1965: Blockhausbrief Nr. 10

Inhalt:

Titelseite
Zum Geleit
Wie hat die Kirche die Wahrheit Gottes zu bezeugen?
Liebe Blockhausgemeinde!
Der Dienst der Kirche an den Soldaten
Eine bunte Gesellschaft
Allerlei vom Karpfen
Die Blockhaussymphonie
Freiheit in der Gemeinschaft
Die Arbeit mit berufstätigen Jugendlichen
Gibt es eine besondere christliche Ethik?
Tagebuch einer Konfirmandenfreizeit
Gedanken aus der Predigt vom 15. August 1965 im Blockhaus Ahlhorn
Wir waren in Ahlhorn!
Kurzberichte der Gäste zwischen dem 1. November 1964 und dem 31. Oktober 1965
 

Kurzbeiträge der Gäste zwischen dem 1. November 1964 und 31. Oktober 1965

Gewerkschaftstagung, Oldenburg / Herr Hardt
(40 Teiln., 9.11-14.11.)

Aus "Die Polizei im Lande Niedersachsen"

Eine große Sache: Woche der Polizei in Ahlhorn

Beamtenpolitische und berufliche Probleme ins rechte Licht gerückt. - Führende Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben als Referenten gewonnen. -

Ahlhorn, ein unbedeutender Ort im Oldenburgischen, wurde in der Zeit vom 9. bis zum 13. November zu einem wichtigen Treffpunkt von Polizeikollegen aus den Regierungsbezirken Hannover, Osnabrück, Aurich, sowie dem Verwaltungsbezirk Oldenburg und der Städte Bremen und Bremerhaven.

Ein besonderes Lob gebührt hierbei Werner Hardt, der sich seiner Position als Geschäftsführer unserer oldenburgischen Kreisverwaltung würdig erwies und die Schulungstage nicht nur erlebnisreich aufgezogen, sondern dann auch im Ablauf stets organisatorisch in der Hand hatte.

Die beteiligten Kollegen schwärmen noch heute von der wohltuenden Atmosphäre des "Blockhaus Ahlhorn", das - reizvoll als Idylle in landschaftlicher Abgeschiedenheit gelegen - die Teilnehmer sehr schnell zu einer Gemeinschaft werden ließ. Diese Gemeinsamkeit zeigte sich immer wieder, - bei den heißen Diskussionen am offenen Kamin, wo es um Fachfragen und sozialpolitische Themen ging, - bei der ausgedehnten Waldwanderung in dem naturgeschützten Hochwald, - bei der Anwesenheit zur hochinteressanten Abfischerei der 48 Karpfenzuchtteiche.


Ev. Jugend, Osternburg / Frl. Fibich
(30 Teiln., 14.11.-15.11.)

Oekumenische Freizeit mit katholischen und evangelischen Studentengemeinden aus Bremen, Groningen, Münster, Oldenburg und Wilhelmshaven.

"Was ist Freiheit?"

"Jesus steht vor Gott als der Gehorsame und als der Freie. Als der Gehorsame tut er den Willen des Vaters in blinder Befolgung des ihm befohlenen Gesetzes. Als der Freie bejaht er den Willen aus eigenster Erkenntnis mit offenen Augen und freudigem Herzen, schafft er ihn gleichsam aus sich selbst heraus aufs Neue. Gehorsam ohne Freiheit ist Sklaverei, Freiheit ohne Gehorsam ist Willkür." (Bonhoeffer)


Volkshochschule Bremen-Nord / Herr Schweingruber
(21 Teiln., 28.11.-29.11.)

Die Wochenendfreizeit zum 1. Advent war eine Gemeinschaftsveranstaltung der Volkshochschule Bremen-Nord und der Ev.-reform. Kirchengemeinde Bremen-Blumenthal. Geleitet wurde sie von Herrn K.-H. Schweingruber und Pastor H. Memming, beide Bremen-Blumenthal. Die Veranstaltung stand unter dem Arbeitsthema "Staat und Kirche". Zahl der Teilnehmer 22 Personen.

Dina vorm Haupthauseingang

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Gespräche, die sich um das Verhältnis von Staat und Kirche bewegten. Zu einer grundsätzlichen Besinnung leitete am Samstagabend ein Vortrag von Pastor Memming ein. In seinen Ausführungen sollte vor allem die geschichtliche Entwicklung dieses Problems aufgezeigt werden. Es wurde herausgestellt, daß im Mittelalter das Verhältnis von Staat und Kirche das der Rivalität war, daß in der nach-reformatorischen Zeit mehr sich ein Partnerschaftsverhältnis herausbildete, indem sich allerdings die Kirche in einer nicht immer sachgemäßen Weise mit dem Staat und seinen Repräsentanten verbündete: Thron und Altar. Die Gefahren eines solchen Bündnisses traten im 3. Reich in der Gestalt des Deutsch-Christentums ans Licht. Die Entscheidungen der "Bekennenden Kirche" waren der Versuch, sich von der Verklammerung mit dem Staat zu lösen und zurück zu finden zu dem einen Herrn der Kirche und seinem Wort: Barmer Thesen. Der Referent warf die Frage auf, wieweit die Erkenntnisse von Barmen heute Verwirklichung fänden. Die Frage sei, ob nicht die Kirche die Einsichten von damals allzuschnell vergessen habe und ob die Kirche bei ihrer heutigen Verquickung mit Staat und Gesellschaft gerüstet sei für ihren Dienst in der Welt.

Das Gespräch am Samstagabend bezog sich vor allen Dingen auf die Situation der Kirche im 3. Reich, in der DDR und Westdeutschland. Junge Tagungsteilnehmer wünschten Auskünfte über die Entscheidungen der Kirche von damals und heute. Bekannte Vorwürfe aus dem Munde der Jüngeren forderten Richtigstellungen der Älteren heraus. Das Gespräch mündete ein in ein Nachdenken über den zukünftigen Weg der Kirche.

Nach einem sehr eindrucksvollen Gottesdienst am Sonntagmorgen wurde das Gespräch fortgesetzt. Dabei standen konkrete Tagesfragen im Vordergrund. Ausgiebig wurde über die Schulfrage - Für und Wider der Bekenntnis- und Gemeinschaftsschule - erörtert. Das Gespräch, das natürlich nicht zu fertigen Lösungen führte, machte die verschiedenen Gesichtspunkte deutlich - z. B. pädagog. oder theol., - unter denen diese Frage bedacht werden kann. Besonders erfreulich war, daß es gerade die jungen Teilnehmer waren, die mit entschlossenen Fragen das Gespräch immer wieder belebten. Darüber hinaus war aber sichtbar, daß auch alle übrigen stark beteiligt waren.

Die gute Atmosphäre des Hauses, seine wundervolle landschaftliche Lage und die aufmerksame Betreuung trugen zu einem Teil zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Wir hoffen, zu einer ähnlichen Begegnung noch einmal wieder im Blockhaus Ahlhorn zu Gast sein zu dürfen.

H. Memming, Pastor


Soldatenrüstzeit Wilhelmshaven / P. Schauer
(15 Teiln., 18.1.-20.1.)

Die Glucke

Für Soldatenrüstzeiten sind die Standorte in Norden des oldenburger Landes, Wilhelmshaven, Jever, Rodenkirchen und das im benachbarten Ostfriesland gelegene Wiesmoor ausgesprochen "schwierige Fälle". Wer wird kommen? Wer kann kommen? Ein Geschwader läuft ein. Einige Soldaten möchten während der Hafen- oder Arsenalzeit sich in letzter Minute noch zur Rüstzeit melden. Der angespannte Dienst der technischen Einheiten und der Fernmelder ist wieder einmal durch Versetzungen gestört. Einige Soldaten müssen kurzfristig ihre Anmeldung zur Rüstzeit zurückziehen. Welches Heim nimmt einen Standortpfarrer auf mit einer Rüstzeit, deren Teilnehmerzahlen bis zum letzten Augenblick so unsicher sind? Das Blockhaus! Es ist wie eine Glucke: Kommen wenig, so zieht es die Flügel zusammen, damit nicht leerer Raum das Leben ungemütlich mache. Kommen viele so finden alle einen Schlafplatz, alle Essen, alle Platz zu Gesprächen. Alle fühlen sich wohl. Darum immer die Schlußfrage: "Wann ist die nächste Soldatenrüstzeit im Blockhaus Ahlhorn?"

A. Schauer, Militärpfarrer


Studentengemeinde, Oldenburg / Pastor Wagner
(22 Teiln., 23.1.-24.1.)

"Psalmodie, Choral und Schnulze"

Die vieldiskutierte Frage, ob wir Gott mit Jazz, Song und religiösen Schlagern loben dürften und könnten, würde kaum Kopfzerbrechen bereiten, wenn die Qualität der bekanntgewordenen Versuche in Deutschland ausreichte. Aber nur weniges ist wirklich überzeugend. Die musikalische Substanz mancher Lieder liegt unterhalb der Minimalgrenze. Sprachliche Klischees sind schnell zur Hand ("Weil du ja zu mir sagst..."). Mancher wird die Beute des unfreiwilligen Humors ("Es war auf einem Schwarzwaldpfad im Jahre achtunddreißig..."). Blicken wir über die Grenzen nach Frankreich oder Amerika, so könnten wir schon neidisch werden. Ein südamerikanischer Negergottesdienst zum Beispiel ist auch für unsere Ohren einfach hinreißend. Nur kopieren kann man das alles nicht. Wir befinden uns noch am Anfang auf dem Weg zu einem angemessenen Stil.


Mädchenbildungsseminar, Bremen / Frau Leder
(28 Teiln., 16.3.-24.3.)

Jugendfreizelt im Blockhaus - Schulabgänger bleiben eine Woche im Ahlhorner Heim

Entspannung? Besinnung? Schöne und vertraut klingende Worte! Aber was enthalten sie an Substanz? Was bietet man damit an? Nun, eine Jugendfreizeit zwischen Schulabschluß und Berufsbeginn. In Bremen-Nord wurde erstmals in diesem Jahre die Möglichkeit dazu gegeben. Die Volkshochschule macht mit der Erwachsenenbildung ernst, wo das Erwachsensein beginnt, nach dem Schulabgang. Und wie wenig gerüstet ist man noch dazu! Kennt man eben doch nur Schule und Elternhaus. Die Werkstatt und das Büro werden bald hinzukommen. Wo aber steht der junge Mensch in der Gesellschaft von heute, in der er auch sein Leben aufbauen muß? Man muß erst aus Erfahrung klug werden, wenn man die Unbilden des Lebens kennengelernt hat. Oder gibt es auch andere Hilfen?

Um das zu erfahren, nahmen wir gern die Einladung des Leiters der Volkshochschule Bremen-Nord, Dr. Hans Kähler zum Besuch des Blockhauses Ahlhorn an, wo gerade eine "Jugendfreizeit" stattfindet.

Wir kommen gerade, zwei Tage vor Beendigung der Freizeitwoche für Schulabgänger aus Bremen-Nord zu einer Zeitungsstunde am Nachmittag, die mit dem Bremer Mädchenbildungsseminar unter Leitung von Frau Hildegard Leder vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband gemeinsam veranstaltet wurde. Rudolf Prahm, Mentor für Grundschulen und Laienspiele in Vegesack, hatte gerade aus einem Buch von Kuby vorgelesen. Nun ging es ans Diskutieren, Fragen und Antworten über das Thema "Zeitungslesen und wie man zu einer eigenen Meinung kommt". Es hatten sich schon viele Meinungen gebildet, wenn es auch noch vieles zu klären gab. Gefragt und geantwortet wurde immer wieder, wobei manches einen bitteren Kern der Kritik enthielt. Die Mädchen waren schon darauf vorbereitet durch eine Aussprache über die Frage: "Ist Zeitungslesen wirklich so uninteressant?" Begonnen hatte die Woche mit einem Filmabend und Schallplatten "Schlager mit Pfiff". Ein Bibliothekar hatte seine Bücherkiste geöffnet und aus seinem Leben erzählt. Über den Umgang mit Geld, Taschengeld, Sparen, Anschaffen und Wirtschaften hatte man sich unterhalten und mit einem nordbremischen Diplom-Psychologen Gespräche über Freundschaft, Liebe und Ehe geführt, wobei neben manchen Frühreifen auch schon erstaunliche Einsichten zutage kamen.

Badestrand am Zeltlager und Seehaus

Gerade Frau Leder wußte darüber aus ihrer Erfahrung zu erzählen, wieviel Jugendliche über Jugendfreundschaften wissen, wie wenig sie aber die Sorgen ihrer Eltern darum bisher verstehen vermochten. Gemeinsame Elternbesuche gab es auch, und bei diesen wiederum war zu merken, wie wenig manchmal Eltern von ihren Kindern wissen.

In kleinen Experimenten praktischer Demokratie "spielte" man Parlament, erörterte aktuelle politische Fragen. Am Sonntag war Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes gegeben. Nachmittags machte man einen Ausflug ins benachbarte Museumsdorf Cloppenburg. Man wanderte zum "Sager Meer" und ließ sich vom Forstmeister über den Wald, das Wild und die Geschichte des "Baumweges" erzählen, der früher nur Heide, Schafweide und Wanderdüne war.

Was man mit seiner Freizeit anfangen kann, wurde diskutiert und praktisch durchgeführt. Es gab Sport und Ballspiele, gesellige Abende mit Quiz, Square Dance, Filmabende und einen Abschiedsabend, zu dem sich die Mädchens wie wir selbst beim Abschied von dem wundersamen Fleckchen Erde feststellen konnten, mit Scharaden und sinnigen pantomimischen Darstellungen anmutigst vorbereiteten.

Solche Seminare oder Jugendfreizeiten als Begegnungen mit Gleichaltrigen und Erwachsenen und ihren Gesprächen über Arbeit und Beruf, Wirtschaft und Politik, Freizeit und Urlaub, Film, Funk und Zeitungslesen, Bücher und Illustrierte, Gesundheit und Mode, Freundschaft und Liebe stehen glücklicherweise nicht nur im Prospekt, sondern sind lebensvolle Wirklichkeit!

Dr. S. in "Norddeutsche Volkszeitung"


EMP-Pfingstlager, Oldenburg / Frl. Sauermann
(84 Teiln., 4.6.- 9.6.)

Pfingstlager des Ev. Mädchenpfadfinderbundes im Blockhaus Ahlhorn

Die Evangelischen Pfadfinderinnen aus dem Raum der Oldenburgischen Kirche trafen sich wieder im Blockhaus Ahlhorn; das ist seit fünf Jahren Tradition. Eine Pergamentrolle als Urkunde mit den wichtigsten Ereignissen der verschiedenen Lager gibt darüber Auskunft. Das Lager stand unter dem Thema: Unterwegs sein. Alle Themen für Rundgespräche und Unternehmungen waren danach ausgesucht, z. B. Wir, Junge und Mädchen - heute und morgen, Rechtsordnungen auf Fahrt und im Lager, mit Bestimmungsbuch und Zeichenstift unterwegs zur Beobachtung von Tieren und Pflanzen, dazu gehörte ein Morgenspaziergang und manche Stunde am Nachmittag.

Pfadfinderinnen

Die guten Ergebnisse, auf Plakaten dargestellt und beschriftet, wurden sehr gelobt. In den Bibelarbeiten beschäftigte alle das Zeugnis der Christen in den verschiedenen Jahrhunderten.

Diesmal weihten dreißig Pfadfinderinnen, die nicht mehr im Gartenhaus oder auf der Jungenburg schlafen konnten, die neuen Holzhütten auf dem Zeltplatz neben der Scheune ein. Die Häuser bekamen gleich die Namen und die Zeichen in Borke geschnitzt: Kuh- und Pferdestall!

Bei dem schönen Wetter haben sich alle 85 Teilnehmerinnen im Blockhausgelände sehr wohlgefühlt, wenn nur die Mücken nicht gewesen wären! Leider wurden durch sie die Stunden am Feuer und Unternehmungen im Gelände sehr gestört.

Der Höhepunkt war die Wahl der neuen Landesmeisterin. Elisabeth Sauermann gab dieses Amt nach fünfjähriger Tätigkeit ob. Dafür wurden von den zur Wahl berechtigten Scharältesten Elisabeth Wurr als Landesmeisterin und Erdmuthe Strüning als stellvertretende Landesmeisterin gewählt. Dieses Ereignis wurde dann abends am Lagerfeuer gefeiert. - Außerdem wurden 21 Mädchen in den Evangelischen Mädchenpfadfinderbund aufgenommen. Sie hatten sich ein Jahr lang auf ihre erste Pfadfinderinnenprobe vorbereitet. Die jüngeren Pfadfinderinnen hatten viel Interesse an den Berichten von Gisela, lrmela und Heike, die im letzten Jahr in Chile und in den USA zu Gast gewesen sind.

Bei der Olympiade am See gab es viele schwierige aber auch amüsante Hindernisse zu bewältigen. Und vom Geländespiel brachten alle eine Einladung an den Hof des Kaisers Barbarossa mit. Innerhalb einer Stunde hatten sich alle in ihrer Kleidung und ihren Gedanken um Jahrhunderte zurückversetzt und feierten mit Polonaise, Turnierspielen und Bänkelliedern ein großes Fest. Zwei "Kreuzritter" hatten die Leitung.

Wenn wir die Teilnehmerinnen an den verschiedenen Pfingstlagern der letzten fünf Jahre zählen, können wir feststellen, daß die Gruppen des Evangelischen Mädchenpfadfinderbundes im Oldenburger Land ständig gewachsen sind.


Jugenderholung, Oldenburg / Frl. Suckert
(66 Teiln., 2.7.-22.7.)

57 Jungen und Mädchen waren für das Jugenderholungs-Zeltlager im Blockhaus Ahlhorn angemeldet. Als sich die erste Aufregung nach der Ankunft am 2. Juli gelegt hatte, stellten wir zu unserer Überraschung fest, daß wir sogar 61 Kinder zu betreuen haben würden. Dies war die erste Überraschung, es sollten noch viele folgen!

Unser guter Vorsatz zum Beispiel, Gruppen mit möglichst gleichaltrigen Kindern zu bilden, wurde erheblich dadurch erschwert, daß nicht nur, wie erwartet, zehn- bis vierzehnjährige Jungen und Mädchen zu uns gekommen waren, sondern auch eine stattliche Schar kleiner Leute, von denen der Jüngste erst fünf Jahren zählte. Unsere Planung im Voraus hatte den Zehn- bis Vierzehnjährigen gegolten - nun galt es, auch die etwa zwanzig Fünf- bis Neunjährigen zu beschäftigen. Außerdem hatten wir, wie es wohl alle Leiter von Zeltlagern leichtsinnigerweise tun, auf schönes Wetter gehofft und das Schlechtwetterprogramm etwas stiefmütterlich behandelt.

Die zwanzig kleinen Geister, die unter der von uns ins Auge gefaßten Altersgrenze lagen, das durchweg schlechte Wetter - das machte alle Vorplanungen zunichte. Da war es gut, daß an die Stelle der alten "Karnickelröhre", dieses häßlichen dunklen Spielzeltes, zwei freundliche Holzhütten mit doppelstöckigen Betten getreten waren. Die eine Hütte bezogen die Mädchen, in der anderen brachten wir unsere "Krabbelkinder" unter. Zwölf quirlige kleine Jungen, von denen keiner älter als acht Jahre war.

Rückblickend müssen wir gestehen, daß die Jugenderholung 1965 keines jener Zeltlager war, aus denen die Kinder "braungebrannt, ausgetobt und voll von Berichten über Erlebnisse im Wald, Wasserschlachten und aufregenden Spielen" zurückkamen. Dazu gab es zuwenig Sonnentage, zu wenig Wanderungen, dafür aber mehr Regen und Grippeanfälle. Wer jemals ein Lager bei strömendem Regen miterlebt hat, wird wissen, wie zappelig und wild Kinder werden können.

Allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es uns aber irgendwie die Lagerzeit zu einem schönen Erlebnis werden zu lassen. Wir haben viel gesungen, vorgelesen, gebastelt und, da es im Freien nicht möglich war, Verstecken und Kriegen im Saal gespielt. Wer in jener Zeit ins Blockhaus kam, konnte den "großen Saal" gut und gern mit einer Turnhalle verwechseln. Die Kanzel bot ein ideales Versteck, ganz Verwegene versuchten sogar in die Durchreiche zur Küche zu klettern.

Die wenigen regenfreien Tage wurden restlos ausgenutzt. Der Besuch der Feuerwehrübungen in Großenkneten, des Museumsdorfs in Cloppenburg, des Tierparks, das Sportfest und die gruselige Nachtwanderung waren diesmal keine Veranstaltungen unter vielen, sondern eben die Höhepunkte der Lagerzeit.

Der besondere Dank der Gruppenleiter aber gilt dem Personal des Blockhauses, das in diesem Jahre unter der Jugenderholung buchstäblich zu leiden hatte. Trockenraum und Waschküche wurden von den Sachen der Kinder gänzlich in Anspruch genommen. Die großen Säle bedurften sicherlich einer Spezialreinigung, nachdem sie von so vielen Kinderfüßen strapaziert worden waren. Der Holzvorrat des Heimes verschwand in Blitzesschnelle im Kamin der Bauerndiele. Sämtliche Heizgeräte wurden in den Hütten des Lagers installiert. Und nicht vergessen wollen wir die Mengen von Obst, Zitronen und Tee, die die Küche bereitwillig für die größtenteils verschnupfte Lagerbesatzung stiftete.

Wir alle, Kinder wie Leiter, haben dankbar empfunden, daß wir in besonderem Maße bedacht wurden. Einer unserer großen Jungen erkannte es wohl am besten, denn er sagte "Schließlich sind wir ja nicht bloß eine Gruppe, wir sind die Jugenderholung".

Ursula Suckert

Auf der Bauerndiele

Jugenderholung 1965 - Auszug aus der Lagerchronik

Mein ärgerlichstes Erlebnis

Es war an einem warmen Tag, und wir waren gerade mit dem Mittagessen fertig, da fragte unsere Lagerleiterin, Frl. Suckert, "Wer ist erkältet und möchte heute abend heiße Zitrone haben? Es melden sich aber nur die, die auch wirklich erkältet sind!" Da ich heiße Zitrone sehr gerne mag, habe ich mich auch gemeldet. Aber erkältet war ich gar nicht. Fräulein Suckert schrieb sich die Namen auf und sagte sonst gar nichts. Als wir gedankt hatten, mußten wir Mittagsruhe machen.

Um halb vier ging's zum Kaffee. Nach dem Kaffeetrinken sagte Fräulein Suckert dann. "Alle, die sich für die heiße Zitrone gemeldet haben, dürfen heute nachmittag nicht baden, denn sie sind ja erkältet!" Als ich das hörte, wurde ich erst ganz weiß und dann ganz wütend. Ich dachte mir, "Ich Dummkopf, warum habe ich mich bloß dazu gemeldet?" Da sagte ich zu Frl. Suckert: Ich bin gar nicht erkältet, ich habe mich bloß gemeldet, weil ich heiße Zitrone so gern mag". "So" sagte Frl. Suckert nur und fragte die anderen "wer hat sich noch zur heißen Zitrone gemeldet, obwohl er gar nicht erkältet ist?" Es meldete sich über die Hälfte. und da sagte Herr Käßler: "lhr seid also gar nicht krank. Ja, wer lügt, bekommt natürlich keine Zitrone und darf auch nicht baden!"

Als die anderen nachher vergnügt badeten, mußten wir den Lagerplatz aufräumen und Wäsche sortieren. Sie machten Wettkämpfe im Wasser und spielten Krieger, und wir mußten zugucken. Dann wurde gepfiffen und alle mußten aus dem Wasser kommen. Sie hatten bloß 20 Minuten gebadet. Da fing ich auf einmal ganz laut an zu lachen denn nur für 20 Minuten habe ich mich den ganzen Tag geärgert. Am anderen Tage durften wir auch wieder baden.

Aber das sollte mir doch eine Lehre sein, Ich werde nie wieder wegen einer Zitrone lügen.

Monika Knipping, Oldenburg, 15 Jahre


Konfirmanden, Pr-Oldendorf / P. Karrasch
(29 Teiln., 6.8.-12.8.)

Sehr geehrter Herr von der Dovenmühle!

Da mir unsere leider nur sehr kurzen Ferien im Blockhaus unvergeßlich sein werden, und Sie uns einmal netterweise dazu aufgefordert haben, einen kleinen Artikel für den Blockhausbrief zu schreiben, habe ich mich hingesetzt, und es ist folgendes dabei herausgekommen:

Wer das Blockhaus kennt, wird auch sicherlich nicht an dem kleinen Schweinestall vorübergehen, ohne einmal in dieses wahre Schweineparadies hineinzuschauen. Tut man es, so schielen einen ein paar muntere Schweinchen unter Schlappstehohren hinweg neugierig an. Nur sind sie nicht mehr rosa, wie sie wohl in ihrer ersten Lebenszeit waren, sondern haben allmählich eine schwärzliche Farbe angenommen, was wohl eine Folge von den unzähligen, sicherlich schweinehimmlischen Schlammbädern ist. Aber das tut ihrer Schönheit keinen Abbruch. Die Bäuche wie auch die Hinterteile sind schön prall und rund, was wohl die ausgezeichnete Verpflegung mit Küchenresten macht. Die Schweinchen wühlen unermüdlich im Seeschlamm und grunzen vergnüglich, wenn es ihnen gelingt, von dem Schilf zu kosten, der durch ihr Gatter hindurchragt. Wenn es ihnen beliebt, etwas zu fressen, dann stellen sie sich dabei mit den Vorderbeinen in den Trog, was bei den Schweinen anscheinend zum guten Ton gehört. Sie sehen, ich war ein eifriger Beobachter dieser Riechefeins, und wußte deshalb auch nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, als mich eines Tages eine Freundin heimlich mit meinen "heimlichen Freunden" auf den Film bannte. So werde ich immer daran erinnert: "Und die Moral von der Geschicht, freunde dich an mit Schweinchen nichtl"

Mit vielen herzlichen Grüßen an das schöne Blockhaus.

Mechthild Lebrecht,
Mädchenkreis Pr. Oldendorf,
vom 6.-12. August 1965


Tagung f. Kompaniefeldwebel, Oldb. / P. Töllner
(44 Teiln., 20.8.-??.8.)

Militärseelsorge im Blockhaus Ahlhorn

Pastor J. Töllner hatte zu einer mehrtägigen Tagung ins Blockhaus eingeladen, um das zwischen den Kompaniefeldwebeln und den Militärpfarrern im vergangenen Jahr geführte Gespräch fortzusetzen. Fragen der Gemeinschaft in der Kaserne, die sich aus der Haltung der Jugend ergeben, wurden eingehend besprochen.

Der Militärdekan Gerhold vom Wehrbereich II Hannover begrüßte die Teilnehmer der Tagung und sprach über das Thema: "Was bietet die Militärseelsorge im Blick auf das Gemeinschaftsleben der Soldaten?"

Zur gleichen Zeit weilte Militärpfarrer L. Pahlow aus Delmenhorst mit Soldaten aus den Standorten Delmenhorst und Wildeshausen zu einer Rüstzeit im Blockhaus. Das Thema hieß: "Evangelisch - Katholisch". Zum Verständnis dieser Fragen trugen zwei Vorträge bei: "Wie kam es zur Trennung?" und "Ist eine Wiedervereinigung der Kirche möglich?"


Volksschule, Steinhausen / Herr Bohlen
(24 Teiln., 20. 8.-26. 8.)

5.Tag: Dienstag - Eine märchenhafte Schnitzeljagd

Für den Dienstagvormittag hatten wir eine Schnitzeljagd vorgesehen. Nach dem Kaffeetrinken erzählte uns Herr Bohlen, daß hier in der Nähe des Blockhauses ein Schloß im Walde versteckt liege. Es sei zwar ein Geheimnis, und man wolle sicher nicht, daß zu viele Menschen es sehen, aber der freundliche alte Opa vom Blockhaus habe ihm beim Sägen der Kiefernstämme den ungefähren Ort verraten und gemeint, wir müßten das "Schloß im Walde" einmal suchen. Wir wollten diese Suche nach dem geheimnisvollen Schloß mit einer Schnitzeljagd verbinden. Die Jungen und Mädchen des siebten Schuljahres und Herr Bohlen zogen nun mit einem Sack voller Sägespäne (auch von Opa) los. Sie sollten als erste das Schloß suchen und finden und ihren Weg durch "Schnitzel" kennzeichnen. Die Jungen und Mädel des achten Schuljahres zusammen mit Frau Kruck und Herrn Zegenhagen sollten die Spur verfolgen und nach der Entdeckung des Schlosses die Kinder suchen, die sich in der Nähe des Schlosses versteckt halten sollten, unterwegs legten wir von der Spitzengruppe mehrmals "lrrwege", um die Verfolger etwas aufzuhalten. Zuletzt balancierten wir auf einem dicken Fichtenstamm über einen Zuggraben. Als wir in dem Wald waren, wo das Schloß sein sollte, holte Herr Bohlen ein kleines Vorhängeschloß aus seiner Tasche. Das war also das geheimnisvolle "Schloß im Walde". Opa hatte es Herrn Bohlen ausgeliehen. Wir lachten herzlich und waren gespannt, was wohl die anderen dazu sagen würden. Dann hängte Herr Bohlen das Schloß an eine kleine Fichte, die auf einer Lichtung stand, und wir versteckten uns in einem Umkreis von 50 Metern. Die Jungen und Mädel des achten Schuljahres fanden auch bald das "Schloß". Sie ließen sich aber dadurch, daß sie ja eigentlich "angeführt" worden waren, den Spaß an der Schnitzeljagd nicht verderben und suchten uns eifrig. Paul, Günter und Peter aber fanden sie nicht. Als das Spiel abgepfiffen wurde, stiegen sie seelenruhig von der Spitze der Fichte herunter, um die alle gestanden hatten, ganz in der Nähe des Schlosses.


Luftaufnahme der Teiche um das Blockhaus

Landesjugendkonvent, Oldenburg / Herr Mahler
(25 Teiln., 28. 8.-29. 8.)

Jugendgottesdienst in neuer Form geplant

Zu einer der drei Tagungen im Jahr trat der Landesjugendkonvent am Wochenende des 28./29. August 1965 im Blockhaus Ahlhorn zusammen. Der Landesjugendkonvent setzt sich aus Vertretern der evangelischen Jugend innerhalb der oldenburgischen Landeskirche zusammen. Er bespricht Fragen der Jugendarbeit unserer Kirche und steht dem Landesjugendpfarrer beratend zur Seite.

Dieses Treffen bildete mit dem folgenden, das im November sein wird, eine Einheit. Die Referate und Diskussionen haben alle den Gottesdienst, seine Ordnung und Gestaltung, zum Mittelpunkt. Ziel aller Besprechungen ist die Gestaltung eines Jugendgottesdienstes in neuer Form, der während des für das nächste Jahr geplanten Landesjugendtreffens gehalten werden soll.

Zur Einführung wurden zwei Referate gehalten. Das erste brachte das Wesen des evangelischen Gottesdienstes zur Sprache. Es wurde von Landesjugendpfarrer Dettloff gehalten. Dann sprach Oberkirchenrat Höpken über das "Verständnis des Gottesdienstes vom Liturgischen" her.

Pastor Dettloff sagte zum Schluß dreierlei

  1. Gott stiftet die Gemeinschaft und will daher die Versammlung unter sein Wort. Wo wir es mit Gott zu tun bekommen, da auch mit dem Nächsten.
  2. Christus teilt sich seiner Gemeinde mit. So werden die Verheißungen wahr gemacht, die von Gottes Gegenwart unter uns sprechen.
  3. Gott zeigt die Welt in ihrer Wirklichkeit und beauftragt uns, in sie hineinzugehen und uns in ihr zu bewähren. Gottes Angebot der Liebe fordert eine Antwort in unserem Leben.

Darin besteht das Wesen des Gottesdienstes, daß Gott Kraft gibt zum Dienst und als Antwort fordert, daß wir uns in den Dienst stellen lassen.

Liturgische Formen

Oberkirchenrat Höpken gab zunächst einen Überblick über die Entstehung der liturgischen Formen in der ersten Christenheit und ihre Entwicklung durch die Geschichte. Danach sprach er von fünf Kriterien für die Gestaltung einer zeitgemäßen Gottesdienstordnung:

  1. Die Ordnung muß sachgemäß sein. Sie muß dem Evangelium von Christus entsprechen, darf seinem Tod und seiner Auferstehung nicht widersprechen.
  2. Sie muß ein wenig in der Tradition der Gesamtkirche bleiben. Die Kontinuität kann aber nur soweit Maßstab sein, als sie dem Evangelium entspricht.
  3. Sie muß den theologischen Erkenntnissen der Gegenwart entsprechen. So müssen Wort und Sakrament wieder zusammengefügt werden. Die Liturgie soll wieder als gebeteter Glaube erkenntlich werden, als etwas, worin die Taten Gottes besungen werden.
  4. Sie muß auf das Verständnis der Gemeinde Rücksicht nehmen. Die Gemeinde soll sich innerlich beteiligen können. Das rührt auch an die Sprache und den Umfang der Predigt.
  5. Sie soll den gleichartigen Bestrebungen innerhalb der Christenheit Rechnung tragen.

Zum Schluß erklärte der Referent noch einige Teile der Liturgie.

Holger Schülke (Auszug aus dem "Oldenburger Sonntagsblatt")


Konfirmanden, Löningen / Vikar Diepold
(16 Teiln., 6. 8.-10. 8.)

Sehr geehrter Herr von der Dovenmühle!

Sie haben uns durch Ihre freundliche Hilfe eine herrliche Zeltfreizeit in Ahlhorn geschenkt. Es hätte alles nicht schöner sein können: der etwas abgelegene Zeltplatz mit dem Lagerfeuer, das Baden im See, das Bootfahren, die gute und reichliche Verpflegung und - das wußten wir in den Regenstunden besonders zu schätzen - das große Gemeinschaftszelt. Wir möchten Ihnen und Ihren Mitarbeitern auf diese Weise noch einmal herzlich danken.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Löninger Evangelische Jugend

Peter und Barbara Diepold


Schule Etzhorn / Herr u. Frau Gröning
(62 Teiln., 31. 8.- 3. 9.)

Das meistgesungene Lied dieser Tage:

"Was noch frisch und jung an Jahren,
das geht jetzt auf Wanderschaft,
um was Neues zu erfahren,
keck zu proben seine Kraft.
Bleib nicht sitzen in dein'm Nest
Reisen ist das Allerbest!"

Nach harter Schularbeit kannten alle Kinder zusammen mit ihren Lehrern und Praktikanten der Pädagogischen Hochschule Neues erfahren und Kräfte erproben. Singen, Spiele, Wanderungen, Beobachtungen in der freien Natur und Bootfahren füllten die Tage aus und gaben dem Unterricht der folgenden Wochen neue Impulse.


Konzert am Anleger

Religionspädagogische Tagung, Oldbg. / Frau Prof. Dr. Ramsauer
(63 Teiln., 4.10.- 8.10.)

Die religionspädagogische Tagung, zu der Frau Professor Dr. Ramsauer van der Pädagogischen Hochschule Oldenburg eingeladen hatte, stand in diesem Jahr unter dem Thema "Elternhaus - Kinder - Schule - Gottesdienst".

Im Mittelpunkt stand die Diskussion um den Zusammenhang, die Abhängigkeit von Religionsunterricht, christlicher Unterweisung und Verkündigung. Die Referenten nahmen in den einzelnen Beiträgen dazu Stellung. Frau Professor Ramsauer sprach u. o. zu dem Thema "Religionsunterricht - Verkündigung?" Frau Vikarin Reents setzte sich mit der Schrift Professor Werner Lachs "Die Verleugnung des Kindes in der evangelischen Pädagogik" auseinander. Pastor Immer gab eine kritische Betrachtung zu der Frage "Welt ohne Väter?" und Pastor Dr. Haas unterrichtete über die Formen des Kindergottesdienstes und ihre Bedeutung für Kind und Familie.

Neben den festen Tagungspunkten ergab sich eine Fülle von gemeinsamen Veranstaltungen: Es bildete sich wieder ein Chor, der mehrmals sein Können unter Beweis stellte, einige "Musiker" verschönten die Abende. Besonderes Interesse fand ein Lichtbildervortrag über Kaschmir von Herrn Rinke, der als Lehrer einige Jahre in Indien tätig war.

Den Abschluß bzw. Höhepunkt brachte "das große Fest". Man hätte es eine "Non-stop-show" nennen können, da fast alle Teilnehmer (einschließlich Referenten) sich mit Wort, Gesang und Musik daran beteiligten. Selbst die vorwitzigen Neulinge, die sich angesichts der Vorbereitungen zu der Äußerung "Pädagogenschwoof" hinreißen ließen, gaben hinterher zu, noch nie ein schöneres und harmonischeres Fest erlebt zu hoben.

Ursula Suckert


Soldatenrüstzeit, Delmenhorst / P. Heydemann
(19 Teiln., 4.10.- 7.10.)

Die Rüstzeit stand unter dem Thema: " Der Christ in der modernen Welt". Wir wollten erarbeiten, was es praktisch in unserem Leben heißt:: Christ sein. Die Referate waren so gestellt, daß sie dieses Thema von den verschiedensten Seiten angingen. Wir begannen mit dem engen Kreis der Familie: "Christliche Erziehung heute". Das nächste Thema wollte Hilfe leisten in der rechten Ausrichtung unseres Lebens als Menschen zweierlei Geschlechts. Es stand unter dem speziellen Thema: " Der Soldat und das Mädchen". Dann ging es weiter in den Alltag unseres Lebens: "Wie bewähre ich mein Christsein im Alltag, im Beruf und unter meinen Mitmenschen". Das nächste Thema befaßte sich mit dem Bereich des Politischen: "Der Christ in der Politik". Das letzte Thema stellte dann den Christ in die weltweiten Zusammenhänge: "Christusglaube in der Welt von heute".

Es war ein Weg von kleinsten Bereichen (der Familie) über den Alltag und die Politik in die Weite. Wir haben uns nach jedem Referat Zeit gelassen zur Aussprache über das Gehörte. Wir haben uns dann einen halben Tag Zeit genommen um in kleineren Gruppen und dann wieder zusammen noch einmal alles durchzudenken. Diese Zeit des Gesprächs war ein ganz entscheidender und fruchtbarer Teil der ganzen Rüstzeit. Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Kirche zu Großenkneten schloß dann die Rüstzeit.


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