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Über Pflanzen und Blumen rund um das BlockhausOlga von der DovenmühleWer heute zum ersten Mal zum Blockhaus fährt, wird kaum merken, daß er aus dem freien Teichgelände plötzlich in einen Park kommt. Anlagen und Pflanzen haben sich einfach dem vorhandenen Wald angleichen müssen. Der Übergang zur freien Natur hat sich von selbst vollzogen. In dem Bemühen um gärtnerische Gestaltung sind uns immer wieder Pflanzen und Sträucher eingegangen, die dort nicht hinpaßten. Wir haben viele gute Ratschläge und manches Lob für gelungene Lösungen oder für besonders schöne Pflanzen zu hören bekommen, mußten aber auch immer wieder kritisch abwägen, was wir für uns gebrauchen konnten.
![]() Aufgang zum Tagesraum Gartenhaus (Zeichnung: Karin Zandt)Um das neu erbaute Seehaus ist Mutterboden angefahren worden, um die vorhandenen Bäume zu schonen und eine Vegetation überhaupt möglich zu machen. Zunächst ist dort alles in ungezwungener Angleichung an die Landschaft angepflanzt. Zum Sportplatz hin wurde ein Rosen aus Hartgräsern angelegt. Sämtliche Rasenflächen und Blumenanlagen wurden zunächst durch niedrige Abgrenzungen aus Derbstangen geschützt. Allmählich ersetzten wir diese Schutzzäune durch Blumenrabatten und staunten sehr, als von da ab auch Rasenflächen mehr geschont wurden. Nur die Kaninchen nehmen nach wie vor keine Rücksicht darauf. So mußte auf manche Pflanze, die den Nagern zu gut schmeckt, verzichtet werden - wiederum die natürliche Angleichung an die Natur. Wenn wir beim Eingangstor unseren Rundgang beginnen und uns auf dem Gehweg links am Teichufer halten, empfängt uns im Mai/Juni auf dem Abhang der Jungenburg die Blütenpracht der hohen Rhododendren und Azaleen. Das Teichufer wird umsäumt von frühblühender Jap. Lavendelheide, hohen Eichbäumen, Lärchen und Korinthensträuchern, die im Herbst durch ihre feuerrote Färbung einen guten Kontrast zum Wasser bilden. Am Hauptzuleiter, der den Fischteichen das Wasser zuführt, hängen frühblühende Ziersträucher - Forsythien, Haselnuß und Goldregen - weit über den Teich. Bleiben wir an der Teichseite, so sehen wir weiter bis zum Seehaus Birken, Buchen, Japanische Zierkirschen, Felsenbirnen, Zieräpfel, wilden Schneeball, Weiden und rotblühende Johannisbeere. Als Unterpflanzung wachsen zur Uferbefestigung und zum Schutze der Bäume wilde Lupine, Fingerhut, Gemswurz, Sumpfdotterblume und wilde Kalla. Am Seehaus sieht man unter hohen Kiefern junge Lärchen, Fichten, Douglasien und Weymuthkiefern. Ebereschen, Holunder, Birken und der Gagelstrauch mischen sich darunter. Fingerhut, Ginster, Gräser, Farne und Astilben geben dem Bild eine belebende Buntheit. Ob der Versuch geglückt ist, hier Besenheide anzusäen, muß sich noch erweisen. Gehen wir über den Hof an den Küchenfenstern vorbei, sehen wir, daß die dort neu gepflanzten Preißelbeeren gut gedeihen. Sie wurden gepflanzt, um die Wurzeln der Cotoneaster zu schützen. Die roten Beeren dieser Ziersträucher heben sich sehr wirkungsvoll von den davor gepflanzten kleinen Weymuthkiefern ab. Die vier großen llexbäume zwischen Gästehaus und Küche werden wegen ihres reichen Beerenschmuckes immer wieder bewundert. Der Blumenrabatte zwischen Speisesaal und altem Haus gilt unsere besondere Liebe und Pflege. Es ist schwer, ein Beet so zu bepflanzen, daß immer ein vollständiger Eindruck entsteht. So beschränken wir uns in der Auswahl auf Sorten mit besonderer Blüten- und Farbwirkung, z. B. blüht jetzt blauer Eisenhut neben weißen Astilben und Feuerlilien. Besonders schön in ihrer Gesamtwirkung ist eine Gruppe bunter Fingerhüte. Als erste Blüher liegen jetzt versteckt im Halbschatten Waldmeister, Leberblümchen, Christrose, Küchenschelle, Hundszahn, Himmelschlüsselchen und Maiglöckchen. Entstehende Lücken werden durch Einjahrsblumen, niedrige Dahlien und Winterastern ausgefüllt. Seit drei Jahren stellen wir bei verschiedenen blühenden, wenig bekannten Pflanzen Namensschilder auf, wenn es uns glückt, sogar mit dem richtigen botanischen Namen. Da es nicht zu viele Schilder sind, werden sie mit Interesse gelesen. Auch an den Böschungen, die zum Ausgang führen, werden sie aufgestellt. Hier mußten vor allem wegen der starken Sonnenbestrahlung Steingewächse gepflanzt werden: Fette Henne, Steinbrech, Kriechender Phlox, Akelei und Thymian. Auf der gegenüberliegenden Schattenseite gedeihen Schattenblumen, Siebenstern, Lungenkraut, Günsel und als schöne Unterbrechung verschiedene Liliensorten, Gräser und Farne. Kommen wir zum Ausgang des Parkes, stehen wir fest, daß sich hier die Pflanzen wieder dem Wald untergeordnet haben. Mehrere Male haben wir versucht, in breiten Flächen Waldlupine, Rainfarn und Akelei anzusiedeln. Nur Fingerhut und die kleinblütige Königskerze sind geblieben. Der kleine Küchen- und Blumengarten reicht bei weitem nicht aus, den großen Bedarf an Vasenschmuck zu decken. An der Teichseite des Gartens ist mit einer Uferbepflanzung aus blauen, gelben und weißen Schwertlilien, Tag- und Feuerlilien begonnen worden. Bescheiden möchte ich erwähnen, daß die Anlagen fast ohne geldliche Mittel entstanden sind. Freunde und Nachbarn und die Forstverwaltung, mit deren freundlicher Genehmigung wir die Wildpflanzen aus dem Wald holen durften, halfen uns dabei. Danken möchten wir auch Herrn Jürgens vom Botanischen Garten in Oldenburg und dem leider zu früh verstorbenen Schloßgartendirektor, Herrn Heber, die uns beide - besonders in den letzten Jahren - beratend und helfend zur Seite standen. Fragen Sie mich noch, wie es kommt, daß manches trotz des kargen Bodens so üppig wächst? Es ist wohl der Lohn der Arbeit und Geduld aus Liebe zur Natur, aus Freude am Garten und . . . Kompost! Möge diese kurze Betrachtung ihren Zweck erfüllen, nämlich: anzuregen, manches Wachsen und Blühen um das Haus herum aufmerksamer zu sehen und sich daran zu freuen. | |
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