Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1967: Blockhausbrief Nummer 12

Inhalt:

Titel
Das Blockhaus in unserer oldenburgischen Heimat
"Was ist eigentlich gemeint, wenn wir vom 'Glauben' reden?"
Der Jahreslauf
"Er lud auf sich unsere Schmerzen"
Die Laterne
Religionspädagogische Tagungen in Ahlhorn
20 Jahre Jugendarbeit im Blockhaus Ahlhorn
Ein weiterer Beitrag ...
Kurzbeiträge der Gäste aus der Zeit vom 16.11.1966 bis 15.11.1967
Am Kamin
 
Schüler der Graf-Anton-Günther-Schule im Sommer 1949
Schüler der Graf-Anton-Günther-Schule im Sommer 1949


20 Jahre Jugendarbeit im Blockhaus Ahlhorn

Gerhart Orth

Am Wochenende vom 25-26. August 1956 haben wir den 10 Geburtstag des Jugendheimes Blockhaus Ahlhorn in einem großen Kreis von Jugendlichen und Gästen gefeiert. Damals war noch die Zeit der großen Treffen, und es machte kaum Schwierigkeiten, Hunderte auf die Beine zu bringen. Im zweiten Jahrzehnt hat sich gerade in der Jugendarbeit unserer Gesellschaft und auch der Kirche Entscheidendes geändert. So war weder Anlaß noch Bedürfnis, eine lautstarke Jubiläumsfeier nach 20 Jahren zu veranstalten, und der Heimleiter Rolf von der Dovenmühle, der dem Blockhaus seit 1947 vorsteht, war gut beraten, als er vor einer künstlich aufgezogenen Festveranstaltung warnte.

Dennoch ist das Jugendheim Blockhaus Ahlhorn nicht in einen Dornröschenschlaf versunken. Es wird nach der Vergrößerung der Platzzahl und vor allem der Häuser noch weitaus mehr in Anspruch genommen als im ersten Jahrzehnt. Folgende Schwerpunkte der Jugendarbeit lassen sich aufzählen:

1. Die Konfirmandenrüstzeiten werden in den letzten Jahren meist von den einzelnen Gemeinden durchgeführt und nicht mehr - wie es zuerst geschah - vom Landesjugendpfarramt und Evangelischen Mädchenwerk.

2. Neben die Studientage für Oberschüler und Abiturienten sind die Wochenendtagungen für berufstätige junge Menschen getreten, die sich ebenfalls unter ein Thema stellen und ein beachtliches geistiges Niveau aufweisen.

3. Lehrgänge für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter gehören nach wie vor zum festen Jahresplan. In diesem Zusammenhang sind auch die Pfarrer- und Vikarsrüstzeiten zu nennen, die sich von Zeit zu Zeit immer wieder mit den Aufgaben und praktischen Möglichkeiten der Jugendarbeit beschäftigen.

4. Der Landesjugendkonvent, eine Art "Parlament" oder "Synode" der jungen Generation, der 1954 in Ahlhorn "geboren" wurde, hat nur wenig mehr als zehn Jahre gelebt. Stattdessen wurden Arbeitskreise gegründet, die sich mit politischen, theologischen oder soziologischen Fragen befassen. Auch musische Freizeiten, Lehrgänge für Chöre und Bläsergruppen haben zugenommen.

5. Nach der Errichtung der Berliner Mauer im August 1961 konnten im Blockhaus leider nicht mehr die Begegnungsfreizeiten mit der Jungen Gemeinde aus Mitteldeutschland veranstaltet werden. Seit dem Sommer 1955 fanden solche mehrwöchigen Treffen regelmäßig statt und hinterließen bei allen Teilnehmern bleibende Eindrücke.

In allen Tagungen, durch die Jugendliche in Ahlhorn zusammengeführt wurden, ging es darum, eine Lebensordnung der jungen Gemeinde zu praktizieren bzw. zu experimentieren. Das selbstverständliche Miteinander bei ernsthafter Arbeit und gelöstem Spiel, in Gottesdienst und in der Geselligkeit, beim Studium und in der Muße - alles hat geholfen, daß junge Menschen sich für ihre Aufgaben in der Kirche und Gesellschaft vorbereiteten.

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