen und Mädchen nach der letzten Konfirmanden-Rüstzeit im Blockhaus Ahlhorn, dem Jugendheim unserer oldenburgischen Kirche. Diese Frage ist verständlich, weil es Spaß macht, als Gruppe miteinander zu leben, in Gemeinschaft zu essen und zu schlafen, wandern und spielen können, über Fragen des heutigen Lebens zu diskutieren, Boot zu fahren auf dem Helenenteich, einen bunten Abend zu erleben und bis in die Schlafenszeit hinein sich unterhalten zu können. Morgen- und Abendgebete gehörten zum Tageslauf ebenso wie die Bibelarbeit und das Tischgebet.


Tische und Stühle

Schule, Poghausen / Frau Kruckenberg
(54 Teiln., 13.10.-18.10.)

Frau Kruckenberg und Herr Bartling schreiben:

"Mit ein wenig Sehnsucht denken wir alle an die so fröhlich verlebten Tage im Blockhaus. Die Kinder beschlossen einstimmig, sofort nach Ahlhorn zurückzukehren. Die lösende Atmosphäre im Blockhaus hat aus den häufig so verschlossenen ostfriesischen Kindern, von denen viele das erstemal von zu Hause fort waren, eine fröhliche, aufgeschlossene Schar gemacht. Bei Wanderungen, beim Bootfahren und am Kaminfeuer wurde die Begeisterungsfähigkeit der jungen Menschen sichtbar. Waren wir manchmal zu laut, so sehen Sie es als Ausdruck der Freude der Kinder an."

Das Schloß

Am vorletzten Tag unseres Landschulheimaufenthaltes in Ahlhorn kündigte Frau Kruckenberg und nach dem Frühstück eine Wanderung an, die gleich nach dem Mittagessen beginnen sollte. Frau Kruckenberg erklärte uns, daß hier in der Nähe ein altes Schloß sei. Da sie den Weg nicht mehr genau wußte' wollte sie ihn mit ein paar Kindern suchen. Wir sollten ihnen dann nach einer halben Stunde folgen.

Mit sechs Kindern aus der Klasse 7 ging Frau Kruckenberg um halb zwei Uhr los, um den Weg zum Schloß zu erkunden. Als Wegweiser wollten sie Pfeile aus Ästen auf den Weg legen. Wir folgten ihnen um zwei Uhr. Zuerst führte der Weg auf einer breiten Landstraße, die sich später im Wald verlief. Wir mußten nacheinander über einen schlammigen Graben springen und einen schmalen Weg entlanggehen. Dann führte der Weg wieder über einen Waldweg. Herr Bartling meinte, daß hier in der Nähe das Schloß sein müsse. Plötzlich wies ein Peil au einen dunklen Waldweg, auf denen die morschen Äste von abgestorbenen Nadelbäumen lagen. Bei jedem Schritt knackte und krachte es unheimlich unter unseren Füßen. Endlich gelangten wir vom dunklen Waldweg auf einen helleren Weg. Plötzlich rief jemand: "Herr Bartling, hier hängt ein Schloß!" Wir stürmten alle zu der Stelle, wo ein blitzendes Vorhängeschloß mit einem dünnen Faden an einem Baum befestigt war. Alfred vermutete: "Sicher soll das Vorhängeschloß ein Zeichen sein, daß das alte Schloß hier in der Nähe ist." Herr Bartling stimmte uns zu und schlug vor: "Das Schloß muß hier im Umkreis von hundert Metern liegen. Wer es zuerst findet, bekommt eine Belohnung." Zögernd machten wir uns auf die Suche. Auf einmal schrie einer: "Frau Kruckenberg kommt!" Es stimmte. Über einen Wall, der einen ausgepumpten Teich umschließt, ging unsere Lehrerin. Wir stolperten ihr entgegen und fragten sie, wo denn das Schloß sei. Frau Kruckenberg lächelte und meinte: "Dort am Baum hängt es doch!" "Was?? Das soll das alte Schloß sein?" Empört darüber, daß wir wegen eines albernen Vorhängeschlosses hierher gewandert waren, stürzten wir uns mit wildem Geheul auf die lachende Frau Kruckenberg, die uns so listig hintergangen hatte. Sie halte Mühe, daß sie uns wieder loswurde. Sie erklärte uns, daß wir uns beeilen müßten, damit wir noch rechtzeitig zum Kaffee wieder am Blockhaus waren. Wir nahmen eine Abkürzung und waren früh genug wieder zurück.

Anita Ahrenholtz


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