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Das Blockhaus in unserer oldenburgischen HeimatDr. jur. Steinhoff In den Blockhausbriefen findet man alljährlich eine Zusammenstellung "Unsere Gäste". Im letzten Brief sind dort an 8300 Besucher (vom 1. November 1965 bis zum 15. November 1966) verzeichnet, die in rund 320 Gruppen kürzere oder längere Zeit im Blockhaus zubrachten. Was für eine erstaunliche Zahl! Da sind evangelische Jugendverbände, Schulen aller Schularten, Konfirmanden, Soldaten, Pfarrer, Kirchen- und Posaunenchöre, Studenten, Deutsche und Franzosen, Reformierte, Katholiken, der CVJM, die Werkkunstschule Münster, die Evangelische Akademie, Diakone, die Landjugend usw. Viele Gruppen kommen Jahr für Jahr wieder, melden sich ein Jahr im voraus an.
Es muß darum schon etwas dran sein an dem "Ortsgeist" von Ahlhorn, von dem ein Besucher schreibt. Ein andrer stellt den Inselcharakter des Blockhauses in den Vordergrund: durch die weiten Wälder werde es abgeschlossen von der lärmenden Welt: "der hohe Himmel, die tiefen Spiegelungen im See, die grünen Ufer, das Summen der Insekten, das Rufen und Antworten und Klingen der Vogelstimmen . . ." Bischof Jacobi hat das alles einmal die eigenartige Romantik Ahlhorns genannt, die auch den nüchternen und sachlichen Menschen unsrer Zeit anspreche. Professor Dr. Grotelüschen, dessen Elternhaus im benachbarten Bissel steht, hat auf den früheren Almendecharakter dieses Gebiets hingewiesen. Die Almende war gemeinsamer Besitz der umwohnenden Bauern. Heute ist dieser Bezirk wiederum zum gemeinsamen Besitz geworden, zu einem geistigen Besitz, zu einem geistigen und geistlichen Mittelpunkt unsrer Kirche. Das ist ein großes Geschenk für die Evangelisch Lutherische Kirche in Oldenburg, die das Blockhaus trägt. Wie die Herkunftsorte der Gästeliste zeigen, behält die oldenburgische Kirche dies Geschenk nicht für sich, sondern bietet es allen Gruppen auch außerhalb ihres Bereichs an, die hier Besinnung und religiöse Erneuerung suchen. In vorderster Linie stehen aber doch die Besucher aus der oldenburgischen Heimat. Unser Blockhaus ist ja ein Stück, ein Herzstück dieser Heimat. - Wir leben in einer Zeit, in der die Ökumene, die Verbundenheit aller Christen in der ganzen Welt unter einem Herrn, sich zusammenschließt, und unser neuer Bischof steht hier in der vordersten Reihe. Wir stehen dabei mit ganzem Herzen hinter ihm, ist unsere Kirche doch auch Mitglied des Lutherischen Weltbundes. Aber mit ganzem Herzen bleiben wir auch der Heimat verhaftet. Vor einigen Jahren kam im Blockhaus einmal ein größerer Kreis zusammen, der sich über den Gedanken aussprach, einen festeren Zusammenschluß der Oldenburger zur Wahrung der heimatlichen Kulturgüter herbeizuführen. Dies Ziel wurde damals nicht erreicht. Jedoch der Oldenburg-Stiftung, die bald darauf gegründet wurde, trat unsere Kirche sogleich bei. In ihr sind alle kulturellen Bestrebungen vereinigt, die dem Heimatgedanken dienen. Sie sind uns evangelischen Christen eine Herzenssache, und sie führen uns auch mit unseren katholischen Glaubensbrüdern zusammen. Das soll nun keineswegs heißen, daß wir die jetzige (geschichtlich begründete) territoriale Gestaltung unserer Ev. Luth. Kirche in Oldenburg für alle Zeiten festmauern wollen. Wir bleiben aufgeschlossen für alle Möglichkeiten einer engeren Zusammenführung oder Zusammenarbeit mit unseren Nachbarkirchen. Aber wir sind und bleiben dabei Oldenburger. Das kommt uns im Blockhaus zum Bewußtsein, denn es gibt kaum einen andern evangelisch geprägten Ort im Oldenburger Land, in dem der Heimatgedanke so lebendig hervortritt. |
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