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Nicht durch Heer oder Kraft
Gott der Herr sprach: "Füllet die Erde und machet sie Euch untertan!" Und sie sprachen: "Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, des Spitze bis an den Himmel reiche, daß wir uns einen Namen machen! denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder." (1. Mose 11,4)
Nicht nur damals in Babel am steilen Ufer des Euphrat wurde jener "babylonische Turm" gebaut, sondern diese Erzählung ist die Geschichte all unserer Pläne und Werke, die Überschrift der ganzen Kulturgeschichte der Menschheit. Und weil das so ist, herrscht auf der Erde "babylonische Sprachverwirrung", breitet sich die schleichende Inflation des Wortes immer weiter aus, entstehen immer schärfere Fronten zwischen den Menschen. Angesichts der Technik und Verwaltung, die dem Menschen übertragen wurden, damit er nach dem Befehl des Schöpfers sich die Welt untertan mache, befällt uns die verzweifelte Stimmung des Zauberlehrlings: "Herr die Not ist groß, die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los!" Es ist oft nicht klar, ob Verwaltung und Technik für den Menschen da sind, oder ob der Mensch für sie beide da ist. Nicht ohne einen ernsthaften Hintergrund sagt man deshalb scherzend: "Von der Wiege bis zur endlichen Erkaltung bleibt der Mensch ein Spielball der Verwaltung." - Woher gewinnen wir in dieser "babylonischen Turmbaugeschichte" die Souveränität des "alten Hexenmeisters", zu sagen: "In die Ecke, Besen, Besen seid's gewesen!"? Woher gewinnen wir die Kraft, die Fronten zu überwinden und die Dinge, in deren Bann wir geraten sind, uns wieder untertan zu machen?
Antwort: "Es soll nicht durch Heer oder Kraft geschehen, sondern durch meinen Geist", spricht der Herr.
Diese heilende Botschaft zu vernehmen, braucht es der Stille und der Besinnung. Sie zu hören und weiterzusagen, ist der Kirche befohlen. Sie in dem besonderen Raum des Militärischen laut werden zu lassen, ist die Aufgabe der Militärseelsorge.
Der gute Geist des Blockhauses Ahlhorn, die klare und frische Luft seiner Umgebung, seine immer schöner gewordenen gastlichen Räume und das stets freundliche und hilfsbereite Heimleiterehepaar samt allen Mitarbeitern zeigten sich uns immer wieder als eine fruchtbare Oase, wo sich die Wanderer von den Strapazen der Reise erholen und sich für die weitere Wanderung erquicken und stärken konnten. Unter der Leitung des Dekans versammelten sich zweimal alle Militärpfarrer des Wehrbereichs II zum Pfarrkonvent im Blockhaus und gingen von hier erfüllt und gestärkt zu ihren Soldatengemeinden in ihre Standorte zurück. Daß auch die tüchtige Wirtschaftsleiterin und die Karpfen der Fischteiche zur leiblichen Erquickung das ihre beitrugen, soll hier nicht verschwiegen werden. Vor allem aber für unsere Soldaten der umliegenden Standorte, Bremen, Schwanewede, Ahlhorn, Bad Zwischenahn, Diepholz, Delmenhorst, Fürstenau und Oldenburg ist das Blockhaus mit all seinen geschilderten Vorzügen unentbehrliche und von allen geliebte Rüstzeitstätte, Ort der Besinnung auf den alten Glauben in unserer neuen Zeit. Daß die Soldatenrüstzeiten zu einem Kernstück der Arbeit in der Militärseelsorge geworden sind und sich auch bei den Soldaten steigender Beliebtheit erfreuen, liegt wohl auch am Blockhaus als dem idealen Tagungsort. Wir freuen uns, daß immer wieder Soldaten, die an Rüstzeiten teilgenommen haben, den Anruf hören und bereit werden, an ihrer Stelle mitzuhelfen, etwa durch die Gestaltung des Schaukastens in der Kaserne.
Neulich fand im Blockhaus für die Pfarrhelfer, die Mitarbeiter der Militärpfarrer, ein Lehrgang statt, auf dem sie in Verwaltungsfragen und in die Dinge der Arbeit in den Soldatengemeinden eingewiesen wurden. Aus dem halben Bundesgebiet waren die Pfarrhelfer mit ihren Ehefrauen dazu für eine sonnige Frühlingswoche im Blockhaus versammelt und haben und Oldenburger um diese Perle mitten im Walde beneidet.
Wir sind dankbar und glücklich "unser Blockhaus" zu haben, und hoffen, daß noch manche Tagung uns dort zusammenführt und gestärkt in unsere jeweilige Arbeit entläßt.
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