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Kurzbeiträge der Gäste
zwischen dem 1.11.1965 und dem 15.11.1966
Rüstzeit für Vikare und Lehrer, Oldenburg / OKR Dr. H. Schmidt
(45 Teiln., 23. 5.-27. 5.)
Zu den schönsten und anregendsten Pflichten in der Vikarsausbildung der Oldenburgischen Kirche gehört zweifellos die Teilnahme an der Pfingstrüstzeit mit Lehrerinnen und Lehrern im Blockhaus Ahlhorn unter dem Thema "Verschiedene Arbeitsformen in der Christlichen Unterweisung" hatten dieses Jahr Frau Prof. Dr. Ramsauer, Herr Prof. Dr. Roth und Frau Pastorin Reents ein reichhaltiges und anspruchsvolles Programm zusammengestellt.
Über die mannigfachen Möglichkeiten des Erzählens biblischer Geschichten, an verschiedenen Beispielen illustriert, gab es lebhafte Diskussionen, Eindrucksvoll war die Vorführung einer Tonbandaufnahme eines Hörspiels , über die Tempelrede des Propheten Jeremia, das die Schülerinnen und Schüler der Mittelschullehrerin Frau Weinberg aus Wilhelmshaven in zehnwöchiger, intensiver Beschäftigung mit dem biblischen Text (Jer. 7 und 26) erarbeitet hatten. Besonders kritisch konnte sich daran die Auseinandersetzung mit den biblischen Hörspielen des Schulfunks anschließen. Viele praktische Winke und Arbeitshilfen empfing man für die Form der Bildbetrachtung im Religionsunterricht an Bildern alter Meister, die der kindlichen Vorstellungswelt entgegenkommen, die Beschäftigung mit biblischen Geschichten vertiefen und das Gespräch im Unterricht beleben.
Ein ganz besonderer Höhepunkt der Rüstzeit war eine Fahrt nach Arle in Ostfriesland, wo die Teilnehmer dem Religionsunterricht van Frau Loch zuhörten. An der Geschichte der Heilung der Tochter des Jairus (Markus 5) entwickelte sich ein Gespräch der Kinder mit dem Text der Bibel. Die Aufgabe der Lehrerin bestand dabei darin, sich in eigenen Äußerungen ganz zurückzuhalten, die Geschichte einige Male während der Stunde vorzulesen, um damit die Kinder selbst zu immer neuer Auseinandersetzung mit der Geschichte zu bringen, die Gesprächsbeiträge von Zeit zu Zeit zusammenzufassen und die wesentlichen Punkte an der Tafel festzuhalten. Was in jener Stunde an theologischer Durchdringung von Dorfschulkindern des 5.-8. Schuljahres im freien Gespräch eigenständig geleistet wurde, war wahrhaft erregend und gab manchem neuen Mut, der Heiligen Schrift und dem kindlichen Verstehen mehr zuzutrauen, als er es bislang getan hatte.
Für das Interesse der Teilnehmer und das hohe Niveau der Rüstzeit spricht, daß man sich trotz des anstrengenden 12-Stunden-Tages der Fahrt nach Ostfriesland noch einmal am Abend traf, um ein brillantes Referat von Prof. Roth über die Auferstehung zu hören und zu diskutieren, die Fortführung seines Vortrages über den Spiegel-Bericht unter dem Thema "Wahr ist, was war".
Ein herzliches "Dankeschön!" den Referenten, dem Oberkirchenrat und dem Blockhaus!
Vikar Peter Diepold
Volksschule Staakenweg, Oldenburg / Herr Wendt
(39 Teiln., 6.6.-11. 6.)
Die kleine Kohlmeise
"Kommt hier ans Ufer!" sagte ein Mädchen aus unserer Klasse, denn wir wollten auch mal mit dem Boot fahren. Als das Boot ans Ufer kam, zogen wir es zu uns heran. Da auf einmal erblicke ich eine junge Meise. Sie hatte Angst vor uns und hüpfte immer weiter dem Wasser zu. Plötzlich hörte ich ein Plumpsen, und die kleine Meise planschte vergebens um ihr Leben. Herr Wendt sagte: "Wir müssen sie retten!" Ich beugte mich über das Wasser, und Herr Wendt hielt mich fest, daß ich nicht auch noch hineinfiel. Nun griff ich sie und setzte sie ins Gras. Doch sie fror so; da hatte ich Mitleid mit ihr und legte sie in mein Bett.
Als sie trocken war, gingen Elke und ich mit der Meise nach draußen. Wir suchten einen Stock; den steckten wir in einen Busch. Dort setzten wir die kleine zierliche Meise hinauf. Dann gingen wir wieder.
Nach dem Mittagessen gingen Tina und ich zum Busch und guckten, ob die Meise noch dort war. Doch sie war leider fortgeflogen. Ich war etwas traurig, daß sie nun fort war. Doch ich freute mich auch, daß sie wieder fliegen konnte, wohin sie wollte.
Liesel Dolheimer
Als Dina uns begleitete
Frau Eckhard besuchte uns mit ihrer Klasse 9 für einen Tag. Auf der Rückkehr begleiteten wir sie. Dina, der Hund, ging mit. Als wir eine Weile gegangen waren, kehrte Fräulein Meiburg mit den anderen Kindern um, bis auf ein paar, die noch etwas weiter mit Herrn Wendt gingen. Die Kinder, die mit Herrn Wendt noch weitergingen, waren Anke Mommen, Anke Meisner, Regine Steyer und ich.
Als wir umkehren wollten, wollte Dina gar nicht wieder zum Blockhaus. Aber sie mußte wieder mit um. Denn Herr Wendt sagte: "Wenn wir sie nicht wieder mit zum Blockhaus nehmen, kriegen wir vielleicht die Schuld, daß sie auf einmal verschwunden ist!" Also nahmen wir sie mit zurück. Aber sie wollte immer wieder nach Frau Eckhards Klasse; leider hatte sie Durst, deswegen ging sie lieber wieder mit uns um. Als wir beim Blockhaus waren, stürzte sie sich auf das Wasser im Teich und trank so lange, bis der schlimmste Durst vorbei war.
Marion Janßen
PH, Vechta / Herr Altekamp
(160 Teiln., 15. 6.-19. 6.)
Hochschulfreizeit im Blockhaus - Vechtaer Studenten wieder in Ahlhorn
Wie in den Vorjahren verbrachte das neu immatrikulierte Semester der Pädagogischen Hochschule Vechta vom 15. bis 18. Juni wieder vier Tage gemeinsamen Lebens mit seinen Dozenten und Professoren im Blockhaus Ahlhorn, um schneller Kontakt zu bekommen.
In den seit einigen Jahren ständig anwachsenden Semestern wird das gegenseitige Kennenlernen immer schwieriger, obwohl es sich bei der Hochschule Vechta noch um eine vergleichsweise überschaubare Institution handelt. Im Unterschied zu wesentlich größeren Hochschulen bot sich für Vechta bisher immer noch die Möglichkeit, den personalen Bezug zwischen Studierenden und Dozenten bewußt zum Ferment der Bildungsarbeit zu machen. Je eher die Studierenden in die Hochschulgemeinde integriert wurden, desto ergiebiger wurden für sie die kurzen sechs Semester des Studiums.
Die Atmosphäre des Blockhauses Ahlhorn hat sich seit einigen Jahren für diese Intention als ideal erwiesen. Gemeinsames Musizieren und Malen, Wandern und Baden, Laienspiel und Sport, Gottesdienst und persönliches Gespräch finden in der typischen Landschaft der Ahlhorner Seen und Wälder die denkbar günstigsten Voraussetzungen. In mehreren Gruppen, die sich nach den Interessenrichtungen der einzelnen Studierenden und Dozierenden bilden, wird in aufgelockerter Form an verschiedensten Gegenständen gearbeitet. Die einen proben ein Theaterstück, die anderen üben sich im Umgang mit Marionettenpuppen, wieder andere versuchen malend die Schönheiten der Landschaft zu gestalten oder erwandern sich die nähere Umgebung unter geologischen oder biologischen Aspekten.
Die Abende werden durch Filmvorführungen, Laienspieldarbietungen oder Tanz ausgefüllt. In diesem Jahr wurde anhand guter Farbdias über die Studienreise einer Studiengruppe im Frühjahr 1966 nach Israel und über die private Reise eines Studenten nach Indien berichtet. Die Laienspieler führten das bekannte Bühnenstück "Ein Inspektor kommt" von John Priestley auf. Den Abschluß bildeten am Sonntagvormittag Spirituals, die teilweise von einem Studenten selbst komponiert und in eigener Initiative eingeübt waren und eine Matiné-Darbietung der Marionettenbühne, die besonderen Anklang fand, weil die Marionettenpuppen den Mut fanden, sich über Eigenarten des einen oder anderen Dozenten lustig zu machen.
Das gute Verhältnis, das sich in den Jahren zwischen der Pädagogischen Hochschule Vechta und der Blockhausfamilie entwickelt hat, bietet noch einen anderen Aspekt. Daß die katholische Studentengemeinde der Pädagogischen Hochschule Vechta sich im evangelisch geführten Blockhaus immer wohlgefühlt hat, zeigt, daß seit einigen Jahren für das Zusammenleben der Konfessionen günstigere Voraussetzungen bestehen, als vordem. Was in den Nachkriegsjahren in vielen Diasporagemeinden als Notlösung empfunden wurde, daß katholische Gläubige in evangelischen Kirchen zu Gast waren und umgekehrt, ist im Blockhaus Ahlhorn keineswegs mehr Notlösung, sondern Selbstverständlichkeit. In demselben Tagesraum, der bei Rüstzeiten für Vikare, Konfirmandentagungen oder Freizeiten der evangelischen Jugend für Gottesdienste zur Verfügung steht, wird während der Hochschulfreizeit der Pädagogischen Hochschule Vechta täglich die hl. Messe zelebriert. In einer gemeinsamen Freizeit der evangelischen und der katholischen Studentengemeinden der Pädagogischen Hochschulen Oldenburg und Vechta im Mai dieses Jahres in Ahlhorn wurde deutlich: das Blockhaus liegt nicht nur geographisch auf der Grenze ;zwischen dem überwiegend, evangelischen Teil Oldenburgs und dem katholisch geprägten Südoldenburger Münsterland, sondern es ist auch vom Inhalt der Tagungen her zu einer Brücke zwischen den Konfessionen geworden. Mit dem Blockhaus Ahlhorn ist im gemeinsamen ökumenischen Neubau ein kleiner Baustein mehr hinzugekommen, der das Werk der "Una Sancta", das unserem Jahrhundert offenbar aufgegeben ist, zu vollbringen hilft.
Die Hochschule Vechta weiß sich deshalb dem Leiter des evangelischen Jugendheimes Blockhaus Ahlhorn, Herrn von der Dovenmühle, und seiner Blockhausfamilie nicht nur für die in den Jahren erwiesene Gastfreundschaft zu Dank verpflichtet, sondern besonders auch für die innere Aufgeschlossenheit zur interkonfessionellen Kommunikation.
Dr. S.
Kirchenchor, Ganderkesee / Diakon Matz
(23 Teiln., 25. 6.-26. 6.)
Chorfreizeit im Blockhaus Ahlhorn
Wie in den vergangenen Jahren, so hatte ich auch heuer wieder Gelegenheit, im Kreise der Chormitglieder des Kirchenchores Ganderkesee ein Wochenende im Blockhaus Ahlhorn zu verbringen. Es war unsere Jubiläums-Chorfreizeit; denn wir kamen in diesem Jahr bereits das 5. Mal nach Ahlhorn!
Warum zieht es den Kirchenchor Ganderkesee ins Blockhaus, wird vielleicht so mancher Leser fragen. - Bitte -, nicht nur, weil es keinen geeigneteren Ort für derartige Freizeiten gibt; ich konnte vielmehr immer wieder feststellen, daß ein Wochenende im Blockhaus für jeden etwas Besonderes war. So hat doch die Mutter und Hausfrau (wir haben deren viele in unserem Chor) wirklich einmal ein Wochenende ohne Mühe und Arbeit - das Nesthäkchen, um das sie sich eventuell Kummer machen müßte, hat sie mitgebracht. - Dank der landschaftlich schönen Lage kommt der Naturfreund voll auf seine Kosten. Auch dem sportlich Veranlagten bieten sich viele Möglichkeiten (man ist erstaunt, wie viele -, sogar einige die sonst kaum in einem Freibad anzutreffen sind -in aller Frühe zum Badestrand eilen, um sich in die kühlen Fluten zu stürzen).
Du fragst noch dem Ablauf einer solchen Chorfreizeit -- Wir reisen am Sonnabendnachmittag an. Nach der Zimmerzuweisung (ich selbst war bereits in jedem der Häuser - Gästehaus, Haupthaus, Seehaus, Gartenhaus und Jungenburg - einmal untergebracht und habe mich in allen Räumen gleich wohl gefühlt) bildet eine Singstunde vor der Abendmahlzeit den Auftakt zur Chorfreizeit. Der Abend - ausgefüllt mit Singen, Gesellschaftsspielen und Plaudern am offenen Kamin - ich empfehle, trockene Eichen- oder Buchenscheite mitzubringen - ist jedesmal viel zu schnell vergangen.
Und sonntags versuchen wir mit unserem bescheidenen Können den Gottesdienst zu verschönen. Natürlich werden dann am Nachmittag wieder 1-2 Chorstunden eingelegt, manchmal waren es sogar ganz harte Proben!
Bald ist die Zeit des Abreisens wieder da; noch ein kleiner Spaziergang um einen der vielen Fischteiche, eine Bootsfahrt auf dem Helenenteich, ein Plauderstündchen am Anleger oder in einer der gemütlichen Leseecken, und wir treten die Heimfahrt an.
Ich kann nur hoffen, daß noch viele Kirchenchorleiter/innen den Entschluß zu einer Freizeit im Blockhaus Ahlhorn fassen und wünschen, daß für viele Chormitglieder die "Insel - Blockhaus" ein Anziehungspunkt wird.
I. L. - Kirchenchor Ganderkesee
Kirchenchor, Bremen-Aumund / Herr Conzelmann
(21 Teiln., 25. 6.-26. 6.)
Kirchenchor und Junge Gemeinde der ev.-Iuth. Kirchengemeinde Bremen-Aumund
Das Besondere an dieser Wochenendfreizeit war, daß sie eine Kombination darstellte: Der Kirchenchor und der kleine Kreis unserer Jungen Gemeinde gingen für zwei Tage miteinander eine Verbindung ein. Da der größte Teil der jungen Leute sowieso im Kirchenchor mitsingt, ließ sich dieses Experiment ohne weiteres verantworten und diente nicht zum wenigsten der Einübung der engen Leute in das zusammenleben mit z. T. fremden Erwachsenen. Die ideale Lage des Blockhauses Ahlhorn trug wesentlich zum Gelingen unserer Freizeit bei. Es wäre ein unverzeihliches Versäumnis gewesen, die Möglichkeit des unentgeltlichen Kahnfahrens nicht auszunutzen und in das Programm einzubeziehen - neben der Chorarbeit unter der Leitung unseres Kantors Herrn W. Conzelmann die Hauptbeschäftigung während dieser beiden Tage. Zu mehr reichte kaum die Zeit.
Bleibt noch zu erwähnen der von den zahlreich anwesenden Gruppen gemeinsam gefeierte Gottesdienst am Sonntagvormittag in dem typisch "Ahlhorner Stil", improvisiert und mit Schwalbenflug. Ja, eine solche Freiheit herrscht hier, daß man Psalm 84,4 wörtlich erleben kann: "Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge hecken: deine Altäre, Herr Zebaoth . . ." Es gibt keinen "heiligen Raum" im Ahlhorner Blockhaus. Der Gottesdienst findet im Tagesraum statt, da, wo sich das Leben abspielt. Schon diese rein äußerliche Tatsache machte eigentlich eine Predigt überflüssig, sie ist schon Predigt genug. Diese Predigt bleibt haften, und jeder nimmt etwas mit, auch wenn die Worte des Predigers, der da gerade gesprochen hat, an einem nur so vorübergerauscht sind, ohne einen Eindruck hinterlassen zu haben.
Die freie Atmosphäre dieses Jugendheims ist wohltuend. Wir haben sie mit Dankbarkeit empfunden - und mit Staunen, daß es so etwas gibt.
P. Möller, Pastor
Jugenderholung, Oldenburg / Frl. Suckert
(50 Teiln., 8. 7-25. 7.)
Brosso
Die kleine Erika - 10 Jahre alt - hockt auf ihrem Bett und weint. Auf die teilnehmende Frage der Gruppenleiterin zieht sie eine Postkarte hervor und erklärt unter Schluchzen: "Nun bin ich grad von zu Hause weg, und da hat der Papa meinen Brosso geschlachtet." - Die Gruppenleiterin versucht, sie zu trösten und fragt dann nach, wer "Brosso" sei. Darauf Erika: "Brosso ist mein Schwein. Als es noch ganz klein war, hat es sich das Bein gebrochen, und da wollte Papa ihn totmachen. Aber ich hab' so lange gebettelt, bis Papa ihn mir geschenkt hat. Dann bin ich zum Tierarzt gegangen, und der hat Brossos Bein geschient. Und ich hab' immer auf Brosso aufgepaßt, daß er auch zu trinken bekam an der Sau. Als er größer war, kriegte er einen Stall für sich. Den hob' ich immer alleine ausgemistet, In der Ecke hatte ich einen Stapel Tempotücher liegen, und wenn Brosso gefressen hatte, hab ich ihm die Schnauze abgewischt.
Und Brosso, der hörte auf mich. Wenn ich sagte: "Brosso, leg dich hin!", dann tat er's auch. Ich wollte ja immer ein Halsband für Brosso haben und dann mit ihm spazierengehen, aber das wollte Papa nicht. - Ja, mein Brosso, und jetzt, wo ich nicht da bin, haben sie ihn einfach geschlachtet!"
Erika schluchzte heftiger und ist erst nach geraumer Zeit zu beruhigen. Dann faßte sie sich aber und sagte, mit Tränen in den Augen: "Und was das Schlimmste ist: wenn ich jetzt wieder nach Hause komm, dann haben sie schon alles aufgegessen von Brosso, und ich krieg nichts mehr ab."
Aus der Jugenderholung 1966 - Ursula Suckert
Familienrüstzeit, Oldenburg / P. Töllner
(25 Teiln., 12. 8.-14. 8.)
Soldaten helfen
Seit 1956 halten Militärpfarrer aus den oldenburgischen Standorten regelmäßig Rüstzelten im Blockhaus Ahlhorn.
Auf diese Weise kommen jährlich etwa 1.000 Soldaten zu Rüstzeiten der Evangelischen Militärseelsorge ins Blockhaus. Aus Dankbarkeit und um dem 17. Juni einen tieferen Sinn zu geben, kamen in der Frühe des 17. Juni 35 Soldaten der Marinefernmeldegruppe (mot) 31 aus Brake unter Leitung von Korvettenkapitän Liebl, und Oberbootsmann Maager zu den Ahlhorner Fischteichen, um die sehr schlechten Zufahrtswege zum Blockhaus einebnen zu helfen. Bei der glühenden Sonne war die Arbeit doppelt schwer, aber die Soldaten waren bis zum Ende des Einsatzes mit Begeisterung dabei. Während viele Ausflügler sich an den Fischteichen sonnten, haben die Soldaten mit ihrem Einsatz ein gutes Beispiel gegeben, wie man den 17. Juni im Dienst an der Gemeinschaft ausfüllen kann.
Für weitere Wochenendeinsätze meldeten sich immer mehr Freiwillige, die mit ihrem "Kapitän" zum Blockhaus fuhren, um praktisch zu helfen, da wo es not tat. Das gemeinsame Singen am Holzstoß nach der Arbeit wird kaum einer der Soldaten so leicht vergessen. Wir danken Herrn Korvettenkapitän Liebl, daß er die Wochenenden ermöglichte. Er darf aber wohl wissen, daß seine Männer, die dabei waren, ihm auch für diesen nicht alltäglichen Einsatz danken.
R. D.
Nogatschule, Wilhelmshaven / Frl. Kretschmer
(35 Teiln., 5. 9.- 9. 9.)
Der Laternenumzug durch den Wald
Letzte Woche waren wir mit der Schulklasse im Ahlhorner Blockhaus. Als Abschluß machten wir am letzten Abend einen Laternenumzug. Die Herbergseltern liehen uns die Laternen. Die Kerzen hatten sie am Tage zuvor aus dem Dorf geholt. Als alles vorbereitet war, stellten wir uns im Flur zu dreien auf. Der Mittlere jeder Reihe holte eine Laterne. Er mußte sehr vorsichtig sein, denn der Laternenstock war nicht sehr fest. Es waren einfache Stöcker, die wir aus dem Wald geholt hatten. In den Stock war ein Schlitz geschnitzt worden, daran war die Laterne befestigt. Als jede Reihe eine Laterne hatte, zogen wir los. Erst gingen wir auf dem Hauptweg immer am See entlang. Wir sangen schöne Laternen- und Abendlieder. Zwei Jungen spielten dazu auf der Mundharmonika. Als wir halb um den See gelaufen waren, sammelten wir uns auf einer Lichtung am See und sangen Laternenlieder. Dann beobachteten wir einen mit Laternen geschmückten Kahn, wie er anlegte. Er war vorher auf dem See gefahren. Nach kurzer Zeit gingen wir durch den Wald zurück. Am Tor zum Blockhaus sammelten wir uns wieder. Jede Reihe durfte einzeln die letzten hundert Meter zum Blockhaus gehen. Wir hatten Glück, unsere Laterne war ausgegangen, und wir durften ohne Laterne gehen. Vor dem Blockhaus guckten wir uns noch den Sternenhimmel an. Dann gingen wir zu Bett. Das war ein schöner Abschluß.
Ulrich Kossack, Wilhelmshaven
Im Gartenhaus
Unsere Klasse hat vom 5. bis zum 9. September einen Schulausflug zum Ahlhorner Blockhaus gemacht. Wir waren pünktlich um 14.00 Uhr beim Blockhaus. Unsere Klasse bekam das Gartenhaus. Nun wurden die Zimmer an jede Gruppe verteilt. Jeder packte seinen Koffer aus und ordnete die Sachen ein. Jetzt durften wir uns in den schönen Betten ausruhen. Als alle wieder munter waren, wurde der Kaffee aufgetragen. Sogar Kuchen gab es dazu. Danach fühlten wir uns schon richtig wohl.
Auch zur Kantine hatten wir es nicht weit. Da konnten wir uns Ansichtskarten kaufen. Nach einer kleinen Wanderung wuschen wir uns und gingen zum Abendbrot. Jeder konnte sich sattessen. Wir waren schon richtig müde nach den Anstrengungen des Tages und gingen auch gleich ins Bett. Da dachten wir an das, was noch kommen wird.
Am Morgen nach dem Waschen zogen wir uns an und gingen hinaus. Der Tischdienst von jedem Tisch mußte einen Tisch decken. Dann durfte auch er hinausgehen. Bald wurden wir zum Frühstück gerufen. Der Tisch war reich gedeckt. Es wurde ein Preis für die Tischgruppe, die am manierlichsten ißt, ausgesetzt. Alle warteten gespannt auf den letzten Tag.
Nun war es soweit. Wir saßen alle an den Frühstückstischen. Jetzt kam der spannende Augenblick, auf den wir schon 2 Tage lang gewartet hatten. Es war ein Mädchentisch, der den Preis bekam. Die anderen waren aber nicht traurig, denn sie bekamen einen Trostpreis. Ehe wir uns versahen, stand auch schon der Bus, der uns nach Hause bringen sollte, da. Schade daß wir jetzt schon von dem schönen Gartenhaus Abschied nehmen mußten. Doch wir waren trotzdem glücklich, als wir wieder zu Hause waren.
Dieter Kügler, Wilhelmshaven
Schule, Frieschenmoor / Herr Thümler
(25 Teiln., 13. 9.-17. 9.)
Von der Siedlungsgeschichte des Gebietes um das Blockhaus
Während unserer diesjährigen Blockhauswoche bekamen wir zufällig über die Blockhausbücherei einen Packen alter Zeitungen. Das war eine Sammlung von Beschreibungen und Berichten über das Blockhaus und seine landschaftliche Umgebung, die in den letzten 3 Jahrzehnten geschrieben worden sind. Wir durchsuchten die Sammlung und fanden mehrere Ausschnitte, die von der Siedlungsgeschichte des weiteren Gebietes um das heutige Blockhaus berichten. Dafür interessierten wir uns. Wir stellten uns die passenden Ausschnitte zusammen, bis wir uns ein Bild machen konnten: Aufgrund von steinzeitlichen Funden weiß man, daß bereits vor Christi im Letheknie - dem Gebiet der Fischteiche und des Blockhauses - Menschen gehaust haben. Sie waren Jäger und Sammler. Aber mit der Zeit wuchs die Zahl der Jäger und Sammler, und die Früchte des Waldes und das erlegte Wild reichten nicht mehr aus, die Bewohner zu ernähren. Der Nahrungsmangel änderte die Lebens weise. Neben dem Jagen und Sammeln begannen die Menschen damit, selber etwas anzubauen. Sie brannten Laubwaldflächen ab, pflanzten und säten in den noch humusreichen und von Asche verbesserten Boden, solange es sich lohnte. Danach überzog die Besenheide die entwaldeten und abgewirtschafteten Flächen. Besenheide verdirbt den Boden. Denn vermodernde Besenheide hinterläßt eine Säure, die die Salze des Bodens läst. Das Regenwasser führt die gelösten Bodensalze in tiefere Bodenschichten, wo die Salze sich zur Ortsteinschicht verbinden. Die Ortsteinschicht erreicht Stärken, die von Baumwurzeln nicht durchdrungen werden können, In dieser Zeit der Entwaldung mit ihren verheerenden Folgen für den Boden ziehen viele Bewohner in fruchtbarere Gebiete. Während des Mittelalters ist das Gebiet des Letheknies entvölkert. Erst mit der Neuzeit, als sich die fruchtbaren Gebiete übervölkern, ziehen wieder Menschen in die Heide. Hier beginnt die Schafhaltung denn Schafe fressen die jungen Triebe der Besenheide. Wieder ist es die Not, die eine Veränderung bringt, denn bald reicht die Schafhaltung zur Ernährung der Heidebewohner nicht mehr aus. Die Schafbauern sind gezwungen, das Land wieder urbar zu machen. Unter unsäglichen Mühen wird durch tiefes Umgraben die Ortsteinschicht zerbrochen und der Sandboden mit den Schafdüngerploggen aus den Schafkoven wieder fruchtbar gemacht. Stück für Stück erobern sich die Heidebauern das verdorbene Land wieder zurück.
Das heutige Landschaftsbild der weiteren Umgebung des Letheknies ist nicht sehr alt. Erst die moderneren Geräte und Methoden (Kunstdüngung) der Land- und Forstwirtschaft haben es so gestaltet.
Schüler der Volksschule Frieschenmaar
Hermann-Böse-Schule, Bremen / StR Ehlers
(145 Teiln., 26. 9.-30. 9.)
Warum musische Woche im Blockhaus Ahlhorn?
Seit Jahren ist es an unserer Schule, dem Gymnasium an der Hermann-Böse-Straße üblich, eine sogenannte musische Woche durchzuführen. Die Mitglieder der musisch tätigen Arbeitsgemeinschaften (Orchester, Chor, Kunstgruppe, Laienspieler) fahren einmal im Jahr zusammen auf eine Freizeit. Geschieht das nur, um der Schule für ein paar Tage zu entwischen? Es wäre allzu vordergründig, in einer musischen Woche nur so etwas zu sehen wie, sagen wir, legitimes Schule-Schwänzen. Andererseits ist jedoch gerade die Unabhängigkeit vom Schulbetrieb mit seinen fest eingeteilten Stunden und Klassen ein grundliegendes Element einer solchen musischen Freizeit. Die Bedingungen, die der Schulbetrieb für musisches Arbeiten bietet, sind nicht schlecht, sie sind aber auch nicht die besten die man sich denken kann. So herrscht häufig bei der Arbeit in der Schule Zeitmangel, weil die Gruppen erst nach dem Unterricht zusammen kommen können, andererseits aber nicht zu spät von der Schule zu Hause eintreffen wollen. Jedoch auch ein Arbeiten im Laufe des Nachmittags findet nicht selten unter Zeitdruck statt.
Hinzukommt, daß in der Schule die Gruppen fest in sich geschlossen sind, d.h. völlig getrennt voneinander arbeiten. So kann es leicht geschehen, daß das richtige Verständnis der Gruppen untereinander verloren geht. Auf einer musischen Woche liegen die Dinge anders. Die einzigen Zeitbeschränkungen sind die gemeinsamen Mahlzeiten und die abendliche Bettruhe, für die Musiker höchstens noch die Mittagszeit. Das künstlerische Schaffen wird also auf einer musischen Freizeit fast gar nicht unter irgendwelchen Zeitdruck gestellt. Und das ist sehr wichtig. Jeder, der sich einmal musisch betätigt hat, weiß, daß man dazu sehr viel Zeit benötigt. Eine Isolierung der musischen Gruppen oder der verschiedenen Altersstufen voneinander gibt es auf einer musischen Freizeit nicht. Die Teilnehmer erstrecken sich über alle Klassen und nur wenige Meter liegen zwischen den Übungsplätzen der Gruppen. So können zum Beispiel die Zeichner in ihren Arbeitspausen den Proben von Chor und Orchester zuhören. Umgekehrt haben die Musiker Gelegenheit den Zeichnern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen oder sogar selbst einmal zum Zeichenstift und zum Bogen zu greifen. Außerdem besteht die Möglichkeit in gemeinsamen Veranstaltungen aller Gruppen Parallelen oder Gleichheiten in den verschiedenen Gebieten der musischen Tätigkeit festzustellen. So wurde in diesem Jahr das Thema "Variation" an zwei Abenden seitens der Musik (eine Brahmsvariation über ein Thema von Schumann), der Kunst (Bilderreihe von Picasso) und auch des Theaters (Variationsreihe aus dem Modernen Theater) behandelt. Es wäre zu hoch gegriffen, von einer gegenseitigen Befruchtung der verschiedenen Kunstzweige auf einer musischen Woche zu sprechen; eins steht jedoch fest: es gelingt durch das gemeinsame Arbeiten wertvolle Querverbindungen der Gebiete und Altersstufen untereinander herzustellen. Und hierüber freuen sich Lehrer und Schüler in gleicher Weise.
Freiheit von Zeiteinschränkungen bei der Arbeit und gegenseitiges Durchdringen innerhalb der musischen Bereiche scheinen mir zwei wesentliche Gesichtspunkte zu sein, unter denen man eine musische Woche durchführen kann. Aber es spielen natürlich auch noch andere Überlegungen mit.
So ist es ebenfalls wichtig, daß für eine musische Woche eine ruhige Umgebung garantiert ist, denn musische Freizeit bedeutet keineswegs Zerstreuung, sondern Konzentration. Es wäre wenig sinnvoll, eine musische Woche mitten in einer Großstadt veranstalten zu wollen.
Damit bin ich schon beim zweiten Teil der Fragestellung angekommen, nämlich: "Warum musische Freizeit im Blockhaus Ahlhorn und nicht anderswo?"
Viele haben gewiß nach ihrem Aufenthalt im Blockhaus die wundervolle Ruhe in dessen Umgebung gerühmt. Das tun wir selbstverständlich auch, nur daß bei uns der Begriff "Ruhe" wahrscheinlich noch eine andere Bedeutung hat als allein "akustische Stille". Für uns als Teilnehmer einer musischen Woche ist "Ruhe" das Wort für die Befreiung von den vielseitigen Einflüssen, die das tägliche Leben sonst mit sich bringt. Man denke nur an den Großstadtverkehr, Fernsehen usw. Für uns wird das Blockhaus mit seiner Umgebung zu einer Insel, man könnte auch sagen Hochburg der musischen Betätigung. Durch das Ausschließen aller Ablenkungen von außen kommen wir bei der Arbeit, d.h. bei der Konzentration auf eine einzige Sache, wirklich zu einer inneren Ruhe, die sich äußerst positiv auf das Ergebnis der Arbeit auswirkt.
Sehr schön ist dabei die Weiträumigkeit des Geländes für uns. Trotz des engen Kontaktes der Gruppen untereinander geschieht es kaum, daß sich die Gruppen gegenseitig in ihrer Arbeit stören. Die Mitglieder der Zeichengruppe können sich tief in den Wald zurückziehen, wo es ihnen an zahlreichen Motiven bestimmt nicht mangelt. Für Musiker und Laienspieler stehen zahlreiche Räume in den einzelnen Häusern zur Verfügung. Diese Umstände ermöglichen ein sehr harmonisches Arbeiten trotz der hohen Teilnehmerzahl.
Peter Brockerhoff
Kantorei, Oldenburg-Eversten / KMD Müller
(73 Teiln., 16.10.)
Ein Singsonntag in Ahlhorn
Wer diese Überschrift liest, der wird sicher annehmen, daß sich an diesem Sonntag im Blockhaus Ahlhorn Interessenten zusammengefunden haben, die bei fröhlichem und zwanglosem Singen einen erholsamen Tag verleben wollten. Was könnte schöner sein, gerade in dieser herbstlichen Jahreszeit, wo sich der Ahlhorner Wald in seiner schönsten Farbenpracht zeigt.
Für die Ansgari-Kantorei war dieser Tag ein harter Arbeitstag, und die 75 Sängerinnen und Sänger hatten sich eine große Aufgabe gestellt. Es galt, der Hohen Messe von Joh. Seb. Bach, die am Bußtag in Oldenburg aufgeführt werden soll, den letzten Schliff zu geben. So war dieser Tag für uns ausgefüllt mit einer achtstündigen intensiven Chorübung.
VH Bremen-Nord / Herr Schütte
(18 Teiln., 15.10.-16.10.)
Immer wieder Ahlhorn?
Arbeitsgruppen der Volkshochschule Bremen-Nord, besonders Jugendliche, sind seit Jahren Gäste im Blockhaus. Sehr verschiedenartige Fragestellungen führten uns an Wochenenden zusammen. Vorbereitungen von Studienfahrten, Probleme aus der Berufswelt, der Jugendarbeit und Gespräche über religiöse Fragen.
Immer wieder Ahlhorn? Ja! Das Blockhaus war nicht nur eine gute Stätte für ein besinnliches Gespräch; es zog uns immer wieder an wegen der Atmosphäre der Freizügigkeit und der Selbstverantwortung. Junge Menschen sagten: "In Ahlhorn wird uns etwas zugetraut." Selbstzucht in Freiheit - in Ahlhorn erlebten wir, daß es möglich ist.
Für diese Erfahrung sind wir dankbar.
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