1967: Blockhausbrief Nummer 12

Inhalt:

Titel
Das Blockhaus in unserer oldenburgischen Heimat
"Was ist eigentlich gemeint, wenn wir vom 'Glauben' reden?"
Der Jahreslauf
"Er lud auf sich unsere Schmerzen"
Die Laterne
Religionspädagogische Tagungen in Ahlhorn
20 Jahre Jugendarbeit im Blockhaus Ahlhorn
Ein weiterer Beitrag ...
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 16.11.1966 bis 15.11.1967
Am Kamin
 
OKR Höpken besucht eine Soldatenrüstzeit
OKR Höpken besucht eine Soldatenrüstzeit

Kurzberichte der Gäste
vom 16.11.1966 bis 15.11.1967


Kaminbegegnung, Oldenburg / Bischof D. Jacobi, DD
(20 Teilnehmer, 16. 3.)

Der Oberkirchenrat hat die bis vor etwa 3 Jahren in regelmäßigen zeitlichen Abständen durchgeführten Kaminbegegnungen im Blockhaus Ahlhorn wieder aufgenommen.

Der Oberkirchenrat hat für diese Begegnung folgende Herren eingeladen:

den Verwaltungspräsidenten, den Landrat und Oberkreisdirektor für den Landkreis Oldenburg, den Bürgermeister und Gemeindedirektor der Gemeinde Großenkneten, sowie den Landforstmeister und Oberforstmeister, die Mitglieder des Synodalausschusses, des Oberkirchenrats und den Synodalen Gewerkschaftssekretär Hardt.

Der Oberkirchenrat möchte im Rahmen einer solchen Begegnung über die vielseitige Arbeit informieren, die im Blockhaus auf dem Gebiet der Jugendbildung und -Erziehung geschieht. Dabei soll auch besprochen werden, ob es möglich ist, das Blockhaus käuflich zu erwerben oder den bestehenden langjährigen Pachtvertrag hinsichtlich seines Inhaltes günstiger zu gestalten.


Mädchenwerk, Oldenburg / Frl. Tötemeyer
(19 Teilnehmer, 28. 3.- 3. 4.)

Musisches Seminar im Blockhaus Ahlhorn

19 nette, begabte und unbegabte junge Damen und Herren folgten der Einladung von Mädchenwerk und Landesjugendpfarramt, sich eine Woche lang mit Basteln, Laienspiel, Squaredance und Tonbandtechnik zu beschäftigen. Das Blockhaus Ahlhorn bot die ideale Möglichkeit, in Theorie und Praxis sich dieser musischen Bereiche mit Lust und Freude an gestalterischem Tun anzunehmen. Was vom leitenden Arbeitsteam geboten und mit den Teilnehmern erarbeitet wurde, soll in der Vorstellung der verschiedenen Arbeitsbereiche kurz wiedergegeben werden.

1. Werken und Basteln
" . . . Das Schenken ist der Ausdruck einer Beziehung. Es verrät auf positive und negative Art den Geber, die Fähigkeit und Unfähigkeit zum rechten Schenken. Geschenke, die in einer Beziehung zum Beschenkten stehen, entsprechen ihm, freuen ihn . . . !" waren Ausschnitte aus dem einführenden Referat, das den Einstieg gab zum Arbeiten mit Papier, Span, Bast, Peddigrohr, Stoffdruck und Emaille.

Im Verlauf der Woche entstanden nette Kleinigkeiten wie Einladungskarten, raffinierte Geschenkverpackungen, Mobiles, Körbchen, Tabletts, Schmuckgegenstände aus Emaille u. a.

2. Laienspiel
Wie oft sehen wir Spiele, die nicht Spiel sind, weil der Einsatz des ganzen Menschen in Mimik, Gestik, Sprechen, Körperbewegung ungenügend und zaghaft ist. Wie in der Einladung angegeben, bot sich die Gelegenheit, in Theorie und Praxis mit den Grundelementen des Laienspiels vertraut zu werden. In praktischer Arbeit an Texten verschiedener Autoren konnten die Grundübungen des Laienspiels erlernt werden.

3 Szenen: "Die Maurer", "Zwischenspiel bei Nacht" und "Der Ostertanz" verlangten Einsatz und Konzentration aller beteiligten Spieler und wurden in einem abschließenden Abend überzeugend dargeboten.

3.Squaredance
Der Tanz ist uralte, äußere Ausdrucksform einer inneren Bewegung, in der der Mensch etwas ausdrückt, was er nicht auszusprechen wagt. - Der Squaredance - vor 80 Jahren in Amerika entstanden - ist ein Viereck- oder Quadrattanz, den vier Paare tanzen. Aus dieser Grundform heraus entstehen viele neue Kombinationsmöglichkeiten. Squaredance kann jeder lernen, hier ist keine Artistik gefordert. Dieser Tanz ist in seiner zeitnahen Musik heiter und unkompliziert und kommt dem Bewegungsempfinden der Zeit entgegen.

Freie, natürliche Bewegungen und der Reichtum an Figuren verlocken zu immer neueren Variationsmöglichkeiten. Es lohnt sicn, sich mit diesen Tänzen weiter zu befassen, da sie immer spannend und reizvoll bleiben. Sie ermöglichen Kontaktfindung, Partnerschaft und Gemeinschaft.

4.Tonband
Im Tonband haben wir heute nicht nur ein Hobby zu sehen, sondern die Notwendigkeit des Zusammenspiels von Technik und Gestaltung. Technische Mittler der Gegenwart sind mit ein Hilfsmittel, das Menschsein zu formen und zu gestalten (Hörspiel u. a.).

Am Abschlußabend wurde das Erarbeitete aller Arbeitsgruppen dargeboten Das abschließende Rundgespräch gab die Möglichkeit, sich zu der musischen Woche in Lob und Kritik zu äußern. Einstimmig erklärten alle Teilnehmer, die begonnene Arbeit in irgendeiner Weise fortzusetzen. Daß Morgen- und Abendandachten, Tischgebete selbstverständlich in den Tagesablauf hineingehörten, bedurfte keiner Debatte. Einige meinten, daß die einführenden Referate zu den verschiedenen Arbeitsgruppen langweilig gewesen seien, andere fanden sie wiederum notwendig. Die Veranstaltenden wollen Lob und Kritik hören, sich damit auseinandersetzen und in einem nächsten Angebot versuchen, jedem, der sich für ein Musisches Seminar anmeldet, individuell gerecht zu werden. (H. Tötemeyer)


Singfreizeit, Oldenburg-Land / Herr Enders
(36 Teilnehmer, 15. 4.-16. 4.)

Kinderchorfreizeit im Blockhaus Ahlhorn

"Wann fahren wir dieses Jahr nach Ahlhorn? - Darf mein kleiner Bruder auch mit? - Sind die Kinder aus Ofen und Wiefelstede diesmal wieder dabei?" - Seit vier Jahren erfreut Landessingwart Gottfried Enders eine stets wachsende Schar von jungen Sängern aus den Kinderchören mit einer Freizeit im Blockhaus Ahlhorn. Hier in dieser herrlichen Landschaft finden sich die Kinder gern zu abwechslungsreichem Tun zusammen. Kaum sind nach der Ankunft am Sonnabendnachmittag die Sachen verstaut (stets aufs neue die Spannung: "Welches Zimmer bekommen wir diesmal?"), laufen schon die ersten Neugierigen an den Anleger, um nachzusehen, ob die Boote noch da sind. Und nun wechselt fröhliches Singen und Musizieren auf Glockenspiel, Xylophon, Metallophon und Pauken mit Spielen im Saal und draußen. Das Geländespiel, mit Suchen und Raten verbunden, fehlt nie. Zum selbständigen Umherstreifen bleibt genügend Zeit, trotz Tischdienst und "Kartoffelpieken". Die "erfahrenen" Ahlhornteilnehmer wissen die Neulinge behutsam anzuleiten, und Herr Enders geht stets mit gutem Beispiel voran.

Nach Einbruch der Dunkelheit bewegt sich eine Leuchtschlange von Bummellaternen durch den Wald, oder die erleuchteten Boote gleiten über den Helenenteich, und manches Lied klingt auf...

In den Betten hat man sich noch viel zu erzählen, aber am Sonntagmorgen sind schon Frühaufsteher unterwegs, um hier, weitab vom Lärm der Stadt, Morgenstille zu genießen und das Erwachen der Natur zu belauschen.

Zum Gottesdienst finden sich auch die anderen Gruppen ein, damit sie all ihr Tun hier und im Heimatort vom Lebensquell gestärkt weiterführen können.

Wenn am Sonntagabend auf der Heimfahrt die neugelernten Lieder erklingen, sind wir dankbar für die Gemeinschaft bei Lied und Spiel und freuen ins auf das nächste Mal.

Werdet Ihr dann auch dabei sein? (Edgar Hanselka)


Herr Haberland vom Kippenberg-Gymnasium bei der Probe
Herr Haberland vom Kippenberg-Gymnasium bei der Probe

Schülerfreizeit, Wilhelmshaven / P. Kahnt
(16 Teilnehmer, 15. 4.-16. 4.)

Vom und zum Gottesdienst - in Ahlhorn am 15./16. April 1967

Wir waren sechzehn: zehn Sekundaner und Primaner der Jungengymnasien, vier Schülerinnen der Käthe-Kollwitz-Schule, ein Studienassessor und ein Pastor, alle aus Wilhelmshaven. Grund unseres Zusammenseins: Kritisches Unbehagen an Kirche, Gemeinde, Gottesdienst, Konfirmandenunterricht, Religionsunterricht und einigem mehr. Ziel unserer Zusammenkunft: Aussprache und Suche nach Verständnis für Lebensart und Lebensgesetze der Christenheit. Schulische Klingelzeichen und familiären Zapfenstreich konnten wir dabei nicht brauchen. Deshalb fuhren wir nach Ahlhorn.

Abgesehen vielleicht vom Verfasser dieser Zeilen waren wir alle nette Leute, wohlerzogen und manierlich; hoffnungslos intellektuell natürlich, strenger Theorie verschrieben; der nüchterne Sinn unserer Damen hatte es nicht leicht, zu Wort zu kommen. Dennoch legte Herr von der Dovenmühle bei unserer Ankunft die Stirn in sanfte Falten. Herr Enders, gleichzeitig mit Sängern im Blockhaus, folgte seinem Beispiel, als er uns sah. Grundlos? Nun, einige von uns hatten immerhin die Kreissynode Wilhelmshaven im letzten Herbst säuberlich mit erteiltem Wort zu einem kleinen Hexenkessel aufgeheizt. Blasen davon gibt es jetzt noch. Eine davon waren wir.

Entsprechend verliefen Nachmittag und Abend des Samstags. Erster Akt: Aussprache im Freistil. Der Berg der Probleme, der Fragen, der Mißverständnisse und Vorurteile, aber auch guter Beobachtungen, Kritiken und Einwände türmte sich. Zweiter Akt: Muß man den Gottesdienst besuchen - zum Beispiel morgen? Es zischte, brodelte, knallte; Krisis der Tagung. Denn, so wurde festgestellt, man muß eben doch. Jedenfalls gibt es keinen Weg zum Verständnis des Christenglaubens ohne Kenntnis des Gottesdienstes. Der Gottesdienst als Diskussionsgrundlage, so hieß es, sei unumgänglich. Und dabei verstanden alle Gottesdienst als Predigt. Freilich, was tut man während der Gebete, die man nicht mitvollziehen, und während der Singerei, die man nicht mitmachen zu können glaubt? Muß dieses "Ritual" überhaupt sein? Darf man nach der Predigt womöglich gehen? Wären nicht zwei verschiedene Arten von Gottesdienst praktikabel, ein "Gläubigengottesdienst" und ein anderer, den wir mangels besserer Einfälle "Katechumenengottesdienst" nannten? Dieser würde dann nur aus Lesung und Predigt zu bestehen haben. Aber sind Lesung und Predigt ohne Gebet und Lied schon Gottesdienst? Immer wieder tauchte ein Begriff auf, der zum Maßstab wurde: Denkanstöße. Und man kam überein: Wir wollen vom Gottesdienst Denkanstöße erhalten. Daher bleiben uns Lesung und Predigt die Hauptsachen. Gebet und Lied schienen daneben unerheblich, entbehrlich zu sein.

Soweit die Theorie. Jetzt folgte die Praxis. Denn am Sonntagmorgen fand ja tatsächlich Gottesdienst statt. Und der vorhandene Pastor erwies sich als nicht willens, diesen Gottesdienst zu "halten". Vielmehr bewegte er bei feierabendlichem Gerstengetränk nicht weniger als sechs aus unserem Kreis dazu, längere und kürzere Schriftstücke mit in die Nacht zu nehmen, zu studieren und am nächsten Morgen zwecks gottesdienstlicher Lesung bereitzuhalten. Wobei Gelegenheit war, sich über das agendarische "Rollenheft" des gottesdienstlichen "Formulars" zu streiten.

Am Sonntagmorgen standen die Stühle im Kaminsaal im engen Halbkreis. Vorn rechts saßen die Sänger des Landessingwartes, vor sich Schlaginstrumente. Die Kanzel hatte Urlaub, blieb in ihrer Ecke. Einen Altartisch gab es nicht; er wurde nicht benötigt. Kerzen entfielen; Taler ebenfalls. Entscheidender war es, daß man sich gegenseitig sehen konnte, und zwar nicht nur von hinten. Links vorne die "Liturgen", Formularzettel oder Buch in der Hand. Kurze Abkündigung: Wir wollen tun, was Christen am Sonntag immer tun, nämlich versuchen zu hören, was Gott in unsere Welt hineinspricht, und uns Gott hörbar machen mit Gebet und Lied. Jede der anwesenden Gruppen soll dazu das Ihre einbringen. Vorstellung der Gruppen. Kollekte am Ausgang.

Herr Enders intonierte. "Mein Herz ist bereit" sangen die Sänger. Jubilate hieß unser Sonntag, "Jubilate Deo omnis Terra" sangen wir alle in dreistimmigem Kanon, von Herrn Enders nach einmaligem Durchsingen kurzerhand "hereingeholt". Ob sich viele von unseren entschiedenen Nichtsängern ausgeschlossen haben? Dem Vernehmen nach nicht. Es machte wohl einfach Spaß.

Das Eingangsgebet sprach der Pastor. Anrede des Dreieinigen Gottes, Berufung auf Matth. 18,20, Bitte um Verwirklichung des dort Versprochenen. Dann Sänger und Schlagzeuger: "Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!"

Eine Predigt gab es nicht. Nur "Denkanstöße". In der Novelle "Der Mantel" von Alfred Polgar schlägt ein böser Diebstahl und Rechtschaffenheit zur Unzeit in Segen für die Beteiligten um. Eine sehr merkwürdige Geschichte, sehr alltäglich übrigens. Die Menschen wollten es böse machen, Gott wollte es gut machen, so hörten wir dann kommentarähnlich aus 1. Mose 50. Und danach aus der Pfingstpredigt des Petrus: Ihr habt Jesus ermordet, und eben dadurch hat Gott euch ihn zum Erlöser gegeben. Des sind wir alle Zeugen. Ostern!

Diese drei Lesungen wurden von drei verschiedenen Lektoren gelesen und standen hart und abrupt nebeneinander. Zu hart vielleicht, zu unverbunden für die Jüngeren, die Sänger; aber auch für unvorbereitete Erwachsene, wie uns nachher gesagt wurde. Anstöße eben. Oder bescheidener: Versuche, das Nachdenken in Bewegung zu setzen. -

Das Lied 82 im Gesangbuch vereinte uns wieder zum Gemeinschaftswerk. Herr Enders ließ uns das Hallelujah singen, wie es im Buche steht, und lief mit seinen Sängern obendrüber hinterher, bis wir uns am Ende wieder alle miteinander trafen. Und dann folgte das Fürbittengebet.

Zugrunde lag die sogenannte diakonische Form. Das heißt: Gebetsanliegen und Gebet sind scharf voneinander abgehoben. Wir beschränkten uns auf drei "Themen": Welt; Kirche in der Welt und für die Welt; wir selber, wie wir dasind. Diese "Themen" wurden jeweils von einem aus unserm Kreis schlagwort- oder plakatartig vorgestellt. Dann sprach der Pastor das eigentliche Gebet. Gemeinsames Vaterunser, Segensbitte, die beiden Schlußverse des Liedes 82: ganz traditionell ging es zuende.

Ob dieser Gottesdienst "angekommen" ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß alle da waren, ohne daß darüber ein verbindliches Wort gesprochen worden war, ohne daß die Art des Gottesdienstes vorher bekannt gegeben worden wäre. Ich weiß ferner, daß ich alle meine überzähligen "Formulare" losgeworden bin. Und daß später - wir sprachen über das, was nach unserer Heimkehr weiter zu tun sei - gesagt wurde, man müsse ähnliche Gottesdienste vorbereiten und durchführen. In Ahlhorn natürlich - zum Beispiel. Und zuhause.


Ev. Jugend, Neuengroden / Frl. Suckert
(35 Teilnehmer, 12.5-16.5.)

Pfingstlager der Ev. Jugend Neuengroden

Nach fünf Jahren Pfingstlager per Zelt waren wir es leid. Endlich wollten wir die Feiertage einmal ohne kalte Füße, angebranntes Essen und abgestandenes Wasser verbringen. So fuhren wir in diesem Jahre mit 28 Jungen und Mädchen ins Hüttenlager des Blockhauses. Die Kommentare der Lagerteilnehmer gaben uns recht: "Daß es sowas gibtl" (Das bezog sich auf die Unterbringung und die Verpflegung). "Warum sind wir eigentlich nicht schon früher hierher gefahren?" (Das fragen wir uns auch).

Wir danken der Heimleitung und den Mitarbeitern des Blockhauses, die so wesentlich zum Gelingen unseres Pfingstlegers 1967 beigetragen haben. Die Gruppenleiter der Ev. Jugend Neuengroden/Wilhelmshaven


Offiziersanwärter, Brigade 31 / Major v. Wedelstaedt
(100 Teilnehmer,

17.5.-19.5.)

Ahlhorner Sonett von Gefr. Klaus Koch 1./VersBtl. 316

Als Abirenten waren wir eingeladen
und vergaßen unser Zeug zum Baden;
darum lockte eine Fahrt im Boot,
und zum Glück kam niemand in Not.

Der Vortrag lang, die Diskussion heiß,
erarbeiteten wir die Themen in Schweiß.
Die Dias aus Griechenland
bleiben uns noch lange bekannt.

Der Lehrgangsleiter, locker und leicht,
hat sein Ziel erreicht:
Begeisterung für die Referenten.
Dank für die Verpflegung
durch die nette Damenbewegung.
In aeternam memoriam: Blockhaus Ahlhorn!

Walddörferschule, Hamburg / OStR Trebesius
(15 Teilnehmer, 22.5.-27.5.)

Frühstück im Großen Saal

In einer Landschaft, wie sie die Gegend um Oldenburg herum zeigt, erwartet man eigentlich kaum eine Jugendherberge oder ein Freizeitheim, weil sich solche Helme meistens am Rande einer größeren Stadt oder in einer Gegend mit mehr Sehenswürdigkeiten als im Oldenburger Land befinden. Aber von diesem Heim ist man in jeder Beziehung angenehm überrascht. Die Landschaft hat alles aufzuweisen: Nadel- und Mischwald, Wiesen, Felder und Seen. Also ist einem die Landschaft an sich schon genug; aber was soll man machen, wenn das Wetter schlecht ist? Jedenfalls langweilt man sich nie! Das Blockhaus besteht aus vier größeren Häusern und vielen kleinen Wohnhäusern. In jedem Haus gibt es etwas Besonderes: in einem Tischtennis, in dem anderen eine Kantine, die zweimal am Tag für das persönliche leibliche Wohl jedes einzelnen sorgt - obwohl das bei dem ausgezeichneten Essen eigentlich gar nicht nötig wäre -, in wieder einem anderen die Küche, Gemeinschaftsraum mit Kamin und Säle mit Flügel oder Klavier, und in einem sehr schönen, holzgetäfelten Raum gab es eine Bücherei, die für jeden Geschmack etwas vorzuweisen hatte. Der See mit fünf oder sechs Booten zum Staken bot mit seinen kleinen Inseln für jedes Wetter eine Möglichkeit, sich in frischer Luft zu bewegen. Auch für die Kleinsten unter den Heimbewohnern - es können wohl über 100 Personen aufgenommen werden - gab es eine Beschäftigung, wenn der See vielleicht noch zu gefährlich war: ein Spielplatz mit Reck, Barren, Wippe und Sand. Aber der Spielplatz übte auch auf die Größeren einen Reiz aus, soweit wir uns selbst schon als solche bezeichnen können; denn wir haben uns auf der Wippe köstlich amüsiert! Es ist also für Leib, Seele und Geist gut gesorgt - wer sollte sich da nicht erholen? (Karin Schulze)


Studenten, Oldenburg / P. Wagner
(19 Teilnehmer, 27.5.-28.5.)

Am 27. und 28. Mai 1967 fand im Blockhaus Ahlhorn die traditionelle jährliche oekumenische Tagung zwischen der Evangelischen Studentengemeinde Oldenburg und der Katholischen Studentengemeinde Vechta statt. Die Tagung stand unter dem Thema "Nächstenliebe in humanistischer und christlicher Sicht". Als Referenten standen uns zur Verfügung Herr Prof. Hapke aus Lüneburg, der über den humanistischen Aspekt der Nächstenliebe sprach; ferner der katholische Publizist Dr. Wegmann-Weye und Herr Konukiewitz, Assistent der Theologie an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg, die die Nächstenliebe von christlicher Sicht her beleuchteten. Die Ausführungen aller Referenten haben in starkem Maße zu Diskussionen angeregt.

Ein eigenes Haus für die Evangelische Studentengemeinde Oldenburg

Endlich ist es soweit - die Evangelische Studentengemeinde Oldenburg hat nunmehr ein eigenes Haus zur Verfügung. Das Heim, das bereits vor einigen Jahren als Wohnhaus geplant und errichtet worden war, befindet sich in Eversten am Quellenweg 55 a. Es umfaßt in zwei Etagen die Versammlungsräume der Evangelischen Studentengemeinde und die Wohnung des Studentenpfarrers, P. Peter Wagner.

Damit ist der Ev. Studentengemeinde die Möglichkeit gegeben, ihre vielfältigen Veranstaltungen an einem festen Versammlungsort abzuhalten. Bisher mußten dafür die Räume der Pädagogischen Hochschule und Gemeindehäuser in Anspruch genommen werden.

An dieser Stelle sei betont, daß die Evangelische Studentengemeinde sich nicht als ein geschlossener Kreis versteht, sondern daß sie bewußt mit ihren Themen und Aufgaben aIIe Studierenden ansprechen will. Als Hochschulgemeinde sieht sie ihren Auftrag einerseits in der Sammlung, zum anderen aber in verstärkterem Maße in der Sendung, d. h. sie verbindet sich mit anderen Gruppen in bestimmten Sachfragen aus ihrem Auftrag des Handelns und Wirkens heraus. Von daher sieht sie ihr Verhältnis zu diesen anderen Gruppen als ein partnerschaftliches an. Möge das neu erworbene Heim, dessen Eröffnung am 10. Mai d. J. stattfinden soll, sowohl der Sammlung als auch der Sendung dienen. Es steht allen Studierenden und Hochschulgruppen zu den Veranstaltungen der Evangelischen Studentengemeinde zur Verfügung und ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 11.00-22.00 Uhr geöffnet.

Gleichzeitig möchte die Evangelische Studentengemeinde der Ev. luth. Kirche in Oldenburg ihren Dank sagen, daß sie auf ihrer letzten Synode im Dezember 1966 dem Kauf dieses Hauses zugestimmt hat.


Auf dem alten Sportplatz
Auf dem alten Sportplatz

Nogatschule, Wilhelmshaven / Herr Gathemann
(32 Teilnehmer, 9. 6.-17. 6.)

Was mir in Ahlhorn am besten gefällt.

Mir gefällt in Ahlhorn die Landschaft mit ihren reizvollen Seen und großen Wäldern sehr gut. Mir gefallen die Blockhäuser, die sehr gepflegt und sauber sind; das Essen ist auch sehr schmackhaft, und jeder kann sich nachholen so viel wie er will. Schön war auch die Fahrt nach Cloppenburg, wo wir das Museumsdorf besucht haben, und die Wanderung zum Tierpark in der Sager Heide, wo wir die verschiedensten Tierarten gesehen haben. Schön war auch die eigene Bücherei, wo wir uns Bücher ausleihen konnten von Karl Mey bis zu Theodor Storm. im Helenensee durften wir auch baden und Bootfahren, was einen Heidenspaß machte. Gleich in der Nähe ist auch eine Kantine, wo wir uns Süßigkeiten gekauft hatten. Doch es ist auch sehr schön, wenn man daran denkt, daß wir bald wieder nach Hause fahren. Dennoch werde ich nicht vergessen, wie schön es in Ahlhorn ist. (Peter Swoboda, 14 Jahre)


VH Bremen-Nord, Bremen / Herr Winkelmann
(25 Teilnehmer, 17.6.-18.6.)

Jugend diskutiert über Politik

Am letzten Wochenende veranstalteten die Deutschen Jungdemokraten in Zusammenarbeit mit dem Wollingster Kreis im Rahmen der Volkshochschule Bremen-Nord ein Wochenendseminar.

Die Parteiprogramme von FDP und SPD wurden in vier Arbeitskreisen kritisch verglichen. Neben vielen Übereinstimmungen wurden typische liberale bzw. sozialistische Tendenzen festgestellt.

Folgende Fragen beschäftigten das abschließende Plenum: Notstandsgesetzgebung, Strafrechtsreform, Bildungsfragen und Wirtschaftsordnung.

Der Kreis war der Meinung, daß das politische Denken der Bürger zu schwach ausgebildet ist. (RD)


Schüler der Hermann-Böse-Schule beim Unterricht
Schüler der Hermann-Böse-Schule beim Unterricht

Tschechische Gruppe / Diakon Herrmann
(30 Teilnehmer, 1.6-13.6.)

Scheue Gesichter - eine fremde Sprache - Unsicherheit. Das waren meine Eindrücke, als ich am 1. Juni mit 30 jungen Tschechen in Ahlhorn aus dem Bus stieg.

Über das Leben bei uns nur sehr unvollkommen und teilweise sogar falsch informiert, waren sie schon auf dem Bahnhof in Oldenburg und bei einem kurzen Spaziergang in die Stadt verwirrt und unsicher geworden. Nun lebten sie ein paar Tage im Blockhaus Ahlhorn um sich in der Stille zu erholen und auf ein umfangreiches Besuchs-Programm vorzubereiten. Durch das Wenige, das sie bisher gesehen hatten, waren sie aufgeschreckt, und es war ihnen kaum klarzumachen, daß ein paar Tage der Ruhe und Abgeschiedenheit in der wunderbaren Umgebung des Blockhauses das Beste für sie seien. Sie wollten viel sehen und erleben und hätten doch ohne diese Ruhe vor dem Sturm alles gar nicht verkraften können. Das Blockhaus nahm sie freundlich auf und machte sich viel Mühe, ihren individuellen Wünschen gerecht zu werden. - Mit einer Lichtbildreihe und einem Kommentar aus eigenem Erleben dazu bereitete Herr von der Dovenmühle unsere tschechischen Freunde auf eine Fahrt nach Helgoland vor.

Nur durch diese gründliche Vorbereitung und Führung wurde diese Helgolandfahrt keine der üblichen "Zollhintergehungsfahrten".

Zu unserem Empfang durch Vertreter der Gemeinde und der Kurverwaltung hatte man eigens für uns eine tschechische Flagge nach Helgoland geflogen und gesetzt. Anschließend zeigte uns der evangelische Pfarrer einen Film über die Insel. Das war eines der großen Erlebnisse für unsere tschechischen Partner.

Nach allen Unternehmungen, von Helgoland, von Hamburg, von Rundfahrten und Empfängen, kehrte man immer wieder gerne in die Ruhe und Abgeschiedenheit des Blockhauses zurück. Hier fanden auch die großen Begegnungen mit der deutschen Partnergruppe statt. Hier traf man sich mit einer finnischen Gruppe und dem Lehrgang der BVH Rastede. Das waren bei allen Erlebnissen und Unternehmungen die Schwerpunkte dieser Internationalen Begegnung. (Raimund Herrmann)


Waisenstift, Varel / Diakon Köhler
(48 Teilnehmer, 3.7.-18.7.)

Zwanzig erkämpften "Neptun-Urkunde" Kinder des Vareler Waisenhausstiftes grüßen aus Ahlhorn.

Herzliche Feriengrüße aus dem Blockhaus in Ahlhorn richten 43 Kinder und fünf Betreuer aus dem Waisenstift Varel an ihre Stadt. Bis zum 18. Juli wollen die Vareler Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren ihre Ferien in dem Ahlhorner Jugendheim verbringen. Das einstimmige Urteil über das Lager lautete am Freitag schon: "Ahlhorn ist einfach Klasse!" "Die Kinder sind tatsächlich hell begeistert von den Ferienfreuden, die sie hier verleben dürfen", bestätigt Diakon und Heimleiter Köhler. Der Begleiter hat für diese Tage ein umfangreiches Programm aufgebaut, das die kleinen Feriengäste von einem Vergnügen ins andere stürzt.

Wie im Paradies fühlen sich die Jungen und Mädchen, die unbeschwerte Ferientage im Ahlhorner Blockhaus mit seiner reizvollen Umgebung verbringen. Besonders der Helenensee hat es den Wasserratten angetan. Für besondere sportliche Leistungen sind sogenannte "Neptun-Urkunden" als Anerkennungen ausgesetzt. Wer den zwei Kilometer breiten See durchschwimmt, darf stolz dieses Zeugnis in Empfang nehmen. 20 der Gäste aus Varel schafften es bereits. Gruppenleiter Köhler hat eine plausible Erklärung: "85 Prozent der Jugendlichen können bereits sicher schwimmenl" H. L. (NWZ 162)


Bläser-BCPD, Weser-Ems / Herr Rüscher
(47 Teilnehmer, 19. 8.-20. 8.)

Bläserwochenende des Weser-Ems-Verbandes im Bund Christlicher Posaunenchöre Deutschlands (BCPD) im Blockhaus Ahlhorn.

Im BCPD sind Posaunenchöre der evangelischen Freikirchen zusammengefaßt. Dem Weser-Ems-Verband gehören 10 Posaunenchöre an, die am 9./10. September 1967 ihren diesjährigen Verbandsposaunentag in Edewecht abhalten. Anlaß ist das 75jährige Bestehen des dortigen Chores.

Am 19. und 20. August waren 53 Bläser in Ahlhorn zusammengekommen, um die Musiken für den Posaunentag zu erarbeiten. Auf dem Programm stand alte und zeitgenössische Bläsermusik.

Als Bläser des WEV nehmen wir die guten Möglichkeiten, die uns das Blockhaus Ahlhorn bietet, gerne wahr.


Schule Elsdorf / Herr Helms
(22 Teilnehmer, 17. 5.-22. 5.)

In dieser Woche war wohl zum erstenmal eine Klasse aus dem Landkreis Bremervörde im Blockhaus Ahlhorn.

Ich war als alter Oldenburger mit Jugendgruppen und mit dem Oldenburger Jugendchor bald fünfzigmal in dem evangelischen Jugendheim, doch jedesmal überraschte mich aufs Neue der Reiz dieser für Nordwestdeutschland einmaligen Landschaft.

Das Blockhaus schien mir auch das geeignete Ziel für den Schullandheimaufenthalt meiner Abschlußklasse einer Volksschule zu sein. Meine Schüler (10 Jungen und 11 Mädchen) kommen aus einem wasser- und waldarmen Gebiet in der Nähe der Autobahn Hamburg-Bremen. Wie staunten sie, als sich die Landschaft während der Busfahrt über die neue Autobahnstrecke nach Ahlhorn wandelte und bei dieser Seenplatte ein Ende fand! Das Blockhaus und seine Umgebung boten ihnen fast alles, was sie sich wünschten: ein schönes Heim mit gutem Essen, Wanderungen durch große Waldgebiete, Bade- und Ruderfreuden, Lagerfeuer, gesellige Abende in den wohnlichen Tagesräumen, Gespräche mit Klassenkameraden und fremden Jugendlichen.

Sie erlebten einen Ort, der sie einander näherbrachte, und den sie, wenn sie heute wieder nach Hause und in den Schulalltag zurückkehren, immer gerne in Erinnerung behalten werden. (W. Helms)


Zeichner am Hüttenlager
Studien am Hüttenlager

EC-Jungschar, Lemgo / Herr Bublies
(49 Teilnehmer, 10.8.-24. 8.)

EC - was ist das?

So oder ähnlich wird man als Jugendbündler für entschiedenes Christentum gefragt, wenn man mit anderen Jugendlichen zusammentrifft und mit ihnen über Jugendorganisationen spricht. Denn eine solche ist der Jugend-bund für EC. Eine internationale Jugendbewegung, die 1881 in Amerika gegründet wurde. Der erste Jugendbund in Deutschland entstand 1884 in Bad Salzuflen (Lippe).

Ein solcher örtlicher Jugendbund setzt sich nun aus verschiedenen Gruppen zusammen. Da ist dann der Kinderbund für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren. Die Jungen- und Mädchenjungschar (10 bis 14 Jahren), der Freundeskreis für Konfirmierte und der Jugendbundkreis, in dem sich Jungen und Mädchen, die älter als 14 Jahre sind, treffen, um sich mit Problemen, die vor allem biblische Ursache haben, zu beschäftigen. Überhaupt hat es sich der Jugendbund für EC zur Hauptaufgabe gemacht, junge Menschen mit der Bibel bekannt zu machen und ihnen zu zeigen, wie man mit ihr leben kann. Die schönste Freude für Mitglieder eines Jugendbundes ist es immer, wenn sich ein junger Mensch zur Bibel bekennt und den Herrn Jesus Christus als seinen Herrn annimmt und IHM sein Leben übergibt.

Dieses Ziel hatten auch die Leiter der Jungscharfreizeit vom 10. 8. bis 24. 8. 1967, als sie mit einer Gruppe Jungscharlern aus dem Landesverband Minden-Ravensberg-Lippe (Mi-Ra-Li) in das Blockhaus Ahlhorn kamen. Nun muß man wissen, daß der Deutsche EC-Verband in Landesverbände aufgeteilt ist, weil so die Betreuung der einzelnen Gruppen wesentlich einfacher durchzuführen ist. Ein solcher Landesverband hat hauptamtlich einen Prediger, den "Bundeswart" angestellt, der durch "die Lande zieht" und die einzelnen Bünde besucht. Aus einem solchen Landesverband und mit solch einem Bundeswart waren 46 Jungscharler und 3 Freizeithelfer in das Blockhaus gekommen und waren maßlos begeistert. Sei es durch die ausgezeichnete Aufnahme seitens der Heimleitung oder durch die ideale Lage dieses Freizeitheims. Wie ideal das Gelände hier ist, zeigte sich bald in den verschiedensten Spielen, Wettkämpfen und Geländejagden.

Aber trotz dieser ausgezeichneten Bedingungen zum Baden, Spielen und Wandern wurde das biblische Wort nicht vernachlässigt. Jeden Morgen trafen sich alle Jungen in der "Bauerndiele" zur gemeinsamen Bibelarbeit. Zwei Themen wurden besprochen:

In der ersten Woche waren es die Gideonsgeschichten, und in der zweiten hieß es: Jesus Christus, der Herr über... (Tod, Versuchung, Sünde . . . etc.). Hier gab es für die Leiter dann die Möglichkeit, die Jungen mit dem Herrn Jesus Christus bekanntzumachen, der auch für sie gestorben und auferstanden ist, und der auch sie zum ewigen Leben gerufen hat. Ihnen wurde klargemacht, daß es an einem jeden einzelnen liegt, diesen Ruf zu hören oder ihn abzulehnen. Die Konsequenzen beider Entscheidungen wurden gezeigt und an Beispielen veranschaulicht. In wieweit das gesteckte Ziel erreicht wurde, liegt nicht in menschlichem Ermessen. Das weiß allein der Herr, der über Tod und Leben regiert, und dem wir alle voll und ganz gehören sollten.


Soldaten, Oldenburg / P. Geerken
(31 Teilnehmer, 28. 8-31. 8.)

Optische Diskussion

Anfertigung von Kollagen während einer Rüstzeit für evangelische Soldaten im Blockhaus Ahlhorn. Diskussion ja - aber wie optisch?

Unter Anleitung des holländischen Militärpfarrers Dom. Moll wurden 30 Soldaten während einer Rüstzeit unter dem Thema "Der Mensch in seiner Zeit" vor diese Aufgabe gestellt. Mit Hilfe von alten Illustrierten, Schere und Kleister sollte ein Thema bildlich dargestellt werden. "Die Gefahren der Bevölkerungsexplosion", "Das erste Gebot - heute", "Automation - Gefahr für das Individuum" waren einige der ausgewählten Themen. Die in den einzelnen Gruppen erarbeiteten Gedanken mußten in Bilder umgesetzt werden, In einem bunten Haufen Illustrierter und Zeitungen suchten alle eifrig nach passenden Schlagzeilen und Bildern. Hungernde Inder, Reklameschlagzeilen und Überschriften waren begehrte Objekte, um in einem neuen Sinnzusammenhang durch Montagen den Diskussionsgedanken symbolisch und graphisch darzustellen.

Zur Einführung der Rüstzeit sprach Militärpfarrer M. Geerken über das Thema: "Wenn wir nicht mit den Problemen unserer Zeit fertig werden, werden sie mit uns fertig". Bischof D. Jacobi D. D. erzählte an einem Abend aus vergangenen Jahrzehnten - Gestalten, Begegnungen und Erlebnisse. In der Kirche zu Huntlosen fand die Rüstzeit mit dem Gottesdienst ihren Abschluß.


Religionspädagogische Tagung / Prof. Dr. Helene Ramsauer
(42 Teilnehmer, 2.10.- 6.10.)

15 Jahre Religionspädagogische Tagungen in Ahlhorn

Zum 15. Male seit 1953 fanden sich über 50 Studenten und Absolventen der Pädagogischen Hochschule Oldenburg zu einer religionspädagogischen Tagung im Blockhaus Ahlhorn zusammen. Das Gesamtthema war durch das Problem der Auferstehung Christi ais Unterrichtsgegenstand und theologische Frage gekennzeichnet. Des Thema behandelten Prof. Dr. Roth, Oldenburg, Pastorin Reents, Eggelingen, Pastor Immer, Emden. Außerdem sprach Dr. Rotermund, Göttingen, über Bilder von Rouaux.

Diese Rüstzeiten wurden damals von Prof. Dr. Helene Ramsauer, Oldenburg, Pastor Ferdinand Immer, Emden, und Pastor Haas, Leer, eingeleitet, um eine Zusammenarbeit und Weiterarbeit von Absolventen und Studenten der Pädagogischen Hochschule Oldenburg zu gewährleisten, ganz gleich ob lutherischen oder reformierten Bekenntnisses.

Die diesjährige Tagung wurde durch eine Ausstellung des pädagogischen Assistenten Weitz bereichert, der insbesondere den Absolventen für ihre praktische Arbeit eine wesentliche Hilfe gab.

Die Rüstzeiten werden von der Ev-luth. Kirche in Oldenburg und der reformierten Landeskirche in Ostfriesland getragen.


Seehaus
Am Seehaus

Kindergottesdiensthelfer / P. Dettloff
(39 Teilnehmer, 30. 9.- 1.10.)

Wie stellen sich Kinder den lieben Gott vor?

Stellen sich Kinder Gott etwa wie einen bärtigen Mann mit strubbeligen Haaren vor?

Auf der Rüstzeit der Kindergottesdiensthelfer im Blockhaus Ahlhorn vom 30. September bis 1. Oktober sprach Pastorin Reents hierüber an Hand umfangreichen Materials aus der christlichen Unterweisung an Grundschulen und aus dem Kindergottesdienst. Kinder bis zu 9 Jahren hätten meistens von Gott Vorstellungen, die sie sich danach gemacht haben, wie Eltern oder andere Erwachsene ihrer Umgebung davon erzählen. Geschieht dies in märchenhafter oder verniedlichter Art, wird das Kind, älter geworden, Gott als Fabelwesen abtun, wie Klapperstorch und Weihnachtsmann. Eindringlich warnte die Referentin, nichts zu erzählen, was man später einmal zurücknehmen müsse. Da Eltern meist gut ansprechbar sind, wenn es um ihre eigenen Kinder geht, wären Elternabende in der Gemeinde zu empfehlen, an denen dieses Thema behandelt werden sollte.

Unter Leitung des Landesjugendpfarrers Dettloff wurde hiernach in Gruppen der Text eines Kindergottesdienstes vorbereitet. Ausgewählt war das Gleichnis vom Schalksknecht (Matth. 18, 21-35). Eine Gruppe arbeitete an der Form einer Gerichtsverhandlung, in der der Schalksknecht als Angeklagter vorgeführt wird. Er hatte nach menschlichem Gesetz gehandelt, weil er nicht auf sein Recht verzichten wollte. Der König, der Herr aber verdammte ihn, weil er nicht die Barmherzigkeit geübt hatte, die ihm selber zuvor begegnet war.

Eine andere Gruppe bemühte sich, einen Plan aufzustellen, wie ein Berichterstatter die in der Geschichte auftretenden Personen nach den Beweggründen ihres Handelns zu fragen hätte. Dadurch sollte die Lehre des Gleichnisses klar werden: Wir können Gottes Vergebung verlieren, wenn wir einander nicht vergeben.

Die dritte Gruppe bekam die Aufgabe, ein Spiel vorzubereiten, etwa als Drehbuch eines Filmes, in dem die Kinder die Handlung des Gleichnisses spielen.

Diese drei Möglichkeiten, die Kinder so zu beteiligen, den Text zu erläutem und zu verstehen, wurde im Kindergottesdienst am Sonntag erprobt. Die Gemeinde waren die Jungen des Landesjungschartages, der zur selben Zeit beim Blockhaus abgehalten wurde.

In der darauffolgenden Besprechung zeigte sich, daß wohl einige Fehler gemacht worden waren, aber besonders das Stegreifspiel für alle Altersgruppen geeignet ist. Gerichtsverhandlung und Interview dagegen setzen schon einige Sachkenntnisse voraus und sind deshalb nur mit älteren Kindern durchführbar.

Im letzten Vortrag, gehalten von Ursula Suckert, Wilhelmshaven, hörten die Helfer etwas von der Sprache, die das weitergibt, was wir erfahren haben. Es kann von uns selber gesehen oder durch Zeugen überliefert worden sein. Hierdurch wird auch Fernes und Vergangenes für uns anschaulich und lebendig. Der Helfer sollte sich stets bemühen, biblische Geschichten kindgemäß zu erzählen, das heißt weder in der Altersmundart noch in einem vom Erwachsenen her kindisch-verniedlichenden Erzählstil, doch nach den Gesetzen kindlicher Rede- und Denkweise. (Literatur: Dietrich Steinwede "Zu erzählen deine Herrlichkeit", Verlag Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen.)

Diese Rüstzeit hat wie die vorhergehenden im Frühjahr und in anderen Jahren gezeigt, wie sich junge Menschen gerne bereit finden, Helfer im Kindergottesdienst zu sein. Hier können sie weitergeben, was sie im Glauben an Jesus Christus bewegt. Aber sie wissen auch, wie notwendig es ist, ständig zu lernen und sich für den Dienst zurüsten zu lassen. (rt)


Schülertagung, Oldenburg-Land / P. Dettloff
(39 Teilnehmer, 2.10-8.10.)

- Was immer so war, muß nicht immer so bleiben. -

Zukunft ist mehr als mechanische Wiederholung der Vergangenheit und Gegenwart. Wir haben noch Neues zu erwarten. Und wir sind berufen, dieses Neue mit zu gestalten. Darin liegt unsere Chance und unsere Verantwortung.

- Was immer so war, muß nicht immer so bleiben. -

Die menschliche Gesellschaft erlebt in unserer Zeit eine tiefgreifende Umwälzung ihrer ganzen Struktur, der an Bedeutung keine der Wandlungen gleichkommt, die in früheren Epochen das Gesicht der Menschheit veränderten. Wer sich nicht ständig neu orientiert, wer nicht bereit bleibt, seinen Standpunkt neu zu bestimmen, ist sehr schnell "von gestern".

- Was immer so war, muß nicht immer so bleiben. -

Das muß sich auch die Kirche gesagt sein lassen, die weiterhin im Ruf steht, daß in ihr immer alles beim alten bleibt. Wie aber läßt sich der Respekt vor gewachsenen Traditionen und Altbewährtem mit der Offenheit für neue Richtungen und Wege vereinbaren?

Wir laden alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 11-13 ein, mit uns unter dem Motto "was immer so war, muß nicht immer so bleiben" darüber nachzudenken, wie wir in unserer ständig sich wandelnden Welt die Frage nach Gott beantworten und unser Leben sinnvoll bewältigen können (Ute Schreiter, Werner Dettloff)


Theologiestudenten, Oldenburg / OKR Dr. H. Schmidt
(32 Teilnehmer, 9.10-14.10.)

"Hermeneutische Fragen im BIick auf Auslegung und Predigt alttestamentlicher Texte."

So lautete das Thema einer fünftägigen Herbstfreizeit für Theologiestudenten im Blockhaus Ahlhorn. In diesen Tagen wollte man sich darüber Gedanken machen' ob und wie wir heute das Alte Testament noch verstehen und verständlich machen können. Eine solche Fragestellung mag auf den ersten Blick gar nicht so problematisch erscheinen, daß man sie zum Thema einer ganzen Freizeit macht; denn die Bibel als Grundlage unseres Glaubens umschließt doch Neues u n d Altes Testament. Liest man jedoch einzelne Texte des Alten Testaments, fragt man sich manchmal: Was hat das mir überhaupt noch zu sagen? Werden hier nicht großenteils Probleme dargestellt, die gar nicht meine sind oder sich bei mir in dieser Weise nicht mehr stellen?

Diese Fragen standen im Zentrum der Freizeit und wurden in Predigtbeispielen, einzelnen Arbeitsgruppen und Vorträgen ausführlich besprochen. Daß dabei kein einheitliches Ergebnis zustandekommen konnte, war eigentlich von vornherein klar; dennoch staunte man jedesmal wieder - besonders bei den Predigtbeispielen - wie aktuell alttestamentliche Texte sein können, wenn man sich einmal intensiv mit ihnen auseinandersetzt. Selbst ein so alter Text wie 1. Mose 3, den man leicht als märchenhafte Erzählung abtun möchte, wird dann interessant und in seiner Aussage für uns neu. Das Alter des "Alten" Testaments ist also einem Verstehen dieser Texte durchaus nicht im Wege.

Ist aber das Alte Testament nicht längst durch das Neue Testament überholt? Entscheidend für uns ist doch die Verkündigung Jesu Christi, dessen Sterben am Kreuz und Auferstehung; was hat aber damit das Alte Testament zu tun?

Es ist zwar von den Wissenschaftlern umstritten, wie weit wir schon im Alten Testament direkte Hinweise auf Jesus Christus finden können. Doch gilt es, eines festzuhalten und deutlich herauszustellen: Der Gott des Alten Testaments ist kein anderer als der des Neuen Testaments. Dieser Satz ist jeder alttestamentlichen Auslegung voranzustellen, wenn er auch längst nicht alle Texte aufzuschlüsseln vermag. Viele der obigen Fragen aber finden in dieser Grundaussage ihre Beantwortung.

So ist das Alte Testament kein starres Gebilde, das einerseits zusammenhanglos neben dem Neuen Testament steht und andererseits - weil völlig veraltet - auch uns heute nichts mehr zu geben vermag, sondern es bildet vielmehr mit dem Neuen Testament zusammen eine Einheit, die so Grundlage unseres Glaubens und unserer Verkündigung ist. (R.A.)

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