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Ein Vorwort,
das eigentlich Nachwort heißen müßte
Dr. Helms
Das Blockhaus Ahlhorn bietet jeder Klassenstufe besondere Möglichkeiten, ich habe es mit den Jungen von der 7. bis zur 12. Klasse erlebt. Die Jüngeren erleben es romantisch mit Geländespielen und abenteuerlichen Streifzügen in der Umgebung, abendlichen Feuern und nächtlichen Märschen zum "Gespensterwald" - die Älteren in Gesprächsrunden am Seeufer oder bei musischem Tun in den gepflegten Räumen - die einen durch die von allen Seiten andrängende Natur freigesetzt zu unbefangener Lebensfreude und Bewegung, die andern schon angerührt von der Empfindung, hier dem Pflaster- und Asphaltboden der Stadt entrückt zu sein und Einkehr bei sich und den Kameraden halten zu können. Besonders reizvoll ist es, wenn Jungen nach Jahren im vielfach veränderten Klassenverband hierher zurückkehren und nun mit andern Augen die vertrauten Stätten wiedersehen.
So erging es mir mit einer Klasse, die auf der 8. Stufe im Jahre der Währungsreform eine Woche in Ahlhorn verlebt hatte und nun die von ihr mit sehr geteilten Gefühlen aufgenommene Auszeichnung erfuhr, als erster Jahrgang das 13. Schuljahr absolvieren zu müssen. Es wurde ihr im Deutschunterricht die Aufgabe gestellt, Entwürfe für einen Prospekt über das Blockhaus Ahlhorn und seine Umgebung einzureichen, die dann dem Leiter des Jugendheims zur Verfügung gestellt wurden. Dieser antwortete mit einer Wochenendeinladung an die Klasse nach ihrer Reifeprüfung. Noch einmal saßen wir im Gespräch am Kamin, noch einmal durchwanderten wir den Baumweg, und am Nachmittag kam der Direktor unserer Schule zu uns heraus, um in einem freimütigen Meinungsaustausch mit den Abiturienten einen Rückblick zu halten auf das, was die Schule gewollt hatte, und auf das, was die Schüler daraus entnommen hatten - wo wäre wohl ein solches Gespräch gelungen wenn nicht in dieser Atmosphäre, die der Genius von Ahlhorn verbreitet, in der Naturnähe und aus den Konventionen des zivilisierten Alltags löst und Geist uns zu tieferer Besinnung verpflichtet. Einmalige Stunden des Lebens, vergehend und nie wiederholbar, aber nachwirkend und unvergeßlich für alle, die sie durchlebten.
Diese Gedanken bewegen mich, wenn ich nun nach manchem Jahr diese Zusammenstellung lese, die der Leiter des Blockhauses aus den damaligen Entwürfen zusammengestellt hat. Möchte das Erlebnis, das in diesen Sätzen sich um Ausdruck bemüht, die Kraft haben, sich in andern Seelen zu erneuern.
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