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Werner KramerOldenburg, den 1. Dezember 1968Sehr geehrter, lieber Herr von der Dovenmühle! Als ich heute, am 1. Advent, in einer besinnlichen Stunde hier und da in meine Bücherborten griff, um mir besonders liebgewordene Bücher in die Hand zu nehmen, stieß ich auch auf einen Satz "Blockhausbriefe", jeweils am Ende der letzten Jahre "Gruß und Dank" an die Freunde des Ev. Jugendheimes Blockhaus Ahlhorn. Es drängt mich, Ihnen und Ihrer Gattin und ebenso allen Helfern im Blockhaus als ein solcher Freund einen Dankesgruß zu senden, ehe ein neuer "Blockhausbrief" Ihr Haus vor Jahresende verläßt. Als junger Lehrer kam ich vor fast 20 Jahren zum erstenmal anläßlich einer Rüstzeit mit Vikaren der Ev.-luth. Landeskirche Oldenburg in das Blockhaus und wurde damals schon von seinem Geist eigenartig angerührt. Weitere Besuche schlossen sich an. Ich kam als Teilnehmer religionspädagogischer Tagungen, folgte freundlichen Einladungen des Oberkirchenrates zu Konferenzen mit den evangelischen Schulräten des Verwaltungsbezirks Oldenburg, durfte bisweilen bei ähnlichen Tagungen referieren und erlebte mit meiner Frau zusammen neue Kräfte gebende Einkehrtage. Mir ging es wie vielen Freunden des Blockhauses: Man kam, weil man sich beim letzten Besuch so wohl gefühlt hatte, mit froher Erwartung, und man ging nach Stunden oder Tagen der Besinnung und Anregung - in einer besonderen Weise erfrischt und erneuert - wieder zurück in den Alltag. Warum wirkt das Blockhaus Ahlhorn so anziehend? In der Unrast, in dem Getriebensein und der dadurch leider nur zu leicht bedingten Oberflächlichkeit unserer Zeit erreuen sich jüngere und ältere Menschen an der Abgeschiedenheit dieses Ortes und an der schönen umgebenden Natur, die zum Wandern und zum Verweilen, zur Erholung und zur Verinnerlichung einlädt. - Das ist sicherlich ein Grund. Hinzukommt, daß Sie, lieber Herr von der Dovenmühle, und Ihre Gattin mit den freundlichen Helfern alles tun, um es allen Gästen, jungen und älteren, so angenehm wie nur möglich zu machen. - Das ist sicherlich ein weiterer Grund. Und stellvertretend für alle Freunde des Hauses möchte ich gerade dafür herzlich Dank sagen. Aber es gibt noch einen weiteren Grund. - Ist es nicht so, daß sich gerade hier die Menschen einander öffnen? Eine erste Aufgeschlossenheit bei einem Menschen bewirkte oft ein Sichöffnen bei dem anderen. Man hört hier mehr aufeinander, schließt sich hier dem anderen mehr auf. So diskutiert man schon bald in der Gruppe, führt gern Gespräche im kleinen Kreis, und - es ist merkwürdig - nicht selten endet ein gutes Gespräch im Schweigen, - im Stillewerden vor Gott. - Ich wünsche dem Ev. Jugendheim, Blockhaus Ahlhorn, seinen Heim-Eltern und allen lieben Hausgenossen eine gesegnete Zukunft. Ihr Werner Kramer |
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