Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1963: Blockhausbrief Nr. 8

Inhalt:

Titelseite
Zum Geleit
Vom Sinn des Lesens
Der Abendmahlskelch
Eine Wanderung zu unseren Großsteingräbern
Die "Damzicken" im Baumweg
Festtage an den Fischteichen haben begonnen
Spotlights on the Blockhaus
Kurzbeiträge der Gäste zwischen dem 2. Oktober 1962 und 30. Oktober 1963
 

Kurzbeiträge der Gäste
zwischen dem 2. Oktober 1962
und dem 30. Oktober 1963


Ev. Akademie, Oldenburg / P. Jastram
(65 Teilnehmer, 3.11.- 4.11.)

Auf der Tagung der Evangelischen Akademie Oldenburg zum Thema "Bildungswettlauf in Ost und West" kannte Pfarrer F. Jastram eine außergewöhnlich große Anzahl von Teilnehmern im Blockhaus Ahlhorn begrüßen. Über Schulsorgen und Schulreformen in Ost und West informierten die Referate ausgezeichneter Sachkenner.

Dr. Asendorf vom Gesamteuropäischen Studienwerk in Vlotho entwickelte in einem graßangelegten Vortrag über die Umwandlungen im Bildungswesen der Sowjetunion ein weitgespanntes Bild der Hintergründe und Grundtendenzen, die zu dem van Chruschtschow auf dem Parteikongreß von 1958 verkündeten "Gesetz zur Verbindung von Schule und Leben" geführt haben. Der Redner zeigte Tendenzen der sowjetischen Pädagogik auf, die in jüngster Zeit zu dem für uns merkwürdigen Ereignis geführt haben, daß die kommunistische Ideologie in gewissen Punkten nachgibt und sich den wissenschaftlichen Ergebnissen anpaßt.

Anschaulich und humorvoll berichtete der Kulturattaché der Amerikanischen Botschaft in Bonn, Professor Moehlmann, über die Entwicklung des Bildungswesens in den USA. Er betonte, daß die Ereignisse der letzten Jahre keine umwälzenden Reformen zur Folge gehabt hätten, sondern die kontinuierliche Entwicklung des amerikanischen Ausbildungswesens zeige, wie es im Laufe der amerikanischen Geschichte als universales Bildungswesen eigener Art, als Ausdruck kulturellen Wandels entstanden sei. Auch im neotechnischen Zeitalter der planetarischen Entwicklung würden die Bestrebungen fortgesetzt, statt einer frühen Spezialisierung eine "universitas", eine breitere Allgemeinbildung anzustreben.

Welche Folgen in der augenblicklichen Situation für unsere eigene Bildungsarbeit zu ziehen sind, beleuchtete Akademiedirektor D. Günther, Hamburg, in nachhaltigen Ausführungen. In der Diskussion ging es vor allem um neue Möglichkeiten der Erwachsenenbildung und um Fortbildungsmöglichkeiten für junge Menschen, von denen auch die ländliche Bevölkerung nicht ausgeschlossen bleiben dürfe. Alles müsse getan werden, um unser Bildungswesen auszubauen, keine Bildungschance dürfe dabei ausgelassen werden.


Nieders. Landjugend, Weser-Ems /H. J. Koers
(45 Teilnehmer, 19.11.-20.11.)

Die Niedersächsische Landjugend Weser-Ems hielt wie in den vergangenen Jahren im Blockhaus die Gebietstagung ab. Die Arbeitskreise befaßten sich mit den Vorschlägen: Aufgaben und Möglichkeiten der Landjugend in den Gruppen und Aufgaben und Möglichkeiten der Landjugendarbeit auf der Kreis-, Bezirks- und Gebietsebene. In der Aussprache ergab sich, daß jede Landjugendgruppe ihr eigenes Gesicht habe. Es kann nur Aufgabe der Tagungen sein, den Gruppen Anregungen und Hinweise zu geben.


Landesjugendkonvent, Oldenburg / H. Wilde
(33 Teilnehmer, 16.11.-18.11.)

Mitglieder des Landesjugendkonvents der Ev. luth. Kirche in Oldenburg trafen sich im Blockhaus Ahlhorn. Die Zusammenkunft stand unter dem Thema "Mission und Kirche". Durch die Vereinigung des Internationalen Missionsrates mit dem Weltrat der Kirchen auf der Tagung in Neu-Delhi ist das Thema Mission für die der Oekumene angeschlossenen Kirchenorganisationen besonders aktuell geworden.

Für diese Konventstagung konnte Pastor Dr. Olav Hansen, Hurmannsburg, als Referent gewonnen werden. Er hielt die Bibelarbeit über den Missionsbefehl (Matth. 8) und gab in einem Referat einen Überblick über die gegenwärtige Lage der Mission. Ein weiterer Vortrag "Mission in der Praxis der Jugendarbeit" beschäftigte die Arbeitsgruppen.


Studentenrüstzeit, Oldenburg / P. Richter
(37 Teilnehmer, 24.11.-25.11.)

Die Studentengemeinden Oldenburg und Wilhelmshaven trafen sich zu einer gemeinsamen Freizeit.

Programm:

Am Dienstag, den 24.11 hielt Pastor Richter ein Referat: "Sünden der Väter? - Zur Kirchengeschichte des 19. Jahrhunderts." Er gab uns einen kirchengeschichtlichen Überblick über das 19. Jahrhundert und erklärte daraus die gegenseitige Abhängigkeit von Kirche und Staat. Dieselbe Thematik erörterte Kirchenoberrechtsrat Rechenmacher vom juristischen Standpunkt aus. Er zeigte uns, in welchem Verhältnis Kirche und Staat heute zueinander stehen und welche Forderungen diese Tatsachen nach sich ziehen.

Abends, gesellige Runde. Ein Student aus Jordanien zeigte Bilder aus seiner Heimat, er zählte von den Menschen und dem Leben in Jordanien.

Sonntag: Gottesdienst. Anschließend ein Referat von Oberkirchenrat Höpken. Thema: "Die Kirche im Jahr 2000. - Versuch eines Vorblickes". Er erläuterte, wie auch die Kirche sich den veränderten Verhältnissen anpassen und vielleicht eine neue Form finden müsse. Er wies auf Erlebnisse in den USA hin und stellte Volkskirche, Staatskirche und Freikirche gegenüber. Er betonte, daß die Kirche der Zukunft mehr eine "offene Kirche" sein müsse, d.h. die Gemeindeglieder sollen stärker zur "Missionierung" herangezogen werden. Sie müssen sich alle für das Geschehen verantwortlich fühlen und danach handeln.

Nachmittags ergab sich die Gelegenheit, in kleineren Gruppen zu diskutieren und spazieren zu gehen.


Ev. Akademie, Oldenburg / P. Jastram
(56 Teilnehmer, 5.12.- 6.12.)

Am 5. 12. 1962 war Kirchenpräsident D. Martin Niemöller im Blockhaus. Er hielt einen Vortrag vor Theologen und Laien, in dem es um das Thema ging: Hoffnung auf Einheit auch mit Rom. Da ein Eigenbericht dazu fehlt veröffentlichen wir nachstehend eine Wiedergabe von epd über einen Vortrag in Münster, der genau dem entspricht, was Niemöller auch hier gesagt hat.

Kirchenpräsident D. Niemöller, einer der Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirchen, gab in einem Vortrag in Münster seiner festen Haltung Ausdruck, daß eines Tages auch die römisch-katholische Kirche in der weltweiten ökumenischen Gemeinschaft der Kirchen zu finden sein werde. Niemöller, der im Rahmen der Evangelischen Hochschulwoche über den "Weg zur Einheit der Kirche" sprach, begründete seine Hoffnung mit einem Rückblick auf die Geschichte der ökumenischen Bewegung.

Wenn unter der Einheit der Kirche nur die einheitliche Organisation verstanden werde, so sagte Niemöller, dann habe es diese Einheit nie gegeben, und es werde sie auch nie geben. Die ökumenische Bewegung habe nie eins von Genf aus regulierte "Superkirche", einen zweiten Vatikan angestrebt, denn die einheitliche Organisation verbürge in keiner Weise die Einheit der Kirche. Im Sinne der ökumenischen Bewegung realisiere sie sich dort, wo Kirchen einheitlich ein Zeugnis ablegen und einen Dienst verrichten im Namen des einen Herrn Jesus Christus. In dieser Einheit der Ökumene seien schon heute protestantische, reformierte und katholische Kirchenfamilien zu finden.

Daß zum römischen Konzil erstmals in der Geschichte der Kirche Beobachter der nichtrömischen Kirchen offiziell eingeladen und dort auch offiziell vertreten seien, bezeichnete D. Niemöller als einen Erfolg der Weltkirchenkonferenz von Neu Delhi. Es sei den evangelischen Christen gar nicht recht ins Bewußtsein getreten, was die offizielle Entsendung von römisch-katholischen Beobachtern noch Neu Delhi für die Einheit der Kirche bedeutet habe. Dieser Versuch, einander zu sehen und zu erkennen, sei ein wesentlicher Fortschritt und der eigentliche Sinn der Ökumene. Nicht zuletzt habe aber die Mitarbeit der jungen afrikanischen und asiatischen Kirchen in Neu Delhi der ökumenischen Bewegung neue Impulse gegeben, auch im Blick auf Rom. "Diese jungen Kirchen blicken weniger auf die Lehre, sondern mehr auf den Glauben", sagte Niemöller. "Wir alten Kirchen sollten bei ihnen in die Schule gehen." Der Kirchenpräsident erklärte, daß sein Optimismus im Hinblick auf die Einheit auch mit der römischen Kirche letztlich in der Erkenntnis wurzele, daß Glaube und Lehre zwei verschiedene Dinge seien. Niemöller erinnerte an seine Begegnung mit katholischen Priestern in den Konzentrationslagern. "Diese Menschen hatten eine völlig andere Lehre, zu der ich mich niemals bekennen könnte, aber zwischen ihrem lebendigen Glauben und dem meinen konnte ich trotz der anderen Kirchenlehre keinen Unterschied finden." Wenn die Einheit als die "des einen Herrn, des einen Glaubens und der einen Taufe" recht erkannt sei, werde auch die Einheit mit Rom nicht mehr fern sein.


Blick vom Badestarnd über den Helenensee

Wochenende für Primanerinnen, Oldenburg / Frl. Birschel
(46 Teilnehmer, 8.12.- 9.12.)

"Hoffen und Handeln" - Wochenende für Primaner und Primanerinnen im Blockhaus.

Unter diesem Thema trafen sich während der Adventszeit achtundvierzig Jugendliche aus der oldenburgischen Landeskirche und aus Aalten in Holland.

Dadurch, daß an dem Wochenende vom 8/9. Dezember zu dieser Tagung auch eine Gruppe von fünfzehn Holländern gekommen war, wurde den beiden Tagen ein ganz besonderer Akzent gegeben. Die Gäste aus den Niederlanden hatten im Vorjahr eine Jugendgruppe aus Vechta zu sich eingeladen. Nun wurde diese Einladung im Rahmen dieser Tagung erwidert, wodurch die Freundschaft zwischen den beiden Gruppen vertieft werden konnte.

Die Wochenendtagung stand unter der Leitung der Landesjugendsekretärin Fräulein D. Birschel und von Kreisjugendpfarrer H. Pöppelmeier. Als Referent für den Vortrag, der im Mittelpunkt stehen sollte, war Pastor Berg aus Delmenhorst gebeten worden.

Zur engeren Begrenzung des Hauptthemas fügte der Referent folgende Frage hinzu: Was bedeutet die Verheißung einer neuen Welt für unser Leben? (Die biblische Lehre von der Eschatologie).

Bei der Behandlung der Frage ging er zunächst von der Klärung des Begriffes Eschatologie aus. Das Wort stammt aus dem Griechischen und wird herkömmlich mit der "Lehre von den letzten Dingen" bezeichnet. In der allgemeinen Religionsgeschichte, so führte Pastor Berg aus, werden mit dem Begriff Eschatologie meistens Jenseitsvorstellungen verbunden, die aus dem Kreislauf der Natur abgeleitet sind; wie zum Beispiel die uns bekannten Begriffe: Tod, Auferstehung, Seelenwanderung, Hölle usw. Wir finden also im Christentum Wortbezeichnungen, die auch in anderen Religionen vorkommen. Die Erwartungen aber, die sich mit diesen Worten verbinden, werden in den einzelnen Religionen verschieden begründet. Im christlich-biblischen Sinne findet die Zukunftserwartung in der Geschichte Gottes mit den Menschen ihren Grund, ihr Fundament. Für das Alte Testament ist dabei die Frage zu stellen: Worauf zielt Gottes erwählendes, strafendes und vergebendes Handeln an dem Volke Israel? Für das Neue Testament heißt die Frage: Worauf zielt Gottes Handeln in Jesus von Nazareth?

An dieser Stelle müssen wir erkennen, daß das letzte, entscheidende Handeln Gottes bereits in der Menschwerdung Christi geschehen ist. In der heutigen Gemeinde wartet man "nur" noch auf dessen letzte Enthüllung und sichtbare Bestätigung. Das Christusgeschehen - wenn man es einmal so bezeichnen soll - war die letzte Tat Gottes; diese Tat ist ein für alle Mal geschehen. Am Ende der Zeit, der Welt, wird der Gekreuzigte und Auferstandene wiederkommen, um das Weltgericht zu halten. Die christliche Hoffnung auf eine neue Welt ist allein im Christusgeschehen begründet. Unsere Hoffnung muß entstehen aus der Erkenntnis und dem Bekenntnis unserer Schuld, dazu aus der Gewißheit, daß wir von Christus erlöst worden sind.

Was aber bedeutet ein so begründetes Hoffen für unser Handeln? Warten und Bereitsein! Das Warten und Bereitsein umschließt unser ganzes Leben in allen Bereichen und somit auch unser Handeln. Als einige Beispiele für das Handeln in Hoffnung nannte Pastor Berg den Gottesdienst (besondern das Abendmahl), die Verkündigung des Evangeliums an alle Menschen und den Einsatz für eine gerechte Ordnung des menschlichen Zusammenlebens, weil Gott mit der Welt Geduld hat und auch unsere Welt ordnet. Die letzte These aus dem Referat lautete: "Das Hoffen auf den wiederkommenden Herrn befreit uns zu einem nüchternen, auf die jeweiligen Erfordernisse bezogenen Handeln und bewahrt uns vor Resignation und Überheblichkeit."

Eine Bibelarbeit über das Gleichnis von den zehn Jungfrauen hielt Pastor Pöppelmeier; hierdurch wurden für das Gesamtthema noch einige neue Aspekte aufgezeigt, welche eine gute Ergänzung für das Referat und die anschließende Diskussion waren. Er sagte, dies Gleichnis soll Menschen treffen, welche schon zur Gemeinde Christi gehören. Für diese Gemeindemitglieder gilt es, nicht den Tag des jüngsten Gerichtes in törichter Weise abzuwarten - oder ihn sogar vorausberechnen zu wollen -, sondern in Hoffnung auf die Wiederkunft Christi zu warten und zu handeln, d.h. sich vorzubereiten. Wissen müssen wir aber auch: es gibt ein Zuspät! Der Hörende jedoch kann erfahren, daß er durch die Warnung vor einem Zuspät Kraft zum Warten gewinnt. (Karl Pöppelmeier, Vechta)


Mitarbeiterfreizeit / P. Müller
(28 Teilnehmer, 2. 1.- 6. 1.)

Landesjugendpfarrer Hermann Müller hatte zur traditionellen Mitarbeiter-Rüstzeit ins Blockhaus eingeladen. Während der mehrtägigen Tagung wurden Fragen der Jugendmission und Jugendseelsorge erörtert. So e. a. die Frage: Wie können wir unsere Jungen und Mädchen dazu anleiten, persönlich in der Bibel zu lesen und dem Gebet einen Platz in ihrem Leben zu geben? Außerdem wurde gezeigt, wie man mit Bildern und Filmen arbeiten kann.


Filmtagung - OKR Oldenburg / H. Tiedtke
(17 Teilnehmer, 7.1.- 9.1.)

Der ev-luth. Oberkirchenrat in Oldenburg hatte in Verbindung mit der Filmstelle der Inneren Mission in Braunschweig Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter zu einem freien Gespräch über den Film als Verkündigungsmittel eingeladen.

Dr. Papendieck von der Matthias-Film-Gesellschaft, die den landeskirchlichen Filmdiensten geeignete Filme anbietet, sprach über Grundsätze und Richtlinien bei Auswahl und Angebot der Filme für den kirchlichen Filmdienst. Die Filmdienste besuchen an jedem Abend eine Gemeinde mit einem Film. Dabei handelt es sich aber nicht um eine kirchliche Filmunterhaltung, um der Gemeinde das Kino zu ersetzen, sondern um einen volksmissionarischen Auftrag, den die Filmdienste mit dem Film zu erfüllen suchen.

Der Film "Frage 7" wurde mit anderen Filmen den Tagungsteilnehmern vorgeführt und eingehend besprochen. In diesem Streifen ist es den Autoren gelungen, in einer schlichten Weise die Wirkung der biblischen Botschaft im Leben einer Handvoll Menschen glaubhaft darzustellen. Er beschreibt, wie sich Christsein in der Bewährung zeigt, und bietet damit nicht nur Information, sondern Lebenshilfe.

Zwei Gemeindepfarrer aus Oldenburg und Braunschweig gaben Erfahrungen und Anregungen über den kirchlichen Filmdienst im Dienst der Gemeinde. Von dem Leiter dieser Tagung, H. Tiedtke, Braunschweig, wurden Tonbildserien vom "Diakonischen Jahr" und der Aktion "Brot für die Welt" vorgeführt.


Tagung f. d. Landwirtschaft / K'rat Kiausch
(109 Teilnehmer, 15.1.-16.1.)

Daß die Kirche sich um die Sorgen und Aufgaben des Menschen auf dem flachen Lande kümmert, bewies die jüngste Tagung der Evangelischen Akademie im Blockhaus Ahlhorn. Sie war aus dem ganzen Oldenburger Lande stark besucht von Bauern und Bäuerinnen, Landwirtschaftslehrern, Mitarbeitern der Landvolkverbände, der Landlugend und Landfrauengruppen sowie Lehrern und Pfarrern. Kirchenrat Kiausch, Westerstede, leitete die lebhaften Diskussionen, die erneut erkennen ließen, daß mitten im ländlichen Lebensbereich ein Ringen und Suchen im Gange ist.


Berufstätigenfreizeit, Oldenburg / Diakon Herrmann
(44 Teilnehmer, 2.2.- 3.2.)

"Du bist getauft, und was bedeutet das?" - Wochenendfreizeit in Ahlhorn. Unter diesem Thema trafen sich am Wochenende vom 2. zum 3. Februar siebzig berufstätige Jugendliche im Blockhaus Ahlhorn. Zu Beginn des Treffens hielt Oberkirchenrat Höpken ein Referat zum Thema. Er verstand es, in anschaulicher Weise von dem Taufverständnis Luthers im kleinen und großen Katechismus überzuleiten auf das Taufverständnis der Gemeinde von heute. In einer anschließenden Fragestunde gab er noch auf Fragen zu seiner Darlegung Auskunft.

Am Samstagabend wurde ein geselliger Abend unter dem Titel "Amerika" veranstaltet. Landesjugendpastor Müller leitete den Abend mit einem Lichtbildervortrag über seine Amerikareise ein. Für diesen kurzen, aber ausgezeichneten Vortrag wurde ihm der "Jürnjakob-Swehn-Orden", eine Auszeichnung für Amerikafahrer, verliehen.

Danach führte Frau Appel mit den Domes ihre Hutkollektion aus selbstentworfenen Hutmodellen vor. - Mit Tanz und Spiel wurde es ein fröhlicher Abend.

Am Sonntagmorgen wurde das Thema dieses Wochenenden noch einmal in kleinen Gruppen diskutiert und die Diskussion mit einer kurzen Zusammenfassung abgeschlossen. Von den Fragen aus den Diskussionsgruppen möchte ich hier nur einige wiedergeben:

Ist die Taufe für den Getauften eine Verpflichtung?
Warum verschwindet die Taufe immer mehr aus unseren Gottesdiensten?
Der Pate muß sich seiner Patenpflicht bewußt sein, dazu wäre es nötig, daß er einen Patenbrief erhält.
In welchen Gemeinden finden wir noch das Taufgespräch, das Gespräch des Pfarrers mit den Eltern und Paten vor der Taufe?

Und als letztes die Anregung, die auch schon in dem Referat von Oberkirchenrat Höpken anklang Im Gottesdienst muß mehr von der Taufe die Rede sein.

Das Treffen fand seinen Abschluß in einem Abendmahls-Gottesdienst, den uns Landesjugendpastor Müller hielt. (Raimund Herrmann)


Christlicher Sängerbund - Chorwoche / H. von Thülen
(32 Teilnehmer, 3. 2.-10. 2.)

Im Blockhaus Ahlhorn ging eine Wintersingwoche des Christlichen Sängerbundes, Landesverband Nordwest, zu Ende. Paul Ernst Ruppel, Bundessingwart des Christlichen Sängerbundes sang mit den Teilnehmern Chorwerke alter und neuer Zeit. Auf dem Programm standen Werke von Schütz, Distler und Hessenberg. Es war die 16. Singwoche in 13 Jahren im Blockhaus. Im kommenden Sommer wird derselbe Verband eine Chor- und Instrumentalwoche hier durchführen.


NGG-Jugend, Hannover / H. Niebrügge
(22 Teilnehmer, 9.2.-10.2.)

Eine neu gegründete Gewerkschaftsiugendgruppe der NGG in Edewecht verlebte ihr erstes Wochenende im Blockhaus und wurde mit der Geschichte der Gewerkschaftsjugend vertraut gemacht. Pastor Jastram, der Leiter der Evangelischen Akademie Oldenburg, hielt für die Gäste und die Hausgemeinschaft den Gottesdienst.


Jungsozialisten, Oldenburg / H. Cordes
(52, 11.2.-13.2.)

Die Jungsozialisten aus dem Bezirk Weser-Ems hatten junge Menschen - auch aus anderen Jugendorganisationen - zu einer Wochenendtagung ins Blockhaus geladen. Referate wurden gehalten von Dr. Ewald Rother, PH Oldenburg, und Cornelius Schmidt, Oldenburg, über "Der Bürger und die Demokratie" und "Der Bürger und die Parteien". Eine rege und lebhafte Diskussion blieb nicht aus. Gesprächsleiter war Fred Cordes, Oldenburg.


Jungmädchenschar Wildeshausen / Frl. Klatt
(24 Teilnehmer, 16.2.-17.2.)

Eine Mädchengruppe der evangelischen. Jugend aus Wildeshausen traf zum Wochenende im Blockhaus ein. Freizeitlosung war die Jahreslosung 1963 und das Freizeitthema das Lebensbild von Mathilde Wrede. Irma Klatt gab den Mädchen Hinweise für eine sinnvolle Freizeitgestaltung.


Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung / H. Breuer
(25 Teilnehmer, 11.2.-15.2.)

Die Pädagogische Arbeitsstelle der Arbeitsgemeinschaft für ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen hatte junge Landwirte aus den Verwaltungsbezirken Oldenburg, Aurich und Stade in Verbindung mit der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung, Hannover zu einer Wochenarbeitstagung unter Leitung von Dipl. Volkswirt Breuer über "Aktuelle Wirtschaftsfragen" ins Blockhaus eingeladen. Mit Vorträgen aus Kreisen der Landwirtschaft und Volkswirtschaft wurde vor allem die Lage der Landwirtschaft im Hinblick auf die Eingliederung in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft behandelt. Es zeigte sich im Laufe der Gespräche, daß der Verbraucher - ganz besonders in der Stadt - gar nicht die Schwierigkeiten kennt, vor denen heute die Landwirtschaft steht. Sie muß sich den neuen europäischen Verhältnissen anpassen. Aber ebenso sind weithin den Landwirten jene Betrachtungen und Überlegungen unbekannt, die aus der Sicht der Verbraucher angestellt werden. Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, daß eine Wirtschaftspolitik, in der die Vollbeschäftigung und Währungsstabilität gesichert ist, nottut. Für die Landwirtschaft sei eine liberale Marktwirtschaft nicht mehr möglich, da die Landwirtschaft heute eine Minderheit vertrete und Rücksicht auf die Höhe der Lebenshaltungskosten der übrigen Bevölkerung nehmen müßte. Dieses war die Meinung eines jungen Betriebsleiters, als die verschiedenen Wirtschaftsformen abgewogen wurden. Die Teilnehmer äußerten den Wunsch, bald wieder auf einer solchen Tagung Antwort auf wirtschafts- und gesellschaftspolitische Fragen zu bekommen.


Soldatenrüstzeit, Oldenburg / P. Dr. Thyen
(52 Teilnehmer, 25.2.-28.2.)

"Die Kirche in unserer Zeit" lautete das Thema einer Rüstzeit' zu der sich 50 Soldaten aus den Standorten Oldenburg Ahlhorn, Brake und Loy auf Einladung der evangelischen Militärpfarrer Dr. Thyen und Geerken im Ahlhorner Blockhaus trafen. Oberkirchenrat H. Höpken befaßte sich mit der Frage, ob man ohne Kirche Christ sein könnte und der katholische Standortpfarrer Vornhusen stellte den katholischen Kirchenbegriff dar. Lebhafte Diskussionen schlossen sich den Referaten an, und in kleinen Gruppen wurden die Fragen weiter durchdacht. Sinn dieser Rüstzeiten, die monatlich von der Militärseelsorge Oldenburg veranstaltet werden, ist es' den jungen Soldaten Lebenshilfen zu geben. Es werden Fragen aus vielfältigen Bereichen diskutiert.


Ev. Studentengemeinde, Oldenburg / P. Richter
(38 Teilnehmer, 9. 3.-10. 3.)

Wochenende der Studentengemeinde Oldenburg am 9./10. März im Blockhaus Ahlhorn. - Thema: "Die besiegte Hoffnung".

Studienrat Witte, Oldenburg, gab uns unter dem Thema "Der Mensch in der absurden Welt" eine Einführung in den Roman "Die Pest" von Albert Camus.

Einige Gedanken seien hier wiedergegeben:

Dichtung wurde definiert als Spiegelbild der Wirklichkeit, eines ganz bestimmten Wirklichkeits- und Welterlebens. Wie schildert uns Camus diese Welt und wie verhalten sich die Menschen in ihr?

Die Pest ist als Symbol zu verstehen für ein grausames kollektives Verhängnis, das eine Stadt unserer Tage trifft. Die Pest ist die Welt, so wie sie sich dem Arzt Bernard Riex gestellt hat, den man weitgehend mit Camus gleichsetzen kann. Für ihn gibt es keine Hoffnung. Er weigert sich, an Gott zu glauben, sonst müßte er an der Frage zerbrechen, warum Gott so viel Elend geschehen läßt. Er glaubt nur noch an den eigenen Protest, den Protest gegen diese Weltordnung, die allein vom Tod bestimmt wird. Er revoltiert gegen den Tatbestand der Hoffnungslosigkeit, obwohl er um die endlose Niederlage weiß. In selbstlosem Kampf sucht er das Elend zu mindern, getrieben von der Liebe und dem Verständnis für den anderen Menschen. Sein paradoxes Heldentum erschüttert den Leser, aber zwingt zur Achtung.

Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussionen standen unser Glaube, unsere Hoffnung. Wir sind gefragt und gefordert, uns zu besinnen, auf den wahren Glauben, auf das, was bleibt, wenn uns die Illusionen genommen werden.

Der Hoffnungslosigkeit des Existentialisten Camus stellte Pastor Richter in seinem Vortrag "Die Hoffnung der Christen und die Hoffnung der Marxisten" gegenüber.

Der Grund der christlichen Hoffnung ist nicht ein Gott, der von Menschen erdacht ist, sondern ein Gott, der die Menschen erreicht. Der Mensch wird von Gott nicht bestätigt, sondern er wird von Gott herausgerufen und aufgefordert, das Absurde zu tun. Dabei weiß er sich aber in der Hand Gottes gehalten, Gott ist der Herr der Geschichte.

Die marxistische Hoffnung gründet sich allein auf die Materie, für Gott ist kein Raum. Dem Marxismus kommt es darauf an, die materiellen Verhältnisse zu verändern und dadurch die geistigen Verhältnisse zu prägen. Ziel dieser Entwicklung ist das Paradies auf Erden.

Chistentum - Marxismus - Existentialismus -- Uns bleibt die Frage: Was gibt oder läßt dem Menschen die Freiheit und bewahrt ihn in der Gegenwart und für die Zukunft solche Weltanschauung oder - unser Glaube?

Wir stellten fest, daß wir nicht alle Fragen lösen konnten, daß es sich aber lohnt zu diskutieren. Mit den vielen Anregungen werden wir auch die Erinnerung an die gute Atmosphäre des Blockhauses mit nach Hause nehmen.


Konfirmandenrüstzeit, Berne / P. Trensky
(47 Teilnehmer, 1. 4.- 5. 4.)

Für vier Tage im Blockhaus Ahlhorn!

Eine herrliche Zeit liegt hinter uns. Lange wird man sich noch daran erinnern. Am Montag, nach dem Mittagessen, fuhren wir los. Nun hatten wir unser Ziel erreicht, nämlich das Blockhaus in Ahlhorn. Zuerst wurde Vesperzeit gehalten. Dann durchstromerten wir das Gebiet und sahen uns erst einmal die vielen Seen und Teiche an. Der Wald wurde durch und durch gekämmt. In den Wäldern waren fast nur Tannen. Das Unterholz knackte, die Bäume rauschten und wiegten sich leise im Winde. Oft fielen Tannenzapfen zu Boden, und das in verschiedenen Größen. Es war einfach herrlich! Ehe wir uns versahen, war es halb sieben Uhr geworden, und das Abendbrot wurde von einigen Jungen und Mädeln, dem Tischdienst, aufgetragen. Vor der Mahlzeit sangen wir den Kanon, Segne Herr was Deine Hand und danach, Danket, danket dem Herrn, auch einen Kanon. Um 20 Uhr versammelten wir uns im Tagesraum, um gemeinsam den Abend zu verbringen. Am nächsten Morgen wurden wir um halb acht Uhr geweckt, denn um viertel nach acht Uhr mußten wir zum Frühstück erscheinen. Danach richteten wir unser Zimmer her, und nach einer bestimmten Zeit wurde zweimal dreiviertel Stunde über die Konfirmation, den Tag der Einsegnung, gesprochen. Bis 12.30 Uhr war wieder Freizeit, denn dann gab es Mittagessen. Anschließend wurde bis 15 Uhr Mittagsruhe gehalten. Wir mußten Ruhe bewahren, konnten aber auch einen ausgedehnten Spaziergang unternehmen. Danach machten wir Geländespiele, u. a. eine Schnitzeljagd, bei der wir viel Spaß hatten. Am Abend bekamen wir dann Lichtbilder vorgeführt. Tags darauf regnete es, und wir bastelten Ketten und Armbänder, sowie auch Zierfische aus Stroh. So verging der regnerische Nachmittag sehr schnell. Wir veranstalteten auch noch ein zweites Geländespiel. Ach, so schnell war dann der letzte Abend herangerückt. Da wurde Abschied gefeiert. Gleich nach dem Abendbrot ging es los. Die Heizungen wurden ausgedreht und das Kaminfeuer angezündet. Herr Pastor setzte sich ans Klavier und spielte Lieder. Danach wurden Volkstänze aufgeführt, an denen wir viel Freude hatten. Eine Flasche Sprudel wurde jedem von uns spendiert. Wir konnten sie aus drei Sorten, nämlich Apfelsaft, Michaelis und Michaelis-Cola aussuchen. Viele Preise waren zu gewinnen. Darauf folgte jedes Mal eine Siegerehrung. Ein Blockhausteller mit drei Mohrenköpfen, und der selbst gebastelte Schmuck wurden versteigert, und zwar nach amerikanischer Art, wer zuletzt gab, bekam das Stück, was sicher eine gute Erinnerung bleibt. Herr Pastor Appelstiel, der mit seinen Konfirmanden mit uns zusammen war, wußte mit viel Witz und Humor die Sachen zu versteigere. Dann wurde eine Mondfahrt unternommen. Viele Stühle wurden hintereinander gestellt, und ab ging die Fahrt. Doch das Ende dieser Fahrt, die Ankunft auf dem Mond, will ich lieber geheim halten. Jedenfalls war die Mondlandung sehr, sehr lustig. Das Geld, der Erlös der Versteigerung, wurde dem für uns sorgenden Personal als Anerkennung überreicht. Der Abend ging weiter mit Spaß und Musik, bis das Zeichen zum Zubettgehen gegeben wurde. Das war etwas, was uns durchaus nicht gefiel. Am nächsten Morgen hieß es Sachen packen und das Zimmer säubern. Nach dem Mittagessen, das am letzten Tage um 12 Uhr gehalten wurde, rüsteten wir zur Heimfahrt. Viel zu schnell vergingen die schönen Tage. Lange werden wir uns noch an diese gemeinsam verbrachten Stunden erinnern. (Heike Köster)


Rotary-Jugend, Oldenburg / Dr. Michaelis
(39 Teilnehmer, 9. 4-13, 4.)

Der Rotary-Club Oldenburg, dessen Jugendbetreuer ich bin, hatte sich vorgenommen, im Frühjahr des Jahres 1963 ein niederländisch-deutsches Jugendtreffen zu arrangieren. Bei der Erörterung der Frage, wo wir dieses Treffen am besten veranstalten sollten, brauchten wir nicht lange nachzudenken der Beschluß fiel einstimmig auf das Blockhaus Ahlhorn. Das Treffen sollte zwar in der Woche vor Ostern, also verhältnismäßig früh im Jahr stattfinden, und wir waren uns klar, daß das Gelingen des Treffens vom guten Wetter mit abhängig sein würde, aber unsere Zuversicht wurde belohnt, als die etwa 25 holländischen und 25 deutschen Jugendlichen in Ahlhorn eintrafen, schien die schönste Frühjahrssonne, und so blieb es auch durchweg während der nächsten Tage.

Der Sinn des Treffens sollte ein Gedankenaustausch zwischen niederländischen und deutschen Jugendlichen beiderlei Geschlechts im Alter zwischen 17 und 20 Jahren sein.

Die Pflege freundschaftlicher Beziehungen im eigenen Lebensbereich und über die Landesgrenzen hinweg auch zu den Angehörigen anderer Völker ist eines der Anliegen der internationalen Rotary Clubs. So hatte der Rotary Club Oldenburg bereits vor etwa 10 Jahren erstmalig eine Einladung an die benachbarten niederländischen Rotary Clubs ausgesprochen, uns zu einem deutsch-niederländischen Rotary-Treffen im Oldenburger Schloß zusammenzufinden. Damals war infolge des Krieges und seiner bösen Begleiterscheinungen die Kluft zwischen den Niederlanden und Deutschland noch recht tief, und die niederländischen Rotarier, die sich entschlossen, unserer Einladung nach Oldenburg zu folgen und damit erstmalig wieder von sich aus die Grenze von Holland nach Deutschland zu überschreiten, gingen keinen leichten Weg, weil ihre Landsleute sie nicht verstehen konnten. Sie kamen aber trotzdem, und wir haben an diesem Tage in offenen Gesprächen, die vom Geist der Versöhnung erfüllt waren, eine erste Brücke von Volk zu Volk bauen helfen.

In den 10 Jahren, die seither vergangen sind, ist die Annäherung der beiden Völker erfreulicherweise so weit fortgeschritten, daß man kaum noch glauben kann, wie schwer jener erste Weg über die Grenzen war.

Schon im Jahre 1961 hatten die niederländischen Nachbarclubs eine Gruppe jugendlicher deutscher Rotarier Kinder zu einem Wochenendaufenthalt nach Groningen eingeladen (Jugendlager). Es war also nun im Jahre 1963 an uns, die freundschaftliche Einladung endlich zu erwidern, und das geschah durch unsere Einladung nach Ahlhorn.

Am Dienstag, den 9.4., abend empfingen wir unsere jugendlichen Gäste in Ahlhorn. Der sorgfältig erarbeitete Zimmerverteilungsplan hatte an sich vorgesehen, daß die Doppel- oder Vierbettzimmer jeweils von einer gleichen Zahl holländischer und deutscher Jugendlicher bewohnt wurden. Ganz klappte dieser "Generalstabsplan" nicht, weil sich in letzter Stunde sowohl die Zimmernummern wie die Zahl und Namen der Gäste geändert hatten, aber schließlich lag jeder glücklich in seinem Bett.

Am Mittwoch, den 10. 4., wurde das niedersächsische Museumsdorf Cloppenburg besichtigt, wobei Herr Museumsdirektor Ottenjan liebenswürdigerweise persönlich die Führung übernahm. Am Abend des Tages nahmen die Oldenburger Rotarier Eltern mit den jugendlichen holländischen und deutschen Gästen gemeinsam ein einfaches Abendbrot ein. Im weiteren Verlauf des Abends wurden einige heitere kabarettistische Vorträge gebracht und dann wurde sehr fleißig und lange getanzt.

Am Donnerstag kannte man sich nun schon und niemand brauchte mehr zu "fremdeln". An diesem Tage sah das Programm eine Besichtigung der Großdruckerei der Firma Gerhard Stalling AG in Oldenburg vor; anschließend aßen unsere jungen Gäste in der Werkskantine der Firma Justin Hüppe. Dann wurde in einer Autobusrundfahrt die Stadt Oldenburg mit ihren vielen interessanten alten und neuen Bauten besichtigt, und abends nach einem kurzen Imbiß der Oldenburger Rotarier besuchten unsere Gäste eine interessante Aufführung im Staatstheater.

Der nächste Tag - Karfreitag - war nach diesem reichlich lebhaften Gründonnerstag ein Tag der Buße und Einkehr, an dem Zeit blieb, miteinander in die Kirche oder spazieren zu gehen, jedenfalls im Gespräch Gedankenaustausch zu suchen.

Am Abend unterhielt dann noch der Forstmeister Hulverscheidt seine begeisterten Zuhörer mit heiteren Jagdgeschichten.

Und Samstag ging es wieder heim zu den Eltern diesseits und jenseits der Grenzen. Der niederländische Studienrat Reinders, der mit seiner Frau die niederländischen Gäste begleitet und betreut hatte, brachte deren Dank für unsere Gastfreundschaft, die vorbildliche Unterbringung im Blockhaus Ahlhorn und die unvergeßlichen Stunden zum Ausdruck. Er schloß mit dem Wunsch, daß nun diese Jugendtreffen sich alljährlich wiederholen möchten, und zwar abwechselnd bei ihnen in Holland und bei uns in Deutschland.

Es gab niemanden unter dem jungen Volk, der ihm nicht begeistert Beifall gezollt hätte. Wir alten Rotarier sind glücklich und dankbar dafür, in dem Blockhaus Ahlhorn die Möglichkeit für eine solche freundschaftliche Begegnung junger und älterer Menschen zu haben. (Dr. W. Michaelis, Oldenburg)


Ev. Akademie - Junge Generation / P. Jastram
(48 Teilnehmer, 20. 4.-21. 4.)

"Philosophischer Glaube angesichts der Offenbarung" - eine Jaspers-Tagung -

Der 80. Geburtstag von Karl Jaspers hat das Lebenswerk dieses großen Philosophen in das helle Licht der Öffentlichkeit gebracht. Für den Christen ist das letzte Buch: "Der philosophische Glaube angesichts der Offenbarung" besonders wichtig. Hier setzt sich der Philosoph, der ein gründlicher Kenner theologischer Forschung ist, mit christlichen Aussagen auseinander. Die Redlichkeit seines Denkens und das Ernstnehmen der biblischen Religion zwingen den Gläubigen und Ungläubigen zur Besinnung. Karl Jaspers ist Oldenburger. Auch das macht uns zum Durchdenken seines Werkes geneigt.

Dieses Durchdenken geschah mit folgenden Vorträgen:

Einführung in die Philosophie von Jaspers (Pastor Jastram, Oldenburg)
Interpretation eines Abschnittes aus dem Buch Jaspers: "Philosophischer Glaube angesichts der Offenbarung" - die Lehre von den Chiffern (Pastor Jastram, Oldenburg)
"Die Chiffer vom persönlichen Gott" (Pastor Jastram, Oldenburg)
"Jesus als Prophet oder Christus als Chiffer" (Pastor Jastram, Oldenburg)


Rüstzeit f. Theol. Studenten / OKR Dr. H. Schmidt
(38 Teilnehmer, 22. 4.-27. 4.)

Unter der Leitung von Herrn Oberkirchenrat Dr. H. Schmidt kommen wir Theologiestudenten nach jedem Semester im Blockhaus Ahlhorn zusammen. Dort sollen wir uns näher kennenlernen und zum persönlichen theologischen Gespräch finden.

Dazu gehört Muße. Im Semester fehlt sie meist oder wir gönnen sie uns nicht, weil wir uns hier bemühen müssen, die Sache der Theologie in wissenschaftlicher Methodik zu durchdringen und die Zeit auszukaufen. Wir geraten hier leicht in die Gefahr, geistig eng zu werden und zu vereinzeln. Die Zeit in Ahlhorn versucht das auszugleichen. Die Schönheit und Ruhe in der Natur entspannt und erfrischt. Sie lockt zu weiten Spaziergängen, zu Bootsfahrten und zu sportlicher Lockerung. Wir lassen uns dafür viel Zeit. Denn es kommt dabei leichter zu freien Aussprachen, etwa über persönliche Nöte im Studium, über unklare theologische Fragen oder über Erwartungen und Pläne der Anfangenden. Wir leben eine Wache lang zusammen, halten Andachten und Bibelarbeiten und diskutieren über Themen, die in irgendeiner Hinsicht eine "praktische" Ausrichtung haben.

Unsere letzte Rüstzeit hatte zwei Themen: eine Einführung in die "moderne" katholische Theologie und ihr Verhältnis zur evangelischen sowie die Frage, ob der Christ bindende Anweisungen für das rechte menschliche Verhalten in Staat und Gesellschaft geben könne. Wie sich zeigte, steht hinter beiden Themen eine theologische Deutung der Geschichte.

Zu Gast hatten wir den jungen Pater Athanasius Wolf aus dem Benediktinerkloster Maria Laach, der uns nicht nur einen Vortrag hielt, sondern fast die ganze Rüstzeit in Gespräch und Diskussion begleitetet ferner den Assistenten von Prof. Käsemann in Tübingen, Herrn Dr. P. Stuhlmacher, den systematischen Theologen aus Wuppertal, Herrn Prof. Dr. D. Marsch, und den Leiter der bäuerlichen Volkshochschule in Rastede, Herrn Pastor Mechau.

Das Thema der Theologie formuliert sich seit fast 30 Jahren immer bestimmter in der Frage, wie ein fernes, historisch abgeschlossenes Geschehen, das Leben Jesu, heute noch gegenwärtig sei oder überhaupt sein könne. Dahinter stehen die Fragen der alten Kirche, wie der historische Jesus als unser Herr bekannt, wie und in welchem Umfang die Schrift Wort Gottes genannt und wie die Kirche als Leib Christi verstanden werden könne.

Pater Athanasius versuchte zu erhärten, daß es innerhalb der Weltgeschichte eine Geschichte gegeben habe und noch gebe, deren Weg nur der Glaube verstehe, obwohl sie allen sichtbar sei: die Geschichte, die mit der Geburt Jesu einsetzt, zu seinem Tod und seiner Auferstehung führt, sich in den Aposteln und der römischen Kirche fortsetzt und in der Wiederkunft Christi ihr Ende findet. Diese sei wie alle Geschichte dadurch gekennzeichnet, daß ihre Zukunft nicht nur offen, sondern notwendig durch die Vergangenheit vorgebildet sei. Und zwar wirke die Vergangenheit nicht nur unwillkürlich weiter, sondern habe ein Recht auf die Zukunft. Das bedeute konkret, daß die politischen, kirchlichen und Glaubensentscheidungen, die sich seit nunmehr über 19 Jahrhunderten ergeben hätten, verbindlich bleiben müßten, wenn auch in vorsichtiger Anpassung an neue Situationen. Denn in ihrer Weitergabe vollziehe sich die Geschichte Christi.

Deutlich ist, wie die oben formulierte Themafrage der heutigen Theologie eine Antwort erhält: In der historisch gewachsenen, sichtbaren Kirche ist Jesus als unser Herr gegenwärtig. Ebenso deutlich ist auch, wie sich ein politischer Katholizismus damit legitimieren kann. Und schließlich, daß sich eine solche Ansicht, will sie bestehen, angesichts vieler "unkirchlicher" christlicher Konfessionen und Häretiker und der modernen, ebenfalls unkirchlichen Weltlichkeit ausweisen muß. Denn wie lassen sich die Selbstwidersprüche der Kirche in ihren Reformationen, wie ihre eigene, weithin sichtbare Weltlichkeit, wie ihr Anteil an der zunehmenden Gottlosigkeit einsichtig erklären? Pater Athanasius suchte diese Lehre seiner Kirche zu begründen einmal durch eine Vielzahl kluger und ehrlicher Begriffsunterscheidungen und zum zweiten durch die Schrift. Diese selbst betone nämlich die kirchliche Tradition (1. Tim. 6, 20; 2. Tim. 1, 12-14; 2. Petr. 2,21), sie gebe den Aposteln und der Kirche eine Heilbedeutung (Eph. 2, 19ff) und sie sei in ihrer katholischen Weite nicht in sich widersprüchlich, sondern überall auf das Zentrum "Christus ist der Herr" bezogen. Deshalb hätten nicht die verschiedenen Konfessionen ihr Recht, sondern die eine katholische Kirche sei das echte Ärgernis für den Unglauben.

Dr. P. Stuhlmacher widersprach dieser Auslegung der Schrift wie ihren angedeuteten Konsequenzen in seinem Referat über die "Mitte der Schrift". Denn es sei historisch nachzuweisen, daß im Neuen Testament verschiedene, sich gegenseitig ausschließende Bekenntnisse zu Wort kommen, so daß schon die frühe Kirche immer wieder inhaltlich und formal die eine Mitte der Schrift hatte behaupten müssen. Wer wie Paulus Christus als seinen Herrn bekannt, kann es nur gegen Matthäus, Jakobus und einige andere Briefe, und tut es mit Jesus und Johannes im Vertrauen auf den treuen Schöpfer, der zu seinem alten Bunde steht. So habe sich schon damals das Wort Gottes nur in "Konfessionskämpfen" durchgesetzt; so war schon damals die kirchliche Tradition nur eine Herausforderung zu eigenem Bekenntnis und nicht eine Aufforderung zu konservativer Kirchlichkeit; so sei die Geschichte Gottes mit den Menschen schon damals keine triumphierende und eindeutige, sondern im Glauben der Christen verborgene gewesen.

Auch hier ist eine Antwort auf die Themafrage heutiger Theologie gegeben: Man kann über die geschichtliche Gegenwart Jesu nicht reden, abgesehen von unserem bis in unser kreatürliches Leben hineinreichenden Unwillen an Gott und den Glauben, der sich dagegenstemmt. Unser Herr wird er nicht deshaIb, weil wir uns der christlichen Tradition nicht verschließen könnten - wer täte das heute nicht? -, sondern indem er in dem Anspruch unserer Rechtfertigung uns in seine gute Gemeinschaft nimmt.

Wieder eine andere Antwort gab Prof. D. Marsch, mit der er das Nachdenken der letzten 5O Jahre über Jesus als den Herrn weiterführen will. Christus setze sich und seine Geschichte durch im profanen Handeln der Menschen. Die Verkündigung in der Gegenwart habe deshalb in intensive Konkurrenz zu treten mit dem politischen und sozialen Leben aller Weltanschauungen. Sie habe sich deshalb weder nur an die Innerlichkeit des Glaubens zu richten (Dr. Stuhlmacher), noch sich in den ruhigen und gut bewachten Räumen reiner Kirchlichkeit aufzuhalten Pater Athanasius), sondern habe in die Welt zu gehen mit ihren konkreten Anweisungen und Ratschlägen zur Politik, zur Ehe, zur Schul- und Eigentumsfrage usf., da nur so vollgültig bezeugt werde, daß Christus der Herr der ganzen Welt sei. Ein anderer Theologe hat das einmal genannt "Theologie als Soziallehre".

Eine gewisse Anschauung davon vermittelte uns zum Schluß Herr Pastor Mechau. Er schilderte die wirtschaftlichen und geistigen Verhältnisse der Bauern und gab uns Beispiele, wie der Christ an ganz profanen Problemen das Wort Gottes zur Sprache bringen könne, etwa gegenüber dem verbreiteten hofeigenen Denken oder bei der Frage nach der Rentabilität eines Hofes oder der sozialen Ungerechtigkeit oder der Freizeit und der Freiheit. Er machte aber ebenso klar, daß man darin nicht einfach "Praktiker" sein könne, sondern nur etwas ausrichtet, wenn man sich seines Grundes im glaubenden Nachdenken gewiß sei. Denn ein klares Wort Gottes erwarte die Welt von dem Christen und nicht "Dampf in allen [hier bricht der Text ab]
(Werner Kühnholz im "Oldenburger Sonntagsblatt")


Ev. Akademikerschaft Nordwest / Dr. Wolf
(57 Teilnehmer, 1. 5.)

In diesem Jahr hielt die Evangelische Akademikerschaft in Deutschland, Landesverband Nordwest, Bezirk Oldenburg, im Blockhaus ihr Bezirkstreffen. Die Sprecher verschiedener Hauskreise berichteten über ihre Arbeit und darüber, was zu dem Tagungsthema bereits erarbeitet wurde:. "Die christliche Gemeinde in der veränderten Gesellschaft".

Am Abend vorher begrüßte die Evangelische Studentengemeinde aus Oldenburg den jungen Mai auf ihre Art: Sie tanzte in ihn hinein! - "Es gibt wohl kaum einen stimmungsvolleren Ort für einen solchen Abend als das Blockhaus Ahlhorn. Nach Sendeschluß der Kapelle saßen wir klöhnend am Kamin zusammen, während die Mondsichel durch die Fenster der hohen Türen schien. - Romantik 63. - Sie bedeutet nicht, daß man den kritischen Verstand fahren läßt." So äußerte sich ein Student nach dem gelungenen Abend. - Am nächsten Tag war man wach, um den scharf analysierenden Vortrag Pastor Hollweg's über das Tagungsthema aufzunehmen. Der ehemalige Studentenpfarrer aus Wilhelmshaven fand bei der Evangelischen Akademikerschaft und bei den Oldenburger Studenten lebhafte Zustimmung, als er darlegte, welchen Schaden falsche Vorstellungen anrichten, die in der Kirche über die Kirche gepflegt werden, obwohl sie vom Evangelium selbst und von der Gemeinschaftsentwicklung her längst überholt sind.

Dieser Vortrag war besonders aktuell. Pfarrer Gerhart Orth hat damals darüber im Oldenburger Sonntagsblatt berichtet. Seine Ausführungen wiederholen wir hier, weil uns die Thematik besonders wichtig und nachdenkenswert erscheint.

"Kirche und Gesellschaft"

Das Verhältnis von Theologie und Soziologie, d.h. die Frage von Kirche und Gesellschaft ist im Laufe der Zeit noch immer ungeklärt geblieben und hat verschiedene Darstellungen erfahren. Im 19. Jahrhundert ging es vor allem darum, aufzuzeigen, welche sozialen Folgen eine religiöse Überzeugung haben kann. Heute dagegen fragt man in der Religionsstunde umgekehrt nach den Auswirkungen einer bestimmten Gesellschaftsforderung auf das religiöse Leben. Das Gespräch zwischen Theologie und Soziologie wird immer wieder wichtig und zugleich ein Wagnis sein. Es kann nämlich geschehen, daß die Soziologie mit ihren faszinierenden Ergebnissen so in den Vordergrund tritt, daß die eigentlichen Quellen des Glaubens und der Kirche darüber vergessen werden. Die Soziologie kann nur Erfahrungs- und Tatsachenwissenschaft sein, aber keine normativen Sätze für das Glaubensleben und den Dienst der Kirche liefern. Die Schwierigkeiten, denen die kirchliche Verkündigung unterliegt, können letzten Endes nur vom Auftrag und Gehorsam des Glaubens, nicht aber von der Soziologie gelöst werden. Andererseits besteht die Gefahr, daß die Kirche zu wenig auf die Kritik der Religionssoziologie hört. Der Glaube und die Gemeinde Jesu Christi sind in ihrer eigentlichen Gestalt zwar verborgen und entziehen sich der Beurteilung von außen. Dennoch ist Jesus Christus wahrhaftiger Mensch gewesen und seine Gemeinde hat ihren sichtbaren Platz in dieser unserer Welt.

"Notwendige Fragen der Soziologie"

Die Kirche ist deshalb gut beraten, wenn sie sich die Untersuchungen und Fragen der Soziologie gefallen läßt und sie ernst nimmt. Das kann besonders in drei Richtungen geschehen. 1. Die Soziologie fragt die Kirche danach, ob ihre sichtbare Gestalt der jeweiligen Wirklichkeit, den besonderen Verhältnissen der Gesellschaft, angemessen ist. 2. Die Soziologie kann die Gemeinschaftsformen in Frage stellen, die in der Kirche oft kritiklos gepflegt werden, als ob sie einen Ewigkeitswert hätten. So sind etwa die Orts- und Kerngemeinden durchaus vorübergehende Lebensformen der Kirche und keine ewigen Ordnungen. 3. Die Soziologie fragt die Kirche mit Recht, ob sie eine Kirche für die Welt und zu allen Schichten der Gesellschaft hin offen ist. Dabei ist beispielsweise zu bedenken, daß die Parochie, d.h. die orts- und personengebundene Gemeinde, erst im späten Mittelalter entstanden ist und unter den veränderten Verhältnissen der Gegenwart nicht mehr überall in der alten Form bestehen kann. Mehr und mehr sind die früher geschlossenen Gemeinden im Zeitalter der Verstädterung und Industrialisierung in Auflösung begriffen. Die Menschen innerhalb einer Gemeinde leben und arbeiten zum großen Teil nicht mehr am selben Ort. Wohn- und Arbeitsstätte, das Leben in der Familie, im Beruf und in der Freizeit haben sich in verschiedene Bereiche aufgeteilt.

"Neue Antworten der Kirche"

Die Kirche hat inzwischen versucht, auf diese gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen. Es entstanden Gruppen und Vereine neben der gottesdienstlichen Gemeinde. Diese Kreise aber haben leider oft die Tendenz, sich noch außen abzuschließen.

Auch die Arbeit der Evangelischen Akademien und mancher Sonderpfarrämter möchte eine Antwort der Kirche sein auf die neuen gesellschaftlichen Strukturen. Noch aber sind keine überzeugenden Lebensformen gefunden. Es muß nämlich festgestellt werden, daß der moderne Mensch mit seinen Wertvorstellungen wesentlich nur in der Familie und in Gruppen, aber nicht im Betrieb und in der Öffentlichkeit geformt und gefordert wird. Wird es der Kirche gelingen, den Familien und Gruppen in der Gesellschaft zu helfen, feste Maßstäbe zu gewinnen und gültige Ordnungen zu praktizieren?

"Die Formen ändern sich"

Auch die Ortsgemeinde ist in ihrem gewohnten Aufbau oft verengt und einseitig. Es fehlen weithin die Arbeiter und die 25-40jährigen Menschen. Gesellschaftsschichten mit geringem Lebensniveau und Ausbildungsgrad fallen zum größten Teil aus. Das liegt vermutlich an der immer noch zu sehr im Vordergrund gesehenen Stellung des Pastors. Auch die Volkskirche und Kerngemeinde sind in ihrer bisherigen Lebensform für viele nicht mehr überzeugend. Selbst die sogenannten Kirchentreuen haben oft die eigentliche Substanz des Glaubens verloren und sind unsicher, wenn sie über ihr Glaubensleben Auskunft geben oder sich entscheiden sollen. Man interessiert sich zwar für religiöse Fragen, aber man ist kaum noch existentiell davon betroffen. Erkenntnis und Gewißheit im Glauben aber gibt es nur, wenn wir persönliche angesprochen und bereit sind, im Gehorsam gegen Gottes Wort seinen Willen zu erfüllen.

"Der Auftrag bleibt"

Mission, Seelsorge und Diakonie sind freilich als Dienste der christlichen Gemeinde auch in der modernen Gesellschaft nötig. Dabei ist es wesentlich, daß die Form der Gottesdienste offen ist für Erneuerungen und Verbesserungen. Auch das eine Pfarramt sollte mehr und mehr eine Aufgliederung in verschiedene Ämter erfahren. In der Gemeinde sind Dienstgruppen lebenswichtig, dagegen kraftlos und zum Aussterben verurteilt die introvertierten Kreise. Dem einzelnen muß geholfen werden, auch nach der Entscheidung für Jesus Christus ein Leben im Glauben zu führen und sich als Christ in der Öffentlichkeit zu bewähren. Es wird darauf ankommen, ob die Gemeinde Jesu Christi an den Knotenpunkten des modernen Lebens existiert und hilfreiche Antworten für den einzelnen sowie für die Gesellschaft geben kann.


Youth for Understandig Komitee / H. Zahlten
(15 Teilnehmer, 29. 4.- 2. 5.)

Das Deutsche Youth For Understanding Komitee hatte 24 erfahrene Mitarbeiter aus der Bundesrepublik und Westberlin zu einer Planungskonferenz ins Blockhaus eingeladen. Es ist die größte Organisation im deutsch-amerikanischen Schüleraustausch und ermöglicht in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder und dem amerikanischen Auswärtigen Dienst jährlich über 400 deutschen und amerikanischen Schülern einen Studienaufenthalt jeweils in dem befreundeten Land. Amerikanische Patenorganisation ist der Michigan Council of Churches, die Organisation der ökumenischen Bewegung im amerikanischen Bruderstaat Michigan. Das Austauschprogramm ist aber konfessionell ungebunden. Auf der Planungskonferenz beschäftigten sich die Mitarbeiter mit Erfahrungsberichten eines einjährigen Studienaufenthaltes deutscher Schülerinnen und Schüler in den USA.


Oldenburger Jugendchor / StR. Kanngießer
(41 Teilnehmer, 4. 5,- 5. 5.)

Der Oldenburger Jugendchor unter Leitung von Heinz Kanngießer verbrachte sein Frühlingswochenende im Blockhaus mit fröhlichem Maisingen, Wanderungen und einem Spielabend. - Der Kirchenchor der Gemeinde Oldenburg-Haarentor hielt seine erste Chorfreizeit und feierte gleichzeitig den zweiten Chorgeburtstag. - Über das Thema: "Die politischen Parteien in der Bundesrepublik - eine Information für junge Wähler" diskutierten junge Gewerkschaftler. - Den Gottesdienst für die Gruppen im Blockhaus hielt Pastor Nelle aus Vegesack, früher Nordenham.


Friedrich-Naumann-Stiftung, Godesberg / H. Schulze
(33 Teilnehmer, 11.5-18.5.)

Die "Friedrich-Naumann-Stiftung", die sich seit ihrer Gründung vor vier Jahren durch Altbundespräsident Professor Theodor Heuss mit Seminaren und Arbeitstagungen überall im Bundesgebiet als liberale Institution der politischen Erwachsenenbildung einen Namen gemocht hat, tagte im Blockhaus Ahlhorn. Thema des Seminars war "Die Gemeinde als Grundlage des demokratischen Staatsaufbaues". Acht Referenten behandelten Grundsatzfragen der Kommunalpolitik. Am Mittwoch waren die 32 Teilnehmer nach einer Besichtigung der Stadt Oldenburg gemeinsam mit dem Bremer Finanzsenator Dr. Noltenius Gäste von Oberstadtdirektor Eilers.


Ev. Mädchenpfadfinderbund / Frl. Sauermann
(97 Teilnehmer, 31.5.- 5.6.)

"Brücken bauen" - Pfingstlager des Ev. Madchenpfadfinderbundes in Ahlhorn

Brücken aus Holz und Bindfaden,
Brücken aus Stein und Beton,
Brücken von Gruppe zu Gruppe,
Brücken zu anderen Völkern und Ländern,
Brücken, die Gott zu den Menschen baut,

das sind Thema und Gedanken zu den Programmpunkten im Landeslager des Evangelischen Mädchenpfadfinderbundes Pfingsten 1963.

Aus den Tagebuchblättern:

Freitag, 31.Mai 1963:

Anreise mit dem Zug und Rad, zu Fuß und mit dem Bus aus Bremen, Gelnhausen, Weener, Osnabrück, Nordenham, Oldenburg, Rastede und anderen Orten. Der Abend am Kaminfeuer galt dem ersten "Brückenbau" - einander kennenlernen und Singen.

Pfingstsonntag, 2. Juni:

Um halbacht wurde in den Zimmern mit einem Morgenlied geweckt. Den Gottesdienst hielt Landesjugendpfarrer Müller. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Danach traten sich einige interessierte Pfadfinderinnen zur Fragestunde an die Bundesleitung.

Nach dem "Sonntagsmittagsessen" suchten die müden Leute die Betten und die sonnenhungrigen den Strand auf. Danach startete man zum Baden. Schnell wurde der Stehkaffee getrunken, denn jeder wollte den "Strolchnachmittag" dazu benutzen, die Gegend kennenzulernen. - Zwar sollte man sich um 18 Uhr wieder einfinden, zwei Mädchen jedoch lernten die Gegend so gründlich kennen, daß sie den Weg zurück erst gegen 20 Uhr fanden.

Dienstag, 4. Juni:

Nach der Bibelarbeit, bei der auch diesmal wieder festgestellt wurde, daß die Zeit viel zu kurz war, bereitete sich jede Schar aufs Abkochen vor. Die Speisezettel waren am Tage vorher der Leitung unterbreitet worden. Nun wurden die Zutaten herbeigeschafft, während ein Teil der Mädchen Holz sammelte und eine fachmännische Kochstelle baute.

Nach etwa zwei Stunden saßen alle - zwar stark verräuchert aber mit glänzenden Augen - vor ihren Tellern: Kartoffelsalat mit Würstchen und frische Gurken, Risotto, Labskaus, Nudeln und Tomaten, Gurkensalat usw. Ein Beweis, daß es wirklich allen gut geschmeckt hatte, waren die blanken Schüsseln, die dann leider nach abgewaschen werden mußten.

Mittwoch, 5. Juni:

Überall herrschte Aufbruchsstimmung - Koffer wurden gepackt, Decken geschüttelt, Zimmer gefegt. Und noch einmal wurde der Lagerkanon gesungen:

"Lasset eure Herzen Träger werden für neue Brücken hier auf Erden,
Laßt euer Handeln Liebe sein und findet zu euch selber heim,
Laßt eure Herzen Brücken werden, Mittler des Friedens hier auf Erden."

(E. Sauermann)


Hochschulfreizeit, PH Vechta / H. Altekamp
(154 Teilnehmer, 5.6.-10.6.)

Wie an anderen Pädagogischen Hochschulen Niedersachsens war es auch in Vechta Brauch, jährlich eine Freizeit außerhalb des Studienortes durchzuführen. Die steigenden Studentenzahlen erschwerten jedoch immer mehr die Suche nach einem geeigneten Unterkommen. In diesem Jahr war unsere Hochschule für eine knappe Woche im Blockhaus bei den Ahlhorner Fischteichen zu Gast. Damit wurde nach einigen Jahren der Unterbrechung der Versuch unternommen, den Gedanken der Hochschulfreizeit in neuer Form wieder aufleben zu lassen. In der Rückschau dürfen diese Tage in Ahlhorn als durchaus gelungen bezeichnet werden. Die Ursache hierfür liegt in nicht geringem Maße an den vorgefundenen örtlichen Verhältnissen, Das Blockhaus in seiner aufgelockerten Anlage vermag eine größere Gemeinschaft zu beherbergen, ohne jemals das Gefühl der Enge für den Einzelnen aufkommen zu lassen. Durch die Vielzahl der vorhandenen, geschmackvollen Tagesräume fand sich für jedes Anliegen unseres Programms die geeignete Unterkunft. Musik, Spiel, Tanz, Werken, Arbeitskreise in Literatur und Kunst, Aussprachen und Veranstaltungen in der großen Gemeinschaft, - für dies alles bot sich im Haus eine Möglichkeit. Die einmalige landschaftliche Lage des Heimes, inmitten der Fischteiche und von Wäldern umgeben, gab Gelegenheit zu ständig neuen Wanderungen. In dieser "Insellage" der Ruhe kann sich eine Gemeinschaft ungestört auf sich selbst besinnen und sich im gegebenen Falle auch neu finden.

So waren die Tage in Ahlhorn, begünstigt durch das Wetter, für alle Beteiligten gewinnbringend. Offen bleibt nur der Wunsch, eine ähnliche Zeit im kommenden Jahre an gleicher Stelle erleben zu können. Dafür gebührt unser Dank allen, durch deren Arbeit ein solcher Aufenthalt möglich wurde. (Altekamp)


Hindenburgschule, Oldenburg / Dr. Baum
(30 Teilnehmer, 19.6-24.6.)

Vom 19. bis zum 29. Juni waren vier Klassen der Hindenburgschule Oldenburg im Blockhaus Ahlhorn zu Gast. Wieder einmal erwies sich das Blockhaus als ideal für den Aufenthalt der 13 und 14jährigen Schüler. Die reizvolle Landschaft bot ihnen mannigfache Möglichkeiten, den grauen Alltag des Schullebens en wenig zu vergessen. Die größte Anziehungskraft auf die Kinder übten die Ruderboote aus. Von morgens bis abends waren sie heiß umkämpft, so heiß, daß der eine oder andere der Schüler ein kurzes, unfreiwilliges Bad nahm. Wer sich keinen Platz auf den Booten sichern konnte, spielte Fußball, Federball oder Tischtennis. Gemeinsames Singen und Wandern stärkten das Gemeinschaftsgefühl der Klassen. Eine Attraktion am Rande war das Fallschirmspringen der Bundeswehr auf dem alten Flugplatz in Bissel. Höhepunkt und zugleich Abschluß des Aufenthaltes bildete ein abendlichen Kaminfeuer. (Dr. Baum)


Sozialdemokratischer Hochschulbund, Oldenburg / H. Oelschäger
(22 Teilnehmer, 28.6.-30.6.)

"Pädagogik und Politik" - Unter diesem Thema stand ein Wochenendseminar, das Studenten der Pädagogischen Hochschulen Niedersachsens und der Landesuniversität Göttingen im Blockhaus Ahlhorn zusammenführte. In seinem Einführungsreferat beleuchtete Prof. Dr. Greiffenhagen, Lüneburg, die Herkunft des Problems der politischen Erziehung aus historischer Sicht. In der Verknüpfung von politischer Autorität und Religion lag die pädagogische Konzeption des Altertums und des Mittelalters begründet. Beispielhaft dafür ist der Prozeß des Sokrates. Hier lassen sich politische, religiöse und schließlich pädagogische Komponenten aufzeigen, die zur Verdammung des Philosophen führten. -

Im Mittelalter war die Bibel als "Grundgesetz" jeden Handelns anzusehen, und erst seit Luther wird die Staatsgewalt aus der engen religiösen Sphäre gelöst. Die Religion fiel fortan in den Bereich der Gesellschaft. -

Dr. Hogener vom Pädagogischen Institut der Universität Hamburg berichtete in einen: folgenden Referat über die politische Bildung in der Weimarer Republik, die von ihrer politischen Wirklichkeit abhängig war und getragen wurde von der Theorie, man könne und müsse jedermann zu einem brauchbaren Staatsbürger erziehen. -

Prof. Dr. Gamm, Oldenburg, berichtete dann über die enge Verknüpfung von Pädagogik und Politik im Nationalsozialismus. Hier diente die Pädagogik dazu, politische Soldaten zu züchten, die bereit waren für den Führer zu sterben. In einem Schlußvortrag zeigte Prof. Dr. Loch, Oldenburg, Wege der Pädagogik auf, die nach dem II. Weltkrieg neu gefunden worden sind.


Ev. ref. Kirche, Emden / P. Bäcker
(41 Teilnehmer, 4.7.-12.7.)

Es gibt wohl keine bessere Empfehlung für das Blockhaus als die, daß man beim Abschied, gedrängt von den Emdener Jungen und Mädchen, schon wieder einen Termin für eine Freizeit im kommenden Jahr ausmacht.

Ich bin nun das dritte Mal mit Konfirmanden unserer Gemeinde hier gewesen. Immer die gleiche Begeisterung über das Haus, die Unterbringung und Verpflegung und die herrliche Lage. Hier ist es wirklich nicht schwer, eine Freizeit durchzuführen. Hier ist Atmosphäre! Wenn auch die Temperatur in den vergangenen Tagen nicht gerade sommerlich war, um so mehr schätzte man wieder, daß das Blockhaus gleichbleibend "Sonnenschein und Wärme" bietet. In einem solch "wetterbeständigen Haus" kehren wir gerne wieder ein! (P. Bäcker, Emden)


Volkshochschule Bremen / Dr. G. Schultz
(29 Teilnehmer, 11.7-15.7.)

Noch einmal junge Holländer im Blockhaus - Arbeitstagung der Bremer Volkshochschule.

Eine Gruppe holländischer Studenten nahm auf Einladung der Bremer Volkshochschule zusammen mit jungen Bremern an einer Arbeitstagung im evangelischen Jugendheim Ahlhorn teil. Ziel dieses Zusammentreffens war es, sich gemeinsam mit politischen und kulturellen Themen zu beschäftigen und einander mit spezifisch holländischen und deutschen Problemen vertraut zu machen.

Die jungen Holländer, die an der Universität Groningen studieren, trafen in Begleitung des Prorektors und Professors für Religionswissenschaft und Ethik, H. de Voss, Ende der vorigen Woche in Bremen ein, wo sie vom Leiter der Bremer Volkshochschule, Dr. Schulz, begrüßt wurden.

Einer der Höhepunkte der Tagung war die Verlesung seiner Rektoratsrede durch Professor de Voss über das Thema "universitas ludens", die "spielende Universität". In seinen Ausführungen zeigte de Voss die Bedeutung des Spiels für die Formen menschlichen Zusammenlebens und im Bereich der akademischen Welt auf. Er erbrachte dabei gleichzeitig den Beweis dafür, daß wissenschaftliche Abhandlung und lebendige, humorvolle Darstellung einander durchaus nicht ausschließen.

Im privaten Gespräch bedauerten die Holländer die Scheu vieler Deutschen, über die Vergangenheit zu sprechen. Als völlig unverständlich wurde es bezeichnet, daß in Holland stationierte deutsche Soldaten bei einer Befragung durch das holländische Fernsehen nicht angeben konnten, ob Holland im zweiten Weltkrieg von den Deutschen besetzt war oder nicht.


Jugenderholung, Oldenburg / Frl. Suckert
(30 Teilnehmer, 4.7-24.7.)

30 Jungen aus dem Gebiete der Landeskirche Oldenburg, von den Kirchengemeinden und der Inneren Mission ausgesucht, waren drei Wochen im Zeltlager des Blockhauses zu Gast. Der überwiegende Teil der Jungen stammte aus sozial schlecht gestellten Familien. Viele erlebten zum ersten Male eine unbeschwerte Ferienzeit, ausgefüllt durch all die Dinge, die einen Jungen begeistern können: Seeschlachten auf dem Helenenteich, Ruderregatten, die Suche noch der gefährlichen "Dynamitkiste", Sportwettkämpfe, eine ausgedehnte Nachtwanderung, auf der der Leiter - angeblich - den Weg verlor, Lagerabende am Kamin und eine Reihe von Fußballspielen.

Die äußeren Umstände hätten nicht günstiger sein können. Je 10 Jungen schliefen in einem großen Wohnzelt, das mit Holzfußboden und -wänden sowie mit elektrischem Licht ausgestattet war. Der Tagesraum, die Bauerndiele, bot bei Regenwetter und an den Abenden die Möglichkeit, zu basteln und zu spielen.

Obwohl die Jungen aus verschiedenen Gemeinden und Städten kamen, wuchsen sie doch zu einer guten Gemeinschaft zusammen. Der Stolz der ältesten Jungen war die Wahl des Zeltsprechers und die Zeltordnung, die sie selbst aufstellten.

Außerdem zeigte die schnelle Zunahme der Spitznamen, daß die Jungen einander kennen und schätzen lernten. Wer allerdings als Außenstehender an der Bauerndiele vorbeiging, konnte schwerlich den Sinn der Worte: "Adenauer, drängel nicht so und laß die anderen auch mal noch vorn" begreifen. - Nun, da das Lager beendet ist, wird vieles davon in Vergessenheit geraten. Die Erinnerung an die feste Gemeinschaft wird manchen der Jungen noch lange begleiten. (Ursula Suckert)


Christlicher Sängerbund - Singwoche /H. v. Thülen
(103 Teilnehmer, 1.8-11.8.)

Zur Sommer-Sing- und Instrumentalwoche hatte der Christliche Sängerbund (CS) vom 1. bis 11. August nach Ahlhorn ins Blockhaus eingeladen. Aus allen Teilen des Bundesgebietes trafen sich 90 Chormitglieder, vor allem junge Leute. Als Vereinigung aller Chöre der Freikirchen sieht der CS in den Ahlhorner Wochen die Aufgabe, das Singen und Musizieren als starken, lebendigen Ausdruck des Glaubens Wirklichkeit werden zu lassen.

Unter der Leitung von Paul Ernst Ruppel wurde an einfachen Chorsätzen, Schütz-Motetten und modernen Evangelienmusiken intensiv in guter Gemeinschaft gearbeitet. Die Singwoche schloß mit einem Singgottesdienst in der Bremer Kreuzkirche.


Ev. Jugend, Beverstedt / Frl. Husmann
(21 Teilnehmer, 2. 8.-12. 8.)

Vom 2. bis 12. August führte die Ev. Jugend der Gemeinden Neuengroden (Wilhelmshaven) und Beverstedt (Kreis Wesermünde) in "ihrem" Blockhaus Ahlhorn die alljährliche Sommerfreizeit durch. Eingeladen waren die Glieder der Jungscharen, der Jungenschaften und der Mädchenkreise. Die 55 Teilnehmer wurden in sechs Gruppen aufgeteilt, denn nur so war es möglich, jeder Altersstufe gerecht zu werden.

Im Mittelpunkt der Freizeit standen die biblische Besinnung sowie Diskussionen um Glaubens- und Lebenstragen bei den älteren Jugendlichen, während sich die Jüngeren damit beschäftigten, die gehörten biblischen Geschichten durch Zeichnungen und Wachsknetarbeiten wiederzugeben.

Ausgedehnte Wanderungen, Bootsfahrten, ein großes Geländespiel und das "Urwaldfest" machten diese Freizeit zu einem unvergeßlichen Erlebnis für alle Teilnehmer.


MBK-Freizeit, Oldenburg / Frl. Wippermann
(15 Teilnehmer, 2. 8.-13. 8.)

Vom 2-13. August veranstaltete der MBK eine Freizeit für 10-13jährige Mädchen. Mit Baden und Rudern, Spielen und Wanderungen in die schöne Umgebung waren diese besonderen Ferientage ausgefüllt. Basteln und Vortragen von Märchen und Laienspiel ließen die Regen. Tage vergessen. Die Kinder wurden in abwechslungsreichen Bibelarbeiten - Sprechmotetten, Bildbetrachtung, Stegreifspiel - in die Geschichte des Propheten Daniel eingeführt. Eine kurze Morgen- und Abendandacht gaben jedem Tag seinen Rahmen. Alle waren fröhlich dabei und bedauern, daß 11 Tage so kurz sind.


Posaunenrüstzeit / H. Horn
(46 Teilnehmer, 7.9.-8.9.)

Vierzig Plätze standen zur Verfügung, neunundvierzig Menschen kamen. So war es nicht nur auf der letzten Bläserfreizeit, sondern so sind wir es seit langem gewohnt. Wenn Herr Horn, unser Landesposaunenwart ruft, dann kann er immer damit rechnen, daß sich viele Bläser aus dem ganzen Lande einfinden. Und so war es denn auch am Sonnabend nachmittag. Um siebzehn Uhr rollten Pkws mit den verschiedensten Kennzeichen auf den Parkplatz des Blockhauses. Bald entleerten sich die Kofferräume und heraus kamen Instrumente, große und kleine, wobei die gewaltige Tuba natürlich den Vogel abschoß. Nun, bis Bläser endlich zum Blasen kommen, das dauert immer sehr lange, aber schließlich war es soweit. Aus dem Seehaus tönten die ersten schüchternen Versuche. Es handelte sich um das Einstimmen und Einspielen, denn in einen so zusammengewürfelten Haufen, wie er auf Bläserfreizeiten zusammenkommt, eine Linie hineinzubekommen, das ist gar nicht so einfach. Nach dem Abendbrot waren wir aber soweit, daß wir den Schwierigkeitsgrad steigern konnten. Es wurde dann noch bis 21.30 Uhr kräftig ins Horn gestoßen, aber danach wollte man doch die, die früh ins Bett gehen wollten, nicht länger stören. Wir schlossen ab mit einem Abendlied, daß nicht gespielt, sondern gesungen wurde, dabei stellte sich dann heraus, daß Bläser nicht nur blasen können, sondern auch, wenn es einmal sein muß, ganz gut singen. Von vielen ernstzunehmenden Leuten wird immer wieder behauptet, Bläser hätten sechs Sinne, und der sechste, das sei der Durst. Ich kann aus eigener Erfahrung nur sogen, da ist etwas dran, denn man konnte doch beobachten, daß den aus dem Keller heraufgeholten Getränken kräftig zugesprochen wurde. Nun ja, blasen macht eine trockene Kehle und eine trockene Kehle bereitet Durstqualen.

Am Sonntag vormittag hielt Landesjugendpfarrer Müller einen Gottesdienst, und wir Posaunenbläser empfanden es als besonders angenehm, daß wir dabei nicht beteiligt waren. Der Oldenburger Jugendchor hatte nämlich auch gerade eine Wochenendfreizeit und sang im Gottesdienst. Für einen Bläser ist es wohltuend, einmal einen Gottesdienst feiern zu können, ohne beteiligt zu sein, denn meistens ist er doch mit blasen beschäftigt und kann sich dann schon nicht mehr ganz konzentriert dem Gottesdienst zuwenden. Aber der Bläser mit seinem Instrument in seinem Chor ist ja genauso ein Bestandteil des Gottesdienstes, wie zum Beispiel die Orgel oder der Kirchenchor. Er lobt und preist Gott auf seinem Instrument. Wenn Gott einem Menschen die Gabe gegeben hat, ein Instrument zu spielen, so soll er Gott dafür danken. Vielleicht hat ein anderer die Gabe mitbekommen, zu singen, dann soll er Gott dafür danken.

Auch von diesen Gedanken klang etwas an auf unserer Posaunenfreizeit. Ein Posaunenchor ist nicht zu trennen vom Gottesdienst der Gemeinde. Wo ein Posaunenchor sich nicht in den Dienst der Gemeinde stellt, da stimmt etwas nicht. Abgeschlossen haben wir bei der Freizeit mit dem Lied 179 aus dem Kuhlo l neu (Alptraum für alle Bläser). Es war ein langer Weg, bis wir diesen Satz aus der Choralmotette von J. S. Bach "Jesu meine Freude" so blasen konnten, daß wir dann auch tatsächlich damit abschließen konnten. Wir alle hoffen und wünschen, daß immer mehr Menschen mit uns zusammen sagen, singen oder blasen können: JESU MEINE FREUDE! (Michael Trensky)


Ev. Nogatschule, Wilhelmshaven / Rektor Brüggemann
(27 Teilnehmer, 9. 9.-20. 9.)

Die Klasse 7 der Ev. Volksschule Nogatstraße Wilhelmshaven ist vom 9. bis zum 21. September 1963 Gast im Blockhaus Ahlhorn gewesen. Und jetzt, nachdem unser Aufenthalt schon einige Wochen zurückliegt, fragen wir uns: Was hat uns dieser Aufenthalt gegeben? Es ist immer für einen Klassenlehrer beglückend, mit den Kindern seiner Klasse eine längere Zeit in einem Schullandheim zu verbringen. Kinder und Lehrer werden vertrauter miteinander; und aus einer Klasse wird eine große Familie, ganz besonders dann, wenn eine Lehrerin mit dabei ist, die für die Klasse die Klassenmutti wird.

Das alles war für uns der Fall. Aber Ahlhorn war eben für uns mehr als ein Schullandheimaufenthalt. Einer Jugendherberge als Standquartier oder einem Schullandheim fehlen meist das, was man in Ahlhorn als besondere Atmosphäre empfand: in Gemeinschaft zu sein mit Menschen, die sich nicht nur Christen nennen, sondern auch in ihrem Tagewerk etwas davon spüren lassen. So nur war es zu erklären, daß unsere Kinder es als selbstverständlich empfanden, daß der Tag mit einer kurzen Andacht begann, daß vor den Mahlzeiten das Tischgebet gesprochen wurde und daß wir am Sonntag am Gottesdienst geschlossen teilnahmen. Gerade diese Selbstverständlichkeit war so wohltuend.

Unsere Kinder haben in Ahlhorn erlebt, daß Christen sehr wohl fröhlich sein können und nicht griesgrämige Leutchen sein müssen. Da wir auch nett untergebracht waren und tadellos verpflegt worden sind' außerdem das schönste Wetter hatten, wird uns Ahlhorn in lieber Erinnerung bleiben. - Wir alle sagen dafür herzlichen Dank. (Erich Brüggemann, Rektor)


Volksschule Abbehausen / Rektor Bertz
(56 Teilnehmer, 9. 9.-14. 9.)

Ahlhorn-Lied

(Text: Die Abbehauser Kinder)

1.
Wasser und Wald,
Boote und Seen,
Ahlhorn, wir grüßen dich!
Blockhaus, du bist die Masche!

Sommer und Sonne, Wasser und Licht,
Schwimmen und Rudern
(und: keinen Unterricht!)

2.
Ahlhorn, wir preisen dich!
Blockhaus, verborgen im Walde!
Heide und Pilze, herrliche Zeit!
Spiele und Tänze
(und: keine Hausarbeit!)

3.
Wasser und Wald,
Boote und Seen,
Ahlhorn, wir grüßen dich!
Blockhaus, inmitten der Teiche!
Wandern und Singen, Karpfen, die springen,
Kinder, die schrei'n
(und, Lehrer, die alles verzeih'n!)

Wasser und Wald, Boote und Seen,
das ist schön!

Kinder danken mit einem Lied

Schon auf der Rückkehr vom "Blockhaus" in Ahlhorn war etwas von jener sehnsüchtigen Stimmung zu spüren, die immer dann entsteht, wenn man an "schöne Tage" oder an eine "herrliche Zeit" zurückdenkt. Die Kinder der Volksschule Abbehausen formten diese Stimmung wenige Tage nach ihrer Ankunft in der "Heimat" in " ein Dank- und Preislied" um, das als eine wahre Gemeinschaftsarbeit im Deutschunterricht der folgenden Tage gewissermaßen "vor den Augen und Ohren" des Lehrers entstand, ohne Grübeln und Stöhnen, aus einem Guß, wie man so schön sagt.

Eine Musik, zu der noch kein Text bestand, war die Grundlage. Um diese Musik herum wurden die Worte gelegt, und zwar schnell und passend, so einfach und selbständig, daß. am meisten erstaunt war der fast unbeteiligte und nur aus der Ferne eingreifende, einfach mitgerissene Deutschlehrer. (Werner Forkel)


Kirchengemeinde, Altengroden / P. Deringer
(37 Teilnehmer, 21. 9.-22. 9.)

Pastor Deringer führte eine Akademietagung der Kirchengemeinde Altengroden durch. Dabei wurde über die Möglichkeiten kirchlicher Werbung nachgedacht. Der Leiter des Arbeitskreises kirchlicher Werbung im Amt für Öffentlichkeitsdienst der Hamburgischen Landeskirche, Gustav Fedrowitz, der an dieser Tagung teilnahm, schreibt darüber für unseren Blockhausbrief:

Die Glocken schaffen es nicht mehr, die Glocken, die seit dem 6. Jahrhundert von den Kirchtürmen herab weit ins Land und überall zu den Gottesdiensten rufen. Der heutige Normalverbraucher erkennt ihre Funktion nicht mehr und reagiert verschieden auf den Glockenklang, nur nicht mehr so, daß die Glocken ihn einladen möchten, und er sich einladen läßt.

Die Menschen heute müssen mit anderen Methoden dazu verführt werden, sich der Kirche - wieder - zuzuwenden.

Verführen im Sinne des Apostels Paulus "Als die Verführer und doch wahrhaftig" (2. Kor. 6,8) ist gemeint. Aber das Wort Verführen hat zu bleiben.

Wir Kirchenleute sind viel leichter geneigt, - ich möchte behaupten - aus Herzensträgheit, wahrhaftig aufzutreten, als den Mut aufzubringen, gefährlich zu leben, nämlich gefährlich in der Rolle des Verführers.

Von der modernen Wirtschaftswerbung kann die Kirche lernen, nein, hat die Kirche zu lernen, wie man erfolgversprechend zu arbeiten hat. Es ist der Kirche nicht aufgegeben, andere Werbemittel, andere Werbeträger zu schaffen als die die durch die Wirtschaftswerbung bereits vorgegeben sind. Auch ist es nicht ihre Aufgabe, neue Werbemethoden zu entwickeln. Das mutet so kurios an, wie wenn die Kirche nicht die Telefone benutzte, die alle Welt benutzt, Gläubige und Gottlose, sondern - was weiß ich wie - ein untechnisches Fernmeldewesen eigener Wesensart zu entwickeln suchte.

Die Instrumente für eine Werbung sind also vorhanden. Bediene sich die Kirche ihrer und zwar mit allen Konsequenzen. Dabei ist auch klar, daß eine "weltliche Werbung" für beispielsweise kosmetische Präparate andere Werberegister zu ziehen hat als etwa die, die eine Steigerung des Milchverbrauchs zum Ziel hat.

Werbung der Kirche soll nicht Verkündigung sein oder sie ersetzen wollen. Ihre Aufgabe hört sich viel bescheidener an. Sie soll die Menschen dahin bringen, daß sie durch die Kirchentür ins Gotteshaus einzutreten wagen. Wobei "Kirchentür" und "Gotteshaus" auch wesentlich im übertragenen Sinne zu verstehen sind.

Um Erfolg, um diesen Erfolg hat sich die Kirche zu bemühen. Es gibt allerdings Kirchenleute, die in dem Streben nach Erfolg eine sündige Begierde erblicken. Diese dürfen dann aber auch nicht werben wollen.

Wir sind Schuldner der heutigen "Griechen" und unserer zeitgenössischen "Nichtgriechen". Für die Schuld haben wir zu zahlen, u. a. auch mit ganz gewiß nicht zu geringen Geldmitteln, die uns durch die Kirchensteuer zufließen.

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