|
||
|
|
Mit Konfirmanden in AhlhornMichael Trensky Wenn ich an unsere Konfirmandenfreizeit in Ahlhorn zurückdenke, dann kann ich nur sagen: "Gut, daß wir unser Blockhaus haben!" Nicht überall ist es so selbstverständlich wie dort, daß man mit 43 Konfirmanden aufgenommen wird und neben anderen Gruppen ungestört schalten und walten kann. Es ist für die Heimleitung gar kein Problem, eine Gruppe Oberschüler, eine Gruppe bäuerlicher Volkshochschüler und eine Gruppe Konfirmanden so unterzubringen, daß sich keine der Gruppen, die doch so verschiedene Themen und Aufgaben haben, stört. Unser Anliegen war, die Jungen und Mädchen auf die Konfirmation vorzubereiten, über die Beichte, das heilige Abendmahl, die Taufe und alle damit zusammenhängenden Fragen zu sprechen. Aber das kann man nicht den ganzen Tag tun. Man muß auch spielen, wandern und singen, besonders dann, wenn man auf so einem schönen Fleckchen Erde zusammen ist, wie es unser Blockhaus ja nun einmal ist. Nach diesem Programm hatten wir dann auch unsere Tagesläufe eingerichtet. An jedem Morgen hielten wir um 8 Uhr unsere Morgenandachten, an der selbstverständlich alle teilnahmen. Im Anschluß daran gab es Frühstück. Vor Andacht und Frühstück hatte aber schon unsere Kartoffelpiekerkolonne in der Küche gewirkt, und dafür gesorgt, daß wir zum Mittagessen auch Kartoffeln ohne Augen bekamen. Es war sehr erfreulich, daß alle Dienste, die bei solchem Aufenthalt zu vergeben sind, immer ohne Schwierigkeit von freiwilligen Helfern erledigt wurden. Dabei war das Kartoffelpieken immer der am meisten begehrte Job. Nach dem Frühstück ging es dann an die Arbeit. Zwei mal 45 Minuten wurde an Hand der Bibel, des Gesangbuches und des Katechismus über die oben genannten Themen gesprochen. Hiernach war dann für jeden noch etwas Zeit, für Hunger zu sorgen. Dazu ist ja genügend Gelegenheit. Die Jungen nutzten die Zeit meistens mit Fußballspielen, während die Mädchen spazieren gingen oder an einem der Seen saßen und erzählten. Pünktlich um 12.30 Uhr ertönte der Gong zum Mittagessen, von dem sich alle gern rufen ließen, denn man hatte immer ein gutes und reichliches Mahl vor sich. In der Mittagspause von 13-15 Uhr war von der Heimleitung äußerste Ruhe angeordnet. Die hatten wir aber auch dringend nötig. Nach dem Kaffeetrinken war dann Zeit, das Gelände zu nutzen. Meistens taten wir das durch Geländespiele. Einmal haben wir auch eine Schnitzeljagd gemacht, oder besser gesagt, zu machen versucht. Natürlich verfehlten wir uns dabei gründlich. Die eine Gruppe kehrte um, so daß die andere sich auch notgedrungen auf den Heimweg machen mußte. Am nächsten Tag haben wir deshalb noch einmal eine Schnitzeljagd gemacht, bei der die Schnitzel so dicht gestreut waren, daß man sie überhaupt nicht übersehen konnte. In der Zeit der Schnitzeljagd habe ich Holz gehackt. Nicht etwa, weil wir froren, die Heizung war nämlich sehr gut, sondern weil wir an unserem letzten Abend im Blockhaus den Kamin anzünden wollten. Aber ich nehme zuviel vorweg. Bevor ich von unserem Abschlußabend erzähle, muß ich nämlich noch auf eine andere Ahlhorner Besonderheit hinweisen, nämlich das Ahlhorner Schloß. Wer in Ahlhorn gewesen ist und keine Schloßbesichtigung gemacht hat, der ist nur ein halber Mensch. Dieses schöne alte Schloß, so idyllisch im Walde gelegen, das muß man einfach gesehen haben. Ich kann hier nicht die ganze Marschroute bekanntgeben, aber ich glaube, daß Herr von der Dovenmühle und auch die anderen Damen und Herren der Heimleitung gerne bereit sein werden, darüber Auskunft zu geben. Nun aber zu unserem Abschlußabend; wir hatten uns ausreichend mit Coca-Cola und Limonade, die immer ausreichend im Blockhaus vorhanden sind, versorgt. Um die "Bunte Stedinger Reihe" (Jungs bi Jungs und Deerns bi Deerns) aufzuheben, begannen wir mit einer Polonaise. Darauf wurden Getränke ausgeteilt und auch etwas Lustiges gesungen. Wir hatten gar kein großes Programm für den Abend aufgestellt, aber er gestaltete sich von selbst, da aus der Gruppe selbst Spiele vorgeschlagen und gespielt wurden. Am Schluß war die Stimmung so gut, daß erst die "Laurentia" für die nötige Bettschwere sorgen mußte. Wir schlossen mit einem Abendkanon, denn unsere Abendandacht hielten wir immer schon vor dem Abendessen. Am Morgen unseres Abreisetages blieb uns dann nur noch die Aufgabe, die Zimmer sauber zu machen und unsere Sachen zu packen. Im abschließenden Gespräch wurde dann gesagt, daß im nächsten Jahr wieder eine solche Freizeit durchgeführt werden solle, und daß dann schon einige als Aufsichtspersonal mitfahren könnten. Wenn wir aber alle, die sich schon gemeldet haben, wieder mitnehmen wollten, dann bestände unsere Gruppe nur aus Aufsichtspersonal. Daß es allen so gut gefallen hat, liegt wohl an der schönen Landschaft, in der das Blockhaus liegt, an den schönen Gebäuden, und nicht zuletzt daran, daß die Regierenden des Reiches der Töpfe und Pfannen sich rührend um unser leibliches Wohl gesorgt haben. |
|
| zurück zum Seitenanfang | ||